Der Große Preis von Monaco 1998 (offiziell Grand Prix de Monaco) fand am 24. Mai auf dem Circuit de Monaco in Monte-Carlo statt und war das sechste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998.

Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von Spanien führte Mika Häkkinen in der Fahrerwertung mit sieben Punkten vor David Coulthard und mit zwölf Punkten vor Michael Schumacher. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit 30 Punkten vor Ferrari und mit 51 Punkten vor Williams.

Vor dem Rennen wurde eine neue Einigung über die Verteilung der Preis- und Fernsehgelder getroffen.

Benetton bestritt den 200. Grand Prix der Teamgeschichte.

Mit Michael Schumacher (dreimal) und Olivier Panis (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Vor dem Rennen fanden zwei Trainingseinheiten statt. Das erste freie Training traditionell bereits am Donnerstag, das zweite freie Training am Samstag.

Donnerstagstraining Häkkinen holte sich mit 1:21,937 Minuten die Bestzeit vor Giancarlo Fisichella und Coulthard. Michael Schumacher lag beinahe zwei Sekunden hinter Häkkinen auf Platz fünf. Alle Fahrer waren innerhalb von sieben Sekunden platziert.

Samstagstraining Seit langem holte sich ein nicht-McLaren-Pilot die Bestzeit, mit rund einer Sekunde Vorsprung war Fisichella vor Coulthard und Mika Salo der Schnellste. Häkkinen konnte mit Platz sieben nicht überzeugen und Michael Schumacher konnte nicht an der Session teilnehmen. Alle Fahrer waren innerhalb von acht Sekunden platziert.

Qualifying Häkkinen konnte sich mit einer 1:19,798 Minuten wieder an die Spitze setzen, dahinter folgen Coulthard, Fisichella und Michael Schumacher. Salo konnte sich überraschend den achten Platz sichern. Wie beim letzten Rennwochenende konnte sich Ricardo Rosset erneut nicht innerhalb der 107-Prozent-Regel qualifizieren. Er scheiterte um 0,354 Sekunden, sich zu qualifizieren. Beim Versuch, eine schnellere Qualifikationszeit zu erzielen, zerstörte er seinen Wagen so stark, dass die FIA Rosset eine Verwarnung wegen gefährlicher Fahrweise gab. Die wütenden Mechaniker wechselten daraufhin bei einem Namensschild den ersten mit dem letzten Buchstaben um das Wort „tosser“ zu bilden. Alle qualifizierenden Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.

Warm-Up Häkkinen holte sich erneut mit 1:23,878 Minuten die schnellste Zeit vor Michael Schumacher, Coulthard und Alexander Wurz. Salo, der im Qualifying auf sich aufmerksam machen konnte, holte sich den sechsten Platz. Rosset durfte nicht an der Session teilnehmen, da er sich am Vortag nicht für das Rennen qualifizieren konnte. Alle Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.

Rennen Ein perfekter Start von Häkkinen verhalf ihm, vor Coulthard aus der ersten Kurve zu kommen. Einzig Wurz und Pedro Diniz konnten beim Start Positionsgewinne verbuchen. Noch in der ersten Runde gab es mit Esteban Tuero den ersten Ausfall, denn er krachte in die Leitplanke.

In der frühen Rennphase konnten beide McLaren-Piloten konstant ihren Vorsprung ausbauen, sie setzten jeweils zwölf schnellste Rennrunden hintereinander. Währenddessen versuchte Eddie Irvine in Runde zehn an Heinz-Harald Frentzen vorbeizugehen. In der Haarnadelkurve wagte er ein Manöver, was in einem Desaster für den Williams-Piloten endete. Frentzen merkte das nahende Chaos, ließ Platz, aber Irvine konnte nicht ausweichen und drückte den Deutschen in die Leitplanken, worauf er wegen einer gebrochenen Lenkstange aufgeben musste. Als Coulthard in Runde 17 drauf und dran war, eine neue schnellste Runde zu setzen, gab sein Motor auf Platz zwei liegend im Tunnel seinen Geist auf.

In Runde 29 machte Häkkinen einen leichten Fehler, der beinahe seinen ersten Platz gekostet hätte, denn in der Rascasse-Kurve touchierte er mit seinem linken Hinterreifen leicht die Wand. Er konnte weiterfahren, doch es bestand lange Zeit die Angst, dass seine Aufhängung eventuell beschädigt wurde. In der Runde darauf holte sich Michael Schumacher als erster neuen Treibstoff und Reifen ab. Eine Runde darauf kam auch Fisichella an die Box, doch Michael Schumacher konnte vor ihm auf die Strecke zurückkommen. In Runde 37 versuchte Michael Schumacher, Wurz in der Haarnadelkurve zu überholen, jedoch gab der Österreicher keinen Platz. Die beiden berührten sich und Michael Schumacher konnte nach vorne schlüpfen, aber in der nächsten Kurve konterte Wurz und die beiden berührten sich erneut, und vor dem Tunneleingang kam schlussendlich Michael Schumacher wieder vor dem Benetton-Pilot, aber bereits zum dritten Mal gab es einen Kontakt untereinander. Der Ferrari-Pilot musste an die Box, wo er schon aufgeben wollte, aber die Ferrari-Boxenmannschaft tauschte in Eile den durch die vielen Berührungen beschädigten Querlenker aus, woraufhin er nach drei Runden Stehzeit wieder das Rennen aufnehmen konnte. Wurz blieb vorerst unbeschadet, flog aber dann wenig später aufgrund einer gebrochenen Aufhängung am Tunnelausgang heftig ab. Er schlug ähnlich wie Karl Wendlinger beim Rennwochenende von 1994 ein, blieb jedoch unverletzt.

Wenige Runden vor dem Ende wurde Häkkinen aufgrund Getriebeprobleme zusehends langsamer, aber er konnte seinen Vorsprung über die Ziellinie bringen und gewann vor Fisichella und Irvine. Vierter wurde Salo, Fünfter Jacques Villeneuve. In Runde 78 riss sich Michael Schumacher in der Haarnadelkurve beim Versuch, den auf Platz sechs liegenden Diniz für den letzten Punkt zu überholen, seinen Frontflügel ab.

Häkkinen sicherte sich zudem mit 1:22,948 Minuten die schnellste Runde.

Sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 2 3 Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 4 5 Benetton B198 Playlife 3.0 V10 6 7 McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 8 9 Jordan 198 Mugen-Honda 3.0 V10 10 11 Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 12 14 Sauber C17 Petronas 3.0 V10 15 16 Arrows A19 Arrows 3.0 V10 17 18 Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 19 20 Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 21 22 Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 23

Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:19,798 1 2 1:20,137 2 3 1:20,368 3 4 1:20,702 4 5 1:20,729 5 6 1:20,955 6 7 1:21,712 7 8 1:22,144 8 9 1:22,157 9 10 1:22,238 10 11 1:22,257 11 12 1:22,355 12 13 1:22,468 13 14 1:22,540 14 15 1:23,151 15 16 1:23,263 16 17 1:23,411 17 18 1:23,536 18 19 1:23,957 19 20 1:24,024 20 21 1:24,031 21 107-Prozent-Zeit: 1:25.383 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:19,798 min) DNQ Rosset scheiterte an der 107-Prozent-Regel. 1:25,737 – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 78 1 1:51:23,595 1 1:22,948 (30.) 2 78 1 + 11,475 3 1:23,594 (26.) 3 78 1 + 41,378 7 1:24,457 (29.) 4 78 1 + 1:00,363 8 1:24,582 (39.) 5 77 1 + 1 Runde 13 1:24,381 (70.) 6 77 1 + 1 Runde 12 1:24,456 (40.) 7 77 1 + 1 Runde 9 1:25,053 (66.) 8 76 1 + 2 Runden 15 1:26,091 (69.) 9 76 1 + 2 Runden 19 1:26,054 (70.) 10 76 2 + 2 Runden 4 1:23,189 (64.) 11 76 2 + 2 Runden 20 1:26,506 (59.) 12 72 2 DNF 11 1:24,539 (51.) – 56 1 DNF 10 1:26,501 (26.) – 49 1 DNF 18 1:24,874 (33.) – 44 1 DNF 16 1:26,228 (24.) – 42 1 DNF 6 1:23,970 (41.) – 30 0 DNF 17 1:26,637 (25.) – 17 0 DNF 2 1:22,955 (18.) – 11 0 DNF 14 1:27,719 (10.) – 9 0 DNF 5 1:26,777 (6.) – 0 0 DNF 21 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Mercedes 46 2 McLaren-Mercedes 29 3 Ferrari 24 4 Ferrari 15 5 Benetton-Playlife 9 6 Williams-Mecachrome 8 7 Williams-Mecachrome 8 8 Benetton-Playlife 7 9 Arrows 3 10 Sauber-Petronas 3 11 Stewart-Ford 2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 12 Sauber-Petronas 1 13 Arrows 1 14 Jordan-Mugen-Honda 0 15 Jordan-Mugen-Honda 0 16 Minardi-Ford 0 17 Prost-Peugeot 0 18 Prost-Peugeot 0 19 Minardi-Ford 0 20 Stewart-Ford 0 21 Tyrrell-Ford 0 22 Tyrrell-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 75 2 39 3 16 4 16 5 4 6 4 Pos. Konstrukteur Punkte 7 2 8 0 9 0 10 0 11 0

Einzelnachweise

#1998 Monaco Kategorie:Circuit de Monaco