Blumenberg ist ein Ortsteil der Stadt Eichstätt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Lage Das Dorf Blumenberg liegt am und auf dem rechten Talhang der Altmühl bei Marienstein auf der Gemarkung Marienstein.

Geschichte Von Böhming herkommend führte eine Römerstraße vom Tal aus den Blumenberg hinauf und weiter über Wemding nach Nördlingen. Deren Streckenführung war noch bis weit in das 18. Jahrhundert hinein von Bedeutung, denn diese Straße war die einzige, die von Eichstätt hinauf auf die Jurahöhe ging.Heimgarten. Beilage Eichstätter Volkszeitung – Eichstätter Kurier, 5 (1924), Nr. 5, S. 15 Eine Grenzsäule von 1600 steht dort, wo die alte (und jetzige) Straße die Höhe erreicht. Sie zeigt auf der Vorderseite das Hochstiftswappen, auf der Rückseite das Wappen des damaligen Fürstbischofs Johann Konrad von Gemmingen.Felix Mader (Bearb.): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Regierungsbezirk Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt, München 1928, S. 50

Im Mittelalter gab es einen „Plumenhof“, der im 15. Jahrhundert öd lag und schließlich abgegangen ist.Reith, S. 35 1415 verkaufte ihn die Eichstätter Bürgerin Agnes Gewinnlin an das Kloster Rebdorf.Heimgarten, 5 (1924), Nr. 5, S. 15 1451 ist vom „Plumenberg“ die Rede; hier verlief die Waldgrenze zwischen dem Kloster Rebdorf und der Stadt Eichstätt. 1469 tauschte der Eichstätter Fürstbischof Wilhelm von Reichenau vom Kloster Rebdorf den Burgstall und das Dorf Raitenbuch gegen den Drittelzehent auf dem „Plumenberg“ ein.Buchner II, S. 433 Im gleichen Jahr kaufte das Kloster ein „Gütlein“ auf dem „Bluemenberg“ vom domkapitelschen Neustift „Unsere Liebe Frau“ in Eichstätt.Der Eichstätter Raum, S. 168 Im Dreißigjährigen Krieg erschienen am 14. Juni 1633 die Schweden auf ihrem Zug nach Nürnberg auf dem Blumenberg und erpressten von der Stadt Eichstätt 90 000 Gulden „Brandsteuer“.Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, I. Bd., Ulm 1799, Spalte 414 f.; Heimgarten, S. 16

Eine Neuansiedelung erfolgte zwischen 1830 und 1836 durch einen Steinbruchbesitzer, der auf dem Blumenberg bei seinem Steinbruch ein Haus errichtete, in dem 1836 drei Personen wohnten.Reith, S. 35 f. Es entstanden weitere Häuser, vermehrt seit der Mitte des 20. Jahrhunderts; 1950 gab es dort acht Wohngebäude mit 49 Einwohnern, 1961 17 Wohngebäude mit 97 Einwohnern und 1983 230 Einwohner.Hirschmann, S. 196Der Eichstätter Raum, S. 169 1877 wurde im Dörrschen Steinbruch ein vollständiges Exemplar des Urvogels „Archaeopteryx“ gefunden, das im Naturkundemuseum Berlin ausgestellt ist. Blumenberg wurde der Gemeinde Marienstein zugeordnet und kam mit dieser Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Januar 1974 zur Großen Kreisstadt Eichstätt. In den 1980er Jahren gab es im Ortsteil zwei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, einen Handwerksbetrieb, vier Plattenbrüche und einen Naturstein-Industriebetrieb.

mini|Grenzsäule von 1600 mini|Kapelle von 1876 mini|Blick in die Kapelle

Baudenkmäler Grenzsäule von 1606 an der Willibaldstraße. Kapelle, 1876 vom Steinbruchbesitzer Johann Dörr und seiner Gattin Barbara erbaut.Steinerne Inschriftentafel an der Kapelle Mit Pietà im Strahlenkranz.

Einwohnerentwicklung 1836: 3 (1 Haus) 1846: 4 (1 Haus, 1 Familie)Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, Ansbach 1846, S. 81 1871: 6 (1 Haus)Reith, S. 36 1900: 11 (2 Wohngebäude) 1937: 44Buchner I, S. 270 1950: 49 (8 Wohngebäude) 1961: 97 (17 Wohngebäude) 1973: 115Der Eichstätter Raum, S. 196 1983: 230 1987: 198 (27 Wohngebäude mit 50 Wohnungen)

Verkehrsanbindung Blumenberg ist zwischen Eichstätt und Marienstein über die Blumenberger Straße zu erreichen. Auf der Jurahöhe führen Straßen vom Schernfelder Ortsteil Wegscheid und – vom Altmühltal heraufkommend – die von der Rebdorfer Straße abzweigende Weinleite (Kinderdorfstraße) zum Ortsteil Blumenberg.

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, II. Band 1938. Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries – Eichstätt – Greding. München 1959. Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt 1984. Antonius Reith: Eichstätt. Stadt und Altlandkreis. (Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, 8). München: Kommission für Bayerische Landesgeschichte, 2017.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Geographie (Eichstätt) Kategorie:Ersterwähnung 1451 Kategorie:Ort im Landkreis Eichstätt