mini| Fürst Dmitri Alexandrowitsch Schtschepin-Rostowski ( / Dmitrij Aleksandrovič Ščepin-Rostovskij; * 1798; †  in Schuja) war ein russischer Stabskapitän und Dekabrist.

Dmitri, Sohn von Alexander Iwanowitsch Schtschepin-Rostowskiruss. Александр Иванович Щепин-Ростовский (1768-1825) und dessen Ehefrau Olga Mironowna, geborene Warenzowa-Tarchowskajaruss. Ольга Мироновна Варенцова-Тарховская (1779-1851), trat am 5. März 1810 in die Sankt Petersburger Seekadettenschule der Russischen Marine ein, wurde dort am 9. September 1813 Gardemarin und am 18. Februar 1816 Mitschman. 1817/18 nahm er auf der Neptunruss. :ru:Нептунус (линейный корабль, 1813) an einer Ausbildungsfahrt von Kronstadt nach Cádiz teil. Am 22. April 1821 Leutnant geworden, verließ er am 29. November 1822 als Stabskapitän die Marine und trat am 1. Dezember 1823 als Porutschik in das Moskauer Leibgarderegimentruss. :ru:Московский лейб-гвардии полк ein. 1825 kommandierte er dort die 6. Füsilier-Kompanie.

Dmitri Schtschepin-Rostowskis Teilnahme an den Vorbesprechungen zum Aufstand der Dekabristen zusammen mit Kondrati Rylejew und Jewgeni Obolenski ist umstritten. Jedenfalls verneint Wladimir Steinheil in seinen Erinnerungen die Teilnahme. Schtschepin-Rostowski habe aber am 14. Dezember 1825 auf dem Senatsplatz zusammen mit Alexander und Michail Bestuschewruss. :ru:Бестужев, Михаил Александрович gekämpft; eine aufständische Kompanie angeführt. Fünf Militärs, die sich den Angreifern entgegengestellt hätten, seien verwundet worden; darunter die beiden Generale Wassili Nikanorowitsch Schenschinruss. :ru:Шеншин, Василий Никанорович und Pjotr Andrejewitsch Frederiksruss. :ru:Фредерикс, Пётр Андреевич.

Am Tage des Aufstands, also am 14. Dezember 1825, wurde Dmitri Schtschepin-Rostowski am Petersburger Senatsplatz im Hauseruss. :ru:Дом Энгельгардта - Haus O. M. Engelhardt des Kaufmanns Michail Alexejewitsch Kussownikowruss. Михаил Алексеевич Кусовников verhaftet und am 17. Dezember im Alexei-Ravelin, einem Hochsicherheitstrakt der Peter-und-Paul-Festung, eingekerkert. Bis zum 30. April 1826 verbrachte der Gefangene dort in Handschellen. Zunächst zum Tode verurteilt, wurde dem aller Titel verlustigen „Staatsverbrecher“ am 10. Juli 1826 das Leben geschenkt. Die Begnadigung lautete: lebenslängliche Katorga. Am 8. August kam er auf die Festung Svartholmruss. :ru:Свартхольм. Dort wurde das Urteil am 22. August auf zwanzig Jahre herabgesetzt. Am 25. August ging die Reise dann ostwärts ins Ostrog Tschitaruss. Читинский острог. Im September 1830 wurde Schtschepin-Rostowski in die Eisenhütte Peter-Werk verbracht. Den Mut ließ er nicht sinken; sang im Gefangenenchor mit.

1839 wurde er vorzeitig aus der Katorga entlassen und durfte im heutigen Tassejewo im Umkreis der Ewenken leben. Auf dem Dorfe machte er das Beste aus dem Exil. Schtschepin-Rostowski schrieb Gedichte, spielte Streichinstrumente und deutete russischen Siedlern schwer verständliche Bibelstellen.

Am 9. April 1842 erreichte seine Mutter die Übersiedelung des Sohnes nach Kurgan. Aus Irkutsk am 10. September abreisend, kam er am 28. September in Tobolsk und schließlich am 15. Oktober in Kurgan an. Er lebte dort vierzehn Jahre auf Kosten der lieben Mutter. Der Verbannte, in den Augen des Tobolsker Gouverneurs ein Müßiggänger und Unruhegeist, feierte in dem jahrelangen Kleinkrieg gegen Polizei und Beamtenschar manchen Sieg. Für die letzten beiden Jahre seines Sibirien­aufenthaltes wurde ihm sogar gutes Benehmen attestiert.

Am 26. August 1856 durfte Schtschepin-Rostowski endlich Sibirien verlassen. Den Fürstentitel durfte er allerdings nicht mehr führen. Er ließ sich in auf einem der Stammgüter des Adelshauses Schtschepin-Rostowskiruss. :ru:Щепины-Ростовские in Iwankoworuss. Иваньково im Landkreis Rostow am Nerosee nieder.

Schtschepin-Rostowski starb im Schujaer Krankenhaus an einer Lähmung und wurde auf dem Friedhof an der Kirche des Heiligen Wassili Pariskiruss. :ru:Василий Парийский in der Nähe von Schuja beerdigt. Es wurde gemunkelt, er soll auf einem Ball vergiftet worden sein. Die Ochrana sei dem nachgegangen, habe 1880 die Exhumierung veranlasst und die im Grab vorgefundenen Dokumente des Verstorbenen beschlagnahmt. 1919 hätten Räuber das Grab nach vermeintlichen Schätzen durchwühlt.

Familie Offiziell blieb Dmitri Schtschepin-Rostowski ledig. Nach einem Gerücht soll er allerdings mit seiner Frau Jekaterina Jurjewna Agarkowaruss. Екатерина Юрьевна Агаркова (1825-1880) zwei Töchter (Jelissaweta, Jekaterina *1845) und einen Sohn (Dmitri *1850) gehabt haben.

Weblinks Eintrag bei Dekabristen 1825.ru (russisch) Eintrag bei decembrists.krasu.ru (russisch) Eintrag bei dic.academic.ru (russisch)

Einzelnachweise

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