Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der isländischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften und den Qualifikationen dazu. Island konnte sich im Oktober 2017 erstmals für die im folgenden Jahr stattgefundene WM-Endrunde qualifizieren, schied dort aber in der Vorrunde aus.
Überblick Bei Fußball-Weltmeisterschaften war Island erstmals 2018 dabei.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1934 Italien nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1938Frankreich nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht zugelassen Bewerbung zu spät eingereicht 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1962 Chile nicht teilgenommen Vor Beginn der Qualifikation zurückgezogen 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht teilgenommen 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vizeweltmeister Niederlande gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder am späteren Vizeweltmeister Niederlande gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR und der Tschechoslowakei gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Schottland gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR und Österreich gescheitert 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Griechenland und Russland gescheitert 1998 Frankreichnicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert 2002 Südkorea/Japannicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kroatien und Schweden gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vizeweltmeister Niederlande gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In den Playoffs der Qualifikation an Kroatien gescheitert. 2018 Russland VorrundeArgentinien, Nigeria, Kroatien 28. Heimir Hallgrímsson In der Qualifikation setzten sich die Isländer gegen Kroatien, die Ukraine, Finnland, die Türkei und das Kosovo durch. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland, Nordmazedonien, Rumänien und Armenien gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und der Ukraine gescheitert.
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaften 1930 bis 1954 Der Knattspyrnusamband Íslands war erst 1947 der FIFA beigetreten und konnte daher an den ersten drei WM-Turnieren nicht teilnehmen. Für 1950 wurde keine und für 1954 eine verspätete Bewerbung eingereicht, so dass die FIFA Island nicht zur Qualifikation für die WM 1954 zuließ.
Weltmeisterschaft 1958 Zur Qualifikation für die WM in Schweden hatte sich Island dann aber rechtzeitig angemeldet und musste gegen Frankreich und Belgien antreten, gegen die Island zuvor noch nie gespielt hatte. Island bestritt sein erstes WM-Qualifikationsspiel am 2. Juni 1957 in Nantes und verlor mit 0:8 gegen Frankreich. Drei Tage später kassierten sie auch in Brüssel gegen Belgien acht Gegentore, konnten aber immerhin selber drei Tore erzielen. Dabei schoss Þórður Þórðarson das erste und zweite Qualifikationstor für Island zu den 1:6- und 2:8-Zwischenständen. Für das Endergebnis sorgte Kapitän Ríkharður Jónsson.Belgium - Iceland 8-3 Auch bei den beiden Heimspielen, die mit 1:5 gegen Frankreich und 2:5 gegen Belgien verloren wurden, blieb den Isländern kein Tor versagt. Aber mit den vier Niederlagen schieden sie als Gruppenletzte aus. Für den schottischen Trainer Alex Weir endete damit seine Arbeit in Island.
Weltmeisterschaft 1962 In der Qualifikation für die WM in Chile sollten die Isländer gegen Jugoslawien und Polen antreten, zogen aber vor Beginn zurück. Die Jugoslawen qualifizierten sich für die Endrunde, bei der sie Vierte wurden, nachdem sie im dritten Anlauf Deutschland im Viertelfinale besiegen konnten.
Weltmeisterschaften 1966 und 1970 Für 1966 und 1970 hatte der isländische Verband seine Mannschaft nicht gemeldet.
Weltmeisterschaft 1974 An der Qualifikation für die erste WM in Deutschland wollten dann auch wieder die Isländer teilnehmen, Gegner waren erstmals die Niederlande, Belgien und Norwegen. Drei verschiedene Trainer versuchten die Nordländer zur WM zu bringen: In den ersten beiden Spielen der Schotte Duncan McDowell, dann einmal Eggert Jóhannesson und bei den letzten drei Spielen der Däne Henning Enoksen. Die Isländer verloren aber alle sechs Spiele und wurden Gruppenletzte, wobei sie zweimal auf ihr Heimrecht verzichteten und innerhalb von vier bzw. sieben Tagen zweimal beim Gegner antraten. Gruppensieger Niederlande verlor dann das WM-Finale gegen den Gastgeber Deutschland.
Weltmeisterschaft 1978 Vier Jahre später waren in der Qualifikation für die WM in Argentinien wieder die Niederlande und Belgien die Gegner sowie erstmals die Nordiren. Nationaltrainer war nun der Engländer Tony Knapp. Gegen die Nordiren gelang dann auch am 11. Juni 1977 – zwanzig Jahre nach dem ersten Qualifikationsspiel – in Reykjavík der erste Sieg in einem Qualifikationsspiel. Die anderen beiden Heimspiele wurden jeweils nur mit 0:1 verloren. Nach insgesamt fünf verlorenen Spielen, blieb erneut nur der letzte Platz. Gruppensieger wurden wieder die Niederländer, die dann erneut das WM-Finale gegen den Gastgeber verloren. Mit dem Ende der Qualifikation endete die erste Amtszeit Knapps in Island.
Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 In der Qualifikation für die WM in Spanien trafen die nun von Guðni Kjartansson trainierten Isländer dann auf Gegner, gegen die Island zuvor noch nie gespielt hatte: die UdSSR, die Tschechoslowakei, Wales und die Türkei. Die Isländer gewannen beide Spiele gegen die Türken, die auch alle anderen Spiele verloren, holten gegen die Tschechoslowakei im Heimspiel und in Wales jeweils ein Remis, verloren aber die anderen vier Spiele. Damit belegten sie den vorletzten Platz. Gruppensieger wurde die UdSSR, die kein Spiel verlor, vor der Tschechoslowakei, die gegenüber den punktgleichen Walisern die bessere Tordifferenz hatte. Beide Ostblock-Staaten konnten damit zur WM fahren, dort aber keine große Rolle spielen.
Weltmeisterschaft 1986 Wales war auch in der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko einer der Gegner, zudem Spanien und erstmals Schottland. Die nun wieder von Tony Knapp trainierten Isländer starteten zwar mit einem 1:0 gegen Wales, verloren dann aber alle anderen Spiele. Somit schieden die Isländer als Gruppenvierte aus. Gruppensieger wurde Spanien, das in Mexiko im Viertelfinale scheiterte. Die Schotten konnten sich in interkontinentalen Playoffs gegen Australien einen weiteren Startplatz erkämpfen, schieden aber in Mexiko in der Gruppenphase aus. Für Knapp endete damit seine zweite Amtszeit.
Weltmeisterschaft 1990 In der Qualifikation für die zweite WM in Italien trafen die nun von Sigfried Held trainierten Isländer wie acht Jahre zuvor auf die UdSSR und die Türkei sowie erstmals auf Österreich und die DDR, die letztmals teilnahm. Die Isländer konnten nur das letzte Spiel, daheim gegen die Türkei gewinnen. Zudem schafften sie vier Remis, verloren aber beide Spiele gegen die DDR und das Spiel in Österreich. Damit belegten sie nur den letzten Platz, hatten aber nur jeweils einen Punkt weniger als die vor ihnen platzierten Mannschaft der DDR und der Türkei. Gruppensieger wurde die UdSSR vor Österreich, die aber beide bei der WM in der Gruppenphase ausschieden. Im letzten Spiel saß noch einmal Guðni Kjartansson auf der Bank.
Weltmeisterschaft 1994 In einer Sechser-Qualifikationsgruppe, die später zu einer Fünfer-Gruppe wurde, trafen die nun von Ásgeir Elíasson trainierten Isländer erstmals auf Griechenland und Russland sowie auf Ungarn und Luxemburg. Die ebenfalls zugelosten Jugoslawen wurden aufgrund der Jugoslawienkriege suspendiert. Island gewann nur beide Spiele gegen Ungarn und das Heimspiel gegen Luxemburg. In Luxemburg und gegen Russland reichte es noch zu zwei Unentschieden, wobei den Luxemburgern gegen Island ihr einziges Tor gelang. Die drei Niederlagen in den anderen Spielen fielen mit 0:1 aber alle knapp aus. Damit wurden sie Gruppendritte hinter Griechenland und Russland, die sich beide erstmals für die Endrunde qualifizierten und dort in der Vorrunde ausschieden. Die Isländer hatten aber mit Ungarn und Luxemburg erstmals zwei Gegner hinter sich gelassen. Ásgeir Elíasson blieb zunächst im Amt bis zum Ende der erfolglosen Qualifikation für die EM 1996.
Turniere mit 32 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1998 In der Qualifikation für die zweite WM in Frankreich konnten sich die zu Beginn der Qualifikation von Logi Ólafsson trainierten Isländer aber nicht verbessern, stattdessen gab es einen Rückschritt, so dass am Ende Guðjón Þórðarson das Traineramt übernahm. Gegner waren Irland sowie erstmals Rumänien, Litauen, Mazedonien, und Liechtenstein, gegen das die beiden einzigen Siege gelangen. Zudem wurden noch drei Punkte in Remis geholt, womit es nur zum vorletzten Platz vor den Liechtensteinern reichte, die alle Spiele verloren hatten. Gruppensieger wurde Rumänien, das bei der Endrunde im Achtelfinale scheiterte, vor Irland, das in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Belgien scheiterte.
Weltmeisterschaft 2002 Vier Jahre später gelang in der Qualifikation für die erste WM in Asien eine leichte Verbesserung. In einer Sechsergruppe konnten die nun vom ehemaligen Bundesliga-Profi Atli Eðvaldsson trainierten Isländer Nordirland und Malta hinter sich lassen. Sie mussten aber Dänemark, Tschechien und Bulgarien den Vortritt lassen, von denen sich Dänemark direkt qualifizierte, bei der WM dann im Achtelfinale scheiterte. Die Tschechen scheiterten bereits in den Playoffspielen der Gruppenzweiten an Belgien.
Weltmeisterschaft 2006 In der Qualifikation für die zweite WM in Deutschland folgte dann wieder ein Rückschritt. Wieder stand mit Ásgeir Sigurvinsson ein ehemaliger Bundesliga-Profi, unterstützt von Logi Ólafsson an der Seitenlinuie. Aber nur das Heimspiel gegen Malta wurde gewonnen und auf Malta ein torloses Remis erreicht. Die Spiele gegen Bulgarien, Kroatien, gegen das erstmals gespielt wurde, Schweden und Ungarn wurden alle verloren. Gruppensieger wurden die Kroaten, die bei der Endrunde in der Gruppenphase scheiterten. Die Schweden erreichten als beste Gruppenzweite ebenfalls direkt die Endrunde, bei der sie in der Endrunde im Achtelfinale am Gastgeber scheiterten.
Weltmeisterschaft 2010 Noch schlechter für die nun von Ólafur Jóhannesson trainierten Isländer verlief die Qualifikation für die erste WM in Afrika. Hinter den Niederlanden, Norwegen, Schottland und Mazedonien wurde nur der letzte Platz belegt. Gewonnen wurde nur das Heimspiel gegen Mazedonien. Gegen Norwegen wurde im ersten und letzten Spiel jeweils Remis gespielt. Zwar wurde kein Spiel mit mehr als zwei Gegentoren verloren, aber gegenüber den Vorjahren war keine Verbesserung erkennbar. Nachdem dann auch die Qualifikation für die EM 2012 misslang, übernahm der Schwede Lars Lagerbäck den Posten des Nationaltrainers. Aus dieser Gruppe qualifizierte sich nur der Gruppensieger Niederlande für die WM-Endrunde in Südafrika, der Gruppenzweite Norwegen verpasste als schlechtester Gruppenzweite die Playoff-Spiele um die WM-Endrunde und schied aus.
Weltmeisterschaft 2014