Der United States Postal Service (USPS) ist eine unabhängige Behörde der Vereinigten Staaten. Sie nimmt die Aufgaben eines staatlichen Konzerns wahr, der Postdienstleistungen anbietet und auf bestimmte Postdienstleistungen ein Monopol besitzt. Der Hauptsitz befindet sich in Washington, D.C. Er beschäftigt rund 550.000 Arbeitnehmer.
Der USPS wurde 1775 aufgrund eines Dekrets des zweiten Kontinentalkongresses durch Benjamin Franklin gegründet. Von 1792 bis 1971 hatte ihr Leiter, der United States Postmaster General, einen Ministerrang inne und war Mitglied der Bundesregierung.
Geschichte
mini|links|Siegel bzw. Logo des United States Department of the Post Office vor der Gründung der USPS mini|Benjamin Franklin, Gründer des United States Postal Service (1898)
Vorgeschichte Über die Post der ersten Siedler in Amerika bis 1693 ist nur wenig bekannt.
Im Jahr 1639 wurde der Bürger Richard Fairbanks von der Regierungsbehörde in Boston, Massachusetts mit der Zustellung und Beförderung von Briefen beauftragt. Für jeden Brief erhielt er einen Penny.
Unter britischer Kolonialverwaltung verfügte am 10. Dezember 1672 der Gouverneur der New York-Kolonie eine monatlich zwischen New York und Boston verkehrende Postverbindung. Die Poststücke erhielten handschriftliche Aufgabevermerke. In New York und anderen Orten wurde ab 1756 ein- bzw. zweizeilige Ortsstempel eingeführt und Datumstempel verwendet. Es entstanden Postverbindungen zwischen New York, Philadelphia, Boston und Portsmouth, wobei Reiter unregelmäßig den Verkehr übernahmen. Ein Brief von New York nach Boston kostete damals 9 Pence.
Nachfolger von Fairbanks in Boston, Massachusetts wurde 1677 Hayward. Er wurde der erste wirkliche „Postmaster“ und seine Amtsstube im Stadthaus das erste Post-Office.
1683 richtete William Penn in Philadelphia eine Postanstalt mit wöchentlichen Postverbindungen in die Umgegend ein. In Virginia war die Weiterbeförderung der Briefbeutel in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Gemeinpflicht, ein Siedler hatte die Post mit Boten zum nächsten zu senden. Versuche ein geordnetes Postwesen zu schaffen blieben in ihrem Umfang begrenzt und unzusammenhängend.
Der Aufbau einer Zentralen Postorganisation begann am 17. Februar 1691, als die britische Regierung das ausschließliche Recht zur Ausübung des Postdienstes in den nordamerikanischen Kolonien auf 21 Jahre Thomas Neale übertrug. Neale war Chef der königlichen Münze in London. Es wurden Postgesetze erlassen und damit das Briefporto festgelegt. Es wurde angestrebt in jeder Stadt in Massachusetts und Virginia und den andern Kolonien Postanstalten einzurichten. Neale ernannte 1692 den Gouverneur von New Jersey Andrew Hamilton zum amerikanischen und westindischen Generalpostmeister mit dem Auftrage regelmäßige Posten in der Kolonie einzurichten. Hamilton gebührt das Verdienst, die Poststrecke Portsmouth–Philadelphia am 1. Mai 1691 eingerichtet und unter großen Schwierigkeiten aufrechterhalten zu haben.
Durch das große Postgesetz der Königin Anna aus dem Jahr 1710 wurde die amerikanische Post von der englischen Krone übernommen. Benjamin Franklin, der von 1753 bis 1774 Deputy Postmaster-General der Neu England-Staaten und ein ebenso ausgezeichneter Erfinder wie Staatsmann war, führte u. a. eine Penny Post für Ortsbriefe ein. So gab es „Spaulding’s Penny Post“ zwischen 1847 und 1850 in Buffalo und New York. In Baltimore, Maryland trug die Davis’ Penny Post für einige Wochen 1856 Post aus.
Im Jahr 1763 brauchte man für die 475 Meilen von New York nach Buffalo 4 Tage, für die 400 Meilen von London nach Edinburgh 7 Tage. Dabei fuhren die Postkutschen in Amerika grundsätzlich nie Nachts. Das Landstraßensystem war gut ausgebaut.
Im Juni 1773 wurden Briefe von Thomas Hutchinson an die britische Regierung, in denen der Gouverneur von Massachusetts auf mehr Truppen zur Unterdrückung örtlicher Rebellen drängte, von einer Zeitung in Boston veröffentlicht. Im Dezember 1773 bekannte sich Benjamin Franklin, die Briefe unter Rebellen verteilt zu haben. Im Januar 1774 wurde Franklin wegen „schädlicher Aktivitäten“ entlassen und abgelöst.
Postwertzeichen mini|Die ersten beiden Briefmarken der USA (1847)
Die Einführung von Briefmarken in Großbritannien im Jahr 1840 stieß auch in den USA auf großes Interesse. Ein privater Dienstleister, Alexander M. Greig in New York City, errichtete am 1. Februar 1842 eine „City Despatch Post“. Er verausgabte eigene Briefmarken, die das Porträt von George Washington zeigten. Schon wenige Monate nach der Gründung seiner Firma verkaufte Greig diese an die US-Regierung und die Post trug nun den Namen „United States City Despatch Post“. Die Regierung übernahm den Postdienst am 16. August 1842.
Die „Act of Congress“ vom 3. März 1845, die am 1. Juli 1845 in Kraft trat, verfügte einheitliche Gebühren für das ganze Staatsgebiet mit 5 Cent für Entfernungen von weniger als 500 km. Erst 1847 erlaubte der Kongress die Herstellung von Briefmarken, so dass die Postmeister meist ihre eigenen Provisorien herstellten (siehe Postmeistermarken).
Am 1. Juli 1847 wurden, auf Grund eines Kongressbeschlusses, die ersten Freimarken zu 5 und X (10) Cent ausgegeben. Sie zeigen das Bild von Benjamin Franklin und George Washington und der Inschrift „Post Office“. 1851 kam eine weitere Serie von Briefmarken zu 1, 3, 5, X und 12 Cent und der Inschrift „U. S. Postage“ heraus, wieder mit Bildern von Präsidenten. Diese Marken mussten noch mit einer Schere aus dem Bogen geschnitten werden. Ab 1875 wurden diese Marken perforiert. Als Ergänzungswerte, nur mit einer Perforation versehen, kamen die Werte zu 24, 30 und 90 Cent hinzu. Anfangs wurden die meisten der Briefe noch bar frankiert. Bis zum 1. Januar 1856, als die Verwendung der Postwertzeichen vorgeschrieben wurde.
Ebenfalls 1847 schloss die amerikanische Postverwaltung den ersten Vertrag mit einer fremden Regierung – Bremen – über den Austausch von Posten ab. Am 1. Dezember 1851 waren 16 posteigene Dampfer und vier weitere gecharterte im Dienst.
Für 1854 wird gemeldet, dass, statistisch gesehen, 1.000 Amerikaner 4.121 Briefe schrieben, in Großbritannien waren es 14.760 Briefe.
Die Beförderung der Briefpost („Mail“) war durch Verträge mit Privatunternehmern, oder Eisenbahn- und Dampfschiffahrts-Compagnien verpachtet.
Der Pony-Express war ein nach der Initiative von William Hepburn Russell als Reiterstafette organisierter Postbeförderungsdienst in den Vereinigten Staaten. Er war für einige Zeit die schnellste Postverbindung in Nordamerika.
Das Post-Regale wurde in sehr beschränktem Umfange ausgeübt. Die Personen-Beförderung, Pakete über 4 Pfund, Geld oder Wertsendungen waren Privatfirmen überlassen. Alle Eisenbahnstrecken und alle Schiffsrouten galten nach einem Gesetz von 1853 als Poststraßen. Auf ihnen durfte nur die Postverwaltung Briefe und Zeitungen befördern. Dies galt auch im internationalen Schiffsverkehr. Die nicht vertragsgebundenen Kapitäne erhielten für jeden Brief aus dem Ausland 2 Cent, aus dem Inland 1 Cent vergütet. Für sie galt dann doppeltes Inlandporto.
Postpaketdienst Die Paketpost-Konferenz in Paris führten am 3. November 1880 zum Abschluss eines Postpaketabkommens, dem 19 Länder beitraten und am 1. Oktober 1881 in Kraft trat. Als Postpakete bezeichnet man die Pakete, die auf Grund des Postpaketabkommens, eines Nebenabkommens des Weltpostvereins, zur Versendung gelangen. Seit dem 11. September 1899 nahmen die USA an diesem internationalen Paketabkommen teil.
Am 1. Januar 1913 kam es zur Einrichtung eines Postpaketdienstes innerhalb der Vereinigten Staaten. Es wurden 12 Postwertzeichen mit verschiedenen Motiven und der Inschrift „U.S. PARCEL POST“ eingeführt. 1928 folgten weitere vier Marken in Ziffernzeichnung mit der Inschrift „SPECIAL HANDLING“. Für die amerikanischen Soldaten im Ausland kam 1968 eine Marke zu 1 $ mit der Inschrift „AIRLIFT“ heraus. Neben den Paketmarken gab es eine Serie von fünf Nachportomarken mit der Inschrift „U.S. PARCEL POST / POSTAGE DUE“.
Vorher hatte sich die Post der Vereinigten Staaten mit der Beförderung von Postpaketen nur im Verkehr mit fremden Ländern befasst. Im inneren Verkehr konnten Handelswaren usw. nur bis 4 Pfund (1 Pfund = 16 Unzen = 453,6 g), vor 1863 nur bis 3 Pfund mit der Briefpost versandt werden. Die Paketbeförderung besorgten schon seit 1839 Frachtgesellschaften, die Express Companies, von denen jede vertragsmäßig auf bestimmten Eisenbahnlinien das ausschließliche Recht der Eilgutbeförderung hatte und die Gebühren nach Belieben erhöhen konnte. Aus der Vormachtstellung der Express Companies, die von jeher die Zulassung von Postpaketen bekämpften, wird die späte Einführung dieses Dienstzweiges erklärlich.
Neuzeit mini|Ganzsache als Paketkarte für ein eingeschriebenes Paket aus Nebraska (1914)
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zahlreiche Sondermarken, was zu einer Fülle von Ausgaben führte. Die ersten selbstklebenden Marken erschienen zu Weihnachten 1974. Sie waren nicht sonderlich erfolgreich. Das seit 1933 gültige 3-Cent-Standardporto für die 1. Klasse wurde 1958 auf 4 Cent heraufgesetzt, bis es am 12. Mai 2008 auf 42 Cent angestiegen war.
Im Jahr 1971 wurde die Postverwaltung reorganisiert und zum United States Postal Service umbenannt.
Der United States Postal Service ist seit dem 1. Juli 1875 Mitglied im Weltpostverein.
Die Zahl der Briefe geht in den Vereinigten Staaten wie auch in anderen Ländern besonders wegen der zunehmenden Bedeutung von E-Mails stark zurück. Dies führte bei der US-Post bereits zwischen 2001 und 2011 zu einer Reduzierung des Personals von 800.000 auf 600.000. Im Sommer 2011 wurde bekannt, dass die US-Post kurz vor der Insolvenz steht. Sie fordert vom Parlament die Erlaubnis, sich von über 100.000 Mitarbeitern trennen zu dürfen.
Postdienstleistungen Domestic Mail Die Inlandssendungen (Domestic Mail) beinhalten eine Montags- bis Samstagszustellung (mit Ausnahme an bundesweiten Feiertagen) an jede gewünschte Adresse, Postfach (P.O. Box) oder den allgemeinen Lieferbedingungen der Post in den Vereinigten Staaten oder in irgendeiner Feldpost (U.S. military mail destination).
Seit dem 1. Mai 2007 sind folgende Portogebühren für Privatkunden (low-volume mailers) festgelegt: Express Mail – Zustellung innerhalb einer Nacht Sonn- und Feiertagszustellung gegen Aufpreis verfügbar. Sendung ist entgeltfrei bis zu 100 $ versichert. Flat Rate Umschläge und Boxen (in verschiedenen Größen) zur Verfügung. Andernfalls variable Mengen nach Gewicht, Größe und Postleitzahl. Priority Mail – Zustellung in 2 bis 3 Werktagen Flat Rate Umschläge und Boxen (in verschiedenen Größen) zur Verfügung. Andernfalls variable Mengen nach Gewicht, Größe und Postleitzahl. First Class Mail – Normale Zustellung Zustellung innerhalb von 2 bis 3 Tagen für Briefe und kleine Pakete. Pauschale je nach Größe und Gewicht: Postkarten (zu 5 × 3.5 Zoll) – 28¢ Briefe (zu 11.5 × 6.125 Zoll) – 44¢ Großsendungen (zu 15 × 12 Zoll) – 88¢ Sendung muss rechteckig sein, gleichmäßig dick und nicht zu starr. Paket/Päckchen (Bis zu 108 Zoll Länge + Breite) – 1,13 $ Parcel Post Langsamste aber preisgünstige Methode, um Pakete im Inland zu versenden – nutzt Landverkehr Versanddauer: 2–9 Tage in den USA, 4–14 Tage in internen AK/HI/Gebieten, 3–6 Wochen zwischen dem Festland und in abgelegenen Gebieten (Reise mit dem Schiff). Variable Mengen nach Gewicht und Postleitzahl. Kostenlose Weiterleitung, wenn Absender Adressänderung eingereicht hat, und Zurücksendung, wenn die Sendung nicht zustellbar ist. Die USPS ist nicht beliebt für Paketsendungen im Inland, stattdessen werden häufiger die Konkurrenten DHL, UPS und FedEx eingesetzt.
Internationale Versandoptionen Global Express Guaranteed ® (GXG) – Zustellung in 1–3 Werktagen – Preis: 35$-905$ Sendung ist kostenlos bis zu 100 $ versichert. (Geld-Zurück-Garantie) Wird kostenlos abgeholt durch Verträger 10 % Online-Rabatt