mini|Klaus Günter Stahlschmidt (2017) Klaus Günter Stahlschmidt (* 5. Dezember 1942 in Paderborn) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester und langjähriger Pfarrer einer der größten Gemeinden in München.

Leben Stahlschmidt wuchs in einem Gutshof in Fürstenberg (Kreis Büren) in einer Familie mit fünf Geschwistern auf. Nach Volks- und Realschule besuchte er die Handelsschule in Paderborn. Er arbeitete dann bei der Bundesfinanzdirektion in Münster. Später besucht er die Abendschule in Neuss, arbeitete zwei Jahre in einer Fabrik und drei Jahre mit Randgruppen, straffällig gewordene Jugendlichen und Sozialwaisen. Er machte das Abitur nach und studierte Theologie in Münster und München.

Am 25. Juni 1977 wurde Stahlschmidt von Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 30. Juni 1977 in Gräfelfing, wo er Kaplan war. Schon vorher war er ein Jahr Pastoralassistent in dieser Gemeinde. Anschließend war er Kaplan in St. Peter und Paul in Landshut. Dort war er unter anderem auch Stadtjugendseelsorger, Seelsorger für Studierende und Kriegsdienstverweigerer. Vom 1. Oktober 1982 bis Ende September 2017 war Stahlschmidt Pfarrer der Gemeinde Leiden Christi (in München, Obermenzing), seit 2011 Pfarrverband mit der Gemeinde St. Leonhard. Ab 2003 war er Dekan von Menzing und dann von Nymphenburg.

Wirken Stahlschmidt war stets sehr stark vom Zweiten Vatikanischen Konzil geprägt und gestaltete seine Gottesdienste mit frei formulierten Gebeten und Ansprachen. Verschiedentlich wurde er „streitbar“ genannt, weil er nicht immer mit der Hierarchie gleicher Meinung war, aber er erwarb sich weit über die Grenzen Obermenzings hinaus Respekt. Stahlschmidt schrieb regelmäßig Kardinal Ratzinger kritische Briefe, die dieser stets umgehend beantwortete. Als Papst Benedikt XVI. schrieb ihm Ratzinger einmal: „Ich habe Sie immer im Blick gehabt, Sie sind mir ein richtiger Seelsorger“.

Stahlschmidt setzte sich für Obdachlose und Flüchtlinge ein. In seinem Pfarrhof haben gut 140 Gäste aus vielen Ländern gewohnt. Außerdem wohnten zeitweise rund 150 Mütter mit ihren Kindern im Pfarrhof, überwiegend geduldete Flüchtlinge, die dann in Wohnungen vermittelt werden konnten. Auf seine Initiative wurden Räume unter der Kirche, die zuvor ungenutzt waren, zu einer Unterkunft ausgebaut, wo sechs bis acht obdachlose Männer eine Wohnung auf Zeit erhielten und betreut wurden. Diese Räume mussten inzwischen jedoch wegen Brandschutzproblemen geschlossen werden.

Er ist Vorsitzender des Münchner Vereins der Verwaisten Eltern.

Ehrungen 2006 wurde er von der bayerischen Staatsregierung mit der Staatsmedaille für soziale Verdienste geehrt. 2011 wurde Stahlschmidt zum Geistlichen Rat ernannt. 2018 erhielt er den „Würmtaler 2017“. 2021 erhielt Stahlschmidt die Bezirksmedaille des Bezirkes Oberbayern für sein vielfältiges soziales Engagement. 2025 wurde er zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt.

Literatur K. Basso-Ricci (2017) Der Wolf im Priesterpelz. Münchner Kirchenzeitung, Nr. 37, S. 11 J. Czeguhn (2017) Der Menschensammler. Süddeutsche Zeitung 23./24. September 2017, R10 F. Vogelsgesang (2017) Ende einer Ära. Pfarrer Klaus Günter Stahlschmidt im Ruhestand. Blutenburger Kurier 25, Nr. 95, 1–3 L. Weissmann (2017) Eine Ära der Nächstenliebe. Münchner Merkur, 23./24. September 2017, S. 37

Einzelnachweise

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