Die Königsmörder-Chronik (Originaltitel: The Kingkiller Chronicle) ist eine Fantasy-Romanreihe des US-amerikanischen Schriftstellers Patrick Rothfuss. Thematisiert wird der sagenumwobene Arkanist Kvothe, der seine eigene Lebensgeschichte in Form einer Autobiografie von einem Chronisten niederschreiben lässt. Die Geschichte ist folglich in eine Gegenwartshandlung und eine Vergangenheitshandlung unterteilt. Jeder Buchableger verkörpert einen Tag in der Gegenwart.
Romane der Reihe
Hauptreihe Der Name des Windes – Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag Die Furcht des Weisen, Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag, Teil 1 Die Furcht des Weisen, Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag, Teil 2 The Doors of Stone (Arbeitstitel); Veröffentlichung ausstehend.
Basierend auf der Königsmörder-Chronik Die Musik der Stille Der Blitzbaum. Novelle in: Der Bruder des Königs: und 20 weitere Kurzromane von George R. R. Martin & Gardner Dozois (Hrsg.) Der Weg der Wünsche, eine überarbeitete und erweiterte Fassung von Der Blitzbaum, separat veröffentlicht im Stil von Die Musik der Stille How Old Holly Came to Be, Kurzgeschichte in: Unfettered #1 (Anthologie) von Shawn Speakman (Editor) The Road to Levinshir, Kurzgeschichte in: Epic: Legends of Fantasy (Anthologie) von John Joseph Adams (Editor) The Tale of Laniel Young-Again (Arbeitstitel), Begleitgeschichte in den Landen von Modeg. Stand 2014 zu zwei-Dritteln geschrieben, aber von Rothfuss pausiert. Veröffentlichung ausstehend. The Boy That Loved the Moon (Arbeitstitel), Comic mit Illustrator Nate Taylor. Die Geschichte wurde bereits in Die Furcht des Weisen von Hespe und Felurian erzählt. Quelle:
Sequel Rothfuss hat eigenen Angaben zufolge Pläne für eine weitere Romanreihe innerhalb derselben Welt mit vielen der bereits bekannten Charaktere.
Bei der Emerald City Comic Con im März 2018 implizierte Rothfuss, dass die Königsmörder-Chronik nur eine Vorgeschichte ist.
Entstehungsgeschichte Die Romanreihe sollte ursprünglich unter dem Namen „Der Name des Windes“ (OT: The Name of the Wind) als Einzelband erscheinen, ehe der DAW Verlag einer Trilogie zustimmte.
Rothfuss erklärt, dass er schon seit Kindheitstagen Fantasy gelesen hat. Dabei ist es ihm wichtig, trotz aller Fantasy-Aspekte eine realistische und glaubwürdige Welt zu erschaffen. Oft verwendete und für Fantasy typische Elemente reduziert er aus diesem Grund bewusst. Von den ersten Textversuchen bis zum Erscheinen des ersten Bandes in Originalsprache hat es nach Angaben des Autors knapp 15 Jahre gedauert. Darunter 7 Jahre für die erste, vollständige Textfassung und 7 Jahre für die Revision. Diese lange Zeit begründet er in seiner damaligen Unerfahrenheit als Autor und persönlicher Weiterentwicklung. Rothfuss nimmt sich bewusst Zeit für die Revision, da dies für ihn der wichtigste Prozess ist, um sicherzustellen, dass das Werk perfekt ist. Für ihn hat es sich als schwierig erwiesen eine komplexe Welt zu erschaffen, in der keine logischen Unstimmigkeiten bestehen.
Rothfuss versprach, seine kommenden Werke würden in kürzeren Intervallen erscheinen. Davon distanziert er sich nach heutigem Stand, da er mit dem letzten Romanableger nur langsam vorankommt.
Der Name des Windes erschien im April 2007 in Originalsprache durch den DAW Verlag, die deutsche Ausgabe erschien durch Klett-Cotta im Jahr 2008.
The Wise Man's Fear folgt am 1. März 2011. Aufgrund des hohen Textumfangs nach deutscher Übersetzung veröffentlichte Klett-Cotta den ersten Teil von Die Furcht des Weisen im Oktober desselben Jahres, der zweite Teil folgte im Januar 2012.
The Doors of Stone befindet sich in der Entstehung. Auf der New York Comic Con 2018 erklärte Patrick Rothfuss, dass der letzte Romanableger bereits erschienen wäre, wenn er sich früher in Therapie begeben hätte. Rothfuss geht offen mit seinen psychischen Konflikten um und betont regelmäßig, wie wichtig geistige Gesundheit ist.
Einflüsse Literarisches Vorbild ist primär Peter S. Beagle, dessen Klassiker Das letzte Einhorn Rothfuss immer wieder aufgrund der Sprache begeistert. Der erste Romanzyklus, den er gelesen hat, war Die Chroniken von Narnia von C. S. Lewis.
Als weitere Vorbilder nennt er Neil Gaiman und Terry Pratchett. Cyrano de Bergerac inspirierte Rothfuss dazu, hohen Wert auf Emotionen zu legen.
Aufbau der Romane Die Romane sind in unterschiedliche Handlungen mit verschiedenen Erzählformen gegliedert. Das Tempus bleibt dabei immer das Präteritum.
Die Gegenwart Die Gegenwart der Romane spielt in dem Ort „Newarre“ und dessen näherer Umgebung, zumeist aber in der Gaststätte des Protagonisten.
Als Rahmenhandlung findet diese vornehmlich zu Beginn und zum Ende der Romane statt. Gelegentlich wird die Handlung in der Vergangenheit unterbrochen; solche Kapitel sind mit „Zwischenspiel:“ betitelt. In der Gegenwart wird das Geschehen von einem Neutralem Erzähler beschrieben. Die Handlung geht maßgeblich aus vielen Dialogen hervor; der Erzähler bleibt passiv. Dieser fokussiert sich zumeist auf die Handlung rund um Kvothe bzw. Kote, nur selten geht es um andere Figuren.
Die Vergangenheit Die Vergangenheitshandlung stellt den größten Teil der Romane dar und ist die Lebensgeschichte von Kvothe, die er selbst erzählt.
Folglich handelt es sich um eine Ich-Erzählsituation. Kvothe ist dabei selbst Teil der Geschichte, sowohl in Form seines früheren Ichs, über das er spricht, als auch in Form seiner gegenwärtigen Person als Erzähler. Als Erzähler nimmt er begrenzt ein auktoriales Erzählverhalten an, indem er sich aktiv in die Erzählung einbringt. Dabei macht er von Kommentaren, Bewertungen, Erläuterungen von Hintergründen sowie vereinzelt von epischer Vorausdeutung Gebrauch. Allwissend ist er als Erzähler folglich nur in Bezug auf seine eigene Erzählung.
Eine dreistimmige Stille „Eine dreistimmige Stille“ ist der Kapitelname des Prologs wie auch des Epilogs aller Romane der Hauptreihe. Diese Kapitel stellen einen eigenen, unabhängigen Teil der Gegenwartshandlung dar.
Der Erzähler gleicht dem der Gegenwartshandlung, jedoch ist dieser weniger neutral und objektiv. Sprünge zwischen den Figuren finden verstärkt statt; auch Kommentare werden getätigt. Der Erzähler macht in diesen Kapiteln Gebrauch vom Konjunktiv II um irreale Situationen als Vergleich heranzuziehen.
Die betreffenden Kapitel haben einen nahezu identischen Aufbau und beschrieben wird vor allem die gegenwärtige Stimmung und die folgenden Stillen:
Die erste Stille ist als die vernehmlichste Stille beschrieben, die in der Abwesenheit von Geräuschen begründet ist. Die zweite Stille ist als die kleinste Stille beschrieben, die in der Geisteshaltung Anwesender begründet ist, absichtlich keine Geräusche von sich zu geben. Die dritte Stille ist als die größte aber am wenigsten erkennbare Stille beschrieben, die in dem Mann begründet ist, der bereit ist zu sterben. Die Beschreibung des Mannes gleicht der Beschreibung von Kvothe, wenngleich sein Name nie genannt wird. Zumeist werden seine Hände thematisiert. Die dritte Stille beinhalte die ersten beiden Stillen.
„Eine dreistimmige Stille“ stellt dabei den Charakter und das Gemüt des Protagonisten heraus und verdeutlicht somit den Unterschied zu dessen früherem Selbst.
Handlung der Romane Der Name des Windes Der im Exil lebende, legendäre Arkanist Kvothe betreibt als Gastwirt „Kote“ sein Wirtshaus zum Wegstein. Als er bei einem Kontakt mit Dämonen einen Fremden rettet, gibt sich dieser als „der Chronist“ zu erkennen, einem bekannten Schreiber. Kvothe willigt ein, seine Lebensgeschichte zu erzählen, um die Wahrheit hinter den vielen Sagen und Geschichten um seine Person ans Licht zu bringen.
Zu Beginn seiner Erzählung ist Kvothe elf Jahre alt und gehört wie seine Eltern zu den Edema Ruh, einem fahrenden Volk von Schauspielern. Dort lernt er viel über die Musik, die Schauspielerei und höfische Gepflogenheiten. Als zeitweilig der Arkanist Abenthy „Ben“ hinzustößt, lernt Kvothe bei ihm Grundlagen der Chemie und der Sympathie, dem, was für gewöhnlich Zauberei genannt wird. Kvothe beobachtet Ben dabei wie er den Wind herbei ruft und beschließt, dies auch erlernen zu wollen. Kvothes Vater trägt der Truppe ein neues Lied vor, in welchem er die Folklore Gestalten der Chandrian besingt, einer Gruppe von Dämonen. Wenig später kehrt Kvothe heim und findet seine gesamte Truppe massakriert vor. An einer Feuerstelle trifft er auf die besungenen Chandrian, die ihn am Leben lassen und verschwinden.
Verwaist schlägt er sich bis zur großen Stadt Tarbean durch, wo er für drei Jahre als Bettler und Dieb lebt. Als er genug Geld beisammen hat, tritt er die Reise nach Imre an, um sich dort an der Universität einzuschreiben. Unterwegs lernt er das mysteriöse Mädchen Denna kennen, deren Wege sich vorerst wieder trennen. An der Universität schafft er es die Gunst der Meister zu erwerben und sich als jüngster Student einzuschreiben. Sodann trifft er auf den adeligen Studenten Ambrose, der ihm durch eine List Hausverbot in der Bibliothek beschert; eine langwährende Fehde entsteht. Gleichsam lernt er mit Simmon und Willem gute Freunde kennen. Sein Vorhaben den Namen des Windes zu erlernen scheitert vorerst, da Namenskunde nicht mehr unterrichtet wird. Bei einem Auftritt in der Taverne Eolian trifft er auf Denna, die vor Ort unter vielen anderen Namen bekannt ist. Zwischen ihr und Kvothe entsteht eine gute Freundschaft, die immer wieder dadurch getrübt wird, dass Denna plötzlich aus der Stadt verschwindet, neue Namen annimmt und stets neue Liebhaber an ihrer Seite hat. Aufgrund von Geldnot sucht er die berüchtigte Geldverleiherin Devi auf, mit der er einen langfristigen Vertrag zu hohen Konditionen eingeht. Durch einen Zufall hört Kvothe Gerüchte von einem Überfall auf einer Farm, zu der er sogleich anreist, da er in dem geschilderten Vorfall eine Parallele zu den Chandrian sieht. Kvothe und Denna treffen im angrenzenden Wald auf einen wild gewordenen Draccus, eine feuerspeiende, riesige Echse. Diese ist durch psychoaktives Baumharz tollwütig und wird von einem nahen Stadtfest angelockt. Dort verursacht sie einen Stadtbrand. Kvothe schafft es schließlich unter Einsatz von Magie den Draccus zu töten. Er erkennt alsbald, dass sein Name in aller Munde ist und wahre wie auch unwahre Geschichten über ihn erzählt werden. In einem intensiven Streit mit Ambrose ruft Kvothe unwissentlich den Namen des Windes und verletzt seinen Rivalen. Kvothes Erzählung in der Gegenwart wird unterbrochen, als ein Dämon im Körper eines Mannes ins Gasthaus kommt und dort für schwere Verluste sorgt, ehe er bezwungen wird. Der Chronist erkennt, dass der Gastwirt namens Kote kaum noch etwas mit dem Kvothe aus der Erzählung zu tun hat. Kvothes Schüler Bast gesteht dem Chronisten, er habe ihn ins Wirtshaus gelockt um in Kvothe die Erinnerungen an sein altes Ich zu wecken.
Die Furcht des Weisen – Teil 1