Obergruna ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Großschirma im Landkreis Mittelsachsen. Der Ort wurde am 1. Januar 1994 in die Stadt Siebenlehn eingemeindet. Mit dieser kam der Ort am 1. September 2003 zu Großschirma.
Geografie und Verkehr Obergruna liegt etwa 5 Kilometer südlich von Nossen in Sachsen. Der Ort liegt zwischen der Bundesstraße 101 im Westen und der Freiberger Mulde im Osten. Nachbarorte von Obergruna sind Siebenlehn im Norden, Bieberstein im Osten, Burkersdorf im Südosten sowie Kleinvoigtsberg im Süden.
Von 1899 bis 1972 existierte im nahen Tal der Freiberger Mulde der Bahnhof Obergruna–Bieberstein der Schmalspurbahn Freital-Potschappel–Nossen, mit Bahnanschluss nach Nossen und Wilsdruff.Der Bahnhof Obergruna–Bieberstein auf www.sachsenschiene.net
Geschichte mini|Ortsansicht um 1900 mini|Kirche Obergruna mini|Ehemaliger Bahnhof Obergruna–Bieberstein mit BHG-Gebäude rechts (2017) Die erste eindeutig zuweisbare Ortsnamenform datiert von 1428 als Grunaw superior, für 1218 wird ein Sifridus de Grunowe genannt, der Zusammenhang zum Ort ist jedoch unsicher.Vgl. Im Jahr 1561 wurde Obergruna vom Kurfürst August an Caspar von Maltitz zu Wendischbora verkauft, dem zu dieser Zeit das Rittergut Wendischbora gehörte. Um 1590 war Obergruna Amtsdorf im Amt Nossen, das mit Einführung der Reformation und der Säkularisation des Klosters Altzella im Jahr 1540 aus einem Großteil des Klosterbesitzes gebildet wurde. Im Jahr 1686 kam es zu einem Großbrand im Ort, dem die Kirche, die Schule, die Pfarre und viele Häuser zum Opfer fielen. Der heutige Kirchenbau wurde 1687 eingeweiht., abgerufen am 21. Dezember 2011 Ein Vorwerk ist in Obergruna seit 1696 belegt. Während die Nebengebäude abgerissen wurde, ist das sanierte Herrenhaus bis heute bewohnt.
August Schumann nennt 1820 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Obergruna betreffend u. a.:
Im Zuge der Vergrößerung der Kirche im Jahr 1834 wurde auch der Kanzelaltar eingebaut. Der Taufstein datiert auf das Jahr 1863. Für das wegen Baufälligkeit mehrere Jahre geschlossene Gotteshaus begannen am 7. Oktober 1988 umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten. Die Bronzeglocke von 1690 wurde 2002 um zwei neue Glocken ergänzt.
Obergruna lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Nossen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 70 f. Während ein Teil des Orts dem örtlichen Vorwerk unterstand, gehörte der andere Teil als Amtsdorf direkt zum Amt Nossen. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Nossen und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Meißen. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Obergruna im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde.
Am 1. Januar 1994 wurde Obergruna in die Stadt Siebenlehn eingemeindet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 1 (PDF-Datei; 63 kB), abgerufen am 21. Dezember 2011 Seit Eingemeindung der Stadt Siebenlehn nach Großschirma am 1. September 2003 ist es ein Gemeindeteil von Letzterem.Gebietsänderungen ab 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2003 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 1 (PDF-Datei; 63 kB), abgerufen am 21. Dezember 2011 Seit 2008 gehört Obergruna zum Landkreis Mittelsachsen.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 25 besessene Mann, 8 Häusler, 13 Inwohner1764 28 besessene Mann, 23 Häusler, 4 Wüstungen, 24 Hufen1834 7711871 10241890 10841910 845 Jahr Einwohnerzahl1925 8211939 7441946 9481950 9331964 8111990 493 Jahr Einwohnerzahl1993 5032010 504, abgerufen am 21. Januar 20122012 515, abgerufen am 26. September 20122015 4882020 513
Literatur
Weblinks
Obergruna auf www.siebenlehn.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Großschirma Kategorie:Ort an der Freiberger Mulde