mini|Żaklin Nastić, 2019 Żaklin Jadwiga Sarah Nastić (geborene Grinholc; * 29. Januar 1980 in Gdynia) ist eine deutsche Politikerin (parteilos, zuvor BSW und Die Linke). Sie war von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags.
Biografie Żaklin Nastić kam 1990 aus Polen nach Hamburg und lebte einige Zeit in Flüchtlingsunterkünften im Hamburger Hafen. Im Jahr 2000 machte sie ihr Abitur in Hamburg an der Geschwister-Scholl-Schule und studierte danach Slawistik.Marco Carini: Die Aufsteigerin. In: taz.de, 24. März 2021, abgerufen am 24. März 2021.
Ihre Familie hat nach eigenen Angaben polnische, deutsche, kaschubische und jüdische Wurzeln. Nastić besitzt neben der deutschen auch weiterhin die polnische Staatsbürgerschaft. Sie lebt in Hamburg und ist laut eigenen Angaben von 2022 geschieden und hat zwei Kinder. In: zaklinnastic.de, 4. Oktober 2022.
Politik und Partei mini|Żaklin Nastić mit Gabriele Krone-Schmalz und Sahra Wagenknecht (Berlin, 2023) Die Linke (2008–2023) Nastić trat der Partei Die Linke im Jahr 2008 bei. Im Jahr 2011 errang sie ein Mandat in der Bezirksversammlung Eimsbüttel und gehörte ihr bis 2017 an. Von 2016 bis September 2022 war sie Landessprecherin (entspricht dem Landesvorsitz) ihrer Partei in Hamburg.Jens Meyer-Wellmann: Ein Eklat und bitterböse Abrechnungen bei Hamburgs Linken. In: Hamburger Abendblatt. 10. September 2022, abgerufen am 17. Oktober 2024 (Artikelanfang frei abrufbar).
Im Jahr 2017 rückte sie für die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Inge Hannemann in die Hamburgische Bürgerschaft nach. Bei der Bundestagswahl 2017 erhielt sie als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Hamburg-Eimsbüttel 10,4 % der Stimmen. Da sie bei der Bundestagswahl ein Mandat über die Landesliste errang, legte sie ihr Bürgerschaftsmandat nieder. In: hamburgische-buergerschaft.de, 8. November 2017, abgerufen am 9. November 2017.
Seit 2018 war Nastić Mitglied im Bundesvorstand der Linken und wurde im Oktober 2020 erneut zur Landessprecherin der Partei Die Linke Hamburg gewählt. In: rtl.de, RTL interactive GmbH, 18. Oktober 2020, abgerufen am 28. Oktober 2020 (Quelle: DPA).
Im 19. Deutschen Bundestag war Nastić ordentliches Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Sie gehörte als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Inneres und Heimat sowie dem Unterausschuss Vereinte Nationen, Internationale Organisationen und Globalisierung an und war stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Polnischen sowie der Deutsch-Südosteuropäischen Parlamentariergruppe. In: bundestag.de, abgerufen am 16. Oktober 2020.
Im 20. Deutschen Bundestag bestimmte die Fraktion Die Linke sie erneut zur Sprecherin für Menschenrechte, außerdem war sie Obfrau im Verteidigungsausschuss. In: Die Linke im Bundestag, abgerufen am 2. Mai 2022.Żaklin Nastić. In: Die Linke im Bundestag, Archiv der Linksfraktion bis 5. Dezember 2023, abgerufen am 17. Oktober 2024. Deutscher Bundestag, abgerufen am 3. Mai 2022.
Bündnis Sahra Wagenknecht (2023–2026)
Im Oktober 2023, mit der Vorstellung des Vereins BSW – Für Vernunft und Gerechtigkeit, trat Nastić mit neun weiteren Bundestagsabgeordneten aus der Linkspartei aus. Sie wurde im Januar 2024 Mitglied des Bundesvorstands der neugegründeten Partei BSW, die aus dem Verein hervorging. Nastić baute in Hamburg den BSW-Landesverband auf.Christoph Twickel: Die Statthalterin. Die Ex-Linke Żaklin Nastić soll in Hamburg die Wagenknecht-Partei aufbauen. Wer ist die Frau? In: Zeit Online. 5. Februar 2024, abgerufen am 17. Oktober 2024 (Artikelanfang frei abrufbar). Sie kandidierte als Spitzenkandidatin des BSW Hamburg bei der Bundestagswahl 2025.
Im Oktober 2024 berichtete Correctiv über die Beschäftigung von Andreja Lović als Mitarbeiter Nastićs. Dieser habe als „serbisch-deutscher Nationalist“ unter anderem an einer Konferenz Alexander Dugins teilgenommen. Nastić habe nach einer Correctiv-Anfrage den Namen ihres Mitarbeiters von ihrer Website gelöscht und mitgeteilt, dass sein Arbeitsverhältnis Ende Oktober 2024 ende, sich jedoch auf Nachfrage zu den Hintergründen nicht geäußert.
Ende März 2026 trat Nastić aus dem BSW aus. In einem Begründungsschreiben kritisierte sie unter anderem eine ausbleibende Kooperation der Partei mit der AfD und eine „Katzbuckelei“ gegenüber etwa den Medien.
Nähe zur Alternative für Deutschland Im Juni 2026 wurde bekannt, dass Nastić erfolglos versucht hatte, eine Anstellung als Grundsatzreferentin bei der AfD-Bundestagsfraktion zu erhalten. Der Betriebsrat der AfD-Bundestagsfraktion lehnte die Einstellung Nastićs mit Verweis auf den gefährdeten Betriebsfrieden ab.
Publikationen Für ein Menschenrecht auf ein glückliches Älterwerden! In: Diether Dehm, Christian Petry (Hrsg.): Rente und Respekt! Das rot-rote Buch fürs Älterwerden. Das Neue Berlin, Berlin 2020, ISBN 978-3-360-01361-3, S. 69–76. Aus die Maus. Der Blick von unten auf die da oben. Das Neue Berlin, Berlin 2023, ISBN 978-3-360-02756-6 (191 S.).
Weblinks
Zaklin Nastic folgt auf Inge Hannemann. In: Abgeordnetenseite bei der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, 9. Juni 2017 Profil Żaklin Nastić bei Abgeordnetenwatch Autorenseite von Żaklin Nastić bei Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage
Einzelnachweise
Kategorie:BSW-Bundesvorstand Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Hamburg) Kategorie:Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft Kategorie:Landesvorsitzender von Die Linke Hamburg Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Polnischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Pole Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau