Tokunoshima (jap. ) ist eine zur Amami-Gruppe gehörende Insel im Pazifischen Ozean. Sie ist Teil der japanischen Präfektur Kagoshima.

Geschichte

Ursprünglich war Tokunoshima Teil des Königreichs Ryūkyū, bis die Insel 1624 in das Tokugawa-Shogunat (Japan) eingegliedert wurde. Seit damals ist die Insel besonders bekannt für ihre Stierkampfform Tōgyū, bei der im Gegensatz zu den europäischen Stierkampfformen die Tiere gegeneinander antreten.

Geographie Topographie Tokunoshima hat eine Fläche von ca. 248 km² mit einer Ausdehnung von 25 km in Nord-Süd- und 18 km in Ost-West-Richtung. Die höchste Erhebung der Insel ist der im Osten gelegene Inokawadake () mit einer Höhe von . Im Norden der Insel liegt zudem der Amagidake () mit einer Höhe von .

Demographie Auf der Insel befinden sich drei Gemeinden: Tokunoshima im Osten, Amagi im Nordwesten und Isen im Süden. Deren Gesamteinwohnerzahl beläuft sich auf . Im Jahr 2020 betrug die Einwohnerzahl 21.803 Einwohner und war damit rückläufig gegenüber einer Zahl von 29.156 Einwohnern im Jahr 1995. Izumi Shigechiyo () und Hongō Kamato (), beide aus Isen-chō auf Tokunoshima, wurden einst im Guinness-Buch der Rekorde als die am längsten lebenden Menschen der Welt eingetragen. Da sich jedoch das Geburtsjahr von beiden nicht bestätigen ließ und vermutlich fehlerhaft war, wurden sie später wieder ausgetragen. Tokunoshima ist dennoch als „Insel der Langlebigkeit und des Stierkampfs“ bekannt.

Jahr199520002005201020152020Einwohnerzahl29.15628.10827.16725.58723.49721.803

Fauna mini|links|Ausgestopftes Ryukyu-Kaninchen Große Teile der Insel liegen innerhalb des Amamiguntō-Nationalparks.

Das Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi) lebt ausschließlich auf den beiden Inseln Tokunoshima und Amami-Ōshima. Auf der Roten Liste der IUCN und der nationalen Roten Liste gefährdeter Säugetiere Japans des japanischen Umweltministeriums wird die Art als stark gefährdet („endangered“) eingestuft. Außerdem auf Tokunoshima endemisch und stark gefährdet ist die Lidgeckoart Goniurosaurus splendens. Auf der Insel findet sich zudem die giftige Habuschlange und die als stark gefährdet bis gefährdet eingestufte Froschart Odorrana amamiensis. Der Prachthäher kam laut unbestätigten Berichten aus den 1920er Jahren auf der Insel vor, Stand 2024 findet man ihn dort nicht.

Wirtschaft mini|links|Zuckerrohranbau auf Tokunoshima Die Wirtschaft Tokunoshimas konzentriert sich auf den Zuckerrohranbau. Darüber hinaus gibt es Obstplantagen unter anderem für „Tankan“ genannte Zitrusfrüchte (Citrus tankan).

Verkehr Tokunoshima ist über Fährverbindungen mit Nachbarinseln verbunden. Die Anlegestellen liegen in Tokunoshima im Südosten und in Amagi im Nordwesten. Entlang der Ostküste von Tokunoshima verläuft die Präfekturstraße 80, die im nördlichen Teil der Insel in die Präfekturstraße 629 übergeht. Auf der Westseite verläuft dagegen die Präfekturstraße 83. Im südlichen Teil der Insel quert zudem die Präfekturstraße 617.

Weblinks

Tokunoshima Visitors Guide (englisch)

Einzelnachweise (englisch)

Kategorie:Insel (Präfektur Kagoshima) Kategorie:Insel (Asien) Kategorie:Insel (Ostchinesisches Meer) Kategorie:Bestandteil einer Welterbestätte in Japan Kategorie:Bestandteil einer Welterbestätte in Asien