Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) ist ein Nahverkehrsunternehmen in Freiburg im Breisgau. Das vollständig im Besitz der Stadt Freiburg befindliche Unternehmen betreibt die 1901 eröffnete Straßenbahn (Linien 1, 2, 3, 4 und 5) sowie 22 Omnibuslinien mit einem 248 Kilometer langen Liniennetz. Außerdem betreibt die VAG seit 1982 die 1930 eröffnete Schauinslandbahn.
Mit Ausnahme der Schauinslandbahn und des Nachtverkehrs Safer Traffic gilt auf allen Linien der VAG der Tarif des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF), dessen Mitgesellschafter die VAG ist. Der RVF koordiniert den ÖPNV in Freiburg im Breisgau und den benachbarten Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald.
Die VAG hat ihren Sitz mit Verwaltung und Betriebshof im Gewerbegebiet Haid im Stadtteil Sankt Georgen. Sie betreibt das Kundenzentrum Pluspunkt in der Salzstraße nahe dem Bertoldsbrunnen in Freiburg.
Geschichte mini|Logo der VAG bis September 2017
Vorläufer der VAG war die Direktion des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn, die am 1. Oktober 1899 gegründet wurde.
Ab 14. Oktober 1901 wurden die seit 1891 bestehenden Pferdeomnibuslinien durch die elektrische Straßenbahn abgelöst. Aufgabe der Direktion war es, möglichst bald eine stabile Stromversorgung für die Straßenbahn anzubieten. Dies geschah mit Inbetriebnahme des Elektrizitätswerks Ecke Eschholzstraße. Das Kraftwerk wurde in den 1950er Jahren vom Netz genommen und beherbergt heute drei Schulen und ein Kulturzentrum.
Am 27. September 1925 wurde als erste Motorbuslinie die Linie nach Betzenhausen eröffnet. Am 24. November 1928 folgte eine Buslinie nach Haslach, am 1. Mai 1930 eine Buslinie nach St. Georgen.
Am 1. Januar 1962 wurde die Straßenbahnlinie 5 auf Omnibusbetrieb umgestellt. Bis zum 15. Juni 1963 wurden alle Omnibuslinien auf Einmannbetrieb umgestellt. Neben verschiedenen Büssing-Omnibustypen wurden ab dem 6. Dezember 1964 die ersten Gelenkbusse (hergestellt von Vetter auf Mercedes-Benz O 317-Chassis) eingesetzt. Diese Busse mit großem Fassungsvermögen wurden von Beginn an schaffnerlos mit Entwertern im Einmannbetrieb auf den am stärksten belasteten Linien eingesetzt. 1966 wurde auch bei der Straßenbahn der Einmannbetrieb eingeführt.75 Jahre Freiburger Straßenbahn. Faltblatt der Freiburger Verkehrs AG zum Jubiläum
Im Sommer 1966 gab es folgende Linien der Stadtwerke – Verkehrsbetriebe – Freiburg (Streckenabschnitte in Klammern nur zeitweise):Fahrplan, gültig ab 15. Juni 1966. Stadtwerke – Verkehrsbetriebe – Freiburg im Breisgau, 1966 Straßenbahnlinien 1 Hornusstraße – Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Lorettostr. (Spätverkehr siehe Linie 2) 2 Zähringen – Hornusstraße – Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Lorettostr. – Günterstal 3 Friedhof – Friedr.-Ebert-Platz – Hauptbahnhof – Bertoldsbrunnen – Schwabentorbrücke – Schiff – Littenweiler (Spätverkehr siehe Linie 4) 4 Hornusstraße – Friedhof – Friedr.-Ebert-Pl. – Hauptbahnhof – Bertoldsbrunnen – Schwabentorbrücke – Schiff – Littenweiler Omnibuslinien A Lorettostraße – Merzhausen B (Landwasser –) Freiburg-West – Kreuzstraße – Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Milchhof – Haslach, Schule – Binzengrün / – Am Kirchacker (Gelenkbus-Einsatz, Einmannbetrieb) C Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Uffhausen – St. Georgen (Gelenkbus-Einsatz, Einmannbetrieb) D Friedr.-Ebert-Platz (– Freiburg-West – Landwasser hier nur Frühverkehr) – Betzenhausen F Hornusstraße (– Rhodiaceta nur werktags im Berufsverkehr) / – Hans-Bunte-Straße – Gundelfingen, Rathaus – (Vörstetter Str. hier kein Spätverkehr) – Wildtal H Herdern, Richard-Strauß-Str. – Herdern, Kirche – Siegesdenkmal – Hauptbahnhof – Stühlinger – Haslach, Schule (– Binzengrün) / (– Am Kirchacker) (teilweise ex Strab-Linie 5) L Littenweiler – Kappel, Schule • Günterstal – Schauinslandbahn, Talstation – Horben, Rathaus (Sondertarif; kein Spätverkehr) Schauinslandbahn Seilschwebebahn • Horben, Talstation – Bergstation Schauinsland (1284 m) (Sondertarif; kein Spätverkehr)
Die Städtischen Verkehrsbetriebe gingen am 1. Januar 1974 in der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) auf. Heutzutage arbeitet die VAG mit dem regionalen Energieversorger Badenova, einem Anbieter unter dem Mantel der Stadtwerke Freiburg, zusammen.
Am 25. Oktober 1970 wurde das neue Omnibus-Betriebshof West auf der Haid in Betrieb genommen. 1992 zog die Verwaltung vom historischen Betriebshof Süd ebenfalls dorthin. 1995, kurz nach Eröffnung der Stadtbahnlinie zur Munzinger Straße auf der Haid, zog die Straßenbahnwerkstatt mit Depot nach. Seitdem wurde der Betriebshof stetig erweitert.
Nach der Eingemeindung von umliegenden Gemeinden wie Lehen, Opfingen (1971), Waltershofen (1972), Tiengen, Munzingen, Hochdorf (1973), Ebnet und Kappel (1974) und deren Einbeziehung in den Freiburger Tarif beförderten die Verkehrsmittel der VAG Mitte der 1970er Jahre rund 33 Millionen Passagiere im Jahr. Das Verkehrsnetz der VAG bestand damals aus 4 Straßenbahnlinien (Streckenlänge 14,1 km) und 15 Buslinien (113,7 km), das von 30 Triebwagen, 18 Beiwagen und 82 Omnibussen befahren wurde, hinzu kamen 27 Busse von anderen Unternehmen, die im Auftrag der VAG auf deren Netz fuhren.
Entwicklung des „Umwelt-Abonnements“ Anfang der 1980er Jahre begann eine deutschlandweite Debatte über die Einführung einer preisgünstigen und übertragbaren „Umweltschutz-Monatskarte“ nach Basler Vorbild, wo eine solche ab dem 1. März 1984 angeboten und rasch auch in anderen Schweizer Städten wie Bern und Zürich übernommen wurde. Den damit verbundenen Preissenkungen standen Fahrgastzuwächse gegenüber, die trotzdem Einnahmeverbesserungen für die Unternehmen mit sich brachten. Vielen deutschen Verkehrsunternehmen, auch der VAG, passte dieser Erfolg mit seiner hohen Publizität nicht ins Konzept. Unterstützt wurden sie dabei vom damaligen VÖV, den kommunalen Spitzenverbänden und weiten Teilen der Fachwissenschaft, die häufig und mehrfach vor der Einführung dieser Abos warnten: Heiner Monheim, Rita Manheim-Dandörfer: Straßen für alle. Analysen und Konzepte für den Stadtverkehr der Zukunft. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-368-0, S. 417.
Am 24. Juli 1984 beschloss der Gemeinderat – als „geistiger Vater“ gilt Heinrich Breit, Gemeinderat der GrünenJoachim Wille: Die Tempomacher – Freie Fahrt ins Chaos. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1988, ISBN 3-406-33026-6, S. 162–168 (Abschnitt: „Durchbruch für die Umweltkarte – Impressionen aus Freiburg“, S. 163) – trotz ablehnender Haltung der VAG die deutschlandweit erstmalige Einführung dieser ersten „Umweltschutz-Monatskarte“, die im Oktober 1984 erstmals angeboten wird.Freiburger Verkehrs AG: Mobile Stadt – Die Geschichte der Straßenbahn in Freiburg. 2001, S. 165 Zeitgleich wurden die Preise um bis zu 30 Prozent gesenkt und der Preis des übertragbaren Umweltabos auf 38 DM bzw. ermäßigt 32 DM monatlich festgelegt (die nicht übertragbare Monatskarte kostete damals 51 DM und sollte ursprünglich 1985 auf 57 DM erhöht werden).
Dieser Schritt – die Einführung einer preisgünstigen und übertragbaren Monatskarte – führte zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen noch 1984 um zwölf Prozent, im Folgejahr um 23 Prozent, das heißt um fast fünf Millionen auf 33,8 Millionen Fahrgäste im Jahr 1985. Entgegen allen Voraussagen verbuchte die VAG trotz der erheblichen Preissenkung Mehreinnahmen von 250.000 DM allein 1985.Joachim Wille: Die Tempomacher – Freie Fahrt ins Chaos. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1988, ISBN 3-406-33026-6, S. 162–168. Innerhalb von nur vier Jahren stieg die Zahl der verkauften Umwelt-Abos von 60.500 auf 309.000.Heiner Monheim, Rita Monheim-Dandorfer: Straßen für alle. Analysen und Konzepte für den Stadtverkehr der Zukunft. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-368-0, S. 418. Diese Einführung erwies sich als bahnbrechend für die deutschen Verkehrsunternehmen:
Zudem wurde 1985 zusammen mit den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald die Verkehrsgemeinschaft Freiburg (VGF) gegründet, die ein weiteres Prinzip der damaligen Politik, die Zersplitterung in immer mehr Fahrscheinarten und immer mehr Verkehrszonen „kippte“ – anstatt drei Tarifzonen bildete zum Beispiel die Stadt Freiburg nur eine einzige. Dabei war die VGF, die rein unternehmensbezogen agierte, eine Vorläuferin des 1994 gestarteten Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF), der wiederum nach den inzwischen üblichen Modellen für Verkehrsverbünde gegründet wurde., auf rvf.de, abgerufen am 13. Juni 2014.
Der Fahrgastanstieg von fast einem Viertel der beförderten Personen binnen weniger Monate konnte zwar zunächst durch die vorhandenen Fahrzeugkapazitäten relativ gut bewältigt werden. Die zum 1. September 1991 eingeführte Regio-Umweltkarte sorgte selbst und vorher über ihre Zwischenstufen für immer weitere, zum Teil sprunghafte Fahrgastzuwächse. Die Regio-Umweltkarte hatte dabei über die Zwischenstufe einer Anschlusskarte zur eigenen Monatskarte in den Landkreisen für 15 DM und 1987 der Umwelt-Punktekarte, die ebenfalls zu einer Verbilligung der Fahrpreise um rund 25 Prozent führte bereits weitere verkehrs- und umweltpolitische Diskussionen in der Bundesrepublik angestoßen.
Anfang 1996 betrieb die VAG Freiburg folgende Linien innerhalb des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF): Straßenbahnlinien 1 Landwasser – Paduaallee – Betzenhausen – Techn. Rathaus – Hauptbahnhof – Bertoldsbrunnen – Stadthalle – Littenweiler 4 Hornusstraße – Hauptfriedhof – Techn. Rathaus – Hauptbahnhof – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Lorettostr. – Günterstal 5 Zähringen – Hornusstraße – Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Hauptbahnhof – Techn. Rathaus – Bissierstr. – Weingarten – Munzinger Str. Buslinien 10 Paduaallee – Mooswald – HNO-Klinik – Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Lorettostraße – Merzhausen (– Au) 11 Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Pressehaus – Uffhausen – St. Georgen – Munzinger Str. 12 Siegesdenkmal – Bertoldsbrunnen – Johanneskirche – Pressehaus – Haslach – Munzinger Str. 13 Siegesdenkmal – Eschholzstr. – Laufener Str. (nur werktags, kein Abendverkehr, siehe auch Linie 14) 14 Herdern – Stadtgarten – Siegesdenkmal – Eschholzstr. – (Laufener Str.) – Haslach – Am Kirchenacker (– St. Georgen, Friedhof – Eugen-Keidel-Bad) 15 Hornusstr. – Hans-Bunte-Str. – Gundelfingen – Wildtal – Zähringen – Hornusstr. 16 Hornusstr. – Zähringen – Gundelfingen, Waldstr. (nur werktags, Wochenend- und Spätverkehr siehe Linie 15) 17 Littenweiler – Löwen – Kappel (– Molzhofsiedlung) 18 Littenweiler – Ebnet – Langmatten (Spätverkehr mit Anruf-Sammeltaxi nach vorheriger telefonischer Anmeldung) 19 Paduaallee – Lehen – Ziegelei (– Mundenhof) 21 Günterstal – Schauinslandbahn, Talstation – Horben (Spätverkehr mit Anruf-Sammeltaxi nach vorheriger telefonischer Anmeldung) 22 Bissierstr. – Schillhof – Industriegebiet Nord, Mooswaldallee (nur mo–fr morgens und nachmittags) 24 Munzinger Str. – Paduaallee – Industriegebiet Nord – Gundelfingen Bf. (nur mo–fr morgens und nachmittags) 31 Paduaallee – Lehen – Umkirch – Waltershofen – Merdingen – Breisach-Gündlingen – Oberrimsingen – Breisach-Niederrimsingen (kein Spätverkehr) 32 Paduaallee – Umkirch – Waltershofen – St. Nikolaus (– Opfingen – Gewerbegebiet Haid – Munzinger Str.) 34 Munzinger Str. – Gewerbegebiet Haid Süd-West (nur mo–fr, kein Abendverkehr) 35 Munzinger Str. – St. Georgen, Friedhof – Tiengen – Munzingen 36 Landwasser – Gewerbegebiet Hochdorf – Hochdorf Außerdem betrieb die VAG außerhalb des RVF weiter die Seilschwebebahn Schauinslandbahn von der Talstation in Horben zur Bergstation am Berg Schauinsland.
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