Damshagen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Sie wird vom Amt Klützer Winkel mit Sitz in der Stadt Klütz verwaltet.

Geografie Damshagen liegt mitten im Klützer Winkel zwischen den Städten Grevesmühlen, Klütz und dem Ostseebad Boltenhagen.

Umgeben wird Damshagen von den Nachbargemeinden Klütz im Norden, Warnow im Osten, Grevesmühlen im Südosten, Stepenitztal im Südwesten sowie Roggenstorf im Westen.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Damshagen, Dorf Gutow, Dorf Reppenhagen, Hof Gutow, Hof Reppenhagen, Kussow, Moor, Parin, Pohnstorf, Rolofshagen, Stellshagen und Welzin.

Geschichte mini|Dorfkirche St. Thomas in Damshagen mini|Herrenhaus der Familie von Plessen in Damshagen (2011) mini|hochkant|Gutsherr Hans von Plessen Damshagen wurde 1230 erstmals im Ratzeburger Zehntregister, das die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet, als Thomashagen genannt. Auch die Ersterwähnung von Stellershagen, heute Stellshagen und Wulsin, heute Welzin werden auf das Jahr 1230 datiert.MUB I. (1863) Nr. 375. Der Name Damshagen erscheint 1370 erstmals als Dammeshagen.MUB XVI.(1893) Nr. 10004, MUB XVIII. (1897) Nr. 10203. Als erster Besitzer auf Gut Damshagen wurde der Ritter Marquard von Thomashagen genannt.

Schon vor 1336 soll die Familie von Plessen das Gut Damshagen besessen habenMUB VII. (1873) VII Nr. 5696Max Naumann: Die Plessen. Stammfolge vom XIII. bis XX. Jahrhundert. (hrsg. von Helmold von Plessen im Auftrag des Familienverbandes) 2. neu durchgesehene und erweiterte Auflage, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1971, S. 112., sie blieb bis 1945 Besitzer. Das heutige Herrenhaus entstand im 20. Jahrhundert. Nach 1990 konnte die Familie einen Teil der Ackerflächen zurückerwerben.

Stellshagen wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert besaßen u. a. die Familie von Plessen hier Güter. Von 1886 bis 1918 waren die Grafen von Bothmer Eigentümer des Gutes. Der Hamburger Architekt und Bauunternehmer Franz Bach erwarb 1924 das Gut und baute danach das Gutshaus Stellshagen. 1945 wurde das verstaatlichte Gut aufgesiedelt. Das Gutshaus war seit 1946 zunächst Parteischule der SED und beherbergte danach eine Sonderschule für behinderte Kinder und Jugendliche. Nach der Wende wurde diese nach Grevesmühlen verlegt. Die Enkelin von Bach erwarb 1994 das Gutshaus und ließ es zu einem Hotel umbauen.

Welzin leitet sich vom slawischen Lokator Volča (Wolf) ab, bedeutet also Ort des Volča.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, , Band 46 (1881), S. 3–168, hier S. 157.

Am 1. Juli 1950 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Stellshagen nach Damshagen eingegliedert. Am 1. Juli 1961 kam Reppenhagen hinzu. Am 7. Juni 2009 fusionierten die Gemeinden Moor-Rolofshagen und Damshagen zur neuen Gemeinde Damshagen.Statistisches Landesamt MV: Gebietsänderungen 2009 (PDF-Datei; 111 kB)

Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 10 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseZweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO):

Partei/Bewerber Prozent Sitze Wir für ALLE Ortsteile der Gemeinde Damshagen46,885 SPD28,133 Die Linke14,321 AfD10,671

Bürgermeisterin der Gemeinde ist Mandy Krüger, sie wurde mit 79,65 % der Stimmen gewählt.Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)

Wappen, Flagge, Dienstsiegel Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „• GEMEINDE DAMSHAGEN • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.Hauptsatzung § 1 Abs.2

Wappen des Ortsteils Damshagen

Flagge des Ortsteils Damshagen Die Flagge ist gleichmäßig längs gestreift von Blau und Gelb. In der Mitte des Flaggentuchs liegt das Wappen der ehemaligen Gemeinde, das ein Drittel der Länge einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Sehenswürdigkeiten mini|Steinzeitdorf Kussow (Teilansicht)

Gotische Backsteinkirche St. Thomas aus dem 14. Jahrhundert mit dem Barockaltar des Lübecker Bildhauers Hieronymus Hassenberg von 1724 und einer Orgel von Friedrich Wilhelm Winzer aus dem Jahr 1844 Kammerherrenhaus von um 1910 neben dem Pfarrhof Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert; Gemeindesaal im 19. Jahrhundert angebaut neoklassizistisches Herrenhaus Damshagen von 1914/1916 Gutshaus Parin, zweigeschossiger, sanierter Putzbau mit Mittelrisalit, heute Hotel Gutshaus Stellshagen, zweigeschossiges, verklinkertes Gebäude von nach 1924, saniert, heute Hotel Steinzeitdorf Kussow, Freilichtmuseum Mäuseturm in Stellshagen, ein im 19. Jahrhundert errichtetes Folly

Wirtschaft und Infrastruktur Gastronomische Bedeutung hat das Gutshaus Stellshagen. In der ehemaligen Dorffeuerwehr befindet sich ein kleines Restaurant.

Neben einer Kindertagesstätte gibt es in Damshagen eine Arztpraxis und eine Sporthalle.

Verkehr mini|links|Haltepunkt Stellshagen mini|links|Bahnhof Reppenhagen Damshagen erreicht man über die Verbindungsstraße von Grevesmühlen (auf dem zugehörigen Autobahnanschluss der Ostseeautobahn A 20). An der 1995 von der Deutschen Bahn eingestellten und danach bis 2005 noch als Museumseisenbahn betriebenen Bahnstrecke Grevesmühlen–Klütz („Klützer Kaffeebrenner“) hatten die Ortsteile Stellshagen und Hof Reppenhagen jeweils Haltepunkte. 2006 wurden die Gleise abgebaut. 2012 begann ein Neustart und seit Juni 2014 verkehrt die Bahn wieder zwischen Klütz und Reppenhagen.Stiftung deutsche Kleinbahnen

Bekannte Einwohner Erich Boldt, Feldwebel der Bundeswehr. 1933 in Damshagen geboren Reinhard Konzack Berend von Plesse Fritz Meyer-Scharffenberg, deutscher Schriftsteller, lebte in Stellshagen

Mit Damshagen verbundene Personen Martha Frahm Mutter von Willy Brandt heiratete am 2. November 1897 in Damshagen Ludwig Frahm Christine Amalie von Plessen aus dem Hause Damshagen, siehe Friedrich von Bassewitz#Herkunft

Literatur und Quellen Literatur Christian von Plessen: Das mecklenburgische Lehnsgut Damshagen zwischen 1900 und 1945. In: Maueranker und Stier. Schwerin 2015, ISBN 978-3-944033-03-7, S. 508–515. Hermann Gustav Adolf Peek: Der Damshäger Bach und die ihm zunächst liegenden Ortschaften. Nachdruck zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Damshagen vor 775 Jahren im Ratzeburger Zehntregister von 1230. Gutsverwaltung Damshagen, Damshagen 2005 (Sammlung von Aufsätzen, zuerst erschienen in: Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg. 1911–1920, ). Heidelinde Knabe: Chronik der Gemeinde Damshagen, Stellshagen, Reppenhagen, Welzin. 1230–2002. Gemeinde Damshagen, Damshagen 2002.

Gedruckte Quellen Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Nordwestmecklenburg Kategorie:Ersterwähnung 1230