mini|François Joseph Bosio François Joseph Bosio (* 19. März 1768 in Monaco; † 29. Juli 1845 in Paris) war ein französischer Bildhauer und Zeichner. Sein Werk ist dem Klassizismus zuzuordnen.

Leben Bosio war ein Schüler des in Paris beheimateten Bildhauers Augustin Pajou, der in den 1790er Jahren zunächst in Italien für Kirchen arbeitete. Pajou förderte Bosio und erreichte, dass Napoleon ihm die Arbeiten an der Colonne Vendôme auf dem Place Vendôme übertrug. Mit dem Ertrag dieser Arbeit machte Bosio später eine Studienreise nach und durch Italien, auf der er die Werke der antiken Meister studierte.

Nicht nur Napoleon – der ihn mehrfach auszeichnete und ihn als Hofmaler für seine Familie anstellte – konnte Bosio überzeugen; auch Ludwig XVIII., der ihn zum Hofbildhauer ernannte und 1821 zum Ritter des Ordens von Saint-Michel erhob. Unter Karl X. wurde Bosio zum Baron geadelt.

Im Jahr 1816 erhielt er eine Professur an der Pariser Kunsthochschule.Frédéric Chappey: «Les Professeurs de l’École des Beaux-Arts (1794–1873)» im Romantismus; 1996. Nr. 93, S. 95–101.

Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Bosio mit der Ernennung zum Direktor der Akademie der Schönen Künste in Paris.

Er wurde auf dem berühmten Pariser Friedhof Père-Lachaise begraben.Paul Bauer: «Deux siècles d’histoire au Père Lachaise, Mémoire et Documents», 2006, ISBN 978-2-914611-48-0, S. 133/134.

Rezeption Obwohl Bosio schon früh zu seinem eigenen Stil gefunden hatte, erinnern seine Werke etwas an die von Antonio Canova. Mit seinen Figuren führte Bosio den klassischen und modernen Stil gefällig zusammen. Die Harmonie der von ihm dargestellten Bewegung unterstreicht immer die Dramatik des Geschehens.

In Deutschland wurde sein Hyazinth, ein Geschenk des Künstlers an Friedrich Wilhelm III., wegen der hier fast vergessenen Technik des (besonders dünnwandigen) Bronzegusses euphorisch gefeiert. Johann Gottfried Schadow und sein Schüler Christian Daniel Rauch bemühten sich anschließend um dessen Wiederbelebung mit Hilfe französischer Gießer.

Werke (Auswahl) mini|hochkant=1.5|Friedensbringer mit Triumphwagen, 1828, Im Jardin des Tuileries, Paris (1828)

– wenn möglich, chronologisch nach Herstellungsjahr geordnet – In den USA Im Dallas Museum of Art befinden sich die Büsten von Prinzessin Katharina von Württemberg (um 1810–1815) und Kaiserin Marie-Louise von Frankreich (1810–1815). Das Metropolitan Museum of Art in New York besitzt die Büste der Königin Marie Amélie von Frankreich (1841).

In Frankreich 1816: Hyacinth, Marmorstatue, Louvre 1817: Herzog von Enghien, (Standbild) Aristäus, Gott des Gartens, Marmor Herkules im Kampf mit Achelous in Gestalt einer Schlange, Bronze, Gärten der Tuilerien 1822: allegorische Figur Frankreichs (über 2 m hoch, umgeben von der Geschichte und einer Gruppe von Genien) am Denkmal für den Pariser Justizpalast mini|hochkant|Louis XIV. 1822: Ludwig XIV., (Reiterstandbild am Place des Victoires) 1823: Heinrich IV. als Kind 1824: Quellnymphe Salmacis, Louvre Jérôme Bonaparte, Ajaccio Korsika, Musée Fesch 1843: Königin Marie-Amélie von Sizilien, Louvre Karl X., (Louvre)

In Russland 1808: Cupido mit Bogen, Eremitage, St. Petersburg 1830: Graf Demidow, (Bronzemonument)

In Deutschland 1817 (Bronzeguss 1827): Hyazinth, Friedrichswerdersche Kirche

Berühmte Schüler von Bosio

Francisque Joseph Duret Antoine Étex: 1823 Philippe Grass: 1820 bis 1823

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Frankreich) Kategorie:Bildhauer des Klassizismus Kategorie:Mitglied der Académie des Beaux-Arts Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1768 Kategorie:Gestorben 1845 Kategorie:Mann