Huara (Aymara für Stern) ist eine Kommune in der Región de Tarapacá in Nord-Chile. Inmitten der Atacamawüste gelegen umfasst die Verwaltungseinheit ein durch extreme Trockenheit geprägtes Gebiet von 10.475 km² Ausdehnung, das in West-Ost-Richtung von der Pazifikküste bis in die Andenkordillere hinein reicht. Zu ihr gehören zahlreiche kleinere Dörfer mit zusammen 2858 Einwohnern. Haupterwerbszweige sind Landwirtschaft und Bergbau.
Beschreibung In der Kommune Huara sind zahlreiche kleine Oasen-Dörfer aufgrund ihrer Verkehrsanbindung zusammengefasst. Gerade mal sechs dieser Ortschaften werden mithilfe eines interkommunalen Bebauungsplans verwaltet. Das sind der Verkehrsknotenpunkt und Verwaltungssitz Huara, der Fischerhafen Pisagua, und die Dörfer in der Präkordillere San Lorenzo de Tarapacá, Pichagua, Sibaya-Limaxiña und Chiapa. Nur 63 km², das sind 0,6 % des Kommunalgebiets, werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist zu einem großen Teil vegetationslose Wüste.
mini|links|Topographische Karte mit der Kommune Huara Geografisch lassen sich in der Kommune vier Zonen unterscheiden: Erstens, die Küstenzone im Westen, die meist von hohen Klippen und wenigen Küstenebenen geprägt wird, die bis 100 Meter über Meeresniveau reichen. Mit Ausnahme von einigen Nebeloasen, wo der Küstennebel am Fuß der Berge der Küstenkordillere eingefangen wird, ist die Küste praktisch vegetationslos. Zweitens, die Pampa in der Senke zwischen der Küstenkordillere und den Anden. 1000 m bis 1500 m über dem Meer liegend, macht sie etwas mehr als die Hälfte des Kommunalgebiets aus. Im Süden liegt die Pampa del Tamarugal und im Norden die Pampa de Tana. In der Pampa herrscht extreme Trockenheit bei tagsüber hohen Temperaturen. Die durchschnittliche Jahresniederschlagshöhe erreicht nur 2 mm. Wasserläufe aus den Anden enden in dieser Senke, was zu Salpeterablagerungen geführt hat die vor allem im 19. Jahrhundert abgebaut wurden. Bei Negreira und Tana wird heute noch Salpeter abgebaut und Jod produziert. Drittens, die Andenpräkordillere, die sich östlich an die Pampa anschließt und bis auf 3300 m ansteigt. Dort gibt es eine isolierte Zone mit xerophyter Vegetation und waldartigen Hartlaubgewächsen die zum Nationalpark Volcán Isluga gehört. Viertens, die Andenkordillere mit Höhen ab 3300 m. Das dort vorherrschende Steppenklima zeichnet sich durch tiefe, stark schwankende Temperaturen aus, die 5 °C nicht übersteigen.
Das Dorf Huara Die Siedlung Huara ist der Verwaltungssitz, etwa 75 km nordöstlich von der Hafenstadt Iquique in der Pampa del Tamarugal gelegen. In der 0,6 km² großen Ortschaft wurden im Jahr 2017 1082 Einwohner gezählt. Das waren rund 40 % aller Einwohner der Kommune. Huara ist eine Siedlung die erst mit dem Aufkommen der Salpeterindustrie in der Region um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand als das Gebiet noch zu Peru gehörte. Zunächst war sie nur ein prekäres Lager für Eseltreiber und Bergarbeiter. Mit dem Bau einer Eisenbahnlinie für den Salpetertransport entstand in der Nachbarschaft zum Bahnhof ein Dorf. Während des Salpeterkriegs (1879–1883) war die Region um Huara heftig umkämpft. Ab 1885 kam der Ort unter chilenische Verwaltung und prosperierte als Verkehrsknotenpunkt im Boom mit der Salpeterindustrie. Zusammen mit den umliegenden Salpeterwerken gab es um 1890 herum in Huara mehr als 6000 Einwohner. So gab es mit Beginn des 20. Jahrhunderts in Huara wichtige Geschäfte und viele Einwanderer unter anderem aus Asien, Jugoslawien, Italien, Peru und Bolivien. Der Friedhof war der größte seiner Art in der Pampa. Zum 20. Dezember 1927 wurde Huara Kommune. 1970 wurden die Gebiete von Negreiros und 1979 von Pisagua angegliedert. Bei einem Erdbeben am 13. Juni 2005 wurde Huara schwer beschädigt.
Die Dörfer der Kommune + Die Kommune Huara und ihre Dörfer ()Foto Name (Lage) Einwohnerzahl Anmerkungen in der Pampa del Tamarugal 125px Huara 1110 m ü. d. M. 1082 (2017) 956 (2002) Verwaltungssitz 525 Wohnhäuser (2017) (421 im Jahr 2002) 85 ha Siedlungsgröße 1,0 mm/a Niederschläge Mapocho 0 Geisterort bei Huara 3 Wohnhäuser Colonos Rurales 1160 m ü. d. M. 1 11 Wohnhäuser Cappta 11 16 Wohnhäuser Vista Hermosa 1160 m ü. d. M. 0 15 Wohnhäuser Algarrobal 3 13 Wohnhäuser Bajo Soga 1160 m ü. d. M. 75 43 Wohnhäuser Quebrada de Soga Cruce Zapiga 1140 m ü. d. M. 8 5 Wohnhäuser an der Küste 125px Pisagua 30 m ü. d. M. 260 Fischerdorf, ehemaliger Salpeterhafen 125 Wohnhäuser 152 ha Siedlungsgröße Pisagua Viejo, Hafenruinen aus dem 17. Jahrhundert in der Präkordillere, Quebrada de Tarapacá Huarasiña (San Joseph de Huarasiña) (auch: Guarasiña) 1370 m ü. d. M. 35 (2017) 20 (2002) 99 Wohnhäuser (2017) (59 im Jahr 2002) 49,29 ha Kulturland Amalo 1365 m ü. d. M. 0 4 Wohnhäuser 125px San Lorenzo de Tarapacá 1410 m ü. d. M. 121 (2017) 135 (2002) Aymara-Dorf 284 Wohnhäuser (2017) (142 im Jahr 2002) 14 ha Siedlungsgröße 41 ha Kulturland Ruinen: Tarapacá Viejo (16. Jahrhundert) siehe auch Quillaguasa-Caigua 1460 m ü. d. M. 39 (2017) 22 (2002) 23 Wohnhäuser (2017) (25 im Jahr 2002) 48 ha Kulturland 125px Pachica (von “pä chika” in Aymara “zwei Einheiten”) 1620 m ü. d. M. 168 (2017) 304 (2002) Aymara-Dorf 138 Wohnhäuser (2017) (71 im Jahr 2002) 72 ha Kulturland Laonzana 1820 m ü. d. M. 31 46 Wohnhäuser Catiña 10 3 Wohnhäuser 125px Mocha 2150 m ü. d. M. 12 (2017) 17 (2002) Aymara-Dorf 98 Wohnhäuser (2017) (44 im Jahr 2002) 15,4 mm/a (Median) Niederschläge 125px Huaviña (auch: Guaviña) 2390 m ü. d. M. 37 (2017) 62 (2002) Aymara-Dorf 150 Wohnhäuser (2017) (103 im Jahr 2002) 1 Schule 125px Sibaya-Limaxiña 2750 m ü. d. M. 223 64 in Limaxiña 62 in Sibaya Aymara-Dorf 42 Wohnhäuser in Limaxiña 72 Wohnhäuser in Sibaya 48,5 mm/a (Median) Niederschläge Achacagua 2760 m ü. d. M. 18 (2017) 64 (2002) 34 Wohnhäuser (2017) (23 im Jahr 2002) Ococo 11 4 Wohnhäuser Cruzane 6 6 Wohnhäuser Cultane 3945 m ü. d. M. 0 Geisterort 30 Wohnhäuser in der Präkordillere, Quebrada de Cusmiza (Rechter Zufluss zur Quebrada de Tarapacá) Usmagama 2870 m ü. d. M. 0 (2017) 3 (2002) 26 Wohnhäuser (2017) (36 im Jahr 2002) 125px Chusmiza Poniente 3370 m ü. d. M. 22 (2017) 15 (2002) 17 Wohnhäuser (2017) Aymara-Dorf 90,0 mm/a (Median) Niederschläge Thermalquellen: Baños de Chusmiza Pukarás in der Nähe (6 km) Chusmiza Oriente 35 29 Wohnhäuser in der Präkordillere, Quebrada de Coscaya (Linker Zufluss zur Quebrada de Tarapacá) Poroma 2875 m ü. d. M. 10 25 Wohnhäuser Cunina 0 (2017) 0 (2002) 3 Wohnhäuser (2017), (3 im Jahr 2002) Coscaya 2930 m ü. d. M. 10 (2017) 7 (2002) Aymara-Dorf 27 Wohnhäuser (2017) (29 im Jahr 2002) 91 ha Kulturland 34,8 mm/a (Median) Niederschläge in der Präkordillere, Quebrada de Aroma Calacala (Aymara: Geröllfeld) http://eco-antropologia.blogspot.cl/2009/04/figuras-rupestres-de-la-quebrada-de.html 1800 m ü. d. M. http://www.dices.net/mapas/chile/mapa.php?nombre=Calacala&id=4461 0 7 Wohnhäuser Jaiña 2850 m ü. d. M. 29 (2017) 66 (2002) Aymara-Dorf 102 Wohnhäuser (2017) (59 im Jahr 2002) zwischen 1000 und 1450 entstanden Illalla 2970 m ü. d. M. 2 24 Wohnhäuser Chiapa 3120 m ü. d. M. 78 (2011) 75 (2002) Aymara-Dorf 118 Wohnhäuser Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet 125px Sotoca 3140 m ü. d. M. 49 (2017) 13 (2002) 57 Wohnhäuser (2017) (23 im Jahr 2002) in der Präkordillere, Quebrada de Soga Soga 2730 m ü. d. M. 31 21 Wohnhäuser in der Pampa de Tana, Quebrada de Suca Suca 921 m ü. d. M. 8 12 Wohnhäuser in der Präkordillere, Quebrada de Chiza Miñi Miñe (Quechua: Andenbrombeeren-Wohnort) 1620 m ü. d. M. 33 Quechua-Dorf 38 Wohnhäuser Kirche aus Holz (einzig im Norden Chiles) http://mini-mine.blogspot.cl/ webseite Champaja 2850 m ü. d. M. 0 (2017) 1 (2002) 3 Wohnhäuser (2017) (4 im Jahr 2002) Quipinta 2260 m ü. d. M. 2 5 Wohnhäuser Pampa de Quipinta 3 4 Wohnhäuser Cuanalla (oder Cuanaya) 2840 m ü. d. M. 11 (2017) 31 (2002) Aymara Dorf https://diarioiquique.wordpress.com/2009/10/06/comunidad-indigena-aymara-de-cuanalla-fortalece-su-cultura/ 7 Wohnhäuser (2017) (3 im Jahr 2002) Miñita 2400 m ü. d. M. 0 (2017) 0 (2002) 27 Wohnhäuser (2017) (24 im Jahr 2002) Cutijmaya (auch Cutigmaña) 1960 m ü. d. M. 0 (2017) 8 (2002) 8 Wohnhäuser (2017) (3 im Jahr 2002) andere Huasquiña (auch Guasquiña) 6 26 Wohnhäuser Colorado 2 4 Wohnhäuser Ancocala 0 7 Wohnhäuser Sipiza 0 (2017) 8 (2002) 35 Wohnhäuser (16 im Jahr 2002) seit 2010 über eine Straße erreichbar http://www.estrellaiquique.cl/prontus4_nots/site/artic/20100827/pags/20100827175008.html Pampa de Betel 0 8 Wohnhäuser Pasagua 0 9 Wohnhäuser
Persönlichkeiten Alfredo Olivos (1924–1983), Fußballspieler
Weblinks
Einzelnachweise Pinto, Bernardo Breton. "PROPUESTA DE ZONIFICACIÓN PARA LA COMUNA DE HUARA-PRIMERA REGIÓN." Revista LIDER 24 (2014). (Online PDF) Aguirre Munizaga, Claudio, and Alberto Díaz Araya. "El espejismo de los lugares: La construcción del espacio en el desierto tarapaqueño. Huara, siglos XIX-XX." Revista de Geografía Norte Grande 44 (2009): 29-48. (Online)
Koordinaten und Höhenangaben ermittelt mit Hilfe von Google Earth, 2016
Rodríguez, Fernando Dougnac. "La tenencia de la tierra en la Quebrada de Tarapacá." Revista Chilena de Historia del Derecho 10 (1984): Pág-249. (PDF) Ministerio de Agricultura, Comisión Nacional de Riego y Fundación Facultad de Ciencias Agronómicas de la Universidad de Chile "Diagnostico y propuestas de fomento al riego y drenaje para la pequeña agricultura y etnias originales, Agricultura de pueblos originarios, Informe Final." Diciembre 2008 ( PDF) Zori, Colleen. "ARCHITECTURE AND EMPIRE AT LATE PREHISPANIC TARAPACÁ VIEJO, NORTHERN CHILE/ARQUITECTURA E IMPERIO EN TARAPACÁ VIEJO, UN SITIO PREHISPÁNICO TARDÍO EN EL NORTE DE CHILE." Chungara 46.2 (2014): 211-232. (Online PDF) Jorge Enrique García Alberca "Toponimias de la provincia de Loja" Graficplus 2015 (Online) S. 274
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