mini|Freundschaftsspiel der Scorpions gegen die Düsseldorf Panther im Gazi-Stadion auf der Waldau Die Stuttgart Scorpions sind ein Verein für American Football aus Stuttgart. Das Frauenteam wurde 2022 deutscher Meister. Die Männerabteilung stellte lange Jahre ein Team in der höchsten deutschen Spielklasse, der German Football League. Zur Saison 2026 spielt das Herrenteam in der drittklassigen Regionalliga Südwest.
Geschichte Die Stuttgart Scorpions wurden 1982 von Harold Kienitz als zweiter Footballclub in Stuttgart nach den bereits 1980 gegründeten Stuttgart Stallions ins Leben gerufen. Später kamen noch die Büsnau Bats dazu.
1985 gelang den Scorpions der Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo sie zwei Jahre verblieben. Nach dem Abstieg 1987 wurden die Scorpions 1990 Meister der zweiten Bundesliga-Süd, konnten infolge einer Ligareform jedoch nicht aufsteigen. Dafür organisierten die Scorpions in Leipzig das erste American-Football-Spiel in der damals noch existierenden DDR und gewannen vor über 11.000 Zuschauern gegen den Erstligisten Badener Greifs.
1991 gelang den Scorpions der erneute Aufstieg in die erste Liga. Zudem erlebten 4000 Zuschauer im Waldaustadion den ersten Stuttgarter Allstarbowl gegen eine Collegeauswahl unter der Leitung von Ex-NFL-Coach Sam Rutigliano (Cleveland Browns, zweimal NFL Coach of the Year Award). 1992 konnte die erste Klasse nicht gehalten werden.
In der zweiten Bundesliga-Mitte 1993 wurden die Scorpions hinter den Frankfurt Gamblers, die sie einmal knapp schlagen konnten, Vizemeister. Die Gamblers scheiterten an der Aufstiegsrelegation, wechselten aber 1994 in eine Europaliga, womit die Scorpions den erneuten Aufstieg ins Oberhaus schafften, die heutige German Football League. Dort sind sie seit 1995 durchgehend vertreten, nur die Braunschweig Lions sind ein Jahr länger dabei.
Nachdem Harold Kienitz Ende 1996 als Vorsitzender zurückgetreten war, landeten die Scorpions 1997 auf dem letzten Platz der GFL-Süd. In zwei Relegationsspielen gegen den damaligen Zweitligameister Saarland Hurricanes schafften sie jedoch souverän den Klassenerhalt.
In der Saison 1998 wurden die Scorpions überraschend Meister der Süd-Gruppe der Bundesliga und bezwangen die Kiel Baltic Hurricanes im Play-off-Viertelfinale, bevor sie gegen die Hamburg Blue Devils vor 4200 Zuschauern im Halbfinale ausschieden.
In der Saison 2001 erreichten die Scorpions nach einem Sieg über die Düsseldorf Panther das Play-offs-Halbfinale, was ihnen in der Saison 2002 durch einen Viertelfinalsieg gegen die Cologne Crocodiles abermals gelang. In der Saison 2006 erreichten die Scorpions das Halbfinale durch einen Sieg gegen die Dresden Monarchs, mussten sich dort aber den Braunschweig Lions geschlagen geben.
Der German Bowl XXIX, die 29. Ausgabe des Endspiels der höchsten deutschen Footballliga, wurde 2007 an das Stuttgarter Gazi-Stadion auf der Waldau vergeben, die Heimspielstätte der Scorpions unter dem Fernsehturm. In der Saison 2007 wurden die Scorpions zum zweiten Mal nach 1998 Meister der GFL-Süd und schlugen die Hamburg Blue Devils im Play-offs-Viertelfinale. Durch einen dramatischen Halbfinalsieg gegen die Berlin Adler erreichten die Scorpions 2007 erstmals das Finale um den German Bowl. Dort hatten zuletzt kaum Süd-Mannschaften gespielt, der letzte Süd-Sieg datierte gar von 1993. Das Finale verloren die Scorpions am 6. Oktober 2007 vor heimischer Kulisse und 8152 Zuschauern gegen die Braunschweig Lions mit 27:6.
In der Saison 2008 belegten die Scorpions den zweiten Platz in der Gruppe Süd, nachdem sie diese lange angeführt hatten, und empfingen im Viertelfinale wieder die Berlin Adler, schieden diesmal aber nach einem 6:9 aus den Play-offs aus. In der Folgesaison belegten die Scorpions den dritten Platz in der Gruppe Süd und schieden erneut im Viertelfinale, diese Mal bei den Kiel Baltic Hurricanes, aus den Play-offs aus. Auch in der Saison 2010 war nach einem vierten Platz in der Gruppe Süd im Viertelfinale bei den Kiel Baltic Hurricanes Schluss. Dabei verloren die Stuttgarter beim späteren German-Bowl-Sieger nur knapp mit 21:23.
In der Saison 2011 belegten die Scorpions den dritten Platz in der Gruppe Süd. Im Viertelfinale bei den Mönchengladbach Mavericks führten die Scorpions im zweiten Viertel mit 17:6, musste sich am Ende aber mit 17:43 geschlagen geben. Auch ein Jahr später erreichten die Scorpions wieder die Play-offs und stellten einen Rekord mit 15 Play-off-Teilnahmen in Folge auf. Diese Serie endete in der Saison 2013 durch einen 6. Platz in der Südgruppe. Der Rekord wurde erst in der Saison 2025 durch die Schwäbisch Hall Unicorns gebrochen.
Im Jahr 2019 debütierte Jakob Johnson, der aus Stuttgart stammt und in seiner Jugend für die Scorpions spielte, für die New England Patriots in der National Football League (NFL).
Nachdem die Saison 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie ausgefallen war, begann die Saison 2021 für Stuttgart abseits des Feldes mit Kontroversen. Die neue European League of Football hatte beschlossen, in Stuttgart ein Team an den Start gehen zu lassen, und ursprünglich war vorgesehen, dass dafür die Scorpions „umziehen“ würden, so wie es die Wroclaw Panthers getan hatten und wie es für die ELF 2022 die österreichischen Vertreter Tirol Raiders und Vienna Vikings tun sollten. Letztlich war aber die Mehrheit der Vereinsmitglieder dagegenhttps://www.stuggi.tv/2021/04/krach-mit-folgen-bei-den-stuttgart-scorpions-jetzt-geht-ein-neues-team-an-den-start/ und so trat ein neugegründetes Team unter dem Namen Stuttgart Surge in der Konkurrenzliga an, während die Scorpions für die GFL meldeten.https://www.regio-tv.de/mediathek/video/stuttgart-surge-startet-in-der-european-league-of-football/ Allerdings gelang es der Surge unter Head Coach Martin Hanselmann etliche Spieler – sogar einige, die erst für die ausgefallene Saison 2020 nach Stuttgart gewechselt waren „abzuwerben“ und folglich war letztlich ein kaum konkurrenzfähiges Team auf dem Platz. Somit war klar, dass es in dieser Saison wohl nur gegen den Abstieg gehen würde und die einzige realistische Hoffnung für Stuttgart, den Klassenerhalt zu sichern, bestand darin, die Frankfurt Universe, welche ebenfalls große Teile ihres Kaders Richtung ELF (in dem Fall an die Frankfurt Galaxy) verloren hatte, auf die Plätze zu verweisen. Zwar gelang dies im einzigen Aufeinandertreffen der beiden Teams (anders als sonst üblich war aufgrund von Corona der Spielplan verkürzt worden, so dass einige Teams im Süden nur ein- anstatt zweimal aufeinander trafen) durch einen 55:20-Heimsieg der Stuttgarterhttps://stuttgart-scorpions.de/ueberzeugende-leistung-bringt-ersten-saisonsieg-ein/, doch blieb dies auch der einzige Saisonsieg bei zehn Spielen insgesamt, von denen neun verloren gingen. Allerdings gelang den Frankfurtern in ihrem letzten Spiel der Saison unerwartet ein Auswärtssieg bei den ersatzgeschwächten Marburg Mercenaries.https://www.mercenaries.de/news/3217/21/Mercenaries-verlieren-in-den-Schlusssekunden-gegen-Universe.htmlhttps://www.frankfurt-universe.de/index.php/gfl/510-universe-gewinnt-bei-den-mercenaries Nichtsdestotrotz wären die Stuttgarter weiterhin in der Tabelle vor den Frankfurtern gewesen, da bei gleicher Bilanz in der GFL der direkte Vergleich zählt – und jenen hatte Stuttgart ja für sich entschieden. Allerdings war das geplante Heimspiel der Frankfurter gegen die Allgäu Comets nicht zustande gekommen, da den Allgäuern kurzfristig die SARS-CoV-2-Infektion eines Frankfurter Spielers bekannt geworden war. Infolgedessen sagte man seitens der Comets das Spiel ab.https://www.allgaeu-comets.de/frankfurter-spieler-positiv-getestet-comets-sagen-auswartsspiel-ab Der AFVD wertete dies letztlich als nicht-abgesprochene Spielabsage seitens der Comets und wertete das Spiel als Sieg der Frankfurter, wodurch deren Bilanz bei zwei Siegen und acht Niederlagen besser war als die der Scorpions. Ein Einspruch der Comets war letztlich erfolglos.https://gfl.info/2021/09/wertung-gegen-allgaeu-comets-bleibt-bestehen/ Dadurch am „grünen Tisch“ auf den letzten Platz durchgereicht – die endgültige Entscheidung, das Spiel nicht zu wiederholen fiel erst nach dem letzten Saisonspiel der Stuttgarter – hätte Stuttgart in der Relegation gegen den Meister der GFL2 Süd, die Straubing Spiders antreten müssen. Es gelang jedoch nicht, einen spielfähigen Kader für die Relegationsspiele zu organisieren, so dass Stuttgart die Relegation absagte und somit den Weg in die zweite Liga ging.https://gfl.info/2021/09/stuttgart-scorpions-koennen-nicht-zur-relegation-antreten/https://stuttgart-scorpions.de/stuttgart-scorpions-koennen-nicht-zur-relegation-antreten/ Nachdem man 2022 in der Südstaffel der GFL2 den drittletzten Platz belegt hatte, war 2023 nach einer Auftaktserie von sieben Niederlagen der Abstieg in die drittklassige Regionalliga bereits drei Spiele vor Saisonende besiegelt. Im letzten Spiel konnte gegen Mitabsteiger Bad Homburg immerhin noch ein Sieg für die Statistik erzielt werden.
In der Saison 2024 traten die Scorpions in der Regionalliga an. Nachdem sie sich seit ihrem Bestehen stets in einer der beiden höchsten Ligen befanden, bedeutet dies einen historischen Tiefstand. Als neuer Headcoach wurde der bisherige Spieler und erst 22-jährige Geronimo de Pauli verpflichtet. Mit einer deutlichen 33:0-Niederlage misslang der Saisonstart erneut. In der restlichen Saison konnten insgesamt nur zwei Spiele gegen die Fellbach Warriors und Reutlingen Eagles gewonnen werden. Die 24:0-Niederlage im letzten Saisonspiel bei den Reutlingen Eagles besiegelte den nächsten Abstieg. Nach dieser Saison in der das Team an den meisten Spieltagen an der Mindestkaderstärke von 25 Spielern kratzte, ging es in die viertklassige Oberliga Baden-Württemberg.
Die Saison 2025 markierte einen Wendepunkt in der sportlichen Negativspirale, welche das Herrenteam der Scorpions die letzten Jahre durchlebte. Mit einer Bilanz von 9 Siegen und 3 Niederlagen beendete man die Saison auf Platz 2 der Oberliga Baden-Württemberg und qualifizierte sich für die Aufstiegsrelegation gegen den Tabellenvorletzten der Regionalliga, die Schwäbisch Hall Unicorns II. Nachdem die zweite Mannschaft der Unicorns aber ihre Teilnahme an den Relegationsspielen absagte, stand der direkte Wiederaufstieg für die Scorpions fest.
Scorpions Sisters
Die Stuttgart Scorpions Sisters, die Damenmannschaft des Vereins, wurde 2002 gegründet und spielte zunächst nur Freundschaftsspiele. Mit der Neugründung der 2. Damenbundesliga (DBL2) im Jahr 2008 trat sie dieser unmittelbar bei und ist seitdem mit wenigen Unterbrechungen Teil des deutschen American-Football-Ligasystems für Frauen.
Zur Saison 2008 der Damenaufbauliga, wie die DBL2 anfangs hieß, gibt es allerdings nur lückenhafte Nachweise. Bis einschließlich der Saison 2011 beendeten die Sisters die Spielzeiten nur auf einem Platz in der zweiten Tabellenhälfte, womit ihnen die Teilnahme an den Play-offs und damit Aufstiegsmöglichkeit in der 1. Bundesliga (DBL) verwehrt blieb.
Ab der Saison 2012 kam es zum ersten Leistungsanstieg der Sisters, der ihnen mit einer perfekten Saison zunächst den Gruppensieg bescherte. Nach einem 66:0 im Halbfinale gegen die Braunschweig Lady Lions standen sie im Finale den Wolfenbüttel Black Widows gegenüber. Obwohl sie diese ebenfalls ohne Gegenpunkte mit 36:0 besiegen konnten und sich den Zweitligameistertitel sichern konnten, entschieden sich die Sisters gegen einen Aufstieg in die DBL.
Mit der Saison 2013 schlossen die Sisters zunächst an ihren Vorjahreserfolg an und errangen erneut ungeschlagen den Gruppensieg. Im Halbfinale standen sie ebenfalls wie im Vorjahr den Braunschweig Lady Lions gegenüber, die zwar weniger deutlich, aber dennoch mit 14:6 besiegt werden konnten. Als Kontrahenten aus der Gruppe Nord qualifizierten sich die ebenfalls ungeschlagenen Cologne Falconets für das Finale gegen die Sisters. Mit einem Endstand von 6:36 schafften es die Sisters nicht, ihren Titel zu verteidigen.