Das Fürstentum Anhalt-Bernburg war ein deutsches Fürstentum zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, des Rheinbundes und des Deutschen Bundes. Es bestand unter diesem Namen von 1252 bis 1468 und von 1603 bis 1863. Dann wurde das Territorium in das Herzogtum Anhalt eingegliedert. miniatur|Wappen des Fürstentums

Geschichte Ältere Linie Anhalt-Bernburg Nach dem Tod von Heinrich I. von Anhalt im Jahr 1252 entstanden durch Erbteilung des Fürstentums Anhalt die drei Fürstentümer Anhalt-Aschersleben, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen. Bernhard I. von Anhalt, zweiter Sohn Heinrichs I., erhielt die Gebiete um Bernburg und Ballenstedt und begründete dort die alte Linie Anhalt-Bernburg. Auch Staßfurt, Wiederstedt und Reppichau zählten zu seinem Herrschaftsgebiet.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 115. 1468 erlosch die regierende Fürstenfamilie im Mannesstamm mit dem Tod von Bernhard VI. und kam zum Teil sofort, zum Teil nach dem Tod seiner Witwe Hedwig von Sagan († 1497; Tochter von Johann I. von Sagan) an das Fürstentum Anhalt-Zerbst.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 222.

miniatur|Die anhaltischen Fürstentümer 1747 bis 1793 mini|Schloss Bernburg

Neue Linie Anhalt-Bernburg Im Jahr 1603 beschlossen die fünf anhaltischen Fürsten eine Erbteilung in Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Plötzkau und Anhalt-Zerbst zum Jahr 1611. Zum Fürstentum Anhalt-Bernburg unter Christian I. gehörten demnach Bernburg, Plötzkau, Ballenstedt, Gröbzig, Hoym, Harzgerode und Güntersberge sowie stolbergische Pfandgüter.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 312. Durch Erbteilung wurde 1635 das Fürstentum unter den Söhnen Christians I. in Anhalt-Bernburg (Christian II.) und die Nebenlinie Anhalt-Harzgerode (Friedrich) aufgespalten; die beiden Teile wurden 1709 – nach dem Tod von Wilhelm Ludwig von Anhalt-Bernburg-Harzgerode – erneut vereinigt.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 335, 400.

Mit dem Tod von Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg im Jahr 1718 kam es zu einer erneuten Erbteilung: Der erstgeborene Sohn Karl Friedrich wurde Fürst von Anhalt-Bernburg, sein Bruder Lebrecht erhielt das kleine Fürstentum Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym, das er um das schaumburgische Erbe seiner Frau ergänzt hatte.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 409. Es handelt sich hierbei um eine Nebenlinie, die nur mit Gütern ausgestattet wurde (Paragium), über welche die Linie Anhalt-Bernburg die Landeshoheit behielt.

Kaiser Franz II. erhob Alexius Friedrich Christian am 17. April 1806 zum Herzog.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 409. 1812 kam es durch den Tod von Viktor II. Karl Friedrich von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym zur erneuten Zusammenführung der beiden Teilterritorien.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 540. Seit 1815 war das Herzogtum Mitglied des Deutschen Bundes.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 552.

1847 starb Heinrich von Anhalt-Köthen kinderlos und Anhalt-Köthen fiel an Anhalt-Bernburg, dessen Herrscher Alexander Carl allerdings krankheitsbedingt nicht mehr regierungsfähig war, weshalb Leopold IV. Friedrich von Anhalt-Dessau als anhaltischer Senior alle drei Gebiete verwaltete. 1853 schlossen die Regenten von Anhalt-Bernburg und Anhalt-Dessau einen Haus- und Familienvertrag, der die formale Wiedervereinigung einleitete, die nach dem Tod Alexander Carls im Jahr 1863 mit der Bildung des Herzogtums Anhalt abgeschlossen wurde.Geschichte Anhalts in Daten, 2014, S. 608, 636–637, 658.

Die Hauptstadt des Territoriums war Bernburg, Landesherren waren die askanischen Fürsten von Anhalt-Bernburg und ihre Residenz Schloss Bernburg.

Familienmitglieder Johann I. (Anhalt), Johann I. Fürst von Anhalt-Bernburg († 1291), deutscher Landesfürst aus dem Geschlecht der Askanier Bernhard II. (Anhalt-Bernburg) (* um 1260; † nach 26. Dezember 1323), regierender anhaltischer Landesfürst aus dem Geschlecht der Askanier mini|135px|Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1705) Bernhard III. (Anhalt) († 20. August 1348), regierender anhaltischer Landesfürst aus dem Geschlecht der Askanier Bernhard IV. (Anhalt) († 28. Juni 1354), regierender anhaltischer Landesfürst Christian I. (Anhalt-Bernburg) (1568–1630), regierender Fürst von Anhalt-Bernburg, ab 1595 Statthalter der Oberpfalz Ernst von Anhalt-Bernburg (1608–1632), Obrist im Dreißigjährigen Krieg Friedrich von Anhalt-Bernburg-Harzgerode (1613–1670), erster Fürst von Anhalt-Harzgerode Viktor I. Amadeus (Anhalt-Bernburg) (1634–1718), seit 1656 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg Wilhelm (Anhalt-Harzgerode) (1643–1709), letzter Fürst von Anhalt-Harzgerode Karl Friedrich (Anhalt-Bernburg) (1668–1721), von 1718 bis 1721 regierender Fürst von Anhalt-Bernburg Elisabeth Albertine von Anhalt-Bernburg (1693–1774), durch Heirat Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen Viktor II. Friedrich (Anhalt-Bernburg) (1700–1765), Fürst von Anhalt-Bernburg Friedrich Albrecht (Anhalt-Bernburg) (1735–1796), regierender Fürst von Anhalt-Bernburg aus dem Hause der Askanier mini|135px|Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym (1718) Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Bernburg (1744–1827), durch Heirat seit 1764 Fürstin von Anhalt-Zerbst Pauline Prinzessin von Anhalt-Bernburg (1769–1820) durch Heirat seit 1796 Fürstin Pauline zur Lippe Lebrecht (Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym) (1669–1727), erster Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym Viktor I. Amadeus Adolf (1693–1772), zweiter Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym Karl Ludwig (1723–1806), dritter Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym und holländischer General Viktor II. Karl Friedrich (1767–1812), letzter Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym Hermine von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym (1797–1817), Erzherzogin von Österreich Emma von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym (1802–1858), Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym und von 1845 bis 1852 Regentin des Fürstentums Waldeck und Pyrmont

Regierende Herzöge 1630 bis 1656 Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599–1656) 1807 bis 1834: Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg (1767–1834) 1834 bis 1863: Alexander Carl von Anhalt-Bernburg (1805–1863)

Siehe auch Liste der Fürsten von Anhalt-Bernburg Anhalt Dialekte in Sachsen-Anhalt Anhaltische Mundart

Literatur Geschichte Anhalts in Daten, herausgegeben vom Studium Hallense e. V. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014. ISBN 978-3-95462-229-0.

Weblinks

Überlieferung des Fürstentums Anhalt-Bernburg im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau

Einzelnachweise

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