Die Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) 1869 e. V. (kurz DAV Schwaben) ist eine Sektion des Deutschen Alpenvereins. Die Sektion ist mit Mitgliedern (Stand: ) einer der größten Sportvereine Deutschlands (aktuell Rang 15) und die drittgrößte Sektion des Deutschen Alpenvereins. Nach dem VfB Stuttgart und vor der Sektion Stuttgart des DAV ist sie der zweitgrößte Sportverein in Stuttgart.
Gründung Die am 28. Oktober 1869Alpenverein-Schwaben.de: Sektionsgeschichte gegründete Sektion Schwaben ist eine der ältesten des Deutschen Alpenvereins, sie wurde kurz nach der Gründung des Hauptvereins unter anderem von Theodor Harpprecht ins Leben gerufen.
Die Gründungsmitglieder waren C. Bach, Blum, Obertribunalrat v. Föhr, Gantter, Freiherr von Gemmingen, Theodor Harpprecht, Kreisrichter Hegler, Dozent Negele, Stadtrichter Hermann, Justizassessor Pischek, Rechtsanwalt Tafel. Die Sektion Schwaben gehörte zu den Gründersektionen des DAV, der kurz zuvor in München gegründet wurde.
Geschichte Der erste Vortrag bei der Sektion Schwaben war über die Südtäler des Monte Rosa von Professor Ganter im Jahr 1870.
1874 wurden die Mitgliedsbeiträge auf 2 Mark angehoben.
1878 wurde ein Darlehen aufgenommen, um über 300 Bücher für 300 Mark zu kaufen, die aus dem Nachlass von Professor Ganter stammten, welche der Grundstein für die heute noch existierende Sektionsbücherei waren.
1880 wurde eine Hüttenkasse eingerichtet und ein Ausschuss ermächtigt mit den Vorarbeiten für einen Hüttenbau zu beginnen, bereits 1881 wurde das Jamtal in der Silvretta als geeigneter Ort genannt, und auf Generalversammlung wurde der Hüttenbau beschlossen. Am 20. August 1882 konnte die Jamtalhütte eingeweiht werden, deren Bau 4498 Mark kostete.
Acht Jahre später wurde das Hallerangerhaus im Jahr 1901 eingeweiht.
Die Kartographierung des Jamtals wurde 1905 vervollständigt, die entstandenen Kosten übernahm die Sektion. Im selben Jahr wurde eine Schneeschuhabteilung gegründet, welche 1907 mit dem Schneeschuhverein Baiersbronn den Schwäbischen Schneeschuh-Bund gründete.
1908 wurde beschlossen, im Krabbenjoch (Lechtal) eine weitere Hütte zu bauen, welche am 1. August 1910 eingeweiht wurde.
Der Bau einer weiteren Hütte auf der Schwarzwasseralpe im Kleinwalsertal wurde 1913 beschlossen und bereits im Folgenden Jahr wurde mit dem Bau begonnen. Ebenfalls im Jahr 1914 wurde das Hallerangerhaus durch eine Lawine zerstört.
Nach dem Ersten Weltkrieg, wo Fahrten in die Alpen nicht möglich waren, konnten 1919 wieder Arbeiten an den Hütten vorgenommen werden, sodass 1920 die Schwarzwasserhütte eröffnet werden konnte; das Hallerangerhaus konnte erst vier Jahre später im Jahr 1924 neu eröffnet werden. Alsbald folgte 1925 der Kauf des Schwabenhauses bei Bürserberg im Rätikon.
1935 konnte in Schopfloch das Harpprechthaus eingeweiht werden und ein Jahr später folgte die Einweihung der Stuttgarter Hütte, die neu erbaut wurde.
Aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges wurden zwischen 1939 und 1943 sämtliche Hütten geschlossen, und im Jahr 1944, dem 75. Jubiläum der Sektion, wurde die Geschäftsstelle mit sämtlichem Inventar durch einen Bombenangriff zerstört.
Aufgrund einer Anweisung der Militärregierung musste beim Kriegsende die Sektion geschlossen werden, des Weiteren wurden sämtliche Hütten des Deutschen Alpenvereins in Österreich enteignet.
Bereits 1948 erlangte die Sektion eine „offizielle Wiederzulassung“ von der Militärregierung. Die Hütten wurden allerdings erst 1956 wieder an die Sektionen zurückgegeben.
Bei der Erstbesteigung des Alpamayo 1957 waren Bernhard Huhn, Frieder Knauss, Günter Hauser und Horst Wiedmann aus der Sektion beteiligt. Im selben Jahr konnte bei Sirchingen (Bad Urach) das Werkmannhauses eingeweiht werden.
6. Mai 1965 Die Erstbesteigung des Gangapurna (7455 m) gelang einer DAV Expedition unter der Leitung von Günter Hauser.
1975 gelang zwei Sektionsmitglieder die Erstbesteigung des Tent Peak (5500 m).
Sektionen, die aus der Sektion Schwaben hervorgingen Folgende Sektionen gingen aus der Sektion Schwaben hervor:Festschrift 125 DAV Sektion Schwaben
Die Sektion Ulm Am 19. April 1879 wurde die Sektion Ulm gegründet, aus derer am 25. Oktober 1901 die Sektion Neu-Ulm hervorging.
Die Sektion SSV Ulm 1846 des Deutschen Alpenvereins ging allerdings nicht von der Sektion Ulm aus. Vielmehr gründeten sieben Mitglieder des Turnerbundes Ulm im Januar 1912 die Sektion Turnerbund Ulm.Festschrift 125 Jahre Sektion Ulm (PDF; 13 MB)
Die Sektion Leutkirch 1881 ging die Sektion Schwarzer Grat/Leutkirch (Sektion Leutkirch) aus der Sektion Schwaben hervor.
Die Sektion Ravensburg Am 3. Mai 1888 ging aus der Sektion Ulm die Sektion Ravensburg hervor, welche die 164. Sektion des Deutschen Alpenvereins war.Festschrift 100 Jahre DAV Ravensburg
Die Sektion Tübingen Am 4. März 1891 wurde durch einen „Anstoß“ durch den Zentralausschuss und die Sektion Schwaben die Sektion Tübingen des Deutschen Alpenvereins gegründet.60 Jahre Sektion Tübingen
Die Sektion Heilbronn Am 15. Dezember 1891 wurde die Sektion Heilbronn gegründet. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sie 63 Mitglieder.Festschrift 100 Jahre Sektion Heilbronn
Ebingen, Heidenheim (Sektion Brenztal), Ludwigsburg und Schorndorf Weil die Sektion Schwaben die Ortsgruppenarbeit stark vernachlässigte, trennten sich folgende Ortsgruppen von der Sektion Schwaben im Jahr 1948 und gründeten eigene Sektionen: Ebingen Heidenheim (Sektion Brenztal) Ludwigsburg Schorndorf
Bezirksgruppen der Sektion Schwaben Die Sektion Schwaben hat insgesamt 10 noch aktive Bezirksgruppen:
Gegründet 1930 die Bezirksgruppe Aalen Gegründet 1949 die Bezirksgruppe Laichingen Gegründet 1951 die Bezirksgruppe Kirchheim Gegründet 1955 die Bezirksgruppe Ellwangen Gegründet 1966 die Bezirksgruppe Nürtingen Gegründet 1969 die Bezirksgruppe Calw Gegründet 1970 die Bezirksgruppe Rems-Murr bzw. Rommelshausen Gegründet 1982 die Bezirksgruppe Böblingen-Sindelfingen Bezirksgruppe Esslingen Bezirksgruppe Sudeten
Sektionsvorsitzende Eine chronologische Übersicht über alle Präsidenten der Sektion seit Gründung.So in den Publikationen der Sektion Schwaben. Allerdings starb der 1815 geborene Ludwig Gantter, ein Alpinist, der mehrfach über seine Gebirgstouren im Alpenfreund publizierte, bereits 1876. Sein Nachlass kam wie der von Harpprecht an die Württembergische Landesbibliothek. Vgl. Lebensdaten in: Die Handschriften der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart: Codices Poetici Et Philologici, Wiesbaden 1981, S. 55–56.DAV-Bibliothek.de: Sektionsschriften Sektion Schwaben (PDF; 13 MB), Seite 7Alpenverein-Schwaben.de: Ehrenmitglieder und Vorsitzende der Sektion Amtszeit Präsident Anmerkung 1869–1872 Ludwig Gantter Professor am Polytechnicum in Stuttgart 1872–1876 Wilhelm von Gemmingen württembergischer Konsistorialpräsident 1876–1878 Gantter 1878–1883 Herrmann Landgerichtsdirektor 1883–1897 Andreas von Renner Finanzdirektor 1897–1909 Robert Klaiber Oberfinanzrat 1909–1911 Adolf Schiedmayer Geh. Kommerzienrat 1912–1914 Robert Teichmann Reichsgerichtsrat 1914–1920 Anton Entreß 1920–1933 Paul Dinkelacker 1933–1945 Hermann Cuhorst 1945–1947 Albert Burger 1947–1949 Karl Stockinger 1949–1953 Felix Reichert 1953–1970 Eugen Heinz 1970–1979 Wilhelm Hällfritzsch 1979–1990 Ernst Schaude 1990–1999 Horst Wiedmann 1999–2008 Dieter Angst 2008–2014 Wilhelm Schloz Seit 2014 Frank Boettiger
Bekannte Mitglieder Hermann Eiselen Hans Faber Walther Flaig Günter Hauser Julius Kugy Ulrich Mann Friedrich Weiß
Hütten der Sektion Die Sektion ist im Besitz folgender Schutzhütten:Sektion Schwaben – Hütten, Alpenverein-Schwaben.de
Alpen Hallerangerhaus, (Karwendel) Jamtalhütte, (Silvretta) Schwabenhaus, (Rätikon) Schwarzwasserhütte, (Allgäuer Alpen) Stuttgarter Hütte, (Lechtaler Alpen) Sudetendeutsche Hütte, (Granatspitzgruppe)
Schwäbische Alb Harpprechthaus,Alpenverein-Schwaben.de: Harpprechthaus Gedächtnishütte (auf dem Grundstück des Harpprechthauses),Alpenverein-Schwaben.de: Gedächtnishütte Werkmannhaus,Alpenverein-Schwaben.de: Werkmannhaus.
Ehemalige Hütten der Sektion Aljažev dom (Aljažev Haus),Alpenverein.de: Aljažev Dom (Aljažev Haus) (Julische Alpen) Berghaus Hinterreute,Berghaus-Hinterreute.com: Berghaus Hinterreute (Allgäuer Alpen)
Kletteranlagen DAV Boulderzentrum und Kletterzentrum StuttgartKletterzentrum-Stuttgart.de: DAV Boulderzentrum und Kletterzentrum Stuttgart Reiner-Schwebel-KletterhalleKletterhalle-Aalen.de: Reiner Schwebel Kletterhalle Kletterhalle KirchheimAlpenverein-Schwaben.de: Kletterhalle Kirchheim DAV Boulderzentrum und Kletterzentrum Schwaben – Rockereirockerei-stuttgart.de: DAV Boulderzentrum und Kletterzentrum Schwaben - Rockerei
Weblinks Sektion Schwaben Sektionsschriften der Sektion Schwaben (Digitalisate der Bibliothek des DAV)
Einzelnachweise
Stuttgart DAV Kategorie:Vereinsgründung 1869 Kategorie:Wandern (Baden-Württemberg)