Die Kniprodestraße ist ein rund zwei Kilometer langer Verkehrsweg im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow. Sie trägt diesen Namen seit 1901 auf einer alten Wegtrasse. Der Verkehrslauf liegt zwischen dem Norden des Volksparks Friedrichshain und der Michelangelostraße (um den Jüdischen Friedhof).

Der Artikel gibt gleichfalls einen Überblick der unmittelbar angrenzenden Umgebung, um die seit 1901 bestehende Straße zu charakterisieren.

Namensherkunft Die frühe TrasseAuf einem Stadtplan von Berlin aus dem Jahre 1770 ist der Verlohrene Weg eingezeichnet des Verlorenen WegsDie Bezeichnung „Verlorener Weg“ wurde an Straßen vergeben, die zum Rand eines besiedelten Gebietes ohne eigentliches Endziel führten. lag vom Bernauer Tor (seit 1810: Königstor) nach Nordosten und führte am 1840 geplanten und 1848 fertiggestellten Friedrichshain entlang in die Feldmark mit undefiniertem Ziel (Verlorener Weg entstand, weil er sich im Weichbild „verliert“). Der Abschnitt am Park wurde als angelegte Straße ‚Am Friedrichshain‘ per 28. Oktober 1880 vom Magistrat benannt. Die weitere FührungBis 1901 ist in zeitgenössischen Stadtplänen noch Verlorener Weg eingezeichnet. an die Weichbildgrenze erhielt 1901 den Namen nach Winrich von Kniprode (um 1310–1382). Die Namenswahl entsprach der Thematik mehrerer sowie und dazu noch Straßen im Quartier mit Bezug zu Ostpreußen (einige sind auch nach herausragenden Medizinern benannt). Die letzte Wirkungsstätte Winrichs von Kniprode war Marienburg in Ostpreußen. Er bekleidete dort das Hochmeisteramt des Deutschen Ordens von 1351 bis 1382.Die Einstreuung von korrespondierenden Personennamen in die Thematik eines „Viertels“ (Danziger oder Ostpreußenviertel zwischen Danziger / Marienburger / Elbinger / Thorner > Chodowieckistraße) war um die Jahrhundertwende gängig, wie ebenfalls im nordwestlich angrenzenden Nordischen Viertel (Wisbyer / Thule- / Bornholmer / Korsörer / Osloer Straße mit : Tegner, Andersen, Björnson, Ibsen, Nordenskjöld.)

Mit benachbarten Straßen wurde die Kniprodestraße am 4. September 1974 umbenannt. Es wurden Namen von Widerstandskämpfern vergeben, die Kniprodestraße wurde nach Artur Becker (1905–1938) benannt. Er war Funktionär des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands, Reichstagsabgeordneter und Spanienkämpfer. Seit 1. November 1995, nach der politischen Wende, trägt die Artur-Becker-Straße wieder ihren traditionellen (stadtgeschichtlichen) Namen nach Kniprode.

Lage im Straßennetz

Verlauf Der Verkehrszug liegt zwischen Am Friedrichshain und der (abbiegenden) Michelangelostraße.Karte von Berlin 1:5000 (K5-Farbausgabe): Kniprode- / Virchowstraße / Am Friedrichshain / Hufelandstraße Mit Hufeisennummerierung liegt die Zählung der Grundstücke (im Süden) von und zur Kreuzung Virchow-/ Hufelandstraße. Die benannte Straße endet als 200 Meter lange Sackgasse am Jüdischen Friedhof, der Ortsteilgrenze zu Weißensee ist.Karte von Berlin 1:5000 (K5 - Farbausgabe): Kniprode-/ Michelangelostraße Die Hufeisennummerierung beginnt mit Nummer 1 an der Virchowstraße und geht bis 62 an der Ostseite. Die weitere Zählung an der Westseite läuft nord-südlich zurück. Vorbei an Ecke Anton-Saefkow-Straße mit 97 steht das Wohnhaus 122 mit der höchsten Nummer an der Ecke Hufelandstraße.Die Kniprodestraße auf der K5-Karte Gebäudealter 1992/93. Farblegende zur Bauzeit: blau: bis 1869 / violett: 1870–1899 / rot: 1900–1918 / blaugrün: 1919–1932 / gelbgrün: 1933–1945 / tiefbraun: 1946–1961 / beige: 1962–1974 / gelb: nach 1975 (… 1993)Gebäudeschäden 1945 an der Kniprodestraße. fbinter.stadt-berlin.deKarte von Berlin 1:5000 (K5-Farbausgabe): Kniprodestraße zwischen Volkspark Friedrichshain und Jüdischem Friedhof Die Kniprodestraße überquert die B 96a auf der Danziger Straße. Die Verkehrsverbindung zwischen Storkower Straße und Michelangelo-/ Ostseestraße besitzt Bedeutung als Ersatz des Stadtrings zwischen Lichtenberg und Pankow sowie Reinickendorf. Eine Umfahrung des Weißenseer Zentrums (Süd-Nord auf der Berliner Allee) ist durch den Jüdischen Friedhof nicht möglich (Rückgabe des Straßenkorridors an die Jüdische Gemeinde). Die Fortsetzung der C-Trasse des Straßenrings (Tangente) im West-/Ostverkehr ist durch Bestandsschutz für Kleingärten am zwischenliegenden Volkspark Prenzlauer Berg ausgesetzt oder ausgeschlossen.Übergeordnetes Straßennetz Planung 2025. (PDF) Berlin.de

Statistische Daten Die Kniprodestraße gehört mit Nummer 5738 im Berliner Straßenverzeichnis in ganzer Länge zum Prenzlauer Berg. Im Straßenentwicklungsplan sind die 1406 Meter zwischen Danziger und Michelangelostraße als übergeordnete Straßenverbindung (Kategorie II) eingetragen, die nach Süden liegenden weiteren 385 Meter sind eine regionale Straßenverbindung (Kategorie III). Die an die Michelangelostraße angebundenen weiteren 205 Meter sind Sackgasse bis an den Jüdischen Friedhof, als „sonstige Stadtstraße“ mit Kategorie V. Mit OKSTRA-Klasse „G“ ist die Berliner Straßenverwaltung für die Kniprodestraße verantwortlich, vorrangig das Straßen- und Grünflächenamt (Straßen- und Oberflächenamt) im Bezirksamt Pankow. Es gelten Ausstattungsvorschriften einer (öffentlichen) Fahrstraße nach RBS-Klasse „STRA“.

Stadtplanung Eine stadtplanerische Einteilung Berlins sind statistische Gebiete. Nach diesen wurde die Bebauung der Kniprodestraße drei solchen zugeordnet. Das „statistische Gebiet 111“ umfasst die Hausnummern 1–15 und 112–122 (Bötzowviertel) südlich der Danziger Straße. Nördlich der Danziger Straße teilt die Kniprodestraße das „statistische Gebiet 108“ (Grundstücke 16a-62 mit Gewerbe und Kleinbesiedlung nach Osten) und das Gebiet 109 der Hausnummern 64–111a (Mühlenviertel und Grüne Stadt) an der Westseite. Zur Verkehrsplanung wurden Verkehrszellen aus den statistischen Gebieten abgeleitet. Für die Verkehrszuordnung nach statistischen Gebieten gilt dabei „111 Greifswalder Straße-Süd“ → Verkehrszelle 1112 „Greifswalder Straße/Am Friedrichshain“ → Verkehrsteilzelle „11122 Greifswalder Straße/Pasteurstraße“ „108 Greifswalder Straße-Nord“ dazu die Verkehrszellen „1081 Greifswalder Straße / Danziger Straße“ → Teilzelle „10812 Danziger Straße/Kniprodestraße“ „1082 Ostseeplatz“ → Teilzelle „10821 Kniprodestraße/Michelangelostraße“

Jünger ist die sozialräumliche Einteilung: „Im Jahr 2006 stimmten die planenden Fachverwaltungen des Senats, der Bezirke und des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf der Grundlage der von der Jugendhilfe bereits definierten Sozialräume, ‚Lebensweltlich orientierte Räume‘ (LOR) ab. Die lebensweltlich orientierten Räume wurden am 1. August 2006 per ‚Senatsbeschluss als neue räumliche Grundlage für Planung, Prognose und Beobachtung demografischer und sozialer Entwicklungen in Berlin‘ festgelegt.“ nach Lebensweltlich orientierten Räumen (LOR).Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) Diese Struktur teilt die straßennahe Umgebung der Kniprodestraße kleinteiliger.Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) – Planungsräume: entlang der Kniprodestraße Der Ortsteil im Bezirk Pankow (Nummer 03) wird unterteilt in Prognoseräume, Bezirksregionen und Planungsräume.Datenportal: Einwohner nach Planungsräumen: „Die kleinräumigen Daten werden im Rahmen der Open Data-Initiative ohne die Nutzung einschränkende Lizenzbestimmungen angeboten, um Innovationen, Transparenz und die Beteiligung von Bürgern zu unterstützen.“ Die Unterschiede und Haus- und Grundstücksteilungen sind im Abschnitt zur Bebauung am Straßenzug ausgeführt. Die Danziger Straße verteilt die Kniprode auf zwei Prognoseräume: „0307 Südlicher Prenzlauer Berg“ zur Region „16 Prenzlauer Berg Süd“ mit dem Planungsraum „39 Bötzowstraße“ (entsprechend 03071639Kiezatlas zu 03071639), 3.924.600 m². „0306 Nördlicher Prenzlauer Berg“ mit der Bezirksregion „14 Prenzlauer Berg Ost“ auf vier Planungsräume verteilt Westseite der Kniprodestraße südlich der Bahn „34 Anton-Saefkow-Park“ (Grüne Stadt, 03061434,Kiezatlas zu 03061434 550.881 m²) nördlich der Bahn „29 Greifswalder Straße“ (besser als: Mühlenviertel, 03061429,Kiezatlas zu 03061429 853.478 m²) Ostseite der Kniprodestraße südlich der Bahn „35 Conrad-Blenkle-Straße“ (auch als „Paul-Heyse-Kiez“, 03061435,Kiezatlas zu 03061435 552.082 m²) nördlich der Bahn „30 Volkspark Prenzlauer Berg“ (03061430,Kiezatlas zu 03061430 1.211.184 m²)

Im Planungsraum „Greifswalder Straße“ (Mühlenviertel) sieht der Senat eine städtebauliche Erneuerung mit Hilfe von Fördermitteln vor. Das Gebiet stellt dabei einen Teil der Berliner Förderkulisse „Stadtumbau“ dar. Am 4. Juli 2017 beschloss das Bezirksamt das ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept). Nördlich der S-Bahn-Strecke (Kniprodenstraßenbrücke) teilt die Kniprodestraße die beiden LOR-Planungsräume „Greifswalder Straße“ und „Volkspark Prenzlauer Berg“.

Bezirksgliederung Anzumerken ist, dass der Ortsteil mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 zum Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg (Bezirk 4) gehörte (vergleiche Allgemeines zur Gliederung Berlins). Diese Gliederung blieb in der Nachkriegszeit bestehen. Damit lag die Kniprodestraße zu Ost-Berliner Zeiten im „Stadtbezirk“ und nach der politischen Wende im „Bezirk“ Prenzlauer Berg. Dieser Altbezirk kam im Jahr 2001 mit der Verwaltungsreform (Bezirksgebietsreform) als Ortsteil zum (Groß-)Bezirk Pankow. An der Zugehörigkeit der gesamten Länge der Kniprodestraße zum Prenzlauer Berg änderte sich seit der Namensgebung nichts.

Die Lage der Stadtbezirke im Bereich des Prenzlauer Bergs vor der Bildung von Groß-Berlin waren für Kniprodestraße 1–15 und 113–122 (südlich Elbinger Straße): Stadtbezirk 189f von Elbinger Straße bis Thorner Straße und Ringbahn: Stadtbezirk 190d zwischen Ringbahn und Weichbildgrenze: Stadtbezirk 191.

Eine weitere ältere Zuordnung der Kniprodestraße waren der Standesamtsbezirk 8 und das Polizeirevier 113. Der Teil südlich der Ringbahn gehörte nach der Einteilung vom 1. Juni 1906 zum Amtsgericht Berlin-Mitte, nördlich zum Amtsgericht Berlin-Weißensee. In den 1890er Jahren war das Polizeirevier 80 (Weißensee) für den Verlorenen Weg zuständig, der seinerseits mit Am Friedrichshain die östliche Reviergrenze zum Polizeirevier 51 (Landsberger Allee) bildete.Special-Plan von Berlin. Nach amtlichem Material bearbeitet. Druck und Verlag von Hans Müncheberg.Polizeidirektionen und Polizeiabschnitte. Direktion 1: Pankow/Reinickendorf: Abschnitt 16 und Kontaktbereiche (Stand 2017)

Flächennutzungsplan Für die Nutzung der Gebiete entlang der Straße ist der Flächennutzungsplan (FNP)Flächennutzungsplan Planzeichnung als Arbeitsgrundlage für die Stadtplanung entscheidend.Der FNP Berlin dient der vorbereitenden Bauleitplan nach der Art der Bodennutzung in den Grundzügen als Planungsziele. Beachtet werden nur Flächen über drei Hektar und er enthält keine grundstücksbezogenen Aussagen. Dabei unterteilt sich die Nutzung der Kniprodestraße wiederum in verschiedene Abschnitte. Die Straße selbst ist als übergeordnete HauptverkehrsstraßeAuch bei der Darstellung von Anlagen für den Verkehr beschränkt sich der FNP auf die Grundzüge der Planung. Bei den Straßen konzentriert sich der Plan auf das Netz der übergeordneten Hauptverkehrsstraßen. […] Das ergänzende Netz der örtlichen Verkehrsstraßen wird im Stadtentwicklungsplan Verkehr konkretisiert. zwischen Danziger und Michelangelostraße aufgenommen.Die Informationen in der Legende wurden zum besseren Verständnis auszugsweise als Anmerkung zugefügt. Die genauere Beschreibung der Einzelheiten an der Kniprodestraße wird bei den Grundstücken angegeben. südlich Danziger Straße vorher: Grünfläche/ParkanlageAls Freiflächen stellt der FNP Grünflächen (mit Angabe der Zweckbestimmung) […] dar. […] Grünflächen, zu denen auch Kleingärten, Friedhöfe und große Sportanlagen gehören, werden durch ein System von Grünverbindungen vernetzt, die vorhandene Strukturen wie Gewässerränder, aber auch intensiv begrünte Straßenräume nutzen.