Nixon, auch Nixon – Der Untergang eines Präsidenten, ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 1995 von Oliver Stone.
Der Film erzählt in nicht chronologischer Folge die Geschichte des 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Richard Nixon. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit von 1960 – Nixons Niederlage bei der Präsidentschaftswahl gegen John F. Kennedy – bis zu seinem Rücktritt 1974.
Handlung 1972: Eine Gruppe von Männern bereitet sich zum Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei vor. Die Einbrecher werden überrascht und verhaftet, ein Ereignis, das später als Beginn der Watergate-Affäre Bekanntheit erlangte. Die nächste Szene zeigt den angetrunkenen Nixon kurz vor seinem Rücktritt 1974, der sich von seinem Stabschef Alexander Haig Tonbandmitschnitte von Gesprächen aus dem Weißen Haus überbringen lässt, um diese auf belastendes Material abzuhören und gegebenenfalls zu löschen.
In den folgenden, nicht chronologisch angeordneten Rückblenden sieht man Stationen aus Nixons politischer Karriere, darunter seine Kampagne gegen Alger Hiss Ende der 1940er Jahre, die verlorenen Kandidaturen um das Amt des Präsidenten 1960 und den Gouverneursposten von Kalifornien 1962 und seine von zivilen Unruhen und dem Vietnamkrieg überschattete Präsidentschaft von 1969 bis 1974. Daneben finden sich Rückblicke auf seine ärmliche, streng religiös geprägte Kindheit in Südkalifornien. Erst der Tod zweier Brüder durch Tuberkulose macht es der Familie möglich, das Geld für Nixons Jurastudium aufzubringen.
Der Film porträtiert Nixon als einen um Beliebtheit buhlenden, aber sich noch im höchsten Amt zurückgewiesen fühlenden Mann, der auch den Widerspruch zwischen seinem mitunter rücksichtslosen Vorgehen und seinen von den Eltern geprägten strengen Moralvorstellungen nicht auflösen kann. Zudem fühlt er sich im Vergleich mit seinem Vorbild Abraham Lincoln und seinem einstigen Konkurrenten Kennedy minderwertig. In den späten Jahren seiner Präsidentschaft verfällt er in eine zunehmende Bitternis und Paranoia, aufgrund derer er unter anderem Mitschnitte von im Weißen Haus geführten Gesprächen anfertigen lässt. Als die Verbindungen des Weißen Hauses zum Watergate-Skandal publik werden, opfert Nixon seine engsten Vertrauten, darunter Haigs Vorgänger Bob Haldeman.
Gegen Ende kehrt der Film zu Nixons Kontrolle der von Haig ausgehändigten Tonbänder zurück. Als eine Amtsenthebung droht, raten ihm Außenminister Henry Kissinger und Haig zum Rücktritt, dem er schließlich zustimmt. Der Film schließt mit seiner Abschiedsrede an seine Mitarbeiter und Ausschnitten aus der Trauerfeier zu seinem Begräbnis 1994.
Hintergrund Nixon wurde am 20. Dezember 1995 in den USA und am 22. Februar 1996 in der Bundesrepublik Deutschland uraufgeführt.Nixon in der Internet Movie DatabaseNixon auf Turner Classic Movies Der Film lief in einer 192 Minuten langen Fassung in den Kinos und erschien später in den USA als 212 Minuten langer Director’s Cut auf DVD und Blu-ray.
Rezeption
Auszeichnungen Nixon war 1996 unter anderem für vier Oscars (Bester Hauptdarsteller Anthony Hopkins, Beste Nebendarstellerin Joan Allen, Beste Musik und bestes Drehbuch) und einen British Academy Film Award nominiert, ging jedoch leer aus. Darstellerin Joan Allen erhielt Auszeichnungen von der „National Society of Film Critics“ sowie der „Boston Society of Film Critics“, des „Kansas City Film Critics Circle“ und der „Los Angeles Film Critics Association“. Allen und Regisseur Stone erhielten je eine Auszeichnung von der „Chicago Film Critics Association“, Darsteller Ed Harris von der „Broadcast Film Critics Association“. Die „Political Film Society“ ehrte Nixon in ihrer Kategorie „Exposé“ für „Filme, die die Öffentlichkeit auf zuvor verborgene Wahrheiten über politische Prozesse aufmerksam machen“. der Political Film Society, abgerufen am 3. Mai 2012.
Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll.
Synchronsprecher Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:
Richard Nixon: Hartmut Reck Pat Nixon: Marianne Groß Alexander Haig: Helmut Gauß E. Howard Hunt: Wolfgang Condrus J. Edgar Hoover: Klaus Sonnenschein John N. Mitchell: Joachim Nottke Ron Ziegler: Bodo Wolf John Dean: Udo Schenk Henry Kissinger: Donald Arthur Hannah Nixon: Kerstin Sanders-Dornseif John Ehrlichman: Norbert Gescher H. R. Haldeman: Hubertus Bengsch Nelson Rockefeller: Hans-Werner Bussinger Charles Colson: Eberhard Prüter Murray Chotiner: Wolfgang Völz Julie Nixon Eisenhower: Maud Ackermann Jack Jones: Wolfgang Pampel Bill Rogers: Hans-Helmut Müller Bob: Eric Vaessen Clyde Tolson: Joachim Pukaß Frank Nixon: Henning Gissel Gordon Liddy: Gerald Paradies Harold Nixon: Torsten Sense Herb Klein: Hans-Jürgen Wolf John F. Kennedy: Stefan Gossler Johnny Roselli: Hermann Ebeling Lyndon B. Johnson: Erhard Köster Martha Mitchell: Bettina Schön Sandy: Anja Godenschweger Trini Cardoza: Ingolf Gorges Kubaner: Jörg Döring Moderator: Gerd Holtenau schwarzer Redner: Tobias Meister Studentin: Nana Spier TV-Regisseur: Uwe Karpa Earl: Hans Hohlbein Nachrichtensprecher: Bernd Rumpf Nachrichtensprecher: Stefan Staudinger Nachrichtensprecher: Herbert-Günther Schmidtke Nachrichtensprecher: Andreas Thieck
Weblinks
Nixon auf Turner Classic Movies Rezension auf Kinolounge.de Rezension auf Kinofenster.de Rezension auf Filmstarts.de
Einzelnachweise
Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmbiografie über Politiker Kategorie:Watergate-Affäre Kategorie:Filmtitel 1995 Kategorie:Historienfilm Kategorie:Politthriller Kategorie:Richard Nixon Kategorie:Oliver Stone