rahmenlos|rechts|Stammwappen derer von Poll Poll (Polle) ist der Name eines der ältesten baltischen uradeligen Geschlechter. Die erste urkundliche Belegung geht auf das Jahr 1325 zurück, 1721 wurde es in die Adelsmatrikel der Öselschen Ritterschaft aufgenommen. Aus dem Geschlecht gingen einige höhere schwedische und russische Offiziere sowie Ritterschaftshauptmänner hervor.
Geschichte rahmenlos|rechts|Wappen derer von Poll Der Namensursprung „Poll“ geht vermutlich auf einen westfälischen Ort namens Poll oder Polle zurückDer „Poll“ bedeutet auf niedersächsisch „die Bergkuppe, die Bergspitze“. Vergleiche Anmerkung 3) in Genealogische Handbuch der Oeselschen Ritterschaft . Mit Tilo und Andreas de Polle (von Polle) werden 1325 die wierländischen Vasallen des Königs von Dänemark Christoph II. (1276–1332) beurkundet.Reichsarchiv Kopenhagen, in Diplomatarium Danicum, 2. Reihe Band 9, S. 148, Nr. 195 Als Stammvater der öselschen Linie wird Hans Polle angeführt, der 1498 das Gut CölnLööne mõis - Köln in Kirchspiel Wolde, Oesel. Auf: Gutshöfe Estlands erwarb. Dessen Söhne Bartholomäus (* um 1522) und Johann von Polle setzten die Nachkommenschaft fort. Während sich der Familienstamm des Bartholomäus später in die I. Linie (Haus Randefer) und II. Linie (Haus Cöln) aufteilte, sowie einen schwedischen Seitenzweig gründete, der 1672 das Naturalisierungsdiplom erhielt, entstand aus dem Johannschen Stamm die Linie III. (Haus Wexholm Võhksa/Wexholm, Wexholm im Kirchspiel Wolde, Oesel. Auf: Gutshöfe Estlands ), die im Kurland ansässig wurden. Die Kurländer kehrten später auf die Insel Ösel (später estnisch Saaremaa) zurück und gingen wiederum in den Linien I und II auf. Schließlich wurde das Geschlecht in die Adelsmatrikel der Ritterschaft von Ösel, 1839/1914 in diejenige von Livland und Estland aufgenommenDer Genealoge der Oeselschen Ritterschaft, Matrikel Estonia Historical Archive, von Poll . Zu ihrem Grundbesitz auf Ösel zählten: Medel, Wexholm, Clausholm, Wesselsdorf, Arromois, Cöln, Euküll, Feckerorth, Lulupäh, Pichtendahl, Rachk, Rannaküll und Turja.
Wappen Das Siegel von 1325 zeigt als Stammwappen einen Schräglinksstrom. Das heutige Wappen zeigt in Rot einen silbernen Querstrom. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein wie der Schild bezeichneter offener Flug.
Stammlinie
Literatur Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960. Hrsg. von Wilhelm Lenz. Böhlau, Köln/Wien 1970. S. 597. Nicolai von Essen (Berab.): Genealogisches Handbuch der Oeselschen Ritterschaft, Tartu 1935, S. 270–288. August Wilhelm Hupel: Nordische Miscellaneen, Band 20/21, Materialien zu einer öselschen Adelgeschichte, Verlag v. Hirschheydt, Riga 1790, S. 76–97 Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1999, S. 470–471,
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Baltisches Adelsgeschlecht Kategorie:Russisches Adelsgeschlecht