Der Kirchenkreis Wuppertal ist einer der 37 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er umfasst fast den ganzen Stadtgebiets von Wuppertal und hat zirka 72.000 Gemeindeglieder (Stand 1. Januar 2026).offizielle Gemeindegliederzahlen der Kirchenkreise EKiR, abgerufen am 2. April 2026

Geschichte mini|Die Alte reformierte Kirche Elberfeld, Hauptkirche des Kirchenkreises Die erste kirchenkreisähnliche zentrale Verwaltungseinheit für die Prediger im Wuppertal wurde bereits in vorreformatorischer Zeit eingerichtet und entwickelte sich zum späteren Kirchspiel Elberfeld. Nach dessen Ende als kommunale Gebietskörperschaft 1845 wurden die Gemeinden Elberfelds, Barmens und Vohwinkels in den Gesamtverband des Kirchenkreises Elberfeld überführt. Die heute zu Wuppertal gehörenden ehemals westfälischen Stadtteile Langerfeld und Nächstebreck blieben noch beim Kirchenkreis Hagen.

Der Kirchenkreis Elberfeld wurde im Zuge der Neuordnung des evangelischen Kirchenwesens in der (1822 vereinigten) Rheinprovinz 1817 gemeinsam mit den anderen Kirchenkreisen gegründet. Er umfasste anfangs den gesamten Kreis Elberfeld sowie den größten Teil des Kreises Mettmann. Das Gebiet entsprach weitgehend der schon 1610 durch die Duisburger Generalsynode gegründeten Classis Elberfeld.

Die sprunghafte Bevölkerungsentwicklung Mitte des 19. Jahrhunderts bedeutete für den Kirchenkreis einen enormen Verwaltungsaufwand. Zweigstellen der Hauptverwaltung wurden in Barmen an der heutigen Pauluskirchstraße und der Sternstraße in Oberbarmen errichtet. 1878 wurde der Kirchenkreis Niederberg, 1898 der Kirchenkreis Barmen aus dem Kirchenkreis herausgelöst. Mit der Stadtgründung 1929 wurden nunmehr auch die Kirchengemeinden in Langerfeld, Nächstebreck und Beyenburg in den Kirchenkreis Barmen überführt, die beiden Gemeinden Cronenbergs und die beiden Gemeinden Ronsdorfs kamen zum Kirchenkreis Elberfeld. 1975 folgte schließlich im Rahmen des Düsseldorf-Gesetzes die Eingemeindung Dönbergs und Schöllers nach Wuppertal, allerdings blieben diese Randlagen Teil des Kirchenkreises Niederberg. Am 20. März 2004 beschlossen die Kreissynoden Elberfelds und Barmens schließlich die Bildung des neuen Kirchenkreises Wuppertal.

Der Kirchenkreis Wuppertal entstand zum 1. Januar 2005, die Leitung des neuen Kirchenkreises übernahm der Barmer Superintendent Manfred Rekowski. Im Dezember 2012 wurde Pfarrerin Ilka Federschmidt, bis dato Synodalassessorin im Kirchenkreis, erste hauptamtliche Superintendentin des Kirchenkreises. Er zählte im Oktober 2016 99.700 Mitglieder und gehört damit zu den zehn größten Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland.Geschichte des Kirchenkreises Wuppertal

Im Kirchenkreis Wuppertal wird im Jahr 2026 zum ersten Mal das Amt des Superintendenten auf zwei gleichberechtigte Amtsträger aufgeteilt. Katharina Pött, Pfarrerin der Gemeinde Langerfeld und Dr. Jochen Denker, Pfarrer der reformierten Gemeinde Ronsdorf, werden das Amt ab dem 5. März 2026 übernehmen. Frank Schulte, Pfarrer der Gemeinde Gemarke-Wupperfeld wird neuer Synodalassessor. Alle drei werden diese Ämter neben ihren Gemeindepfarrstellen ausführen. Der Kirchenkreis teilt die Superintendentur auf, um Kirchenleitung und die Nähe zur Gemeinde zu verbinden.

Mitgliederstatistik Laut der Volkszählung 1987 waren damals eine absolute Mehrheit 50,4 % – 178.700 der 354.400 – Einwohner evangelisch. Die Zahl der evangelische Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken. Anfang 2019 hatte der Kirchenkreis Wuppertal 340.300 Einwohner, davon 27,2 % (92.700) Protestanten. Tabelle 2.2 Gemeindeglieder und Konfessionsanteil nach Kirchenkreisen Kirchenkreis Wuppertal, abgerufen am 13. September 2020 Anfang 2023 lebten im Gebiet des Kirchenkreises 340.900 Einwohner, davon 23,9 % Protestanten.Statistik der Evangelischen Kirche im Rheinland 2024: Tabelle 2.2 Gemeindeglieder und Konfessionsanteil nach Kirchenkreisen, abgerufen am 13. Februar 2025.

Gemeinden Zum Kirchenkreis gehören (Stand Februar 2025) 17 Kirchengemeinden:

Beyenburg-Laaken Die Kirchengemeinde Beyenburg-Laaken entstand im Oktober 2003 als Zusammenschluss der beiden bis dahin eigenständigen Kirchengemeinden Beyenburg mit Laaken-Blombacherbach und zählte im Juni 2016 2.099 Mitglieder. Sie umfasst im Wesentlichen die Ortsteile Beyenburg-Mitte, Herbringhausen und Hammesberg, und verfügt über zwei Kirchen und zwei Gemeindezentren. Auch der Friedhof Am Kriegermal ist als letzter Friedhof in Wuppertal noch in Trägerschaft der Kirchengemeinde.Geschichte der Kirchengemeinde Beyenburg-Laaken

Im Rahmen der Umstrukturierung der Evangelischen Wuppertaler Kirchengemeinden in zusammengeschlossene "Weggemeinschaften" ist der Zusammenschluss der Kirchengemeinde Beyenburg-Laaken mit den Kirchengemeinden Heckinghausen sowie Reformiert und Evangelisch Ronsdorf ab 2030 vorgesehen, aufgrund innergemeindlichen Widerstandes der Gemeinden in Ronsdorf und Beyenburg ist eine endgültige Entscheidung erst zur Novembersynode 2023 zu erwarten.Synode: Kooperationen und weniger Pfarrstellen - Wuppertaler Rundschau vom 12. Juni 2022

Cronenberg-Küllenhahn

Die Geschichte der Kirchengemeinde Cronenberg reicht bis zum Jahr 1582 zurück, als die Reformierte Gemeinde Cronenberg gegründet wurde. Die Cronenberger Lutheraner wurden noch bis zur Gemeindegründung 1773 von Solingen betreut. 1955 trennte sich die Gemeinde Küllenhahn ab und wurde selbständig, 2003 folgte die Vereinigung der Evangelisch-Lutherischen mit der Reformierten Gemeinde zur Evangelischen Kirchengemeinde Cronenberg,Zur Geschichte unserer Gemeinde auf der Website der Gemeinde, abgerufen am 13. Februar 2025. welcher Mitte 2016 7.342 Mitglieder angehören. Im Januar 2024 schlossen sich die Kirchengemeinden Cronenberg und Küllenhahn wieder zusammen.

Die Gemeinde umfasst die Ortsteile Hahnerberg, Cronenberg-Mitte, Sudberg, Küllenhahn und den Wuppertaler Teil der Kohlfurth. Sie verfügt über zwei Kirchen und zwei Gemeindehäuser sowie über einen Gottesdienstsaal in der mittlerweile zum Kindergarten umgebauten Friedenskirche.Website der Gemeinde, abgerufen am 13. Februar 2025.

Elberfeld-Nord Die Kirchengemeinde Elberfeld-Nord entstand 1981 durch Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Auferstehungskirchengemeinde am Katernberg und der Reformierten Kirchengemeinde Elberfeld-Nord. Im Januar 2003 folgte der Anschluss der lutherischen Kreuzkirchengemeinde, seit 2005 ist auch die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde am Kolk Teil der Großgemeinde. Mit 10.047 Mitgliedern Mitte 2016 ist die Gemeinde Elberfeld-Nord nach Mitgliederzahl die größte der Gemeinden im Kirchenkreis. Sie umfasst im Wesentlichen Teile von Elberfeld-Mitte sowie die Nordstadt, Nevigeser Straße, den Eckbusch sowie Siebeneick und verfügt über fünf Gottesdienststätten.Geschichte der Kirchengemeinde Elberfeld-Nord auf der Internetseite der Kirchengemeinde Elberfeld-Nord

Ab 2030 ist der Zusammenschluss der Gemeinde Elberfeld-Nord zur Weggemeinschaft zusammen mit den Kirchengemeinden Uellendahl-Ostersbaum, Elberfeld-West und Südstadt vorgesehen.

Elberfeld-Südstadt Die Elberfelder Südstadtgemeinde entstand bei der Teilung der reformierten Gemeinde Elberfelds 1964 aus dem ehemaligen Südbezirk. Die ehemals lutherische Christuskirchengemeinde Elberfeld-Süd entstand durch Teilung der Lutherischen Gemeinde Elberfelds in sechs Gemeinden. Schon 1970 vereinigten sich beide Gemeinden zur Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt mit zwei Kirchen und einem Gemeindezentrum. Im Juni 2016 zählte die Gemeinde 6.848 Mitglieder; sie umfasst die Südstadt, den Grifflenberg sowie Teile des Friedrichsbergs.Geschichte der Südstadtgemeinde Elberfeld-Südstadt

Ab 2030 ist der Zusammenschluss zur Weggemeinschaft mit den Gemeinden Uellendahl-Ostersbaum, Elberfeld-West und -Nord vorgesehen.

Elberfeld-West Die Evangelische Kirchengemeinde Elberfeld-West entstand am 1. Januar 1981 aus Teilen der lutherischen Auferstehungskirchengemeinde am Katernberg und der reformierten Kirchengemeinde Elberfeld-Mitte. Wenig später folgte die lutherische Trinitatiskirchengemeinde am Arrenberg. Mitte 2016 gehören der Gemeinde 5.163 Mitglieder an, sie verfügt über eine letzte verbliebene Kirche am Ostende des Gemeindegebiets sowie das ehemalige Gemeindezentrum der Trinitatiskirche. Zum Gebiet der Gemeinde gehören Teile von Elberfeld-Mitte, der Arrenberg, der Nützenberg, die Varresbeck und das Villenviertel Brill.Zur Geschichte der Gemeinde Elberfeld-West auf der Internetseite der Kirchengemeinde

Ab 2030 ist der Zusammenschluss zur Weggemeinschaft mit den Kirchengemeinden Uellendahl-Ostersbaum, Elberfeld-Nord und Südstadt vorgesehen.

Gemarke-Wupperfeld Die Evangelische Kirchengemeinde Gemarke-Wupperfeld in Barmen entstand 2008 durch Fusion der bis dahin in einem gemeinsamen und von Gemarke dominierten Gemeindeverbandes organisierten vier Kirchengemeinden Gemarke, Wupperfeld, Heidt und Hatzfeld. Sie ist mit 9.437 Gemeindemitgliedern im Juni 2016 die nach Mitgliederzahlen zweitgrößte Gemeinde im Kirchenkreis Wuppertal. Die die Ortsteile Hatzfeld, Barmen-Mitte, Oberbarmen-Schwarzbach und den Heidt umfassende Kirchengemeinde erlangte mit der kirchenmusikalischen Tradition der 2014 geschlossenen Alten Kirche Wupperfeld und dem Wirken diverser hochrangiger Kirchenmusiker wie Joachim Dorfmüller und Winfried Pesch überregionale Bekanntheit. Nach Durchsetzung eines rigorosen Sparkurses innerhalb der weiterhin deutlich von der Gemarker Kirche aus dominierten Kirchengemeinde verfügt sie nach Schließung der Alten Kirche Wupperfeld und der Hatzfelder Kirche noch über zwei Kirchen mit zwei Gemeindehäusern sowie einen Kirchsaal in Oberbarmen.Geschichte der Kirchengemeinde Gemarke-Wupperfeld in Barmen

Ab 2030 ist der Zusammenschluss zur Weggemeinschaft mit den benachbarten Kirchengemeinden Unterbarmen und Unterbarmen-Süd vorgesehen.

Heckinghausen Die Vereinigte Evangelische Kirchengemeinde Heckinghausen entstand zum 1. Januar 1984 durch Vereinigung von Teilen der im Jahre 1702 gegründeten reformierten Gemeinde Gemarke und der im Jahre 1777 gegründeten lutherischen Kirchengemeinde Wupperfeld. Sie zählt im Juni 2016 2.676 Mitglieder auf dem Gebiet des Stadtteils Heckinghausen sowie Rauental und ist somit nach Küllenhahn geografisch die zweitkleinste Gemeinde im Kirchenkreis. Neben dem Paul-Gerhardt-Haus an der Rübenstraße als Gottesdienststätte und Gemeindezentrum verfügt die Gemeinde über die Auferstehungskirche am Friedhof Norrenberg als zweite Predigtstätte. Diese ist zwar in Trägerschaft des Evangelischen Friedhofsverbandes Wuppertal und wird von diesem vorrangig als Friedhofskapelle genutzt, findet aber insbesondere an Feiertagen und zu Trauungen als Gottesdienststätte der Kirchengemeinde Heckinghausen Nutzung. Zudem verfügt die Gemeinde über ein Stadtteilcafé an der Heckinghauser Straße im Zentrum des Stadtteils und mehrere seniorengerechte Wohnungen.Verband Evangelischer Kirchengemeinden in Oberbarmen, Fritz Mehnert (Hrsg.): Oberbarmer Gemeindegeschichte, Wuppertal 2002

Ursprünglich war vorgesehen, die Kirchengemeinde Heckinghausen ab 2030 mit den beiden Ronsdorfer Gemeinden und der Gemeinde Beyenburg-Laaken zur Weggemeinschaft zusammenzuschließen, die Entscheidung darüber wurde auf Wunsch der Gemeinden in Ronsdorf und Beyenburg auf die Novembersynode 2023 verlegt.

Langerfeld Das ursprünglich westfälische Langerfeld kam erst mit Stadtgründung Wuppertals zum Kirchenkreis Barmen. Im Jahre 1766 wurde die lutherische Gemeinde mit Einrichtung eines eigenen Gottesdienstsaales in der Schule Spitzenstraße selbstständig und löste sich vom Kirchspiel Schwelm. Mitte der 1920er Jahre entstanden Pfarrbezirke in Pülsöhde und auf der Hilgershöhe. Mitte 2016 zählt die Gemeinde 6.497 Mitglieder mit zwei Kirchen und Gemeindezentren. Das Gebiet der Gemeinde umfasst Langerfeld-Mitte, die Fleute, Jesinghauser Straße, die Hilgershöhe, Ehrenberg und einen kleinen Teil von Löhrerlen. Evangelische Kirchengemeinde Langerfeld