kunststoffcampus bayern – Technologietransfer- und Studienzentrum Weißenburg (kurz: kcb) ist eine Forschungs- und Bildungseinrichtung mit Sitz in der Richard-Stücklen-Straße 3 in Weißenburg in Bayern, einer Großen Kreisstadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Seit Herbst 2025 liegt die Gesamtverantwortung für Technologietransferzentrum (TTZ) und Studienzentrum (SZ) bei der Hochschule Ansbach; zuvor wurde der Campus gemeinsam von der Hochschule Ansbach und der Technischen Hochschule Deggendorf getragen. Gesamtleiter ist Marco Wacker.

Geschichte Ziel der Einrichtung ist die Forschung im Bereich der Kunststofftechnologie, da die kunststoffverarbeitende Industrie den Hauptwirtschaftszweig Altmühlfrankens darstellt. Errichtet wurde der Campus ab 2013 gemeinsam vom Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und der Stadt Weißenburg. Die Eröffnung war am 27. März 2015. Der Campus stellt die zweite Hochschuleinrichtung im Landkreis dar neben der Hochschule für angewandtes Management in Treuchtlingen.

Zehn Jahre nach der Gründung wurde der Campus im Zuge der Übernahme durch die Hochschule Ansbach inhaltlich und strukturell neu ausgerichtet: Die wissenschaftlich-technische Agenda des TTZ wurde auf die strategischen Schwerpunkte „Protective“, „Smart“ und „Nachhaltigkeit“ fokussiert.

Studienzentrum (SZ) Das Studienzentrum Weißenburg, seit 2013 von der Hochschule Ansbach verantwortet, bietet folgende Studiengänge an:

Bachelor „Angewandte Kunststofftechnik“ (B. Eng.), seit 2013 Bachelor „Strategisches Management“ (B. A.), seit 2014 Master „Polymer Technology and Management“, ab 2027

Weitere Bildungspartner sind die IHK-Akademie Mittelfranken (Ausbildung zum Industriemeister) und die Fachschule für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie Weißenburg (bfz Mittelfranken).

Technologietransferzentrum (TTZ) Das TTZ betreibt angewandte Forschung und Entwicklung in der Kunststoff- und Kunststoffverbundtechnik. Die Arbeitsgruppen fokussieren sich auf drei strategische Säulen: „Protective“, „Smart“ und „Nachhaltigkeit“. Wacker vertritt dabei das Themenfeld „Smart and Protective Polymer Systems“, Rychkov das Lehrgebiet „Nachhaltige Kunststofftechnik“ mit Schwerpunkten auf funktionsintegrierten und -erweiternden Werkstoffen (u. a. elektroaktive Polymerfolien, elektrische Isolationsmaterialien, Aktuatoren, Sensoren) sowie der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie.

Für Unternehmen und Forschungspartner bietet das TTZ folgende Dienstleistungen an:

Beratung und Kooperation – Beratung bei der Kunststoffauswahl, additive Fertigung mittels 3D-Druck, Compoundierung und Spritzgießen von Kleinmengen sowie Unterstützung bei Schadensfallanalysen Analytik und Mikroskopie – u. a. FT-IR-Spektroskopie und -Mikroskopie, Thermogravimetrie (TGA), Dynamische Differenzkalorimetrie (DSC), Lichtmikroskopie sowie Farbmessung Fertigungstechnik – u. a. Zweikomponenten-Spritzgießmaschine, Zweischneckenextruder, Miniextruderlinie und 3D-Druck Werkstoff- und Bauteilprüfung – u. a. mechanische Prüfung (Zug-, Druck-, Biege- und Torsionsversuche), Klima- und Bewitterungsprüfung (u. a. Xenon-Prüfkammer, UV-Schnellbewitterung), Schmelzindex- und Härteprüfung Motion-Plattform – ein achtaktuatoriger Prüfstand zur Simulation dynamischer Bewegungen (Translation und Rotation bis 20 Hz, Beschleunigung bis 40 m/s²) unter definierten Klimabedingungen (−40 °C bis +70 °C), u. a. für Anwendungen in der Automobilindustrie; ergänzt durch Shakersysteme zur Störgeräuschanalyse (Buzz, Squeak, Rattle) in Kooperation mit der AKE technologies GmbH

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Weissenburg Kategorie:Bildung in Weißenburg in Bayern Kategorie:Organisation (Weißenburg in Bayern) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 2015