mini|Der östliche Haupttrakt, das heutige Finanzamt Ingolstadt Die Friedenskaserne ist eine ehemalige Kasernenanlage in Ingolstadt. Ihre beiden zwischen 1878 und 1880 für die Bayerische Armee errichteten Hauptgebäude waren Teil der Landesfestung Ingolstadt und werden heute als Finanzamt und als Polizeidienststelle genutzt.
Name Der Name „Friedenskaserne“ rührt daher, dass das Gebäude anders als zum Beispiel das fast 20 Jahre früher erbaute Kriegsspital nicht „bombensicher“ im Sinne eines Beschusses durch damalige Artillerie war. Der Name wurde aus gleichem Grund auch für Kasernen an anderen Standorten wie Neu-Ulm verwendet.
Baubeschreibung Die beiden langgestreckten, etwa je 140 Meter breiten Haupttrakte mit flachen Walmdächern und identischer Fassadengliederung in Sichtziegelmauerwerk bestehen jeweils aus einem viergeschossigen Hauptbau, viergeschossigen Eckbauten und dreigeschossigen Verbindungsbauten. Die zugehörigen beiden langgestreckten Pulvermagazine haben Satteldächer und eine verzahnte Eckquadererung.
Bau- und Nutzungsgeschichte Die beiden Pulvermagazine wurden bereits 1848 am nördlichen Rand der Altstadt errichtet. Die beiden Haupttrakte wurden von 1878 bis 1880 erbaut und beherbergten zwei Bataillone des 13. Infanterie-RegimentLebensläufe aus Franken: Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Band 6, Duncker & Humblot, 1960 S. 470, nach dem später auch die hinter der Kaserne liegende Dreizehnerstraße benannt wurde. Die Reichswehr garnisonierte hier das II. Bataillon des 20. (Bayerischen) Infanterie-Regiments, die Wehrmacht verschiedene Truppenteile. Bei Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Areal zunächst von den US-Streitkräften als Lager für Kriegsgefangene und inhaftierte Funktionäre des NS-Regimes wie den Oberbürgermeister Josef Listl genutzt.Edmund Hausfelder: Kommunalpolitik und Verwaltung in Ingolstadt während des Dritten Reiches, in: Ingolstadt im Nationalsozialismus, Stadtarchiv Ingolstadt, Ingolstadt 1995, S. 137 Danach wurde das Objekt Durchgangslager für Flüchtlinge und Displaced PersonsTobias Schönauer: Flüchtlinge und Vertriebene in Ingolstadt nach 1945, Dokumentation zur Stadtgeschichte Band 7, Stadtarchiv Ingolstadt, Ingolstadt 2008, Seite 72. 1953 pachtete die Auto Union GmbH die Friedenskaserne wie zahlreiche andere ehemalige Ingolstädter Militärbauten,Geschichte Standort Ingolstadt, Website der Audi AG so dass bei der Wiederbewaffnung die Bundeswehr 1957 die neue Pionierkaserne auf der Schanz südlich der Donau bezog. Später gab der Fahrzeughersteller die verstreuten Innenstadtliegenschaften auf und errichtete am damals nordwestlichen Stadtrand moderne Gebäude. Die Friedenskaserne stand daraufhin einige Zeit leer und wurde von 1980 bis 1984 vollständig entkernt sowie neu strukturiert. Seit der Sanierung dient der Westtrakt als Polizeidienststelle (neben der Polizeiinspektion auch die Polizeidirektion Ingolstadt, die 2008 durch das Polizeipräsidium Oberbayern Nord ersetzt wurde) und der Osttrakt als Finanzamt. Hinter dem Polizeigebäude wurden geräumige Garagenanlage für Einsatzfahrzeuge errichtet. Das östliche Pulvermagazin wird heute als Russisch-Orthodoxe Kirche St. Nikolaus genutzt. Die historischen Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Weblinks
Die Friedenskaserne (Nr. D-1-61-000-109) in der (Eintrag zur Friedenskaserne dort auf Seite 16 zugleich Hauptquelle)
Einzelnachweise
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