Die Tophar-Mumie ist ein stummes deutsches Filmdrama 'in 1 Vorspiel und 6 Akten' (so das Kinoplakat) von Dr. Johannes Guter aus dem Jahre 1920.
Mit dem Titel hat es folgende Bewandtnis:“Im alten Ägypten galt es als Beweis der allerhöchsten Treue, wenn eine Frau sich zu Ehren des verstorbenen Gatten lebendig einbalsamieren ließ. Die ägyptischen Dichter nennen diese heldenmütigen Witwen poetisch „Tophar“-Bräute, Ewigkeitsbräute.” (Walter Kabel)
Handlung Mädchen wird einbalsamiert und an Liebhaber verkauft. (GECD #43083)
Im Mittelpunkt der dramatischen Geschichte steht die in einem Mumiensarg gefangene Tänzerin Lola, die abspenstige Geliebte eines Malers und Abenteurers, der hasserfüllt im Zusammenspiel mit einem Antiquitätenhändler einen grausamen Plan entwirft …
Ausführlich ist der Inhalt beschrieben im Programmheft, das die Decla-Bioscop zu Die Tophar-Mumie 1920 herausgab.erhalten im Deutschen Filminstitut – DIF e.V., Frankfurt am Main.
Produktionsnotizen Der 6-aktige Film war eine Produktion der Decla-Bioscop AG, entstand in den Studios von Neubabelsberg bei BerlinStahnsdorfer Str. 99-101, vgl. Berliner Film-Ateliers. Ein kleines Lexikon, bei und wurde von Wilhelm Schwäbl photographiert.einen weiteren Kameramann namens Friedmann erwähnt GECD #43083. Das Szenenbild gestaltete Franz Seemann.GECD #43083 nennt noch Josef Zeyer als Co-Architekten. Die Produktionsleitung hatte Rudolf Meinert, Produzent war Erich Pommer.
Die Tophar-Mumie lag am 7. Oktober 1920 der Reichsfilmzensur in einer Länge von 1736 Metern vor und wurde von ihr unter der Nr. B00543vgl. Birett, Quellen zur Filmgesch.: “B00543 Tophar-Mumie, Die 1920”. mit Jugendverbot belegt. Die Uraufführung fand am 14. Oktober 1920 in Berlin im Kino Marmorhaus statt. Das Kinoplakat für das Marmorhaus entwarf der Graphikkünstler Josef Fenneker.
Der Film wird erwähnt in:Angaben nach GECD, The German Early Cinema Database, #43083 Der deutsche Film Vol. 2 No. 4 lebende Bild (lb) No. 33/34, 1919 Film und Presse No. 15, 1920 Film und Presse No. 16, 1920 Filmkurier No. 232, 1920 Der Film No. 41, 1920 Der Film No. 42, 1920 Lichtbildbühne No. 42, 1920 Deutsche Lichtspielzeitung No. 43, 1920 Kinematograph No. 719, 1920
und ist registriert bei Lamprecht Vol. 20 No. 304
Anmerkung: die bei IMDb und murnaustiftung.de angegebene Spieldauer von 64 Minuten ist mit Tonfilmgeschwindigkeit (24 BpS) gemessen; mit den zur Entstehungszeit gebräuchlichen 18 – 20 BpS vorgeführt liefe der Film rund 76 Minuten lang.nach Filmlängenrechner.
Literarisch-filmisches Umfeld Von Hanns Heinz Ewers gibt es eine Schauergeschichte mit dem Titel Die Topharbraut. Sie wurde erstmals veröffentlicht in dem Band „Das Grauen. Seltsame Geschichten. Erzählungen.“, erschienen bei G. Müller, München/Leipzig 1907.
Filme über Mumien und das alte Ägypten waren in der Zeit nach dem Weltkrieg durchaus populär, besonders aber nach der Entdeckung des Grabes von Tut-Anch-Amun durch Howard Carter 1922. Doch schon vorher entstanden in Deutschland Filme wie Die Augen der Mumie Ma (Ernst Lubitsch, 1918), Die goldene Mumie (Richard Eichberg, 1918), Der Schädel der Pharaonentochter (Otz Tollen, 1920) oder Das Rätsel der Sphinx (Adolf Gärtner, 1921). (vgl. Berman S. 166)
Aufführung Am 15. Juli 1921 lief „Die Tophar-Mumie“ in Dresden im Prinzess-Theater (auch Prinzeß-Lichtspiele), Prager Straße 52 am Hauptbahnhof.Erstaufführungstheater mit 890 Sitzplätzen, vgl. isgv.de
Kritik
Literatur Nina Berman: German Literature on the Middle East: Discourses and Practices, 1000–1989. Social history, popular culture, and politics in Germany. Ausgabe illustriert. Verlag University of Michigan Press, 2011, ISBN 0-472-11751-3, S. 166.
Hans Heinz Ewers: Die Topharbraut. In: Die chinesische Kreuzigung. Und andere Schauergeschichten (zusammen mit Die Spinne, Die Tomatensauce, Der letzte Wille der Stanislawa d’Asp, u. a.) Mit einem Nachwort von Axel Weiß. Wunderkammer, München 2014, ISBN 978-1-4949-3857-4. | on line bei projekt-gutenberg.org.
Basil Glynn: The Mummy on Screen: Orientalism and Monstrosity in Horror Cinema. Verlag Bloomsbury Publishing, 28. November 2019, ISBN 978-1-350-12937-5. Länge 240 Seiten, hier S. ix, 81-82 u. 180.
Wolfgang Jacobsen: Erich Pommer, ein Produzent macht Filmgeschichte. Fotos von Jörg Schöning. Stiftung Deutsche Kinemathek, Verlag Argon, 1989, ISBN 978-3-87024-148-3, Länge 204 Seiten, hier S. 172.
Walther Kabel: Das Geheimnis einer Mumie. Artikel aus: Das Buch für Alle, Illustrierte Familienzeitung, 49. Jahrgang 1914, Heft 27, S. 604–605. Verlag: Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart. on line bei wikisource.org
Gerhard Lamprecht: Deutsche Stummfilme, Band 6: „1920“, S. 304.
Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Die Geschichte der Kinematographie und ihrer Vorläufer (Der Weg des Films: Textband, Band 1) Ausgabe 2, Neuauflage. Verlag Olms, 1979, ISBN 978-3-487-08167-0, Länge 677 Seiten, hier S. 404.
Weblinks
#43083 Die Tophar-Mumie bei murnau-stiftung.de
Abbildungen Plakat von Josef Fenneker zu Die Tophar-Mumie (1920). still aus Die Tophar-Mumie (1920).[Quelle: DIF] Programmheft zu Die Tophar-Mumie (1920).
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1920 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Orient