Marius Nissen Holdt (* 9. Dezember 1877 in Kolding, Dänemark; † 27. September 1974 in Kopenhagen) war ein dänischer Kameramann beim deutschen Stummfilm und Kameramann, Produzent und Regisseur beim dänischen Tonfilm.
Leben und Wirken Über Holdts Werdegang ist derzeit kaum etwas bekannt. Ehe er zum Film stieß, erhielt er eine fotografische Ausbildung. In Deutschland ist Holdt unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nachweisbar. Von 1919 bis 1929 fotografierte er eine Reihe von minder bedeutenden Filmen diverser B-Film-Regisseure wie Willy Zeyn senior, Rolf Randolf, Wolfgang Neff, Siegfried Philippi, Leo Lasko und Adolf Trotz. Seine aufwendigste Arbeit wurde der 1922 gedrehte und zwei Jahre später erschienene Historienstreifen Die Hermannschlacht, seine ambitionierteste der lange Zeit verschollen geglaubte Antikriegsfilm Namenlose Helden, das markante Debütwerk von Kurt Bernhardt. 1926/27 hielt sich Holdt für einige Filmaufträge in der Sowjetunion auf. Mit Ende der Stummfilm-Ära in Deutschland (1929) erhielt Marius Holdt keine Aufträge mehr und kehrte anschließend nach Dänemark zurück.
Dort stand Marius Holdt ab Mitte der 1930er Jahre bei einigen wenigen Dokumentar-, Animations- und Spielfilmen hinter der Kamera und stellte mit seiner eigenen, auf Spezial- und Trickfotografie spezialisierten Produktionsfirma Daku-Film auch die eine oder andere Produktion her. 1935 produzierte und fotografierte Holdt den für Tourismus- und Werbezwecke hergestellten Dokumentarfilm Storbyens symfoni und im Jahr darauf die Filmrevue Cirkusrevyen. 1941, während der deutschen Besatzungszeit, lieferte er die Trickfotografie zu dem animierten Gebrüder-Grimm-Märchen Den tapre skrædder (Das tapfere Schneiderlein). Im Herbst 1943 besorgte Holdt die Trickfotografie für den Zeichentrickfilm Fyrtøjet (Das Feuerzeug) nach Hans Christian Andersen. Seine letzte Arbeit lieferte der 72-Jährige 1950 mit seiner Produktion und Kameraarbeit zum lediglich dreiminütigen Farbtrickfilm Grævlingen og harerne.
Filmografie als Kameramann, wenn nicht anders angegeben 1919: Die Spieler 1919: Der Kampf um die Ehe (2 Teile) 1919: Schundliteratur 1921: Gräfin Vera 1921: Morast 1921: Razzia 1922: Der Frauenkönig 1922: Bummellotte 1922: Am Rande der Großstadt 1923: Wenn Männer richten 1923: Der Geigerkönig 1924: Die Hermannschlacht 1924: Colibri 1924: Die Frau in Versuchung 1925: Namenlose Helden 1925: Menschen am Meer 1925: Künstlerliebe 1926: Спартак 1926: Митя 1926: Гамбург 1927: Цемент 1927: Непобедимые 1928: Sechzehn Töchter und kein Papa 1928: Das Schicksal derer von Habsburg 1929: Einmal um Mitternacht 1935: Broen over Lillebælt (Dokumentar-Kurzfilm) 1935: Lillebæltsbroen (auch Produktion und Regie) 1936: Cirkus-Revyen 1936: Sol over Danmark 1938: Bornholm – Danmarks Solskinsø (Dokumentar-Kurzfilm, auch Produktion) 1941: Amager bliver større (Dokumentar-Kurzfilm, auch Produktion) 1941: Den tapre skrædder 1943: Fyrtøjet (UA: 1946) 1948: Rømødæmningen (Dokumentar-Kurzfilm) 1950: Grævlingen og harerne (Dokumentar-Kurzfilm, auch Produktion und Schnitt)
Weblinks Marius Holdt auf danskefilm.dk (dänisch) Marius Holdt auf Det Danske Filminstitut (dänisch)
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