mini|x200px|Stolpersteine in Meitingen Die Liste der Stolpersteine im Landkreis Augsburg enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig im Landkreis Augsburg verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in diesem Landkreis lebten und wirkten.

Die ersten Verlegungen in diesem Landkreis fanden am 12. November 2012 in Meitingen statt.

Verlegte Stolpersteine Gablingen In Gablingen wurde ein Stolperstein verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben HIER WOHNTEVIKTORIA ROTHJG. 1920EINGEWIESEN 1940HEILANSTALT KAUFBEUREN'VERLEGT' 8.8.1941HARTHEIMERMORDET 8.8.1941'AKTION T4' Elias-Holl-Straße 21Lützelburg (1920–1941)Augsburger Allgemeine: Ein Stolperstein in Lützelburg soll an ermordete Viktoria Roth erinnern, 20. November 2020

Gersthofen

In Gersthofen wurden 17 Stolpersteine an 16 Adressen verlegt, davon drei in den zur Gemeinde zählenden Ortschaften Batzenhofen und Hirblingen. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEROSA DEISENHOFERJG. 1907EINGEWIESEN 6.9.1935KRANKENHAUS AUGSBURGZWANGSSTERILISIERTENTLASSEN 26.9.1935 Wertingerstraße 42Hirblingen wurde am 30. Juli 1907 in Hirblingen geboren. Ihre Eltern waren Martin Deisenhofer (1863–1939) und die aus Gessertshausen stammende Theresia, geborene Förg (1873–1933). Sie hatte elf Geschwister, von denen sieben im Kindesalter verstarben. Im Alter von sieben Jahren traten erstmals epileptische Anfälle auf, die sich in der Folge häuften und sie daher dem Unterricht fernbleiben musste. Ihre Leistungen in der Schule sanken erheblich. Ihre Eltern mühten sich, auch finanziell, erfolglos, um eine Heilung. Am 1. Juli 1916 wurde sie im Schutzengelheim in Lautrach untergebracht. Das Ziel Oberstufe konnte sie erreichen, doch war ihre Leistungsfähigkeit beschränkt, Intensität und Häufigkeit der Anfälle nahmen zu. Nach Ende der Schulausbildung im Jahr 1923 nahmen die Eltern Deisenhofer wieder zu sich und sie half im Haushalt. Der Bezirksarzt beantragte ihre Unfruchtbarmachung auf Grundlage des vom NS-Regime am 14. Juli 1933 erlassenen Gesetzes „zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses“. Am 30. Oktober 1934 wurde der diesbezügliche Beschluss von Amtsrichter Anhäusser, Obermedizinalrat Dr. Steidle und dem Kinderarzt Dr. Wilhelm Mayr gefasst, denn erbliche Fallsucht sei erwiesen, äußere Umstände für die Krankheit seien auszuschließen. Ihr Vater und ihr ältester Bruder wehrten sich gegen das Urteil und beauftragen Rechtsreferendar Hans Gaugenrieder mit einem Einspruch. Dieser argumentierte, dass es sich offensichtlich nicht um eine Erbkrankheit handeln könne. Das Erbgesundheitsobergericht in München verfügt die Beobachtung der Patientin und wies am 5. Juni 1935 den Einspruch zurück. Am 6. September 1935 wurde Rosa Deisenhofer im Städtischen Krankenhaus Augsburg „unfruchtbar gemacht“. Mutmaßlich kam es bei dem Eingriff zu Komplikationen, sie musste drei Wochen im Krankenhaus verbleiben. Rosa Deisenhofer starb am 19. Mai 1943 in Hirblingen „als gedemütigte Frau“, so die Erinnerungswerkstatt Augsburg.Erinnerungswerkstatt Augsburg: Rosa Deisenhofer, abgerufen am 20. August 2022

Zwei ihrer Brüder fielen im Zweiten Weltkrieg in Russland. 120px HIER WOHNTEALOIS DUREDERJG. 1899EINGEWIESEN 11.4.1935ZWANGSSTERILISIERTKRANKENHAUS AUGSBURGENTLASSEN 19.4.1935 Ludwig-Herrmann-Straße 67Gersthofen wurde am 25. März 1899 in Englmannsberg geboren. Er war ein uneheliches Kind und wurde von seinen Großeltern mütterlicherseits. In seiner Kindheit stürzte er die Stiege hinunter und wurde durch den Unfall taubstumm. Er wohnte in der Fabrikstraße 55 in Gersthofen und wollte heiraten. Er bekam kein Ehefähigkeitszeugnis, wurde eingeliefert und im April 1935 zwangssterilisiert. Er starb am 1. Januar 1985 in Friedberg.Stolperstein für Alois Dureder, 14. Juli 2020Erinnerungswerkstatt Augsburg: Stolpersteine in Gersthofen, abgerufen am 24. Mai 2021 HIER WOHNTEKRESZENZ HARTMANNJG. 1878EINGEWIESEN 1916HEILANSTALT KAUFBEUREN1925 HEILANSTALT IRSEE'VERLEGT' 27.8.1940 GRAFENECKERMORDET 27.8.1940'AKTION T4' Augsburger Straße 14Gersthofen (1878–1940)Bernhard Lehmann (Gegen Vergessen, für Demokratie): Wir möchten an die Gersthofer Bürgerin Kreszentia Hartmann mit einem Stolperstein und einer Biografie erinnern, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTEJOSEF HEIMJG. 1908VERHAFTET 1934ZUCHTHAUS STRAUBINGEINGEWIESEN 1935HEILANSTALT KAUFBEUREN'VERLEGT' 26.8.1940GRAFENECKERMORDET 26.8.1940'AKTION T4' Schmutterstraße 6Batzenhofen (1908–1940)Bernhard Lehmann (Gegen Vergessen, für Demokratie): Stolperstein für Josef Heim in Batzenhofen, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTEHERRMANN JENSCHJG. 1907IM WIDERSTAND / KPDSEIT 1933 MEHRMALS'SCHUTZHAFT'DACHAUENTLASSEN 23.10.1934 Ludwig-Herrmann-Straße 55Gersthofen wurde am 23. April 1907 geboren. Er war Zimmermann und kam 1930 nach Gersthofen. 1935 heiratete er seine Frau Rosa. Er war Mitglied der KPD, wurde deshalb im Mai 1933 verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. 18 Monate lang war er dem Terror der SS ausgeliefert. Nach der Entlassung am 23. Oktober 1934 sprach er niemals über seine Erlebnisse im KZ. Er starb am 4. Februar 1983 in Gersthofen.Stolperstein für Herrmann Wilhelm Jensch, 14. Juli 2020Bayerischer Rundfunk: Gegen das Vergessen, abgerufen am 24. Mai 2021

Die Patenschaft für den Stolperstein von Herrmann Jensch übernahm der SPD-Ortsverein Gersthofen. 120px HIER WOHNTEGEORG KOTTMAIRJG. 1909IM WIDERSTAND / KPDSEIT 1933 MEHRMALS'SCHUTZHAFT' DACHAUENTLASSEN 8.3.19351939 BUCHENWALDENTLASSEN 20.4.1942 Ludwig-Herrmann-Straße 35Gersthofen am 24. Mai 1909 geboren. Er wurde Zimmermann und trat der KPD bei. Er wurde am 15. Mai 1933 verhaftet. Von 3. Juni bis 19. August 1933 war er im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, seine Häftlingsnummer war 2047. Die Entlassung aus der sogenannten „Schutzhaft“ erfolgte am 8. März 1935. Zumindest von September 1939 bis April 1942 war er neuerlich inhaftiert, diesmal im Konzentrationslager Buchenwald. Seine dortige Häftlingsnummer war 5998.Stolperstein für Georg Kottmair, 14. Juli 2020 HIER WOHNTEJOHANN MAYERJG. 1919ZWANGSSTERILISIERT 1938EINGEWIESEN 1939HEILANSTALT KAUFBEUREN'VERLEGT' 4.6.1941HARTHEIMERMORDET 4.6.1941'AKTION T4' Heimstättenweg 6Gersthofen (1919–1941)Erinnerungswerkstatt Augsburg: Johann Mayer, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTEANNA NOLANVERH. PRÖLLJG. 1916IM WIDERSTAND'SCHUTZHAFT' 1933GEFÄNGNIS AUGSBURG1934 GEFÄNGNIS AICHACH1938 MORINGENENTLASSEN JUNI 1937 Schubertstraße,Eingang Anna-Pröll-MittelschuleGersthofen , verheiratete Anna Pröll (1916–2006)Bernhard Lehmann (Gegen Vergessen, für Demokratie): Stolpersteineverlegung für Anna und Josef Pröll auf dem Gelände der Anna Pröll Mittelschule, abgerufen am 20. August 2022 HIER WOHNTEVIKTORIAPFUNDMEIERJG. 1905EINGEWIESEN 19.1.1938KRANKENHAUS AUGSBURGZWANGSSTERILISIERTENTLASSEN 1.2.1938 Sommerstraße 7Gersthofen (1905–1966)MyHeimat: 6 weitere Stolpersteine in Gersthofen, Hirblingen und Batzenhofen erinnern an Opfer der Nationalsozialistischen Terrorherrschaft, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTEJOSEF PRÖLLJG. 1911IM WIDERSTAND'SCHUTZHAFT' 1933DACHAUENTLASSEN 20.12.1933VERHAFTET 1.9.1939DACHAU, NATZWEILER1943 BUCHENWALDBEFREIT Schubertstraße,Eingang Anna-Pröll-MittelschuleGersthofen (1911–1984)VVN Augsburg: WIDERSTAND im DRITTEN REICH, abgerufen am 20. August 2022 HIER WOHNTEGINO ROSSIJG. 1925ITALIENVERHAFTET SEPT. 1943DEPORTIERT 1943ZWANGSARBEITFIRMA TRANSEHEERMORDET 23.1.1945 Weiherweg 1Gersthofen (1925–1945)Erinnerungswerkstatt Augsburg: Gino Rossi, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTEJOHANNSTEGMÜLLERJG. 1910EINGEWIESEN 6.6.1935KRANKENHAUS AUGSBURGZWANGSSTERILISIERTENTLASSEN 12.6.1935 Wertingerstraße 6Hirblingen (1910–?)Bernhard Lehmann (Gegen Vergessen, für Demokratie): Stegmüller Johann, geb. am 23.10.1910 in Augsburg, abgerufen am 21. August 2022 HIER WOHNTEFRANZ XAVERSTERRJG. 1906IM WIDERSTAND / KPD'SCHUTZHAFT' 1933DACHAUENTLASSEN 10.12.1933ÜBERWACHT VON GESTAPO Augsburger Straße 120Gersthofen (1906–1983)Erinnerungswerkstatt Augsburg: Franz Xaver Sterr, abgerufen am 20. August 2022 HIER WOHNTEANNA STÖGBAUERJG. 1907SEIT 1934 MEHRMALSVERHAFTET UND INHAFTIERTALS ASOZIAL STIGMATISIERTDEPORTIERT 1943AUSCHWITZERMORDET 26.8.1943 Donauwörther Straße 19Gersthofen (1891–1956)Erinnerungswerkstatt Augsburg: Anna Stögbauer, abgerufen am 20. August 2022 HIER WOHNTEJOHANN BAPTISTSTURMJG. 1891IM WIDERSTAND / SPD'SCHUTZHAFT' 1933HAFTLOKAL GERSTHOFENKATZENSTADEL AUGSBURGNACH ENTLASSUNGÜBERWACHT VON GESTAPO Friedrich-Ebert-Straße 1Gersthofen (1891–1956)Erinnerungswerkstatt Augsburg: Johann Baptist Sturm, abgerufen am 20. August 2022 120px HIER WOHNTELEONHARD WANNERJG. 1913IM WIDERSTAND / KPDSEIT 1933 MEHRMALS'SCHUTZHAFT' DACHAUEINGEZOGEN ZUR WEHRMACHTMEHRMALS BESTRAFT WEGENBEFEHLSVERWEIGERUNGTOT 15.4.1944 Ludwig-Herrmann-Straße 35a wurde am 28. September 1913 in Gersthofen geboren. Er war römisch-katholisch. Er war Lokführer und Aufstecker. Wegen seiner Zugehörigkeit zur KPD wurde er politisch verfolgt, mehrfach verhaftet und interniert. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen und kam im Russlandfeldzug zum Einsatz. Er wurde mehrfach wegen Befehlsverweigerung bestraft. Er fiel am 15. April 1944.Stolperstein für Leonhard Wanner, 14. Juli 2020 120px HIER WOHNTESEBASTIAN ZACHERJG. 1885EINGEWIESEN 1937HEILANSTALT KAUFBAUREN'VERLEGT' 25.11.1940GRAFENECKERMORDET 25.11.1940'AKTION T4' Ludwig-Herrmann-Straße 19 wurde am 26. November 1885 in Gersthofen geboren. Er wurde Opfer der Aktion T4, der systematischen Ermordung von körperlich oder geistig behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Sebastian Zacher wurde am 25. November 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck verlegt und dort noch am selben Tag ermordet, einen Tag vor seinem 65. Geburtstag.Stolperstein für Sebastian Zacher, 14. Juli 2020Stadtzeitung: Stolperstein für Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde, abgerufen am 24. Mai 2021

Meitingen In Meitingen wurden drei Stolpersteine für drei Ordensleute, die den Kriegsdienst verweigerten, an einer Adresse verlegt.