mini|Schloss Straßburg mini|hochkant=0.7|Schloss Straßburg, von der Stadt aus gesehen mini|Lieding Straßburg ist eine Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Veit an der Glan in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Geographie Die Stadt liegt im Norden Kärntens im Gurktal inmitten der Gurktaler Alpen an der Gurk. Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden) Metnitz, Friesach, Micheldorf, Althofen, Mölbling, Gurk und Weitensfeld.

Stadtgliederung Die Stadt besteht aus drei Katastralgemeinden: St. Georgen, Straßburg Land und Straßburg Stadt. Das Gemeindegebiet umfasst 50 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte Vor Gründung der Gemeinde 864 schenkte König Ludwig der Deutsche dem Salzburger Erzbistum in dieser Gegend einen Besitz. Die Burg Straßburg wurde 1147 unter dem vierten Gurker Bischof Roman I. errichtet, im 15. Jahrhundert als Schloss ausgebaut und diente bis ins 18. Jahrhundert als Sitz der Gurker Bischöfe. Als Bischofssitz wurde der Ort der wichtigste Platz im Gurktal und so wurde 1229 Straßburg zum Markt erhoben und bereits 1382 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Das Stadtrecht wurde 1402 von Fürstbischof Konrad III. von Helfenberg bestätigt. In den Jahren 1473 und 1476 kam es zu zwei Türkeneinfällen in Kärnten, da die osmanische Grenze durch Gebietsgewinne von der Republik Venedig sehr nahe an Österreich-Ungarn gerückt war. Auch das Gurktal war betroffen.

Nachdem die Straßburg 1767 durch ein Erdbeben stark beschädigt worden war, wurde die Residenz der Bischöfe zunächst auf Schloss Pöckstein und schließlich 1787 nach Klagenfurt verlegt. Die Ämter der bischöflichen Gutsverwaltung blieben noch bis 1858 in Straßburg. Durch die Verlegung des Bischofssitzes und der Gutsverwaltung verlor die Stadt zusehends an Bedeutung. Seit Gründung der Gemeinde Das Gebiet der 1850 neu konstituierten Stadtgemeinde umfasste den Sprengel des ehemaligen Landgerichts Straßburg (ohne Gurk). 1925 trat die Gemeinde Straßburg einen Teil ihres Gebiets an die Gemeinde Gurk ab, betroffen davon waren Reichenhaus und Teile der Orte Kreuzberg, Gassarest, St. Peter und Passeggen.

Verkehrlich wurde die Stadtgemeinde insbesondere durch die Gurktalbahn ab 1898 erschlossen und durch sie an die Südbahn angebunden. Der Betrieb der Gurktalbahn wurde allerdings 1972 eingestellt und danach die gesamte Strecke im Bereich der Gemeinde Straßburg demontiert.

Bei der Gemeindestrukturreform 1973 gab es keine Änderungen am Umfang der Gemeinde Straßburg. 2016 kam es zu einem kleinflächigen Gebietstausch zwischen den Gemeinden Gurk und Straßburg: das Jagdhaus auf der Flatt kam von der Gemeinde Straßburg an die Gemeinde Gurk, während ein Haus von der Gemeinde Gurk an die zur Gemeinde Straßburg gehörende Ortschaft St. Johann kam.

Bevölkerung Laut Volkszählung 2001 hat Straßburg 2.335 Einwohner, davon sind 95,0 % österreichische und 1,3 % bosnische Staatsbürger. 90,8 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 1,0 % zur evangelischen Kirche und 2,2 % sind islamischen Glaubens. 3,3 % der Bevölkerung ist ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Monopteros im Schlosspark Pöckstein

Schloss Straßburg, ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Gurk Schloss Pöckstein in Pöckstein-Zwischenwässern Katholische Pfarrkirche Straßburg hl. Nikolaus Katholische Pfarrkirche Kraßnitz hl. Martin Katholische Pfarrkirche Lieding hl. Margaretha

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden fast gleich viele im Haupt- und im Nebenerwerb betrieben. Die fünf von juristischen Personen geführten Betriebe bewirtschafteten über vierzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor waren sowohl die Anzahl der Firmen als auch die Anzahl der Mitarbeiter gleichermaßen auf die Bereiche Herstellung von Waren und Bauwirtschaft aufgeteilt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste mit 140 und der Handel mit fast 100 Mitarbeitern (Stand 2011). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001 Land- und Forstwirtschaft 1)99151162119138126 Produktion301517237139169 Dienstleistung9210171354319268 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 941 Erwerbstätige in Straßburg. Davon arbeiteten 360 in der Gemeinde und 581 pendelten aus. Von umliegenden Gemeinden kamen 236 Personen zur Arbeit nach Straßburg.

Bildung Neben Kindergarten und Volksschule gibt es in Straßburg auch eine Mittelschule.

Verkehr Eisenbahn: Durch den Südosten des Gemeindegebietes verläuft die Südbahn. Der nächste Bahnhof befindet sich rund 10 Kilometer entfernt in Althofen. Von der schmalspurigen Gurktalbahn, die das Gemeindegebiet durchzog, besteht nur noch ein kurzer Abschnitt von Althofen bis Pöckstein, der für Museumszüge genutzt wird. Straße: Die wichtigste Verbindung durch das Gemeindegebiet ist die Gurktal Straße B93. Im Südosten des Gemeindegebietes liegt bei Zwischenwässern die Kreuzung der B93 mit der Friesacher Straße B317, die von Judenburg über den Perchauer Sattel nach St. Veit an der Glan führt. Von der Kernortschaft Straßburg führt nach Norden die L62c über die Prekowa ins Metnitztal bei Grades sowie nach Süden die L67b über Gunzenberg nach Meiselding.

Politik Stadtrat und Bürgermeister Der Stadtrat von Straßburg hat fünf Mitglieder. Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Pirolt (FPÖ). + Bürgermeister seit 1850 Name Zeitraum Name Zeitraum Johann Vincenz Gorton 1850–1861 Wilhelm Freidl 1937 Peter Martin 1861–1864 Matthias Sagl 1937–1938 Thomas Krall 1864–1867 Wilhelm Rothenpieler 1938–1939 Johann Vincenz Gorton 1867–1879 Franz Truppe 1939–1945 Heinrich Kaßegger 1880–1883 Eduard Dietrich 1945 Thomas Krall 1883–1886 Hans Mitteregger 1945–1950 Heinrich Kaßegger 1886–1892 Hans Trocker 1950–1951 Alois Strauß 1892–1895 Franz Truppe 1951–1953 Heinrich Kaßegger 1895–1896 Hans Trocker 1953–1959 Wilhelm Gorton 1896–1922 Hans Aichern 1959–1964 Franz Ruhdorfer 1924–1926 Wilhelm Gorton 1964–1991 Michael Stromberger 1926–1931 Ferdinand Wachernig 1991–2009 Jakob Leitgeb 1931–1932 Franz Pirolt seit 2009 Josef Truppe 1932–1935 Wilhelm Gorton 1935–1936

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern: Er setzte sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen: 9 FPÖ, 5 Straßburger Volkspartei und Unabhängige, 4 SPÖ, 1 BLS. Er setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen: 9 FPÖ, 8 Straßburger Volkspartei und Unabhängige, 2 SPÖ.

Wappen Die Führung eines Siegels ist für ca. 1346 (aufgrund der vermuteten Verleihung von Stadtrechten) erschlossen, in einer Urkunde vom 17. Februar 1382 ausdrücklich genannt, aber erst an einer Urkunde vom 12. Februar 1504 erhalten. Für Anlass und Grund der Motivwahl einer roten Rosette gibt es keine Hinweise.

Eine Bescheinigung der Wappenführung und die Neuverleihung der Flagge erfolgte am 19. Dezember 1969. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: Die Flagge ist Rot-Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften Strasburg (Uckermark), Deutschland Treppo Grande, Italien Belege siehe:

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Joseph Benedict (1809–1880), Jurist und Politiker Hermann Pischelsberger (* 7. April 1913 in Kreuth; † 23. Februar 1945), Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, im LG Wien hingerichtet Josef Guttenbrunner (1917–2000), Politiker (SPÖ) Hans Riedl (* 4. Februar 1919 in Straßburg in Kärnten; † 22. April 2007), Offizier des Österreichischen Bundesheeres Sepp Krassnitzer (* 1947), Musiker (Künstlername „Robinson“)

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

Wilhelm Gorton (* 8. Dezember 1864; † 6. Januar 1922), Politiker und Großgrundbesitzer; Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Straßburg Wilhelm Gorton (* 1. Dezember 1922; † 25. August 2016), Industrieller, Politiker (ÖVP) und Großgrundbesitzer; Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Straßburg Johann Jakob von Lamberg (1561–1630), katholischer Bischof von Gurk, gestorben in seiner Residenz zu Straßburg, beigesetzt in St. NikolausIrmgard Bezzel: Die Bibliothek des Gurker Bischofs Johann Jakob von Lamberg (1561–1630). Eine Bibliothek romanischsprachiger Drucke des 16. Jahrhundert. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel – Frankfurter Ausgabe. Band 89, (5. November) 1968 (= Archiv für Geschichte des Buchwesens. Band 62), S. 2919–2928, insbesondere S. 2920. Nik P. (* 6. April 1962 in Friesach, Kärnten), Schlagersänger und -komponist

Literatur

Weblinks

Stadtgemeinde Straßburg

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 864