Veendam () ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Groningen. Bei einer Landfläche von 76 km² hatte Veendam am eine Einwohnerzahl von . Zur Gemeinde gehören der Hauptort Veendam und das Nachbardorf Wildervank.
Lage und Wirtschaft Veendam, eine ehemalige Moorkolonie (siehe: Fehnsiedlungen), liegt etwa 20 km südöstlich der Provinzhauptstadt Groningen. Die seit 1953 nur noch im Güterverkehr bediente Eisenbahnstrecke nach Zuidbroek wird seit dem 1. Mai 2011 wieder im Personenverkehr zweimal stündlich mit durchgehenden Zügen nach Groningen befahren.Nederlandse Spoorwegen: / (Fahrplan 2015) Eine Autostraße (keine Autobahn) verbindet den Ort mit Assen und Hoogezand.
In Veendam befindet sich der Hauptsitz des AVEBE-Konzerns. Dieses Großunternehmen verarbeitet Kartoffeln zu den verschiedensten Produkten, u. a. Kartoffelstärke. Dazu gibt es viele kleinere Fabriken und Handelsunternehmen, vor allem Transport- und Logistikunternehmen. Veendam ist ein regionales Einkaufs- und Versorgungszentrum.
Geschichte Die Stelle, wo sich Veendam jetzt befindet, war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Wie alle umliegenden Orte entstand Veendam im 17. Jahrhundert, zwischen 1650 und 1655, als Siedlung von Torfstechern. 1791 wurde nahe Veendam die Moorleiche von Kibbelgaarn entdeckt.
Die Bebauung entstand entlang Moorkanälen (wijken), was im heutigen Ortsbild immer noch zu sehen ist. Im 19. Jahrhundert war Veendam ein wichtiges Zentrum der Binnenschifffahrt. Die umliegenden Ländereien eignen sich besonders zum Anbau von Industriekartoffeln. Das führte zur Gründung der Kartoffelmehl und -stärkefabrik AVEBE. Zwischen 1950 und 1980 belastete diese Industrie die Umwelt stark, insbesondere durch Wasserverschmutzung. Dann wurden Maßnahmen getroffen, die die Belastung der Umwelt reduzierten.
Veendam war der Wohnsitz von Anthony Winkler Prins, der 1866–1882 die erste Enzyklopädie in niederländischer Sprache verfasste.
Politik Gemeinderat
Im Gemeinderat waren nach den Kommunalwahlen seit 1982 die Sitze jeweils folgendermaßen verteilt: Partei Sitze 1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026 GemeenteBelangen Veendam 1 1 5 2 1 7 5 8 6 7 7 7 Federoalistische Partij Grönneger Bond – – – – – – – – – – – PvdA 10 13 9 8 10 6 10 6 4 4 5 4 GroenLinks – – – – – 1 1 2 0 1 0 D66 1 1 1 3 1 1 – 1 1 1 1 VVD 4 3 2 3 4 3 2 2 1 1 1 3 SP 0 – 0 – – – – – 4 3 3 2 CDA 4 3 3 3 3 2 2 1 2 1 1 1 VeurUutKiekn – – – – – – – 1 2 2 2 1 ChristenUnie – – – – – 1 1 1 1 1 1 1 Voorons Veendam – – – – – – – – – – – 1 Algemeen Ouderen Verbond – – – – 1 – – – – – – – Unie 55+ – – – – – – – – – – – RPF 0 0 0 0 1 – – – – – – – GPV 0 – – – – – – – P – – 1 2 0 – – – – – – – CPN 1 0 – – – – – – – – – – Gesamt 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21
Anmerkungen
Bürgermeister Seit dem 9. September 2024 ist Annelies Pleyte (VVD) amtierende Bürgermeisterin der Gemeinde. Zu ihrem College van B&W zählen die Beigeordneten Henk Jan Schmaal (Gemeentebelangen Veendam), Ans Grimbergen (PvdA), Bert Wierenga (VVD), Annelies Kleve (D66) sowie der Gemeindesekretär Arend Castelein.
Städtepartnerschaften Veendam, reformierte Kirche|mini mini|Stadion Langeleegte mini|Kulturzentrum Van Beresteyn Gniezno, Polen Ehemalige Partnerstädte Kelowna war von 1979 bis 2017 eine Partnerstadt Veendams
Sehenswürdigkeiten Das Veenkoloniaal Museum, mit Ausstellungen zur Geschichte der Gegend und der Torfgewinnung, Kunst- und anderen Wechselausstellungen, sowie eine große Sammlung archäologische Fundstücke Das Naherholungsgebiet Borgerswold
Sport In Veendam war der Fußballverein SC Veendam zu Hause, der in der zweiten niederländischen Liga, der Jupiler League spielte. Ihr ehemaliges Stadion, mit dem mundartlich geprägten Namen De Langeleegte, (Niederländisch: „De lange laagte“. Deutsch: Die lange Niederung, also nicht wörtlich: „die lange Leere“) hat circa 6500 Plätze. In der Saison 2008/2009 wurde der BV Veendam Vorletzter in der zweiten Liga. Aus Insolvenzgründen wurde der Spielbetrieb am 2. April 2013 eingestellt Hinweis zur Insolvenz.
Verkehr Veendam hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Stadskanaal–Zuidbroek, auf dem seit 2011 wieder Personenverkehr nach Groningen stattfindet.
Söhne und Töchter der Stadt Herman Johannes Lam (1892–1977), Botaniker Bert Scheunemann (* 1954), Radrennfahrer Bert Romp (1958–2018), Springreiter Peter Windt (* 1973), Hockeyspieler Renate Groenewold (* 1976), Eisschnellläuferin Mark Bult (* 1982), Handballer Niels Scheuneman (* 1983), Radrennfahrer Ferhat Görgülü (* 1991), Fußballspieler Jeroen Zoet (* 1991), Fußballspieler
Weblinks
Website der Gemeinde (niederländisch) Website des Veenkoloniaal Museums (niederländisch, deutsch, englisch, lettisch)
Einzelnachweise
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