mini|Ein Wolf wird nach Ausstattung mit einem Senderhalsband wieder in die Freiheit entlassen mini|Der regelmäßig zu beobachtende Aufenthalt an Gewässern sichert die Versorgung der Tiere mit Trinkwasser. mini|Wolfslosung enthält häufig einen sichtbaren Anteil an Haaren aus dem Fell der Beutetiere.Kontaktbüro Wölfe in Sachsen: mini|Das Monitoring ermöglicht es, den Erhaltungszustand der Populationen festzustellen. Im Idealfall ergibt sich mithilfe der Daten aus dem Monitoring als Messfühler (grün) ein Regelkreis mit Rückkopplung zu Schutzstatus und Wildtiermanagement.Large Carnivore Initiative for Europe: Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores Seite 19, Seite 36–37 Wolfsmonitoring ist ein Teilbereich des Biomonitorings und beinhaltet die Beobachtung, Aufzeichnung und statistische Erfassung von Vorkommen wildlebender Wölfe innerhalb und außerhalb von Naturschutzgebieten sowie die Erhebung und Bereitstellung detaillierter Daten. Die FFH-Richtlinie verpflichtet die EU-Staaten zum Monitoring streng geschützter Arten, um feststellen zu können, welche Wolfspopulationen den günstigen Erhaltungszustand erreicht haben. Für das Monitoring der Wölfe in Deutschland sind die Bundesländer zuständig, während die Bundesregierung verpflichtet ist, Berichte an die EU zu senden.Hans-Dieter Pfannenstiel: Der Wolf (Canis lupus L. 1758) - Stellungnahme zum Umgang mit dieser Tierart in der Kulturlandschaft Deutschlands Seite 69–70 Die Leitung hat in Deutschland das LUPUS – Institut für Wolfsmonitoring und -forschung.
Aufgabenbereiche Zum Wolfsmonitoring zählt das Erfassen der Anzahl der Wölfe in den einzelnen Lebensräumen. Dabei wird unterschieden zwischen Durchzüglern, standorttreuen Wölfen, Einzeltieren, reproduzierenden Paaren und Rudeln. Die Besiedlung neuer Gebiete erfolgt über Einzeltiere, zu denen jederzeit ein zweites dazu kommen kann. Daher werden vom Bundesamt für Naturschutz längerfristige Besiedlungen durch Einzeltiere auch zu den lokalen Populationen gezählt.Bundesamt für Naturschutz Rudelbildung, Rudelgrößen und Reproduktionsraten sollen registriert werden. Die Reviergrößen der Rudel werden ermittelt sowie die Streifgebiete einzelner Individuen und die Wanderwege von Tieren, die ihr Herkunftsrudel verlassen haben.NRZ: Landesbehörde meldet den ersten Wolf im Kreis KleveErster Wolf erreicht Berlin Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand der Wölfe werden dokumentiert, soweit die Individuen in Augenschein genommen werden können (Fachbegriff: ansprechen) oder Aufnahmen von Fotofallen und Wildkameras vorliegen. Ein wichtiger Bestandteil ist Registrieren von Wolfsnachweisen.Ettore Randi: Mammal Review 2011, Volume 41, No. 2, 99–111Jean-Marc Weber, Julien Fattebert: Wolf Monitoring in the Alps. 5th Alpine Wolf Workshop La Fouly (VS). KORA 2008L. Bradley, J. Gude, N. Lance et al.: Montana Gray Wolf Conservation and Management 2013 Annual Report Seite 4–5, PDF Seite 6–7.KORA Bericht Nr. 68, 2015: WolfsmonitoringWildtiermanagement Niedersachsen: Wolfsmonitoring Geschlecht und Abstammung können auch durch DNA-Analyse ermittelt werden.Ettore Randi: Mammal Review 2011, Volume 41, No. 2, 99–111Verena Harms, Carsten Nowak, Susanne Carl, Violeta Muñoz-Fuentes: Experimental evaluation of genetic predator identification from saliva traces on wildlife killsJournal of Mammalogy, March 2015Robert H. S. Kraus, Bridgett vonHoldt, Carsten Nowak et al.: A single-nucleotide polymorphism-based approach for rapid and cost-effective genetic wolf monitoring in Europe based on noninvasively collected samples Molecular Ecology Resources 2014Liselotte Wesley Andersen, Morten Elmeros, Peter Sunde et al.: DNA-baseret bestandsovervågning afslører ulve (Canis lupus) i Danmark Zu den Methoden der Verhaltensbeobachtung gehört die Besenderung einzelner Tiere.NDR: 20 Sender für Niedersachsens Wölfe Bei Totfunden erfolgt meist eine Obduktion. Die Herkunft des Tieres und die Todesursache werden eingetragen.Stuttgarter Zeitung 2017: Toter Wolf kommt in die RöhreNLWKN: Erneut Wolf bei Verkehrsunfall im Heidekreis getötet 2018 Auf diese Weise entstehen detaillierte Tabellen mit Eintragungen sämtlicher Wolfsnachweise sowie Verbreitungskarten, die sich auf den jeweiligen Monitoringzeitraum beziehen.Freundeskreis freilebender Wölfe: Freundeskreis freilebender Wölfe: CHWOLF: Wolfskarte DELuis Llaneza, Emilio J. García, José Vicente López-Bao: Intensity of Territorial Marking Predicts Wolf Reproduction: Implications for Wolf Monitoring PLOS 2014Katherine V. Wolley: University of Colorado, Boulder CU Scholar 2016. Seite 22, PDF Seite 23.L. David Mech, Luigi Boitani: Wolves: Behavior, Ecology, and ConservationIlka Reinhardt, Gesa Kluth, Sabina Nowak, Robert W. Mysłajek: Standards for the MonitoringL. David Mech, Shannon M. Barber-Meyer, John Erb: Wolf (Canis lupus) Generation Time and Proportion of Current Breeding Females by Age Zu den Aufgaben des Monitorings gehört auch, Weidetierhalter über neue Wolfsvorkommen zu informieren, damit sie Herdenschutzmaßnahmen ergreifen können. Die Auswirkungen von Wolfsrissen an Wildtieren auf die Situation in Fremdenverkehrsgebieten finden Beachtung.Südtirol News: Wolf reißt Reh mitten auf der Seiser Alm Zuordnung aller bekannt werdenden Wild- und Nutztierrisse zu den jeweiligen DNA-Profilen der Wölfe ermöglicht eine grenzübergreifende Aufzeichnung ihrer Wanderwege.BRF-Nachrichten: Wolf Billy ist tot
Ziele des Monitorings Populationsbiologische Forschung Das Wolfsmonitoring dient wissenschaftlichen Zwecken, besonders den populationsbiologischen und populationsgenetischen Forschungen zur Entwicklung der Wolfsbestände (demographisches Monitoring)Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz: Seite 11Hindrikson M. et al.: Wolf population genetics in Europe: a systematic review, meta-analysis and suggestions for conservation and management PMID 27682639.A. V. Stronen, B. Jędrzejewska, C. Pertoldi, D. Demontis, E. Randi, M. Niedziałkowska, M. Pilot, V. E. Sidorovich, I. Dykyy, J. Kusak, E. Tsingarska, I. Kojola, A. A. Karamanlidis, A. Ornicans, V. A. Lobkov, V. Dumenko, S. D. Czarnomska: North-South differentiation and a region of high diversity in European wolves (Canis lupus). In: PLOS ONE. Band 8, Nummer 10, 2013, S. e76454, , PMID 24146871, .Maciej Szewczyk, Sabina Nowak et al.: Dynamic range expansion leads to establishment of a new, genetically distinct wolf population in Central Europe und der Erforschung der Verhaltensökologie im Rahmen von Langzeitstudien.L. David Mech, Luigi Boitani: Wolves: Behavior, ecology, and conservationL. David Mech, Luigi Boitani: Wolves: Behavior, ecology, and conservationSenckenberg Forschung: Fachgebiet NaturschutzgenetikSenckenberg Research Institute: Conservation GeneticsZeitschrift UmweltBriefe Heft 04/2016: Aus Kommunen und ForschungVadim E. Sidorovich et al.: Wolf Canis lupus numbers, diet and damage to livestock in relation to hunting and ungulate abundance in northeastern Belarus during 1990–2000 Wildlife Biology 2003Isabel Laporte et al.: Effects of Wolves on Elk and Cattle Behaviors: Implications for Livestock Production and Wolf Conservation Hierzu zählen Untersuchungen zur Jagdweise und Auswahl der Beutetierarten.WŁodzimierz Jȩdrzejewski, BogumiŁa Jȩdrzejewska, Henryk Okarma, Krzysztof Schmidt, Karol Zub, Marco Musiani: Prey Selection and Predation by Wolves in BiaŁowieŻa Primeval Forest, Poland Journal of Mammalogy, Volume 81, 2000, Seite 197–212 Landschaftsbezogene genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass es genetisch unterschiedliche Wolfspopulationen gibt, die durch evolutionäre Anpassung an bestimmte Lebensräume und Spezialisierung auf darin vorkommende Beutearten entstanden sind. Nachdem manche Wolfsunterarten für lange Zeit in Refugialräume zurückgedrängt worden waren, begann eine Wiederausbreitung. Aus den genetischen Daten können die Entstehung der Reliktpopulationen und der Verlauf der Wiedereinwanderung in andere Gebiete rekonstruiert werden. Die Reproduktionsraten, die Wachstumsgeschwindigkeiten der Wolfspopulationen, werden ermittelt.
Bei den Wölfen in Deutschland geht man derzeit – je nach Quelle – von einer jährlichen Wachstumsrate von 33 bis 35 % aus, wobei ständig neue Wolfsterritorien hinzukommen.Ulrich Wotschikowki: Bernd Krewer - Der Wolf in Deutschland - Ideologien und FaktenSächsische Staatskanzlei: Sechs neue Wolfsterritorien in Sachsen bestätigtCarsten Nowak, Verena Harms: Genetisches Wolfsmonitoring in Deutschland – Erkenntnisse zu Herkunft, Hybridisierungsgrad und Ausbreitungsverhalten des deutschen Wolfsvorkommens In: Abstracts der Beiträge zur Fachtagung des Deutschen Jagdverbandes, Berlin 21. März 2014, PDF Seite 20
Die Populationsstrukturen und die Populationsdynamik werden mithilfe der verschiedenen Formen von Wolfsnachweisen einschließlich nicht-invasiver genetischer Methoden analysiert. Letztere sind zudem geeignet Hybridisierung zwischen Wölfen, Kojoten und Haushunden festzustellen.
Schutz echter Wildtierpopulationen Erhaltungszustand
mini|Alle Populationen, mit Ausnahme der italienischen, bestehen aus Eurasischen Wölfen. Der Canis lupus italicus wurde als eigenständige Unterart definiert. Eine Durchmischung der europäischen Unterarten und Populationen ist aus populationsbiologischer Sicht wünschenswert, da sie die genetische Vielfalt erhöht. Seit 2019 leben Frankreich 80 Rudel, rund 530 Wölfe.La population de loups augmente moins rapidement que les années précédentes Seit 2020 sind auch im Norden und Nordwesten Frankreichs Rudel nachgewiesen.Observatoire du loup
Durch das Wolfsmonitoring können Wolfsterritorien erfasst und die Wanderwege der Wölfe auch über weite Entfernungen aufgezeichnet werden. Das angeborene Instinktverhalten des Wolfs mit seinem enormen Potenzial Fernwanderungen durchzuführen begünstigt sowohl seine schnelle Ausbreitung als auch die Vernetzung der verschiedenen Populationen.D. P. J. Kuijper, E. Sahlén, B. Elmhagen: Paws without claws? Ecological effects of large carnivores in anthropogenic landscapes Mit Satellitentelemetrie wurde gemessen, dass manche Wölfe innerhalb weniger Monate über 1000 Kilometer zurücklegen. Sie können neue Gebiete relativ schnell besiedeln.Biologie und Ökologie des Wolfes - Ausbreitungspotenzial Seite 19Merill und L. David Mech: The usefulness of GPS telemetry to study wolfcircadian and social activity Populationsgenetische Analysen von Maris Hindrikson et al. ergaben bei der räumlichen Autokorrelation auf der Grundlage von drei Merkmalen der genetischen Vielfalt eine Reichweite von 650 bis 850 km. Die genetische Vielfalt einer Wolfspopulation kann von bis zu 850 km entfernten Populationen beeinflusst werden.Maris Hindrikson, Jaanus Remm, Malgorzata Pilot et al.: Wolf population genetics in Europe: a systematic review, meta‐analysis and suggestions for conservation and management "Da der Gegenstand jeder Schutzplanung die gesamte biologische Einheit, also die Population sein sollte, empfehlen die Leitlinien eine Einschätzung auf Populationsebene" (BfN Skript 413).Ilka Reinhardt, Petra Kaczensky, Felix Knauer, Georg Rauer, Gesa Kluth, Sybille Wölflmar, Huckschlag, Ulrich Wotschikowsky: Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland Seite 12 Seite 20R. Wayne, P. Hedrick: Genetics and wolf conservation in the American West: Lessons and challengesEuropean Commission Environment: Large carnivores in the EU - the Commission's activity on large carnivoresLaikre L, Olsson F. et al.: Metapopulation effective size and conservation genetic goals for the Fennoscandian wolf (Canis lupus) populationGuillaume Chapron, Stéphane Legendre et al.: Conservation and control strategies for the wolf (Canis lupus)in western Europe based on demographic models
mini|links|Definition des günstigen Erhaltungszustands bei Wölfen (LCIE)