mini|Caspar Bernhard Hardy, anno 1808 porträtiert von Benedikt Beckenkamp mini|Caspar Bernhard Hardy: Dame mit Spiegel, Wachsfigur im Metropolitan Museum of Art Caspar Bernhard Hardy, auch Kaspar Bernhard Hardy (* 26. August 1726 in Köln; † 17. März 1819 ebenda), war ein deutscher Priester, Wachsbossierer, Maler, Emailleur, Bronzegießer und Verfertiger physikalischer Instrumente.

Leben Der Apothekerssohn Caspar Bernhard Hardy wurde Geistlicher und betätigte sich zeitlebens in seiner Heimatstadt Köln als Künstler. Im Pariser Musée Carnavalet sind neun seiner Werke ausgestellt – zum Beispiel eine Wachsfigur Benjamin Franklins.

Im vorgerückten Alter – bereits Domvikar an der Margarethenkapelle – wurde Hardy als Kopist einiger Gemälde Pieter van Laers und Breughels geschätzt. Als Emaille-Maler schuf er den Weltheiland nach Carlo Dolci. Ein vergoldeter Heiland des Bronzegießers Hardy gehört zum Kölner Domschatz.

Zusammen mit seinem älteren Bruder, dem Apotheker Johann Wilhelm Hardy (1720–1799) führte er auch mikroskopische Untersuchungen an Infusorien durch. 1788 berichtete Sophie von La Roche von einem Besuch bei den „Brüdern Hardi“, die „mit ihren selbst verbesserten Vergrößerungsgläsern 38 Gattungen der Räderthierchen entdeckten, von denen bisher nur 26 bekannt waren.“ 1810 schilderte der Pastor und Begründer des deutschen Stenographiesystems Karl Gottlieb Horstig seine Begegnung mit dem greisen Caspar Bernhard Hardy, der ihm neben seinen Wachsfiguren auch sein Mikroskop und die Rädertierchen in einem Tropfen Wasser zeigte. Außerdem schuf der auch astronomisch interessierte Künstler ein Planetarium, in dem sich die Himmelskörper von einem Uhrwerk betrieben, um sich selbst bewegten.

1815 lobte Goethe Hardys Wachsplastiken. Unterstützt und bekannt gemacht wurde Hardy von einem seiner Schüler – dem zweiundzwanzig Jahre jüngeren Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf. Hardy starb nach langer Krankheit. Sein Grab auf Melaten gilt als verschollen.

Einzelnachweise

Literatur Sophie von La Roche, Tagebuch einer Reise durch Holland und England. Offenbach am Main: Ulrich Weiß und Carl Ludwig Brede 1788 Karl Gottlieb Horstig, Die Brüder Hardy zu Kölln. In: Journal des Luxus und der Moden. August 1810; S. 510–515

Frank Matthias Kammel, Zwei Naturforscher, ein Gärtner und ein Geistlicher. Kölner Wachsbildwerke von Caspar Bernhard Hardy und Ludwig Hagbold. In: KulturGUT, H. 48. I. Quartal 2016, S. 5–9

Weblinks

Alexandra Nebelung: Zeitgenossen: Caspar Bernhard Hardy – ein Lehrer Wallrafs

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