mini|hochkant=1.25|Rennszene aus dem US-GP 2003 mini|hochkant=1.25|Der spätere Vizeweltmeister Kimi Räikkönen beim GP Frankreich

Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2003 war die 54. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 9. März bis zum 12. Oktober ausgetragen.

Die Saison 2003 wurde als spannendste Saison seit langem bezeichnet. Bis zwei Rennen vor Ende der WM hatten noch drei Fahrer die Möglichkeit, die WM zu gewinnen. Michael Schumacher errang zum Schluss seinen 6. Fahrer-Titel und den 4. in Folge. Die Scuderia Ferrari errang ihren 13. Konstrukteurstitel sowie den 5. in Folge, was einen neuen Rekord darstellte.

Änderungen 2003

Reglement Ab dieser Saison erhielten nicht nur die sechs am besten platzierten Fahrer und Teams pro Rennen Punkte, sondern die besten acht. Die Platzierungen 1 bis 8 wurden mit 10, 8, 6, 5, 4, 3, 2 und 1 Punkten belohnt. Diese Regelung wurde eingeführt, um einerseits zu verhindern, dass die Meisterschaft schon früh in der Saison entschieden ist, da sich ein Fahrer durch einen Sieg um vergleichsweise wenige Meisterschaftspunkte absetzen kann. Andererseits wurde damit der Tatsache Rechnung getragen, dass die Autos immer zuverlässiger geworden waren. Leistungsschwächere Teams hatten oft nur durch Ausfälle der Spitzenfahrzeuge Punktechancen.

Erstmals getestet beim Großen Preis der USA 2002, war es nun für jeden Fahrer vorgeschrieben, das neue HANS-System bei jeder offiziellen Session zu nutzen.

Teams Arrows war bereits Mitte der Saison 2002 nicht mehr in der Lage, weitere Rennen zu bestreiten, und trat auch 2003 nicht mehr an. Das Teilnehmerfeld reduzierte sich damit auf 20 Fahrzeuge.

Motoren Jordan und Minardi wechselten den Motorenpartner und erwarben Ford-Kundenmotoren, die weitestgehend identisch zu den vom Jaguar-Team eingesetzten Cosworth-Motoren waren. Mit diesen Wechseln verschwand einerseits der Name Asiatech (Minardi) nach zwei Saisons wieder aus der Formel 1, während sich andererseits der bisherige Jordan-Lieferant Honda nun vollständig auf das BAR-Team konzentrierte.

Rennstrecken Der Große Preis von Belgien wurde in dieser Saison nicht ausgetragen, die Anzahl an Saisonrennen reduzierte sich damit auf 16.

Fahrer Die Saison 2003 begann mit einigen Änderungen in der Fahrerbesetzung der Teams. Die Teams Minardi, Jaguar und Toyota wechselten dabei sämtliche Fahrer aus.

Fernando Alonso wurde vom Testfahrer zum regulären Fahrer bei Renault als Ersatz für Jenson Button, Button ersetzte Olivier Panis bei BAR, Panis wechselte zu Toyota. Der zweite neue Toyota-Fahrer wurde Cristiano da Matta, damit wurden sowohl Mika Salo als auch Allan McNish ersetzt. McNish wurde Testfahrer bei Renault.

Felipe Massa verließ Sauber und wurde Testfahrer für Ferrari, Massas Platz bei Sauber wurde durch Heinz-Harald Frentzen besetzt. Takuma Satō verließ das Jordan-Team und wurde Testfahrer bei BAR, seine Position bei Jordan nahm Ralph Firman ein.

Bei Minardi wurde Alex Yoong durch Jos Verstappen ersetzt und Mark Webber durch Justin Wilson, Webber nahm den Vorjahresplatz von Eddie Irvine bei Jaguar ein, Antonio Pizzonia ersetzte dort außerdem Pedro de la Rosa.

Während der laufenden Saison gab es weitere Veränderungen im Fahrerfeld: Bei Jaguar wurde Antonio Pizzonia nach dem Rennen in Großbritannien durch Justin Wilson ersetzt. Für Wilson debütierte bei Minardi dann Nicolas Kiesa. Daneben wurde bei Jordan Ralph Firman für zwei Rennen durch Zsolt Baumgartner ersetzt, zudem vertrat Williams-Testfahrer Marc Gené beim Rennen in Italien den verletzten Ralf Schumacher. Schließlich wurde bei BAR Jacques Villeneuve vor dem letzten Saisonrennen entlassen, das für ihn dann Takuma Satō bestritt.

Teams und Fahrer Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Fahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|zentriert|Ferrari F2003-GA Ferrari F2002Ferrari F2003-GAFerrari 3.0 V10 1 1–16 2 1–16 130px|zentriert|Williams FW25 Williams FW25 BMW 3.0 V10 3 1–16 4 1–13, 15, 16 14 130px|zentriert|McLaren MP4-17D McLaren MP4-17D Mercedes-Benz 3.0 V10 5 1–16 6 1–16 130px|zentriert|Renault R23 Renault R23Renault R23B Renault 3.0 V10 7 1–16 8 1–16 130px|zentriert|Sauber C22 Sauber C22Petronas 3.0 V10 9 1–16 10 1–16 130px|zentriert|Jordan EJ13 Jordan EJ13 Ford 3.0 V10 11 1–16 12 1–12, 15, 16 13, 14 130px|zentriert|Jaguar R4 Jaguar R4 Ford Cosworth 3.0 V10 14 1–16 15 1–11 12–16 130px|zentriert|BAR 005 BAR 005 Honda 3.0 V10 16 1–15 16 17 1–16 130px|zentriert|Minardi PS03 Minardi PS03 Ford Cosworth 3.0 V10 18 1–11 12–16 19 1–16 130px|zentriert|Toyota TF103 Toyota TF103 Toyota 3.0 V10 20 1–16 21 1–16

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 9. März (Melbourne) 307,574 (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) -Mercedes 2 23. März (Sepang) 310,408 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Renault) (Renault) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 3 6. April (São Paulo) 232,636 (Jordan-Ford) (McLaren-Mercedes) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) 4 20. April (Imola) 305,609 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 5 4. Mai (Montmeló) 307,323 (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 6 18. Mai (Spielberg) 298,494 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 7 1. Juni (Monte Carlo) 260,520 (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) -Mercedes 8 15. Juni (Montréal) 305,270 (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Renault) (Ferrari) 9 29. Juni (Nürburg) 308,863 (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) 10 6. Juli (Magny-Cours) 308,586 (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 11 20. Juli (Silverstone) 308,355 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) 12 3. August (Hockenheim) 306,458 (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Renault) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 13 24. August (Mogyoród) 306,663 (Renault) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (Renault) (Williams-BMW) 14 14. September (Monza) 306,720 (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 15 28. September (Indianapolis) 306,016 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Sauber-Petronas) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 16 12. Oktober (Suzuka) 307,573 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW)

Rennberichte Großer Preis von Australien

Platz Fahrer Team Zeit 1 David Coulthard McLaren-Mercedes 1:34:42,124 2 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 8,675 3 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes + 9,192 4 Michael Schumacher Ferrari + 9,482 5 Jarno Trulli Renault + 38,801 6 Heinz-Harald Frentzen Sauber-Petronas + 43,928 7 Fernando Alonso Renault + 45,074 8 Ralf Schumacher Williams-BMW + 45,745

Der Große Preis von Australien in Melbourne (Australien) fand am 9. März 2003 statt und ging über 58 Runden à 5,303 km über insgesamt 307,574 km.

Michael Schumacher sicherte sich die erste Pole-Position der Saison vor Barrichello und Montoya. Da die Strecke beim Start des Rennens nass war, war die Reifenwahl entscheidend für den Beginn. Die meisten Fahrer starteten mit Regenreifen, mussten jedoch kurz nach dem Start bereits den ersten Boxenstopp einlegen, da die Strecke schnell trockener wurde.

Schumacher vergab die Führung durch einen Fahrfehler, bei dem er die seitlichen Windabweiser seines Wagens verlor. Wegen der Beschädigung musste er einen unplanmäßigen Boxenstopp durchführen. Nachdem der danach in Führung liegende Montoya ebenfalls einen Fahrfehler begangen hatte, konnte David Coulthard das Rennen für sich entscheiden. Die schnellste Rennrunde fuhr Kimi Räikkönen mit 1:27,724 Minuten.

Barrichello schied durch einen Fahrfehler bereits in der sechsten Runde aus. Heidfeld fiel in der 21. Runde wegen eines Bruchs der rechten Vorderradaufhängung aus. Da auch Fisichella, Pizzonia, Panis, Wilson, Webber, da Matta und Firman das Rennen nicht beenden konnten, kamen nur 11 Fahrer ins Ziel.

Da David Coulthard noch bis einschließlich 2008 in der Formel 1 startete, war zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht absehbar, dass dies sein letzter Sieg sein sollte.

Großer Preis von Malaysia

Platz Fahrer Team Zeit 1 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 1:32:22,195 2 Rubens Barrichello Ferrari + 39,286 3 Fernando Alonso Renault + 1:04,007 4 Ralf Schumacher Williams-BMW + 1:28,026 5 Jarno Trulli Renault + 1 Runde 6 Michael Schumacher Ferrari + 1 Runde 7 Jenson Button BAR-Honda + 1 Runde 8 Nick Heidfeld Sauber-Petronas + 1 Runde

Der Große Preis von Malaysia in Kuala Lumpur fand am 23. März 2003 statt und ging über 56 Runden à 5,543 km über insgesamt 310,408 km.

Alonso hatte im Qualifying die Pole-Position vor Trulli und Michael Schumacher erreicht. Schumacher versuchte in der ersten Kurve nach dem Start, Trulli zu überholen, und kollidierte dabei mit ihm. Da das Auto beschädigt wurde, musste er einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen. Außerdem erhielt er von der Rennleitung wegen Verursachen des Unfalls eine Strafe und musste daher erneut durch die Boxengasse fahren. Zwar konnte er mit 1:36,412 Minuten die schnellste Rennrunde fahren, aber im Endergebnis reichte es für ihn nur zu Platz 6.

Räikkönen ging in der 15. Runde in Führung und ließ durch ein fehlerfreies Rennen der Konkurrenz keine Chance. Er siegte mit einem deutlichen Vorsprung vor Barrichello und übernahm mit seinem ersten Sieg in der Formel 1 die Führung in der Fahrerwertung.

Minardi machte durch eine Protestaktion gegen den drei Tage vor dem Rennen begonnenen Irakkrieg auf sich aufmerksam: die Wagen wurden mit Aufklebern mit dem Spruch Malaysia for Peace versehen.

Großer Preis von Brasilien

Platz Fahrer Team Zeit 1 Giancarlo Fisichella Jordan-Ford 1:31:17,748 2 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes + 0,945 3 Fernando Alonso Renault + 6,348 4 David Coulthard McLaren-Mercedes + 8,096 5 Heinz-Harald Frentzen Sauber-Petronas + 8,642 6 Jacques Villeneuve BAR-Honda + 16,054 7 Ralf Schumacher Williams-BMW + 38,526 8 Jarno Trulli Renault + 45,927

Der Große Preis von Brasilien in São Paulo fand am 6. April 2003 statt. Planmäßig hätte die zu fahrende Strecke 71 Runden à 4,309 km betragen. Das Rennen wurde jedoch nach 54 Runden abgebrochen, damit betrug die Gesamtdistanz 232,686 km.

Die Strecke war durch heftigen Regen teilweise überschwemmt. Dies führte zu zahlreichen Unfällen und Ausfällen bei den Fahrern. Der Trainingsschnellste Rubens Barrichello (1:13,807 Minuten) führte in seinem Heim-Grand-Prix und fuhr in 1:22,032 Minuten auch die schnellste Runde des Rennens, musste jedoch in der 46. Runde sein Auto mit leerem Tank abstellen. Michael Schumacher rutschte in der 27. Runde auf einer Pfütze aus, prallte in einen Reifenstapel und musste das Rennen beenden. Dies war Schumachers erster Ausfall seit dem Großen Preis von Deutschland 2001. Insgesamt waren bis zur 50. Runde bereits 10 der 20 teilnehmenden Fahrer ausgeschieden.

Während der 56. Runde brach die Rennleitung das Rennen nach einem weiteren schweren Unfall ab. Mark Webber war eingangs der Start- und Zielgeraden in die Begrenzungsmauer gekracht. Kurz darauf geriet der Renault von Alonso außer Kontrolle, als er einem der abgerissenen Räder des Jaguars nicht mehr ausweichen konnte. Aufgrund des Rennabbruchs fuhr Fisichella schließlich in die Boxengasse, wo sein Auto einen Motorschaden erlitt und Feuer fing; aufgrund des vorzeitigen Rennendes war dies für die Wertung jedoch irrelevant.