mini|hochkant|Stolpersteine für die Familie Lederer in Horažďovice Die Liste der Stolpersteine im Plzeňský kraj enthält die Stolpersteine in der tschechischen Region Plzeňský kraj (deutsch: Pilsner Region). Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall von ihm selbst verlegt.
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen und stand unter der Schirmherrschaft des Prager Bürgermeisters. Die ersten Verlegungen in dieser Region erfolgten am 28. Oktober 2012 in Pilsen, weitere Verlegungen erfolgten in Horažďovice und Sušice. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Horažďovice In Horažďovice (deutsch Horaschdowitz) wurden folgende Stolpersteine verlegt:
Bild Übersetzung der Inschrift Standort Leben 120px HIER LEBTEJAKUB ADLERGEB. 1866ERMORDET 1942IN MAUTHAUSEN Plzeňská 265 120px HIER LEBTEOTA ADLERGEB. 1908DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH AUSCHWITZ 1943ERMORDET Plzeňská 265 120px HIER LEBTEJINDŘIŠKA ADLEROVÁGEB. 1910DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH AUSCHWITZ 1943ERMORDET Plzeňská 265 120px HIER LEBTERŮŽENA ADLEROVÁGEB. 1910DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH AUSCHWITZ 1943ERMORDET Plzeňská 265 120px HIER LEBTEKAREL GLAUBERGEB. 1937DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 18.12.1943 Ševčíkova 22 120px HIER LEBTEVALTR GLAUBERGEB. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 18.12.1943 Ševčíkova 22 120px HIER LEBTEGERTRUDA GLAUBEROVÁGEB. 1909DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 16.1.1943 Ševčíkova 22 120px HIER LEBTEMARTA GLÜCKAUFOVÁGEB. 1889DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Jiřího z Poděbrad 228 120px HIER LEBTEOSVALD KAFKAGEB. 1908DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 46 120px HIER LEBTEOTAKAR KAFKAGEB. 1919DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 46 120px HIER LEBTEBERTA KAFKOVÁGEB. 1884DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 46 120px HIER LEBTEARTUR KLEINGEB. 1906DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 20.1.1943Havlíčkova 41 120px HIER LEBTERUDOLF KLEINGEB. 1878DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 20.1.1943Havlíčkova 41 120px HIER LEBTEWALTER KLEINGEB. 1909DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 20.1.1943Havlíčkova 41 120px HIER LEBTEŽOFIE KLEINOVÁGEB. 1879DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 20.1.1943Havlíčkova 41 120px HIER WOHNTEVOJTĚCH LEDERERGEB. 1860DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET Jiřího z Poděbrad 228 120px HIER WOHNTEREGINA LEDEREROVÁGEB. 1869DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET Jiřího z Poděbrad 228 120px HIER WOHNTEŽOFIE LEDEREROVÁGEB. 1861DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET Jiřího z Poděbrad 228 120px HIER WOHNTEDAVID LOHEITGEB. 1876DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEELISKA LOHEITOVÁGEB. 1909DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEJOSEFA LOHEITOVÁGEB. 1882DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEALFRED LÖWYGEB. 1896DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER LEBTEFRANTIŠEK LÖWYGEB. 1930DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1944 NACH AUSCHWITZERMORDET 4.10.1944 Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEJOSEF LÖWYGEB. 1864DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1.3.1943 Komenského 193 120px HIER WOHNTELEO LÖWYGEB. 1928DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER LEBTERICHARD LÖWYGEB. 1892DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1944 NACH AUSCHWITZERMORDET 1.10.1944 Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEFRANTIŠKA LÖWYOVÁGEB. 1865DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET Komenského 193 120px HIER WOHNTERŮŽENA LÖWYOVÁGEB. 1898DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEZDEŇKA LÖWYOVÁGEB. 1930DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Havlíčkova 51 120px HIER WOHNTEZIKMUND MAUTNERGEB. 1901DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH AUSCHWITZ 1943ERMORDET Plzeňská 265 120px HIER LEBTEFRANTIŠEK MÜNZGEB. 1885DEPORTIERT 1942NACH MAUTHAUSENERMORDET 11.6.1942Mírové nám. 4 120px HIER LEBTEHUGO MÜNZGEB. 1912DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDETMírové nám. 4 120px HIER LEBTEMALVINA MÜNZOVÁGEB. 1892DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET Mírové nám. 4 120px HIER LEBTEJOSEFINA PISINGEROVÁGEB. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 23.1.1943 Plzeňská 265 120px HIER LEBTEARNOLD SCHWARTZGEB. 1903DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADT1943 NACH AUSCHWITZERMORDET 26.1.1943 Havlíčkova 51 120px HIER LEBTERŮŽENA WEISOVÁGEB. 1881DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 15.12.1942Havlíčkova 41
Pilsen In der Stadt Pilsen () wurden folgende Stolpersteine verlegt:
Bild Übersetzung Verlegeort Leben 120px HIER WOHNTELEO BRUMMELGEB. 1890DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZKlatovská tř. 26/140 wurde am 10. März 1890 in Klatovy geboren, wo er und seine Familie bis 1905 lebten. Seine Eltern waren Jenny (auch Zheni) und Moritz Brummel (1852–1927). Er hatte zwei Brüder und eine Schwester. Sein Vater war Gerber und er wurde auch einer. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde in Russland gefangen genommen. Nachdem seiner Rückkehr aus dem Krieg arbeitete er als einer der Besitzer der Brummel, Bloch & Waldstein Gerberei. Er und sein Bruder Hans heirateten zwei Liebstein Schwestern, Gertruda und Johanna (auch Jana). Leo Brummel und seine Frau hatten zwei Töchter, Eva (geb. 1923) und Eliska (geb. 1926). Nachdem die Firma während der Depression geschlossen werden musste, arbeitete er in Sušice. Tochter Eva konnte im Juli 1939 mit einem Winton-Zug nach Großbritannien auswandern. Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Pilsen. Aus unbekannten Gründen wurde die Familie Brummel nicht mit den Pilsen-Transporten deportiert. Stattdessen wurden Leo Brummel, seine Frau und ihre jüngere Tochter am 5. Juli 1943 mit dem Transport De von Prag in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 9 von 604. Nach drei Monaten, am 6. September 1943, wurden die drei Familienmitglieder ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 220 von 2.484. Vater, Mutter und Tochter wurde vom NS-Regime im Rahmen der Massenliquidation des sogenannten Theresienstädter Familienlager am 8. März 1944 ermordet.holocaust.cz: LEO BRUMMEL, abgerufen am 13. Mai 2017Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer: LIO BRUMMEL, abgerufen am 13. Mai 2017
Seine Schwester wurde ebenfalls in Auschwitz ermordet.holocaust.cz: MARKÉTA EISENSCHIMMELOVÁ, abgerufen am 14. Mai 2017 Sein Bruder Hans und dessen Frau Johanna wurden ebenfalls nach Auschwitz deportiert, konnten jedoch überleben. Seine Tochter Eva blieb in England, heiratete, bekam zwei Kinder und vier Enkelkinder.
Am Pilsener Friedhof findet sich ein Grabstein für die Familie Brummel.vetx.cz: Hřbitov Obětí 1. světové války, abgerufen am 13. Mai 2017 120px HIER WOHNTEELIŠKA BRUMMELOVÁGEB. 1926DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Klatovská tř. 26/140 , auch Lilky, Lilka, Lilly oder Lili, wurde am 14. März 1926 geboren. Ihre Eltern waren Leo Brummel (siehe oben) und Gertruda geb. Liebsteinová (siehe unten). Sie hatte eine Schwester, Eva (geb. 1923). Die Mädchen hatten eine Kinderpflegerin namens Beta, die mit ihnen lebte. Nach der Zerstörung der Tschechoslowakei und der Übernahme der Macht durch das NS-Regime ventilierten die Eltern von Eva und Eliška lange Zeit die Auswanderung ihrer Kinder. Schlussendlich überließen sie die Entscheidung den Töchtern. Eva zögerte nicht zu emigrieren, Lilly wollte bei ihren Eltern bleiben. Ihre Mutter war froh darüber, dass eine Tochter bei der Familie verblieb.Classmates, S. 10, abgerufen am 14. Mai 2017 Eva Brummelová emigrierte im Juli 1939 mit einem Winton-Zug nach Großbritannien. Eliška und ihre Tante Jana wurden als Waldarbeiterinnen in Křivoklátsko eingeteilt. Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Pilsen. Eliška Brummelová und ihre Eltern wurden alle am 5. Juli 1943 mit dem Transport De von Prag in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 10 von 604. Nach drei Monaten, am 6. September 1943, wurden alle drei in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 218 von 2.484. Vater, Mutter und Tochter wurde vom NS-Regime im Rahmen der Massenliquidation des sogenannten Theresienstädter Familienlager am 8. März 1944 ermordet.holocaust.cz: ALŽBĚTA BRUMMELOVÁ, abgerufen am 13. Mai 2017Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer: LILI BRUMMEL, abgerufen am 13. Mai 2017 120px HIER WOHNTEGERTRUDABRUMMELOVÁGEB. 1899DEPORTIERT 1943NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Klatovská tř. 26/140 geb. Liebsteinová wurde am 22. September 1899 geboren. Ihre Eltern waren Wilhelm Liebstein und Hedwig Hedda geb. Beständig. Sie hatte zwei Schwestern, Marianne und Johanna. Sie war verheiratet mit Leo Brummel, einem Gerber, und ihre Schwester Johanna war mit dessen Bruder Hans Brummel verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter, Eva (geb. 1923) und Eliška (geb. 1926). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Pilsen. Eva konnte im Juli 1939 mit einem Winton-Zug nach Großbritannien auswandern. Gertruda Brummelová, ihr Ehemann und ihre jüngere Tochter wurden am 5. Juli 1943 mit dem Transport De von Prag in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 11 von 604. Nach drei Monaten, am 6. September 1943, wurden alle drei in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 219 von 2.484. Vater, Mutter und Tochter wurde vom NS-Regime im Rahmen der Massenliquidation des sogenannten Theresienstädter Familienlager am 8. März 1944 ermordet.holocaust.cz: GERTRUDA BRUMMELOVÁ, abgerufen am 13. Mai 2017Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer: GERTRUDA BRUMMEL, abgerufen am 13. Mai 2017