Theodor Jakobus Aden (* 16. Mai 1903 in Stiekelkamperfehn; † 20. November 1977 in Leer) war ein deutscher Chemiker.
Leben Theodor Jakobus Aden war ein Sohn des Schiffseigners und Kapitäns Menne Jacobs Aden und dessen Ehefrau Gesine Janssen, geborene de Vries, die auch aus einer Kapitänsfamilie kam. Er verbrachte die Kindheit mit acht Geschwistern in Stiekelkamperfehn und besuchte die dortige Volksschule. Aufgrund der Situation nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere der Inflation konnte ihm der Vater keinen Besuch des Gymnasiums bezahlen. Stattdessen zog er im Alter von zwölfeinhalb Jahren zu seinem Bruder nach Völlen, wo dieser als Pfarrer wirkte. Hier besuchte er die Volksschule. Begleitend hierzu eignete er sich, unterstützt von seinem Bruder, die Inhalte der gymnasialen Bildung an. Anderthalb Jahre später nahm ihn das Realgymnasium Papenburg in die Untertertia auf.
Da sein Bruder geheiratet hatte und ihm keine weitere finanzielle Hilfe gewähren konnte, endete Adens Schulzeit am Papenburger Realgymnasium vier Jahre später mit einem Abschluss der Obersekunda. Danach ging er zurück zu seinen Eltern nach Stiekelkamperfehn. Er arbeitete in der Landwirtschaft und lernte nebenher selbst. Im Frühjahr 1923 bestand er als Externer die Abiturprüfung am Quakenbrücker Realgymnasium. Ab 1923 studierte er Chemie an der Universität Göttingen, wechselte an die Universität Kiel und erneut nach Göttingen. Für den Hochschulbesuch musste er auf Naturalien des Hofes seiner Eltern und Dollars seines Bruders zurückgreifen, die er ihm aus Amerika schickte. Außerdem arbeitete er in einem Kalkbergwerk.
1928 wurde Aden an der Göttinger Universität promoviert. Anschließend arbeitete er in mehreren Betrieben der Chemieindustrie. Ab 1937 hatte er wechselnde Führungspositionen bei der Gelsenberg-Benzin AG in Gelsenkirchen, die synthetischen Kraftstoff produzierte. Politisch positionierte er sich bewusst ausgesprochen national; er trat bereits zum 1. Februar 1932, also vor der Machtergreifung, in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 981.727).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/121582
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten die Alliierten das Werk der Gelsenberg-Benzin AG durch Luftangriffe vollständig. Aden wechselte danach als Schichtleiter in das KZ-Außenlager Schandelah.
Da die Alliierten nach Kriegsende entschieden, dass die Gelsenberg-Benzin AG zunächst nicht erneut produzieren durfte, endete Adens Angestelltenverhältnis 1947. Danach erhielt er nur kurzfristige Stellen, die größtenteils auch berufsfremd waren, was seiner Familie Probleme bereitete. Ab 1956 bis zur Pensionierung 1968 leitete er das Labor des Wilhelmshavener Wasserwerks.
Im Ruhestand ging Aden zurück nach Ostfriesland, wo er ein Haus baute. Er forschte intensiv zur Region und engagierte sich als Mitglied der Arbeitsgruppe Naturschutz und Heimatpflege der Ostfriesischen Landschaft. Dabei vermittelte er vielen dort lebenden Menschen neue Details über historische und biologische Zusammenhänge, über die er auch umfangreich publizierte.
Adens Biographie wurde im Biographischen Lexikon für Ostfriesland mit zahlreichen unbelegten Behauptungen zu der eines Widerständlers gegen das NS-Regime umgeschrieben und publiziert.
Literatur Hannes Hothan: Aden, Theodor Jakobus. in: Martin Tielke (Hrsg.): Biographisches Lexikon für Ostfriesland. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich, Bd. 3 ISBN 3-932206-22-3 (2001), Seite 15–16.
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Heimatforscher (Niedersachsen) Kategorie:Person (Leer (Ostfriesland)) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann