mini|M3 Lee, 1942 mini|M3-Panzer in Nordafrika, 1942 mini|M3 Lee in Tunesien, 1943 mini|Britischer M3 Lee auf einem M19 Tank Transporter, 1942

Der Medium Tank M3 war ein US-amerikanischer mittlerer Kampfpanzer, der im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Er wurde auch von der britischen und sowjetischen Armee verwendet. Die britische Armee gab dem Panzer M3 je nach Ausführung zwei Spitznamen, M3 Lee oder M3 Grant. Nachfolger war der wesentlich verbesserte M4 Sherman.

Geschichte Als sich die Kriegsgefahr für die USA nach dem überraschenden Zusammenbruch Frankreichs im Juni 1940 erhöhte, wurde das US-amerikanische Heer aufgerüstet. Da die US Army irrtümlich annahm, der mit einer 75-mm-Kanone bewaffnete Panzer IV wäre der häufigste deutsche Kampfpanzer (tatsächlich war dies während des Westfeldzugs der leichte Panzer II gewesen), wurde der Einbau einer 75-mm-Kanone in die US-Panzer gefordert. Allerdings war der Turm des mittleren Panzers M2 Medium Tank für dieses Geschütz zu klein. Parallel zur zeitaufwändigen Entwicklung eines neuen Panzers wurde beschlossen, einen auf dem M2 basierenden Panzer mit einer seitlich in einer Kasematte angebrachten 75-mm-Kanone als Übergangslösung zu bauen. Wegen des eingeschränkten Schwenkbereichs der Hauptwaffe wurde die 37-mm-Kanone im Turm beibehalten. Innerhalb von nur sechs Monaten entstand so der M3.Steven J. Zaloga: M3 Lee/Grant Medium Tank 1941-45, S. 16 ff. (englisch)

Seinen ersten Fronteinsatz erlebte der M3 bei der britischen 8. Armee in Nordafrika, wo er die Feuerüberlegenheit der gegnerischen Panzer kompensierte. Hier erhielt er die Namen „Lee“ bzw. „Grant“, abhängig von verschiedenen Serienausführungen (Namensgeber waren die beiden Generäle Robert Edward Lee und Ulysses S. Grant aus dem amerikanischen Bürgerkrieg). Der Einbau der Hauptbewaffnung in der Wanne erwies sich bei den schnell wechselnden Gefechtslagen in der Wüste als schwerwiegender Nachteil. Alles in allem wurde der M3 aber wegen seiner Zuverlässigkeit und der überlegenen Feuerkraft der 75-mm-Kanone, die im Gegensatz zu britischen Panzerkanonen auch Sprenggranaten zur Bekämpfung von Panzerabwehrgeschützen verschießen konnte, sehr geschätzt. Hans von Luck (ein deutscher Offizier, der nach dem Krieg die Memoiren „Panzer Commander“ schrieb) hielt ihn im Mai 1942 für überlegen gegenüber dem Panzer IV und in der Lage, außerhalb der Reichweite deutscher 5-cm-Panzerabwehrkanonen zu operieren.

Zwischen 1941 und 1943 wurden im Rahmen des Lend-Lease fast tausend M3 an das sowjetische Militär geliefert. Hier wurde er „Grab für 6 Freunde“ genannt, da er bei Treffern leicht in Brand geriet. Einzelne an der Ostfront erbeutete M3 Lee/Grant wurden von der Wehrmacht unter der Bezeichnung Panzerkampfwagen M 3-747 (a) eingesetzt.Lüdeke: Beutepanzer der Wehrmacht. 2011, S. 116–118.

Da ab 1942 der M4 Sherman als überlegener Entwurf inzwischen den M3 in der Massenfertigung abgelöst hatte, verschwand der M3 Anfang 1943 sehr schnell aus den Panzereinheiten. Die Briten setzten den M3 jedoch noch bis 1945 im Kampf gegen die Japaner in Südostasien weiter ein.

Nach dem Ausbau der Bewaffnung und des Turms diente der M3 als Basis für zahlreiche Versuchs- und Spezialpanzer, unter anderem zum Räumen von Minensperren und als Bergepanzer. Auch die Selbstfahrlafette M7 Priest mit einer 105-mm-Haubitze basierte auf dem Chassis des M3.

Eine größere Anzahl später umgerüsteter M3 wurde als Zugmaschine für schwere Geschütze – 203-mm-Kanone und 240-mm-Haubitze – eingesetzt.

Insgesamt (mit allen sechs Versionen) wurden 6258 Grant produziert.

Versionen M3 – 4924 Stück Genietete Wanne, war zuerst mit einer 75-mm-Kanone M2 und einer 37-mm-Kanone M5 ausgerüstet, spätere Produktionsmodelle dann mit der 75 mm M3 und 37 mm M6 M3A1 – 300 Stück Gegossene Wanne, wurden jedoch aufgrund des höheren Produktionsaufwand nicht mehr weiter produziert M3A2 – 12 Stück Geschweißte Wanne, ansonsten gleich mit dem M3 M3A3 – 322 Stück Geschweißte Wanne, Antrieb durch General Motors 6046 Dieselmotor, die Heck-Motor-Türen wurden entfernt und die Heckpanzerung erweitert. Bei späteren Versionen wurde die Seitentür weggelassen M3A4 – 109 Stück Antrieb durch Chrysler A-57 Multibank-Ottomotor, dadurch bedingte Verlängerung der Wanne am Heck M3A5 – 591 Stück Genietete Wanne, Antrieb durch General Motors 6046 Dieselmotor

Technische Daten Panzerkampfwagen M3 Lee/GrantThomas L. Jentz: Die deutsche Panzertruppe 1943–45. Podzun-Pallas Verlag 1999, ISBN 3-7909-0624-7, S. 278. 0Allgemeine Eigenschaften Besatzung 6–7 SoldatenBestehend aus Kommandant, Fahrer, Richtschütze für die 75-mm-Kanone,Richtschütze für die 37-mm-Kanone, 2 Hilfsschützen (Lader für die beiden Geschütze) und Funker.Der Funker wurde meistens weggelassen, beim M3 Grant sitzt das Funkgerät hinten im Turm. Gefechtsgewicht 27–29 t Bodendruck 0,849–1,2 kg/cm2 Länge 5,90–6,15 m Breite 2,75 m Höhe 3,02–3,12 m Bodenfreiheit 43 cm Kettenbreite 22 cm 0Bewaffnung Hauptbewaffnung 75-mm-Kanone M2 L/31 oder 75-mm-Kanone M3 L/37 Sekundärbewaffnung 37-mm-Kanone M5 L/56 oder 37-mm-Kanone M6MG .30cal M1919A4 koxialMG .30cal M1919A4 KommandantenkuppelDoppel-MG .30cal M1919A4 Wanne Kampfbeladung HW 50–75 Geschosse Kampfbeladung MG 37–182 Geschosse, 3100–9200 Schuss 0Fahrleistung Motor R-975 Continental Wright 9-Zylinder-Sternmotor (verwendet beim M3, M3A1, M3A2) Kühlung Luft Hubraum 15,9 l (975 Kubikzoll) Bohrung / Hub 127/140 mm maximale Umdrehung 2400/min. PS 400 PS Motoreffektivität 25,2 PS/l Leistungsgewicht 14,3 PS/t Getriebe 5V, 1R (fünf Vorwärtsgänge, ein Rückwärtsgang) Höchstgeschwindigkeit Straße 40,2 km/h Kraftstoffvorrat 662 l Reichweite Straße 177 km Reichweite Gelände Lenkung Cletrac Laufrollen 6 Federung Evolutfedern Watfähigkeit 100 cm Andere verwendete Motoren General Motors 6046 12 Zylinder Net: 375 PS 2100/min, Gross: 410 PS 2900/min (verwendet beim M3A3, M3A5)Chrysler A57 30 Zylinder Net: 370 PS 2400/min, Gross: 425 PS 2850/min (verwendet beim M3A4)Dieselmotor Guiberson T-1400-2 (wurde in die ersten 18 M3A1 verbaut) 0Panzerung Wannenfront Obere Frontplatte: 50,8 mm 30°Mittlere Frontplatte: 38,1 mm 53° Untere Frontpanzerung: 50,8 mm 0–45° Wannenseite 38,1 mm Wannenheck 38,1 mm Wannendach 12,7 mm Wannenboden 12,7–25,4 mm Turmfront 50,8–76,2 mm Turmseite 50,8 mm Turmheck 50,8 mm Turmdach 31,8 mm

Literatur

Peter Chamberlain: British and American Tanks of World War Two. Weidenfeld Military, 2000, ISBN 0-304-35529-1. Alexander Lüdeke: Beutepanzer der Wehrmacht – Großbritannien, Italien, Sowjetunion und USA 1939–45. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-03359-7.

Weblinks

Der M3 Lee/Grant bei World War II Vehicles (englisch) Der M3 Lee/Grant als Lend-Lease-Panzer in der UdSSR bei www.battlefield.ru (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Mittlerer Panzer Kategorie:Militärfahrzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigte Staaten) Kategorie:Panzer (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Robert Edward Lee als Namensgeber Kategorie:Ulysses S. Grant als Namensgeber Kategorie:Kettenfahrzeug