mini|Hauptsächlich auf Hello-Kitty-Produkte ausgerichteter Laden von Sanrio Hello Kitty (jap. , Harō Kiti, voller Name: Kitty White) ist eine fiktive Figur der japanischen Firma Sanrio in Katzengestalt. Auf Deutsch bedeutet der englischsprachige Ausdruck Hello Kitty „Hallo Kätzchen“.

Die Figur Hello Kitty ist die stilisierte Darstellung einer kleinen weißen Katze mit menschlichen Eigenschaften, von der häufig nur der Kopf abgebildet ist. Sie trägt verschiedene farbige Schleifen, Blumen oder Ähnliches am linken Ohr und hat keinen Mund. Die unter Lizenz vertriebenen zahlreichen Produkte der als Markenzeichen geschützten Figur sind exemplarisch für die japanische Kawaii-Kultur.

Die Gestaltung der 1974 entworfenen Figur orientierte sich an der als Glücksbringer geltenden japanischen Stummelschwanzkatze.

Charaktere Hello Kitty Gemäß offizieller Charakterbeschreibung ist Hello Kitty an einem 1. November in einem Vorort von London zur Welt gekommen, ihr echter Name lautet Kitty White. Ihre Größe beträgt fünf Goldäpfel und ihr Gewicht drei Goldäpfel. Sie kann leckere Kekse backen und hat ein Herz aus Gold. Am liebsten mag sie selbstgemachten Apfelkuchen. Kitty sammelt gern kleine und niedliche Dinge und ihre Lieblingsfächer in der Schule sind Englisch, Musik und Kunst.

Kitty lebt mit ihren Eltern Mary und George und ihrer Zwillingsschwester Mimmy in London.

Weitere Figuren Charmmy Kitty Charmmy Kitty (, Chāmī Kiti) ist Hello Kittys Perserkatze, die Hello Kitty von ihrem Vater George und ihrem Freund Daniel zu ihrem Geburtstag bekommen hat. Weil sich niemand sicher ist, wann Charmmys Geburtstag ist, entschieden sich Kitty und ihr Vater, ihn auf den Tag vor Kittys Geburtstag zu legen, den 31. Oktober. Charmmy Kitty ist eine weiße Perserkatze und gab ihr Debüt im Jahre 2004. Sie ist wohlerzogen und still. Sie tut, was man ihr sagt, ist aber manchmal auch etwas zu vornehm. Charmmy liebt Kittys Habseligkeiten, vor allem die glitzernden Stücke. Kitty schenkte ihr das rosafarbene Band, das Charmmy an ihrem linken Ohr trägt. Ihr Erkennungszeichen ist eine Halskette mit dem Schlüssel zu Kittys Schmuckkästchen. Es scheint, dass sie eine kleine Schwester mit dem Namen Honey (, Hanī) hat. Honey ist rosafarben, trägt zwei Schleifen an den Öhrchen und ihr Erkennungszeichen ist ein rosafarbenes Herz, das sie an ihrer rechten Pfote hat. Honey ist ein wenig kleiner als Charmmy, und ihr Fell scheint ein wenig ungekämmter als das ihrer großen Schwester zu sein. Sugar Sugar (, Shugā) ist ein weiterer Charakter aus der Hello-Kitty-Reihe. Er tauchte zum ersten Mal 2004 zusammen mit Charmmy Kitty auf. Sugar ist Hello Kittys Dsungarischer Zwerghamster, den Hello Kitty von ihrem Vater George und ihrem Freund Daniel ebenfalls zu ihrem 30. Geburtstag bekommen hat. Er ist der Spielkamerad von Charmmy Kitty. Sugar ist ein Hamster, der seinen Namen deswegen bekam, weil sein Fell weiß wie Zucker ist. Sein Geburtstag ist der 1. Mai. Er ist immer in Begleitung von Charmmy Kitty anzutreffen. Sugar hat vier Hamsterfreunde. Die erste Freundin ist ein weißes Hamstermädchen namens Tiramisu (, Tiramisu). Sie trägt eine rosafarbene Schleife auf dem Kopf. Der zweite Freund ist ein karamellfarbener Hamsterjunge. Er hat zwei hellere Flecken über den Augen. Der dritte Freund ist ein vanillefarbener Hamsterjunge. Er trägt eine schwarze Sonnenbrille auf dem Kopf. Die vierte Freundin ist ein schwarzes Hamstermädchen. Sie trägt eine rosafarbene Blume an ihrem linken Ohr.

Geschichte Im Jahr 1962 begann Shintaro Tsuji, Gründer des Unternehmens Yamanashi Silk Center (ab 1973: Sanrio), mit dem Verkauf von Sandalen, auf die eine kleine Blume gemalt war. Er stellte fest, dass die verzierten Sandalen sich besser verkauften als die unverzierten, und dehnte das Geschäft auf Pantoffeln, Brieftaschen und andere Produkte aus, diesmal mit Erdbeermustern. Nach Misserfolgen mit Kirschmustern und auf der Suche nach originelleren Ideen ließ er bekannte Künstler wie Ado Mizumori und Takashi Yanase Figuren entwerfen, mit denen er dann Kaffeetassen, Teller und anderes Geschirr verzierte. Außerdem sicherte sich Tsuji die nötigen Rechte, Barbiepuppen, Grußkarten von Hallmark und, als eines von drei Unternehmen in Japan, Produkte mit Snoopy vertreiben zu können. Unzufrieden mit der Situation, von anderen Firmen Lizenzen erwerben zu müssen bzw. Gebühren an Künstler zahlen zu müssen, baute er für sein Unternehmen eine eigene Designabteilung auf.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 39–41, 64, 67

Recherchen ergaben, dass in Japan Hunde, Katzen und Bären die populärsten Tiere sind.Shintaro Tsuji, CEO, Sanrio Weil mit dem Hund Snoopy und dem Bären Winnie Puuh bereits populäre Charaktere existierten und weil Sanrio ebenfalls schon einen Bären und einen Hund in seinem Angebot hatte, gab Firmenchef Tsuji seinen Designern den Auftrag, eine Katzenfigur zu entwerfen.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 68 mini|Yūko Shimizu (2010) Hello Kitty wurde 1974 von Yūko Shimizu entworfen und der Sammlung von Sanrios Charakteren hinzugefügt. Shimizu, ein großer Fan von den Katzen in Alice hinter den Spiegeln und Alice im Wunderland von Lewis Carroll, experimentierte mit ihren Entwürfen, drehte die Katze zunächst auf die Seite, um ihr Profil zu zeigen, dann wieder in die Frontalansicht. Nach einiger Zeit des Experimentierens war Hello Kitty fertig: ein weißer Kopf doppelt so groß wie der Körper, kein Mund, gelbe Nase, sechs Schnurrhaare, zwei Pünktchen als Augen, die den Betrachter frontal anstarren, dazu ein blauer Overall und ein leicht schief sitzendes rotes Schleifchen auf dem Kopf. Als Begründung für den fehlenden Mund gibt Shimizu heute an, dass sich so jede Emotion des Betrachters auf Hello Kitty projizieren lasse.10 Questions for Yuko Yamaguchi Tsuji fand den Entwurf „ganz gut“, hätte sich aber nie träumen lassen, dass diese Katze einst Sanrios wichtigste Figur werden würde.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 70

Ihre erste Verwendung erhielt sie 1975 auf einer kleinen Geldbörse, die für 240 Yen verkauft wurde. Auf der Geldbörse sitzt Kitty zwischen einer Milchflasche und einem Goldfischglas, darüber steht in roter Schrift „Hello!“. Der Artikel verkaufte sich gut, und Sanrio brachte schnell weitere Produkte mit Hello Kitty auf den Markt, darunter Schreibwaren, Spielzeug und Uhren. Der Absatz verdoppelte sich 1975 und erneut 1976,Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 72 als Sanrio erstmals Lizenzen verkaufte. Erstes unter Lizenz von Sanrio hergestelltes Hello-Kitty-Produkt war ein von Nishikawa Sangyo gefertigter Kinder-Futon.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 83

Während dieser Zeit des rasanten Wachstums verließ Shimizu das Unternehmen und Setsuko Yonekubo übernahm den Job als Betreuerin der Marke Hello Kitty. Sie gab dem Kätzchen seine erste stehende Pose und setzte es unter anderem ins Cockpit eines kleinen Propellerflugzeugs und auf den Rücken eines Delfins. Ende 1979 verließ sie die Firma.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 73

Die Begeisterung für Hello Kitty war etwas abgeflaut und Firmenchef Tsuji beauftragte daher mehrere seiner Designer damit, neue Ideen zu entwickeln. Die 1980 Chefdesignerin gewordene Yuko Yamaguchi setzte Kitty an einen blauen Flügel, auf dem sich ein mit roten Rosen gefüllter rosa Teekrug befindet. Um sie herum stehen Papa und Mama White sowie ihre Zwillingsschwester Mimmy und über der ganzen Szenerie schweben ein paar Sechzehntelnoten. Auf Produkten wurde dieser Entwurf nie verwendet, doch Yamaguchi, erst seit etwa anderthalb Jahren bei Sanrio, bekam den Job als Chefbetreuerin der Marke angeboten, den sie seit Januar 1980 ununterbrochen innehat. Zunächst war sie skeptisch, ob sie mittel- und langfristig Freude daran haben könnte, eine bereits fertige und etablierte Figur zu betreuen, doch im Gegensatz zu amerikanischen Firmen, welche die Form, Größe und andere Merkmale ihrer Charaktere oft streng reglementieren, hatte sie bei Sanrio mehr Freiheiten, natürlich in gewissen Grenzen, mit den Entwürfen zu experimentieren.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 74–75 Beispielsweise zeichnete sie, um nicht nur bei kleinen Mädchen, sondern auch bei älteren Teenagern zu punkten, Ende der Achtziger eine weiße Silhouette von Kitty auf einen schwarzen Hintergrund. Dem Firmenchef Tsuji war dieser Entwurf allerdings nicht niedlich genug.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 77f

Ihren zweiten großen Boom erlebte die Marke Mitte der 1990er, als Japan sich allmählich von der Rezession erholte und Mütter, die mit Hello Kitty aufgewachsen waren, entsprechende Produkte vermehrt für ihre eigenen Kinder kauften. Außerdem wurde das Produktsortiment in dieser Retrowelle auf ältere Teenager und Erwachsene ausgedehnt.Top cat: how 'Hello Kitty' conquered the world Den großen Durchbruch in diesem Aufschwung feierte Hello Kitty 1997, als sich Popdiva Tomomi Kahara in der bekannten Fernsehshow Utaban als großer Hello-Kitty-Fan outete. Innerhalb weniger Tage verdoppelten sich in den Sanrio-Läden daraufhin die Verkäufe.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 67 Einigen Marktbeobachtern zufolge ist das Comeback zu großen Teilen auch der Chefdesignerin Yamaguchi zu verdanken, die dem Kätzchen einen rosa Hintergrund gab und das Schleifchen durch eine fünfblättrige Blume ersetzte. Außerdem erhielt es auf manchen Sommerprodukten eine sommerliche Bräunung.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 79

Produkte hochkant|mini|Micky Green mit einer Hello-Kitty-Gitarre

Für Massenartikel nimmt Sanrio 3 % Lizenzgebühren, bei eher speziellen Artikeln 8 % und mehr.Ken Belson, Brian Bremner: Hello Kitty: The remarkable story of Sanrio and the billion dollar feline phenomenon, Wiley & Sons 2004, ISBN 0-470-82094-2, S. 84 Mehr als die Hälfte von Sanrios Jahresumsatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar stammt aus dem Verkauf von Hello-Kitty-Produkten. Es gibt mehr als 50.000 Produkte in über 60 Ländern.Top cat: how 'Hello Kitty' conquered the world Die deutsche Niederlassung befindet sich in Wentorf bei Hamburg.https://www.sanrio.eu/company-profile/

Ursprünglich waren junge Mädchen die Zielgruppe der Hello-Kitty-Produkte; mittlerweile gibt es Produkte für Kunden jeden Alters. Die Produktpalette reicht von Aufklebern, Puppen, Süßigkeiten, Spielzeug, Kleidungsstücken und Schreibwaren bis hin zu Toastern, Staubsaugern, Gitarren, Parfüm, Schmuck, Kreditkarten, Fernsehern, Mobiltelefonen, Computerzubehör und Autos. Hello Kitty ist zu einer Marke für so genannte „Kidults“ geworden, also Erwachsene, die kindliche Verhaltensweisen und Vorlieben bewusst beibehalten.