mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Katharina mini|St. Katharina

Schauerheim ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Neustadt an der Aisch im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schauerheim hat eine Fläche von 7,253 km². Sie ist in 921 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7875,54 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hasenlohe und Virnsbergerhaag.

Geografie Das Pfarrdorf liegt an der Aisch und am Nesselbach, der dort als linker Zufluss in die Aisch mündet, und am Weiden- und Langen Wiesengraben, die 0,75 km nordöstlich als linke Zuflüsse in die Aisch münden. Westlich des Ortes liegt das Flurgebiet Lander, 0,75 km nordwestlich das Waldgebiet Dornteich mit dem Staudenberg (), 1 km nördlich erhebt sich der Lehmbuck (), 0,75 km südwestlich liegt das Flurgebiet Binsenbusch.

Die Kreisstraße NEA 6 führt nach Unternesselbach (4 km westlich) bzw. nach Birkenfeld zur Bundesstraße 470 (0,4 km südöstlich). Die Kreisstraße NEA 16 führt nach Diebach zur Bundesstraße 8 (2,5 km nördlich).

Geschichte Schauerheim wurde aufgrund seiner günstigen Lage wohl um 700 während der Fränkischen Landnahme gegründet. 1326 wurde der Ort als „Schurheim“ erstmals namentlich erwähnt. Das Bestimmungswort könnte „scur“ (ahd. für Obdach, Schutz oder Schirm) sein. Der Ortsname würde dann auf einen Königshof hindeuten, die zur Zeit der Fränkischen Landnahme gegründet wurden. Schauerheim war ursprünglich ein Teil des Immunitätsgutes Altheim. Im Jahr 1209 entstand der älteste nachweisbare Kirchenbau in Schauerheim und war wie die heutige St. Katharinenkirche der hl. Katharina geweiht.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 115. In einer Urkunde von 1326 wurde der Verkauf von Gütern des Ritters Otto Lesche von Nagelsberg an Kraft von Hohenlohe bestätigt. Um 1361 war Schauerheim im Besitz der Nürnberger Burggrafen. Burggraf Johann II. schenkte 1402 der Schauerheimer Kirche ein Grundstück am Weichselgarten unter dem Schauerheimer Holz. Vor der Reformation gehörten zur dem Dekanat Schlüsselfeld unterstehenden Pfarrei Schauerheim auch Hasenlohe, Birkenfeld sowie Friemersdorf (so wurde die westliche Hälfte des heutigen Diebach genannt). Der erste namentlich bekannte Pfarrer war 1483 Johann Böhm, der zweite 1521 Leonhard Schätzlein.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 115 f. Schauerheim wurde während des Bauernkrieges (1524/25) verwüstet. Als „brandenburgische Güter“ wurden 27 Tagewerk benannt, welche 1541 unmittelbarer Markgrafenbesitz waren. 1553, im bundesständischen Krieg, wurde das Dorf wiederum von nürnbergischen und anderen reichsständischen Truppen verwüstet, im Juli 1632 schließlich noch heftiger während des Dreißigjährigen Krieges.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 123.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 243. In den Jahren 1586, 1587, 1607 und 1626 traten im Ort Seuchen auf.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 116.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bestand in Schauerheim eine kleine, von dem Neustädter Bortenwirker Erhardt inspirierte Anhängerschaft des Separatismus. Im Jahr 1757 wurde die St. Katharinenkirche unter dem 1731 von Neustadt (wo er als für pietistisch geprägte Fürstenschule ungeeignete Lehrkräfte entlassen wurde) nach Schauerheim versetztenM. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 357. Pfarrer Moser und ermöglicht durch das Vermächtnis eines Hauptmanns Wedel durch Aufsetzen von zwei Stockwerken zur jetzigen Höhe erhöht.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schauerheim 44 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neustadt an der Aisch. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (40 Anwesen; Kastenamt Neustadt: 1 Erbschenkstatt, 11 Fronhuben, 2 Halbhöfe, 5 Sölden; Klosteramt Birkenfeld: 1 Höflein, 2 Güter, 8 Gütlein, 4 Häckersgütlein, 6 Häuser), die Pfarrei Schauerheim (1 Sölde), das Spital Neustadt an der Aisch (1 Häckersgut) und das Rittergut Ullstadt (1 Gut, 1 Gütlein).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 128. Dort sind fälschlicherweise 45 Anwesen als Gesamtzahl angegeben. Ab 1800 war Birkenfeld wieder dem Pfarrsitz Schauerheim angegliedert worden und ab 1858 besuchten auch die Birkenfelder Kinder die Schauerheimer Schule.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 116 f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Schauerheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Schauerheim gebildet, zu dem Birkenfeld, Diebach, Dietersheim, Hasenlohe, Pulvermühle, Unternesselbach und Weiherhof gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Schauerheim, zu der Diebach und Hasenlohe gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Diebach, Schauerheim mit Hasenlohe.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 222. Die Ruralgemeinde Schauerheim war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 190. 1821 wurde auf dem Gemeindegebiet Virnsbergerhaag errichtet. Ab 1862 gehörte Schauerheim zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,264 km². Schauerheim erhielt mit einer 1904 gebauten hochwasserfreien Straße nach Birkenfeld eine gute Verkehrsmöglichkeit für die vor allem Ackerbau und Viehzucht betreibende Bevölkerung.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 117.

Am 1. Januar 1972 wurde Schauerheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neustadt eingemeindet.

Baudenkmäler In Schauerheim gibt es acht Baudenkmäler: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Katharina Kirchhofmauer Friedhof ehemaliges Schulhaus Pfarrhaus Wohnstallhäuser Ortsschild Kriegerdenkmal (bei der Pfarrkirche) für die Gefallenen von 1914–1918 (gemeinsam mit Birkenfeld)M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 117 und 158.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Schauerheim gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Schauerheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 378 437 433 416 430 417 418 420 423 426 398 368 330 348 346 361 351 335 342 483 492 468 434 462HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 60 60 78 76 71 73 73 74 89 Quelle Für die Gemeinde Schauerheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hasenlohe (S. 34).

Ort Schauerheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 327 374 350 351 362 284 292 427 382 412 448Häuser 54 53 65 63 62 65 80 115Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Katharina.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 128. Die Katholiken sind nach St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Neustadt an der Aisch Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1326 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim