Der Feldberg ist mit der höchste Berg in Baden-Württemberg. Er stellt auch die höchste Erhebung aller deutschen Mittelgebirge darDen Titel der höchsten Erhebung aller deutschen Mittelgebirge trug vor den Gebietsverlusten infolge des Zweiten Weltkrieges die Schneekoppe. und ist damit der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Der Berg im Südschwarzwald dient als Namensgeber der dazugehörigen Gemeinde Feldberg. Da er aus mehreren verbundenen Gipfeln besteht, handelt es sich um ein Massiv, das Feldbergmassiv.
Geographie Lage Der Feldberg liegt südöstlich von Freiburg im Breisgau, im Gebiet der Gemeinde Feldberg (Schwarzwald) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, umgeben von den Orten Hinterzarten (nordöstlich), Titisee (östlich), Menzenschwand und Bernau (südlich) sowie Todtnau (südwestlich). Rund zwei Kilometer südöstlich des Gipfels liegt in 1277 m Höhe der Ortsteil Feldberg-Ort.
Mit der Bahn erreicht man den höchstgelegenen Bahnhof an einer Normalspurstrecke der Deutschen Bahn, die Station Feldberg-Bärental () der Dreiseenbahn. Die Buslinie 7300 der Südbadenbus verkehrt bis zu zwölfmal täglich zwischen den Bahnhöfen Zell (Wiesental) und Titisee mit Halten in Feldberg-Ort und am Bahnhof Feldberg-Bärental. Den Seebuck erreicht man von Feldberg-Ort aus in der Sommersaison mit einer kurzen Kabinenseilbahn, der Feldbergbahn, die in der Wintersaison als Sesselbahn betrieben wird.
Erreichbar ist der Feldberg per Kraftfahrzeug über die von Titisee nach Lörrach (Basel) über den Feldbergpass führende B 317. Der Gipfel des Feldbergs ist durch eine befestigte Zufahrtsstraße für die dortigen Einrichtungen erschlossen, für Privatpersonen jedoch nur zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar.
Oberflächenformen mini|Feldberg aus nordwestlicher Richtung (Schauinsland) mini|Feldberg, Grüblesattel und Seebuck aus südwestlicher Richtung (Belchen) mini|Blick auf den verschneiten Feldberg vom Flugzeug
Zwischen dem Feldberggipfel, auch der HöchsteAugust Vetter: Feldberg im Schwarzwald. Selbstverlag der Gemeinde Feldberg (Schwarzwald), Feldberg im Schwarzwald 1982, S. 512. (früher Höchst) genannt, und seinem knapp zwei Kilometer weiter im Südosten liegenden Vorberg Seebuck () fällt das Gelände zunächst zum Mittelbuck () ab, von dem der Baldenweger Buck () nördlich abzweigt, und weiter zur Senke des Grüble (). Vom Seebuck aus fällt der Feldberg nach Nordosten steil zum Feldsee ab. Tief eingeschnittene Täler erstrecken sich auch nach Nordwesten Richtung Freiburg (Zastlertal, St. Wilhelmer Tal) und nach Südwesten Richtung Basel (Wiesental).
Berghöhe Zur Höhe des Feldbergs finden sich in offiziellen Quellen unterschiedliche Angaben. So wird in den topographischen Karten der Geoportale LUBW und BfN in kleinen Maßstäben eine Höhe von angegeben, bei mittleren Maßstäben und bei großen Maßstäben (unter etwa 1:18.000) . Im Geoportal des LGL findet sich in allen Maßstäben eine Höhe von .
Die aktuellen Angaben zur Geländehöhe aus dem DGM stammen von Laserbefliegungen in den Jahren 2000–2005 und 2017. Der höchste Geländepunkt liegt auf einem flachen Hügel etwa 20 m westlich des Friedrich-Luise-Turms. Auf dem Hügel befindet sich ein Stein oder ein Pfeiler. Im direkten Umfeld dieses Objekts beträgt die Geländehöhe am Boden 1494,2 m. Außerhalb des Hügels, rund um das Gebäude beträgt die Geländehöhe 1493 m. Der Hügel ist möglicherweise durch künstliche Aufschüttung entstanden und wurde bei der Laserscanning-Vermessung mit berücksichtigt.
Auf dem Gipfelplateau des Feldbergs befindet sich nordöstlich des Friedrich-Luise-Turms ein künstlich angelegtes Rondell (), auf dem mehrere Granitblöcke platziert sind. Auf einem ist eine Gedenktafel des Schwarzwaldvereins angebracht, die hier den Feldberg mit 1493 m als höchsten Punkt Baden-Württembergs markiert.Foto der Gedenktafel auf dem Feldberg, auf commons.wikimedia.org Auf dem etwa einen Meter hohen Granitblock in der Mitte des Rondells befindet sich eine runde Orientierungstafel mit folgender Beschriftung in ihrer Mitte: Feldberg 1495 M.Foto der Orientierungstafel auf dem Feldberg, auf commons.wikimedia.org
Nutzung Insgesamt gibt es auf und um den Feldberg herum mehr als 28 Skilifte und Abfahrten mit alpinen Schwierigkeitsgraden (FIS-Strecke bei Fahl). Der eigentliche Feldberggipfel liegt außerhalb der Skigebiete. Mehrere Loipen um den Feldberggipfel und das dem Feldberg gegenüber liegende Herzogenhorn () (Bundesleistungszentrum) bieten sich für den Skilanglauf an. Der Feldberg ist ein beliebtes Skitourengebiet mit Abfahrten alpinen Charakters unter anderem vom Feldberggipfel ins Zastler Loch.
Auf dem Seebuck befindet sich der Feldbergturm, ein ehemaliger Funkturm, der als Aussichtsturm dient und seit 2013 ein Schwarzwälder-Schinken-Museum beherbergt.
Die in Zeiten des Kalten Krieges zahlreichen Richtfunkanlagen von Bundeswehr, französischer und US-Armee sind mittlerweile abgebaut. Erkennbar ist der Feldberg heute am alten und am neuen Fernsehturm sowie am Bismarckdenkmal auf dem Seebuck.
Schutzgebiete Der größte Teil des Feldberggebietes hat auf Grund seiner subalpinen Vegetation den Status eines Naturschutzgebietes.. Das Naturschutzgebiet Feldberg ist das älteste und größte Naturschutzgebiet Baden-Württembergs und wird seit 1989 durch einen hauptamtlichen Naturschutzwart (Feldberg-Ranger) betreut. Seit 2001 obliegt die Schutzgebietsbetreuung dem Naturschutzzentrum Südschwarzwald im Haus der Natur, das zudem als Verwaltungssitz des Naturparks Südschwarzwald dient. Neben einer interaktiven Dauerausstellung dort, gibt es direkt hinter dem Haus seit 2005 den Naturerlebnispfad „Der Wichtelpfad im Auerhahnwald“.
Panorama Der Feldberg bietet eines der umfassendsten Panoramen in Deutschland, insbesondere im Winter, bei Inversionswetterlage. Im Westen sieht man jenseits des Oberrheingrabens die gesamten Vogesen vom Elsässer Belchen/Ballon d’Alsace bis zum Donon und zum Odilienberg. Dahinter sieht man gelegentlich bis zum südlichen Pfälzerwald beziehungsweise „Vosges du Nord“. Im Norden sieht man die Hornisgrinde, im Nordosten die ganze Kette der Schwäbischen Alb, insbesondere den Lemberg, rechts davon die Hegauvulkane.
Im Süden erstrecken sich die Alpen, von der Alpspitze und der Zugspitze im Osten über die Allgäuer Alpen, das Lechquellengebirge, Verwallgruppe und Silvretta; dann in den Westalpen der Alpstein mit dem Säntis, die Berge um den Walensee, die Glarner Alpen mit Ringelspitz, Glärnisch und Tödi, der Piz Gannaretsch, die Urner Alpen, Berner Alpen, Grand Combin und Mont Blanc bis zu den Freiburger Voralpen im Südwesten. Vor den Westalpen und dann vor allem rechts vom Mont Blanc erstreckt sich der Schweizer Jura mit dem Chasseral als höchstem Punkt. Das Panorama reicht somit von Italien bis nach Südwestdeutschland und von Österreich bis nach Frankreich.
Geologie und Tektonik mini|Der Feldberg aus Nordnordwest, etwas oberhalb des Hüttenwasen Das Grundgebirge des Feldbergs besteht aus Gneis. Es ist rund eine Milliarde Jahre alt. Insgesamt wurde der Feldberg, beziehungsweise die Region, in welcher der Feldberg heute steht, im Laufe der Erdgeschichte vier Mal herausgehoben und dreimal wieder abgetragen. Das, was wir heutzutage sehen, kann man als den „dritten Feldberg“ bezeichnen. Der „erste Feldberg“ entstand im Präkambrium als Kollisionsgebirge. Dieses wurde komplett abgetragen. Der „zweite Feldberg“ entstand während des Devons und Karbons im Zuge der variskischen Gebirgsbildung. Dieser wurde abermals abgetragen und im entstehenden Sedimentationsraum lagerten sich während des Mesozoikums Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Schwarzjura, Braunjura und Weißjura ab. Teile dieser Sedimente sind Meeresablagerungen durch sich bildende innerkontinentale Meere, die anderen festländischen Ursprungs. Das dritte, heutige, Feldbergstadium bildete sich als Fernwirkung der alpidischen Gebirgsbildung während des Tertiärs. Die oben genannten Sedimente wurden nach der Heraushebung nach und nach abgetragen und heute ist fast ausschließlich das Grundgebirge zu finden. Bis heute wird der Feldberg herausgehoben, dies wird jedoch durch die Abtragung aufgewogen. Durch Erosion und äolische Abtragung finden auf dem Feldberg Verebnungen statt, so dass weiträumige Flächen zu beobachten sind.
Glazialmorphologie
Während des Maximums der Würmeiszeit bedeckte ein rund 1000 km² großer Gletscher den Schwarzwald. Deshalb sind im Schwarzwald sehr viele glaziale Einflüsse zu erkennen. Zur Glazialmorphologie des Feldbergs gibt es mehrere Anschauungsobjekte. Dazu gehört zunächst der Feldsee. Er ist durch Eis, welches die Kar-Rückwand im Lee herabgeschoben hat, exariert worden. Nach und nach schuf das Eis auf diese Weise den 33 m tiefen Feldsee. Eine Moräne am Ufer des Feldsees zeugt von dieser Entwicklung. Auch das Feldseemoor, ein paar Meter weiter gelegen, ist ein Überbleibsel der Eiszeit. Hier ist die Endmoräne des „Minigletschers“ vom Feldsee zu sehen. Sie hat Wasser aufgestaut und bildete so ein Moor. Die glaziale Geschichte der Würmeiszeit vor 10.000–11.000 Jahren am Feldberg hat folgendermaßen ausgesehen: Die Entstehung des Feldsees geschah bei der Ausbreitung des „Feldberggletschers“. Das anschließende Feldseemoor war die nächste Etappe. Danach bildete der Gletscher eine Endmoräne bei Waldhof. Diese wurde beim Falkau-Vorstoß, welcher das Maximum markiert, noch einmal übertroffen. Danach zog sich der Gletscher wieder zurück.
Klima und Vegetation Klima mini|Klimadiagramm vom Feldberg 1961–1990 Die Jahresdurchschnittstemperatur auf dem Feldberg liegt bei rund 3,9 °C (30-jähriger Mittelwert der Periode 1981–2010). Sie ist damit um 0,6 °C im Vergleich zur Periode 1961–1990 gestiegen. Das Klima ist subatlantisch getönt, die Temperaturschwankungen sind geringer als im Tal. Im Winter ist die Sonnenscheindauer aufgrund des niedrigen Kondensationspunktes sehr hoch. Auch deshalb ist es auf dem Feldberg im Winter relativ mild, so werden in den umliegenden Hochtälern deutlich niedrigere Tiefsttemperaturen gemessen. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge liegt bei 1637 mm und ist damit im deutschlandweiten Vergleich sehr hoch. An über 97 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Ein großer Teil davon fällt als Schnee. In allen Monaten kam es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen schon zu Schneefällen. Im langjährigen Mittel gibt es auf dem Feldberg jährlich 157 Tage eine geschlossene Schneedecke. Aufgrund der exponierten Lage kann es das ganze Jahr über zu orkanartigen Winden kommen.
Durch die Wetterwarte wurden folgende extreme Werte gemessen:, Nachzulesen im Archiv der Wetterstation Feldberg des DWD. Die höchste Temperatur betrug 27,9 °C am 27. Juni 2026. Die tiefste Temperatur betrug −30,7 °C am 10. Februar 1956. Die größte Schneehöhe betrug 350 cm am 9. und 10. März 1970. Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit betrug 217 km/h am 3. Januar 2018 (Sturmtief Burglind)https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/9/22.html. Am 26. Dezember 1999 (Orkan Lothar) wurde eine Geschwindigkeit von 212 km/h gemessen, allerdings fiel der Windmesser während des Maximums des Orkans aus.https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimastatusbericht/publikationen/ksb1999_pdf/02_1999.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Vegetation Wie in seinem Namen anklingt, ist der Feldberggipfel nicht bewaldet. Der Name stammt vom mittelhochdeutschen Velt und bedeutet „größere unbewaldete Fläche“. Die scharfen Übergänge zum Wald zeigen, dass es sich nicht um eine natürliche Waldgrenze handelt. Allein aufgrund der Höhe wäre der Feldberg nicht waldfrei; eine Waldgrenze wäre hier, etwa 100 km nördlich der nächstgelegenen Nordalpengipfel, auf einer Höhe von etwa 1650 bis 1700 m zu erwarten.
Der Feldberg wurde bis 1769 völlig entwaldet; zum einen durch den Eigenbedarf der Schwarzwaldbevölkerung (Bau- und Brennholz) aber auch für Glas- und Eisenhütten und den Bergbau.