mini|Der Inn bei Marktl Der Landkreis Altötting liegt im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern. Kreisstadt und Verwaltungssitz ist die Stadt Altötting, die einwohnerstärkste Stadt ist jedoch Burghausen.

Geographie Lage Das Gebiet des Landkreises Altötting kann in drei verschiedene Landschaftsräume eingeteilt werden. Im Norden, oberhalb der Inn-Niederung dehnt sich das tertiäre Isar-Inn-Hügelland aus. Daran schließt sich das Inntal mit einer durchschnittlichen Breite von 10 km an. Im Süden folgen die Moränen-Hügel und die Hochterrassenfelder der Alzplatte mit Anfängen des Voralpenlandes.

Die höchste Erhebung des Landkreises ist bei Tyrlaching (), der tiefste Punkt am Innspitz bei Haiming ().H. Jochen Dyck, Siegfried Scherrer: Der Landkreis Altötting: Liebenswert – lebenswert – sehenswert. Blickpunkt-Wochenblatt-Verlags-Gruppe, Burghausen / Landshut / Passau 1992, S. 16.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rottal-Inn, Mühldorf am Inn und Traunstein. Im Südosten grenzt er an Österreich.

Geschichte Landgericht Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Altötting entstand 1803 das Landgericht Burghausen und 1810 das Landgericht Altötting. Beide gehörten ab 1817 zum Unterdonaukreis (Hauptstadt Passau). Im Zuge der 1837 vollzogenen Umbenennung der damaligen Kreise Bayerns in die heute noch gültigen Regierungsbezirke kam es zu der Gebietsveränderung zwischen dem Isar- und Unterdonaukreis bzw. Ober- und Niederbayern, die den Altöttinger Raum zu Oberbayern brachte.

Bezirksamt Das Bezirksamt Altötting wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Altötting und Burghausen gebildet.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Altötting.

Am 1. Oktober 1970 wurde die Gemeinde Mörmoosen des Landkreises Mühldorf am Inn in den Landkreis Altötting um- und in die Gemeinde Tüßling eingegliedert.

Am 1. Juli 1972 kam im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Tyrlaching vom Landkreis Laufen zum Landkreis Altötting.

Einwohnerentwicklung mini|355px|Einwohnerentwicklung des Landkreises Altötting von 1840 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Altötting knapp 13.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 13 %. Ab 2004 war die Einwohnerentwicklung leicht rückläufig. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 95.474 auf 111.210 um 15.736 Einwohner bzw. um 16,5 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987. Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 Einwohner 27.714 35.172 50.219 76.369 78.095 89.934 Jahr 1987 1991 1995 2000 2005 2010 Einwohner 94.216 100.258 105.914 108.268 109.227 107.711 Jahr 2015 2017 2019 2020 2025 Einwohner 108.485 110.338 111.516 111.654 113.775

mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Altötting (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Altötting, Alter und Geschlecht)

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 38,7 23 40,2 24 49,0 29 45,2 28 49,6 31 43,9 27 AfD AfD Bayern 14,5 9 5,7 3 – – – – – – – – SPD SPD Bayern 13,1 8 14,5 9 21,0 12 24,6 15 23,3 15 28,1 18 FW Freie Wähler Bayern 12,1 7 13,9 8 14,4 9 15,6 9 14,9 9 14,9 9 Grüne Grüne Bayern 8,9 5 13,2 8 7,6 5 5,5 4 4,7 2 4,7 3 JL Junge Liste 6,3 4 5,8 4 – – – – – – – – ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 3,0 2 3,7 2 3,5 2 2,7 1 1,9 1 2,7 1 FDP FDP Bayern 1,7 1 3,0 2 2,5 2 3,8 2 2,9 1 2,4 1 Linke Die Linke Bayern 1,6 1 – – – – – – – – – – REP Die Republikaner – – – – 2,0 1 2,6 1 2,7 1 3,1 1 gesamt 99,9 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 99,8 60 Wahlbeteiligung 58,5 % 56,9 % 53,9 % 60,3 % 65,1 % 70,7 %

Bezirksamtmänner und Landräte 1913–1922: Otto Wirth 1922–1927: Karl Wohlfahrt 1927–1942 Josef Stadler 1942–1945 Regierungsrat Dr. Koch, vertretungsweise 1945–1952: Karl Lutz (CSU) 1952–1964: Siegmund Scheupl (CSU) 1964–1969: Johann Schimmelbauer (Frei ohne Partei) 1970–2000: Seban Dönhuber (SPD) 2000–2026: Erwin Schneider (CSU) seit 2026: Dr. Tobias Windhorst (CSU)

Folgende stellvertretende Landräte wurden durch den Kreistag gewählt: Stefan Jetz (CSU), seit 2002 Horst Krebes (SPD), ersetzt 2017 durch Hubert Gschwendtner (SPD) Konrad Heuwieser (FW), seit 2008

Mandatsträger aus dem Landkreis Altötting Stephan Mayer (CSU), Mitglied des Deutschen Bundestages (2002–) Ingrid Heckner (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtages (2003–2018) Martin Huber (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtages (2013-) Frank Springer (CSU), Mitglied des Bezirkstags von Oberbayern (2003–2013) Gisela Kriegl (CSU), Mitglied des Bezirkstags von Oberbayern (2018–) Johanna Schachtl (SPD), Mitglied des Bezirkstags von Oberbayern (2023–)

Wappen

Flagge

Eine amtliche Hissflagge führt die Landkreis nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine gelb-blau-weiße Flaggenbahn, belegt mit dem Landkreiswappen verwendet.Eintrag zu Landkreis Altötting auf der Seite kommunalflaggen.eu

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Altötting Platz 156 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.

Der Landkreis Altötting beherbergt wesentliche Teile des südostbayerischen Chemiedreiecks. Zwischen den Städten Burghausen, Töging und Trostberg lässt sich ein Dreieck zeichnen, in dem international bedeutende Chemieunternehmen tätig sind. Burghausen ist sowohl der Sitz des größten Werkes der Wacker Chemie AG als auch der petrochemischen Raffinerie der OMV Deutschland GmbH. In Burgkirchen befindet sich das Werk Gendorf. Auf dem Gelände der ehemaligen Hoechst AG haben sich verschiedene internationale Firmen der chemischen Industrie niedergelassen. Eine wichtige Rolle spielt der Tourismus insbesondere durch die Wallfahrt in Altötting, Besuche des Papstgeburtsortes Marktl und die Burg zu Burghausen. Zusammen mit dem Landkreis Mühldorf am Inn wird der Landkreis Altötting innerhalb Bayerns als Tourismusregion „Inn-Salzach“ gekennzeichnet – die vom Bayerischen Landesamt für Statistik auf der Karte „Tourismusregionen* in Bayern“ landespolitisch geförderte Kennzeichnung einzelner oder mehrerer Kommunen als Tourismusregion erfolgt seit 2006 im Rahmen des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP).Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern, PDF-Datei, Stand: 1. Januar 2019, online unter statistik.bayern.de

Verkehr Überörtlich ist der Landkreis in Richtung Ost- und Nordostbayern sowohl durch die Bundesstraße 20 als auch die Bundesstraße 588 an den Verkehr angebunden. In Nord-Süd-Richtung dient die Bundesstraße 299, welche zwischen Erharting und Winhöring mittlerweile zur Kreisstraße AÖ 35 abgestuft wurde, als wichtige Verkehrsader. Die in West-Ost-Richtung verlaufende Staatsstraße St 2550 (ehemalige Bundesstraße 12) wickelt ebenfalls einen großen Teil des überregionalen Verkehrs ab und wurde mittlerweile durch die A 94 wesentlich entlastet. Letztere durchquert von der Orts- und Landkreisgrenze bei Töging am Inn bis nach Marktl den Landkreis. Im weiteren, über die Landkreisgrenze hinaus verlaufenden, Straßenstück dient die überlastete Bundesstraße 12 der Anbindung in Richtung Simbach/Pocking und zur A 3. Dem Durchgangsverkehr im Landkreis dienen außerdem 8 Staatsstraßen und 33 Kreisstraßen.

1871 eröffneten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Hauptbahn München–Simbach über Neuötting und Marktl als Verbindung von Bayern nach Österreich. Der vielbesuchte Wallfahrtsort Altötting wurde 1897 durch die Lokalbahn Mühldorf–Burghausen angeschlossen. Als Verbindung zwischen Altötting und dem Bahnhof Neuötting ging 1906 die Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting in Betrieb. Bis 1908 errichteten die Bayerischen Staatseisenbahnen die Hauptbahn Mühldorf–Freilassing, die in Tüßling von der Strecke nach Burghausen abzweigte. Von ihrer Station Garching wurde 1910 eine Querverbindung über Trostberg nach Traunstein hergestellt.

Seit der Stilllegung der Dampfstraßenbahn im Jahre 1930 ist der Umfang des Schienennetzes unverändert geblieben. Allerdings kam es etwa 1943 zu einer Verlegung der Trasse und des Bahnhofs in Burghausen.

Heute durchqueren folgende vier, von der Südostbayernbahn betriebene Regionalbahnlinien den Landkreis: Mühldorf – Neuötting – Simbach Mühldorf – Altötting – Burghausen Mühldorf – Garching – Freilassing Mühldorf – Garching – Traunreut / Traunstein

Ein zum Teil zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecken München–Mühldorf–Freilassing und Tüßling–Burghausen sind geplant und im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf vermerkt.

Der Güterverkehr wird überwiegend durch DB Cargo betrieben. Das Güterverkehrszentrum Burghausen wurde am 19. Januar 2015 in Betrieb genommen.

Verdiente Persönlichkeiten Träger des Ehrenringes in Gold des Landkreises Altötting Max Absmeier, Prälat Benedikt XVI., Papst Seban Dönhuber, Altlandrat Wolfgang A. Herrmann (2018), Präsident der Technischen Universität München Karl Lutz, Altbürgermeister der Stadt Altötting Thomas Rottmüller, langjähriges Kreistagsmitglied (1952–1996) Max Saalfrank, Altbürgermeister der Stadt Töging am Inn

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte Altötting () Burghausen () Neuötting () Töging a.Inn ()

Märkte Marktl () Tüßling ()

Verwaltungsgemeinschaften Emmerting(Gemeinden Emmerting und Mehring, 6611) Kirchweidach(Gemeinden Feichten a.d.Alz, Halsbach, Kirchweidach und Tyrlaching, 5504) Marktl(Markt Marktl und Gemeinde Stammham, 3694) Reischach(Gemeinden Erlbach, Perach und Reischach, 4946) Unterneukirchen(Gemeinden Kastl und Unterneukirchen, 5797)Weitere Gemeinden Burgkirchen a.d.Alz () Emmerting () Erlbach () Feichten a.d.Alz () Garching a.d.Alz () Haiming () Halsbach () Kastl () Kirchweidach () Mehring () Perach () Pleiskirchen () Reischach () Stammham () Teising () Tyrlaching () Unterneukirchen () Winhöring () mini|375px|Landkreis Altötting, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Ehemalige Gemeinden

Ehemalige gemeindefreie Gebiete

Sehenswürdigkeiten Schloss Tüßling Schloss Klebing Burg zu Burghausen Pfarrkirche St. Nikolaus Neuötting Kapellplatz Altötting mit der Gnadenkapelle Liste von Pfarrhäusern im Landkreis Altötting

Schutzgebiete Im Landkreis gibt es vier Naturschutzgebiete, sechs Landschaftsschutzgebiete, sechs FFH-Gebiete und mindestens 28 ausgewiesene Geotope. (Stand August 2016)

Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Altötting Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Altötting Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Altötting Liste der Geotope im Landkreis Altötting Liste der Naturdenkmäler im Landkreis Altötting

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AÖ zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 14. Oktober 2016 ist aufgrund der Kennzeichenliberalisierung auch das Unterscheidungszeichen LF (Laufen) erhältlich.

Literatur Karl Huttner: Land zwischen Salzach und Inn. Sechzig Kalenderblätter. Mit Zeichnungen von Günther Grassmann. Richard Pflaum Verlag, München 1957. Neue Presse-Verlags GmbH und Kreistag des Landkreises Altötting (Hrsg.): Der Landkreis Altötting: Das Öttinger und Burghauser Land. Mit Beiträgen von Simon Pittner, Siegfried Schamberger, Josef Pfennigmann u. a. Neue Presse-Verlag, Passau 1978. Oettinger Heimatbund e. V. (Hrsg.): Oettinger Land: eine heimatkundliche Schriftenreihe für den gesamten Landkreis Altötting. Altötting 1981. Dieter Grypa: Studien zu Kriegsende und Neuanfang im Landkreis Altötting. In: Burghauser Geschichtsblätter 46. Stadt Burghausen, Burghausen 1991.