mini|Ehemalige Zehntscheune bei Haus Nr. 8

Buchklingen ist ein Gemeindeteil des Marktes Emskirchen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Buchklingen hat eine Fläche von 1,828 km². Sie ist in 132 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13848,61 m² haben.

Geografie Beim Dorf entspringt das Küferbächlein, ein linker Zufluss der Mittleren Aurach. Im Südwesten liegt das Waldgebiet Fürstlein, 0,5 km südöstlich Tiergarten und 0,25 km nordöstlich Gauling. Im Osten liegt das Goldstaudenfeld.

Der Ort wird von der Kreisstraße NEA 24 tangiert, die an Rennhofen vorbei nach Herrnneuses (2,3 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2244 bei Neuschauerberg führt (2,1 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Kreisstraße NEA 24 kreuzend nach Rennhofen (0,9 km nördlich), eine weitere führt nach Kotzenaurach (1,7 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1195 als „Buchinclingin“ erstmals in einer Urkunde erwähnt, in der der Graf Eckehard und seine Frau Gisela dem Dom zu Würzburg einen Weinberg in der Nähe dieses Ortes schenkte. 1361/64 wurde im burggräflichen Salbuch erwähnt, dass „Beuchlinggen“ dem Vogtamt Rennhofen untersteht. Im Anschluss unterstand der Ort dem neu geschaffenem Amt Emskirchen des Markgrafentums Brandenburg-Kulmbach. 1486 wurde erstmals ein „Schloss Puchklingen“ erwähnt. Es gehörte ursprünglich Michael von Seckendorff und wechselte in der Folgezeit mehrfach seine Besitzer. Anfang des 18. Jahrhunderts kam der Ort an die in Wilhermsdorf residierende Familie von Hohenlohe.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 81.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buchklingen 17 Anwesen (Schlösslein, altes Schloss, Wirtshaus, Meierhaus, Schäferei, 3 Güter, 3 Gütlein, 4 Häuser, 2 Häuslein). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte die Herrschaft Wilhermsdorf aus. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Buchklingen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 86. Das Rittergut hatte noch grundherrliche Ansprüche in Holzmühle (2 Anwesen), Kotzenaurach (20) und Neidhardswinden (33).

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. Im Jahre 1810 kam Buchklingen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Buchklingen gebildet, zu dem Holzmühle, Kappersberg, Knochenhof, Kotzenaurach und Ziegelhütte gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Buchklingen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war mit Ausnahme von Kotzenaurach. Im Jahre 1815 wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Buchklingen mit Holzmühle und Kotzenaurach, das eingemeindet wurde; Kappersberg mit Knochenhof und Ziegelhütte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 223. Die Ruralgemeinde Buchklingen war bis 1818 dem Herrschaftsgericht Wilhermsdorf unmittelbar und nur mittelbar in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch, unmittelbar ab 1818. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei hatte jedoch bis 1839 das Patrimonialgericht Wilhermsdorf inne. Am 9. November 1824 wurde Kotzenaurach wieder eine eigene Ruralgemeinde.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 198. Ab 1862 gehörte Buchklingen zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, von 1880 bis 1959 war das Amtsgericht Markt Erlbach zuständig, von 1959 bis 1972 das Amtsgericht Fürth, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,166 km².

Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Buchklingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Holzmühle wurde nach Markt Erlbach eingemeindet, Buchklingen nach Emskirchen.

Baudenkmäler Burgstall Buchklingen Haus Nr. 1: zugehöriger Stall; am Westgiebel über kleinem Rechteckfenster mit Anschlag Allianzwappen Schutzbar-Wolfstein zwischen Flaschensäulchen „16. (?) 3“, von der WasserburgR. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 40. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 8: zweigeschossiges Wohnstallhaus, Fenster teilweise ausgewechselt; im Türsturz „VSK 1819“ Bei Haus Nr. 8: ehemalige Zehntscheune Bei Haus Nr. 17: Scheune

Einwohnerentwicklung Gemeinde Buchklingen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 90 118 120 114 118 119 111 107 108 105 73 80 85 96 96 91 90 87 86 126 118 114 81 68HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 21 21 20 21 22 19 17 17 18 Quelle Für die Gemeinde Buchklingen zuzüglich der Einwohner von Holzmühle (S. 43).

Ort Buchklingen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 86 109 109 101 96 76 84 111 75 61 66Häuser 20 19 19 18 16 16 17 18Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Matthäus (Herrnneuses) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Emskirchen Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1195 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim