Karl Peter Gillmann (* 3. Dezember 1900 in Landau in der Pfalz; † 19. Januar 1963 in München) war ein deutscher Leichtathlet, Stummfilmschauspieler und Drehbuchautor.
Leben und Wirken Als Sportler Der Sohn eines Betriebsleiters hatte sich in jungen Jahren als Sportler betätigt. 1919 startete er als Leichtathlet für die Vereine Pfalz und TV Ludwigshafen und konzentrierte sich anfänglich auf den Hochsprung und den Weitsprung. In diesen beiden Disziplinen belegte er bei den in Ludwigshafen ausgetragenen „Meisterschaften für die besetzten Gebiete“ den jeweils dritten Platz. 1920 wurde Gillmann Weitsprungmeister der Rhein-Main-Saar-Titelkämpfe. Im Juni 1921 sprang er in Augsburg 6,88 m weit. Schließlich fokussierte sich Gillmann auf den Sprint und überraschte die Konkurrenz: Am 21. August 1921 wurde Gillmann in Hamburg mit 16,4 s Deutscher Meister über 110 Meter Hürden. Zu diesem Zeitpunkt war der Wahlmünchner (seit 1921) Gillmann beim TSV München-Sendling. Kurze Zeit später beendete Karl Peter Gillmann seine sportliche Laufbahn.
Als Schauspieler und Drehbuchautor Er versuchte sich, zunächst noch in München, als Filmschauspieler, allerdings mit nur wenig Resonanz. Nachdem Gillmann 1928 nach Berlin gezogen war, knüpfte er auch dort Kontakt zur Filmbranche. Gillmann war 1929/30 Regieassistent Wilhelm Dieterles und begann, seit 1935 regelmäßig, als Drehbuchautor zu arbeiten. Gillmann spezialisierte sich auf kein bestimmtes Genre, er belieferte Heimatfilme („Waldrausch“) ebenso wie Literaturadaptionen („Stützen der Gesellschaft“) und Historienstoffe („Liselotte von der Pfalz“), mehrfach auch Romanzen mit Musik und Lustspiele. Sein schönster Erfolg war ihm 1938 dank der Zusammenarbeit mit dem Komödienspezialisten Curt Goetz bei der Komödie Napoleon ist an allem schuld beschieden. Nachdem Goetz 1946 aus seinem Exil in den USA nach Deutschland heimgekehrt war, erinnerte er sich Gillmanns und holte ihn 1949 als seinen Autor und Co-Regisseur bei der Umsetzung des von Goetz selbst verfassten Lustspielstoffs Frauenarzt Dr. Prätorius. Dieses Goetz-Comeback in Deutschland sollte ein gewaltiger Publikumserfolg werden. Danach war Karl Peter Gillmann nur noch selten als Drehbuchautor aktiv.
Filmografie als Schauspieler
1922: Teufelssymphonie 1924: Das Rennen des Todes 1929: Das Schweigen im Walde
als Drehbuchautor
1931: Eine Stunde Glück 1934: Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund 1935: Liselotte von der Pfalz 1935: Stützen der Gesellschaft 1935: Der Postillon von Lonjumeau 1936: Intermezzo 1937: Pat und Patachon im Paradies 1937: Liebling der Matrosen 1937: Musik für Dich 1937: Die unentschuldigte Stunde 1938: Napoleon ist an allem schuld 1939: Paradies der Junggesellen 1939: Waldrausch 1943: Die beiden Schwestern 1949: Krach im Hinterhaus 1949: Frauenarzt Dr. Prätorius (auch Co-Regie) 1950: Skandal in der Botschaft 1951: Dämonische Liebe 1951: Königin der Arena (ungenannt) 1951: Heidelberger Romanze 1954: Ein Mädchen aus Paris 1960: Agatha, laß das Morden sein!
Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 503.
Weblinks Hürdenmeister und Filmregisseur. Die erstaunliche Laufbahn des Pfälzers Karl Peter Gillmann auf laz.de
Kategorie:Hochspringer (Deutschland) Kategorie:Weitspringer (Deutschland) Kategorie:110-Meter-Hürdenläufer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Meister (Leichtathletik) Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Person (Landau in der Pfalz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann