mini|Schriftzug an der Alpenstraße mini|Oberstaufen von Westen mini|Nagelfluhkette mit Hochgrat und Eineguntkopf mini|Blick vom Rindalphorn Richtung Oberstaufen mini|Ortskern vom Seelekopf Oberstaufen (mundartlich: SchtoufəHistorische Ortsnamen von Bayern - Oberstaufen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften., amtlich bis 1921: Staufen) ist ein Markt im bayerischen Landkreis Oberallgäu. Seit 1991 besitzt Oberstaufen die höchste deutsche Stufe der Kurortklassifikation, verzichtet jedoch auf den Ortszusatz „Bad“.
Geographie Oberstaufen liegt auf der Europäischen Wasserscheide, zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau.
Gemeindeteile
Es gibt 44 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Nachbargemeinden
Geschichte Bis zum 20. Jahrhundert In einer Beurkundung des Klosters St. Gallen vom 20. Dezember 868 wird der Ort Stoufun erstmals erwähnt. Der Name ist auf den Hausberg Staufen zurückzuführen und leitet sich vom althochdeutschen Wort für Kelch (= stouf) ab. Im Jahr 1453 erhielt Staufen das Marktrecht. Zunächst war Staufen ein Teil der Herrschaft Staufen in der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die den Ort 1804 gegen Güter in Ungarn mit Kaiser Franz I. von Österreich eintauschten. Nach den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 und der Besetzung des Schlosses Staufen, folgte jedoch kurze Zeit später der Anschluss Staufens an Bayern. Der Ort wurde zudem in den Landgerichtsbezirk Immenstadt eingegliedert. Die Herrschaft Staufen bestand aus drei Pfarreien und einem Benefiziat. Mit dem Ersten Gemeindeedikt 1808 wurde Staufen mit den Gemeinden Aach, Stiefenhofen und Thalkirchdorf zu einer Verwaltungseinheit. 1818 wurde Staufen mit dem Zweiten Gemeindeedikt zu einer eigenständigen Gemeinde.
Im Jahr 1853 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnlinie Immenstadt–Lindau der Anschluss an das Eisenbahnnetz, was mit einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde verbunden war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Staufen zum Luftkurort. 1918 genehmigte das königliche Staatsministerium des Inneren die Erhebung einer Kurtaxe in der Marktgemeinde Staufen.
Am 12. Februar 1921 wurde die Marktgemeinde Staufen amtlich in Oberstaufen umbenannt.
Neuzeit Im Jahr 1949 führte der Kurarzt Hermann Brosig die Schrothsche Heilkur ein. Durch die oft wohlhabenden Kurgäste entwickelte sich eine hohe Nachfrage nach gehobenerer Ware, was letztendlich dazu führte, dass sich die Einkaufsmöglichkeiten schnell vervielfältigten. Mit der Verleihung des Prädikats „Schrothkurort“ am 30. November 1959 wurde Oberstaufen offiziell als einziger Schrothkurort der Bundesrepublik anerkannt. Nach vierjähriger Untersuchung erfolgte am 10. Dezember 1969 die Anerkennung Oberstaufens als Heilklimatischer Kurort aufgrund der 1965 eröffneten Kuranstalt Malas.
Nach der Währungsreform 1924 entwickelte sich in Oberstaufen bis in die 1970er Jahre eine massenhafte Entstehung von Zweitwohnsitzen und Eigentumswohnungen, was dem Ortsbild insgesamt schadete.
Im Jahr 1970 wurden Gebietsteile, welche zuvor zur Gemeinde Stiefenhofen gehörten, nach Oberstaufen eingegliedert und 1972 erfolgte mit der Gebietsreform in Bayern die erneute Zusammenlegung mit Aach im Allgäu und Thalkirchdorf mit ihren jeweiligen Gemeindeteilen zur Gemeinde Oberstaufen.
Seit 1991 besitzt Oberstaufen mit dem Schroth-Heilbad die höchste deutsche Stufe der Kurortklassifikation, verzichtet jedoch auf den Ortszusatz „Bad“. Ferner ist Oberstaufen seit 2008 Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 6404 auf 7770 um 1366 Einwohner bzw. um 21,3 %.
Politik Gemeinderat und Bürgermeister In den Gemeinderat der Amtszeiten 2014–2020, 2020–2026 und 2026–2032 wurden folgende Parteien und Gruppierungen gewählt:Merkur.de: Kommunalwahl in Bayern 2026: Alle Ergebnisse aus den Gemeinden mini|hochkant|Rathaus Oberstaufen Partei / Liste 2026–2032 2020–2026 2014–2020 Stimmen-anteil Sitze Stimmen-anteil Sitze Stimmen-anteil Sitze CSU 31,2 % 6 32,0 % 6 28,2 % 6 SPD 7,9 % 2 7,7 % 2 5,9 % 1 Freie Wähler (FWO) 27,8 % 5 26,0 % 5 30,1 % 6 Unabhängige Thaler Liste (UTL) 19,6 % 4 18,8 % 4 16,6 % 3 Parteilose Liste und Weißachtal (PLW) 13,5 % 3 11,8 % 2 13,6 % 3 Aktives Oberstaufen – – 3,6 % 1 5,6 % 1 Wahlbeteiligung 58,8 % 54,73 % 60,9 %
Bürgermeister des Marktes Oberstaufen ist Martin Beckel (Freie Wähler). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 68,1 % der gültigen Stimmen bei drei Gegenkandidaten gewählt. Am 15. März 2020 wurde er bei einem Gegenkandidaten mit 79,59 % der Stimmen im Amt bestätigt. Am 8. März 2026 wurde er mit 87,0 % % der Stimmen erneut im Amt bestätigt.
Wappen mini|hochkant|Logo von Oberstaufen
Neben dem Wappen verwendet die Gemeinde ein Logo, das auf die Lage im Gebirge anspielt.
Patenschaft Im Jahr 1986 wurde eine Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Schrothkurort Dolní Lipová/Niederlindewiese bei Freiwaldau im Altvatergebirge übernommen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater und Konzerte Konzertdarbietungen gibt es regelmäßig im Kurhaus Oberstaufen, in der Festhalle Steibis und im Thaler Festsaal; Theateraufführungen werden im Kurhaus und im Thaler Festsaal (Bauerntheater) gegeben.
Regelmäßige Veranstaltungen Eine lange Tradition hat der historische „Fasnatziestag“ (Faschingsdienstag), der an die Pest erinnern soll. Am Staufner Fasnatziestag reinigt der „Butz“ mit seinem Besen die Festteilnehmer und die Hausgänge symbolisch von der Pest und „stirbt“ abends zum Gebetsläuten den plötzlichen Pesttod. Seit 1999 findet in Oberstaufen jährlich im Februar im Rahmen der „Winter-Triathlon Deutschland Trophy“ die Deutschen Meisterschaften statt (5 km Laufen, 12 km Mountainbike, 8 km Skilanglauf). Beim alljährlichen „Viehscheid“ (Alpabtrieb) werden immer am zweiten Freitag im September die Nutztiere (Rinder, Pferde, Esel etc.), die den Sommer auf den Bergalpen verbrachten, feierlich und mit Blumen geschmückt an ihre Eigentümer zurückgegeben. Dies findet auf dem Scheidplatz in Höfen statt.Viehscheid im Allgäu ist Festzeit in den Gemeinden Alljährlich findet am letzten Juli-Wochenende das Oberstaufener Marktfest am Marienplatz in Oberstaufen statt.
Ehemalige Veranstaltungen Mit den Rennen um den Staufenpokal wurden von 1962 bis 1992 alpine Skirennen in Oberstaufen ausgetragen. ATP Challenger Oberstaufen: jährliches Tennisturnier zwischen 1992 und 2014, auch Oberstaufen Cup genannt 2006 bis 2017 startete alljährlich im Mai die Allgäu-Orient-Rallye in Oberstaufen, eine Low-Budget-Rallye, die das Ziel Amman/Jordanien ansteuerte. Dabei durften Vierer- oder Sechserteams mit entweder zwei oder drei Autos antreten. Die Autos, die in Jordanien ankamen, wurden zugunsten eines guten Zwecks versteigert.
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|St. Peter und Paul mini|Blick auf den Altar der Pfarrkirche St. Peter und Paul mini|Ureibe bei Steibis miniatur|Evangelisch-Lutherische Heilig-Geist-Kirche Oberstaufen Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul ist ein ehemaliges Kollegiatstift der Diözese Augsburg. Die gotische Kapelle St. Bartholomäus in Zell bei Oberstaufen aus dem Jahr 1440 mit ihren drei gotischen Altären und originalen Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Die evangelisch-lutherische Heilig-Geist-Kirche im Montfortweg 7 ist baulich verbunden mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus. Auf dem Kirchhof ist ein Labyrinth eingelassen. Heimatmuseum „Beim Strumpfar“ Bauernhausmuseum „S’Huimatle“ Schaukäserei mit Käseschule
Naturdenkmäler Am Nordhang des Seelekopfs oberhalb der Unteren Lauchalpe steht die Ureibe bei Steibis. Das Alter dieser weiblichen Eibe wird auf 600 bis 800 Jahre geschätzt. Sie ist damit einer der ältesten Bäume Deutschlands. Ihr Stamm ist hohl und hat einen Umfang von rund fünf Metern.
Sport Sommersport Erlebnisbad Aquariawww.oberstaufen.info 12 Tennis-Freiplätze, davon sechs in Oberstaufen, vier in Thalkirchdorf und zwei in Steibis. Zwei ansässige Golfclubs mit 18 Löchern in Oberstaufen-Steibis und 27 Löchern im Golfclub Oberstaufen im Ortsteil Buflings. Gipfelstation der Hündle-Doppelsesselbahn auf ca. 1100 m. Fünf Gehminuten von der Bergstation entfernt liegt die Obere Hündle-Alpe, wo man bei der Käseherstellung zusehen kann. Weiters gibt es dort eine ca. 850 m lange Sommerrodelbahn und einen Minigolf-Platz. Von Steibis aus erreicht man mit der Hochgratbahn, einer Kleinkabinenbahn, in 18 Minuten die Bergstation am Hochgrat (mit 1834 m höchster Berg im westlichen Allgäu).Bayerische Vermessungsverwaltung: . Abgerufen am 10. März 2011. Die Imbergbahnwww.oberstaufen.de führt direkt auf den Imbergkamm. Die ca. 475 Kilometer lange Radrunde Allgäu führt durch Oberstaufen.
Wintersport Skiregion Oberstaufen mit insgesamt 28 Aufstiegshilfen in die Skigebiete, 40 km maschinell gepflegten Pisten. Insgesamt 100 km präparierte Loipen werden rund um Oberstaufen gespurt (klassisch 100 km, Skating 70 km). Eine Besonderheit ist die 50 km lange Fernwanderloipe vom Alpsee zum Waldsee bei Lindenberg. Nachts beleuchtet und für Anfänger geeignet ist die 2 km lange Kalzhofer-Loipe, ein Rundkurs. Schneesicher bis in den Mai sind die auf 1200 bis 1300 m Höhe befindlichen Hädrich-Loipen (5 bis 10 km, für Anfänger und Geübte). Skigebiet Hündle-Thalkirchdorf mit 8er Gondelbahn und 10 Liften, 14 km Abfahrtslänge. Sinswangerlifte (zwei Schlepplifte, ein Übungslift, Flutlichtanlage). Die Skiarena Steibis am Imberg mit 8er Gondelbahn und Rodelbahn Hochgratbahn Oberstaufen-Steibis mit 5 bis 6 km langen Abfahrten. An den Nacht- und Vollmondfahrten wird die Unterlauchabfahrt (6 km) für Rodler geöffnet. Schneeschuhwanderungen 600 m² großer Kunsteisplatz mit Möglichkeiten zum Eisstockschießen, Eishockeyspielen oder Schlittschuhlaufen. Am 1. März 2026 stellte Paul Bieber im Ice-Triathlon einen Weltrekord auf. Er absolvierte als erster Athlet weltweit einen Ice-Triathlon über die Supersprint-Distanz mit 250 m Schwimmen (4,4 °C), 12,5 km Radfahren (4,5 °C) und 2,5 km Laufen. Die Strecke führte von Bühl am Alpsee nach Oberstaufen, das Ziel befand sich am Kirchplatz in Oberstaufen. Die Gesamtzeit lag bei 50:49 Minuten; alle drei Disziplinen bestritt er ausschließlich in einem Triathlon-Einteiler.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehrsanbindung Unmittelbar südlich des Ortskerns verläuft die Bundesstraße 308 von Lindau über Lindenberg an Oberstaufen vorbei und weiter nach Immenstadt am Alpsee.
Ebenso verläuft dort die Bahnstrecke Buchloe–Lindau. Südlich des Bahnhofs Oberstaufen liegt der Oberstaufener Tunnel, der einzige Eisenbahntunnel der gesamten Strecke.
Vom Bahnhof Oberstaufen fahren Busse direkt zu den Bergbahnen am Hochgrat, Imberg und Hündle sowie nach Immenstadt, Isny und Lingenau.
Im Jahr 2018 trat Oberstaufen dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) bei.
Oberstaufen liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zunächst über Hergatz und Röthenbach (Allgäu) nach Oberstaufen und weiter über Immenstadt nach Sonthofen führt.
Soziales Seit September 2008 gibt es einen offenen Jugendtreff: Das Jugendhaus Pangäa in Oberstaufen. Für die anderen Altersgruppen (Kinder, Erwachsene/Senioren) ist das Familienzentrum Oberstaufen aktiv. Ferner finden sich der Förderverein Staufner Kinder e. V., der Frauenbund Oberstaufen und der Kindergartenförderverein Thalkirchdorf.
Weiteres Oberstaufen wurde 2010 vom ADAC mit dem ADAC-Tourismuspreis für die Mehrwert-Gästekarte „Oberstaufen PLUS“ ausgezeichnet.. Website Allgäuer Anzeigeblatt. Abgerufen am 2. November 2010. Für dieses Angebot erhielt der Kurort auch den „Deutschen Tourismuspreis 2009“.«Deutscher Tourismuspreis 2009: Die Sieger stehen fest». Website Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung. Abgerufen am 19. Juni 2011.