Martin Pfeiffer (geb. 1966 in Franken) ist ein deutscher Journalist, der in Österreich tätig ist. Er ist Mitglied mehrerer rechtsextremer Vereinigungen und war von 2004 bis zu ihrer Einstellung 2018 Chefredakteur der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula.

Leben Pfeiffer stammt aus Franken und studierte Jura an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Als Student gehörte er der KDStV Gothia Würzburg, einer katholischen Studentenverbindung an, aus der er aber wieder ausschied. Mittlerweile ist Pfeiffer Alter Herr der Fachstudentenschaft Rugia Eisgrub zu Wien (ÖPR)Bernhard Weidinger: "Im nationalen Abwehrkampf der Grenzlanddeutschen". Akademische Burschenschaften und Politik in Österreich nach 1945. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2015, ISBN 978-3-205-79600-8, S. 379 und der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania (DB).

Ab 1999 war er Mitarbeiter der Wochenzeitung Zur Zeit von Andreas Mölzer in Wien. 2004 wechselte er nach Graz zur Zeitschrift Die Aula. Unter seiner Ägide wurde Die Aula äußerlich modernisiert. Seit 2010 ist er Vorsitzender der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik und stellvertretender Vorsitzender des Kulturwerks Österreich, seit 2012 Vorsitzender.Martin Langebach, Andreas Speit: Europas radikale Rechte: Bewegungen und Parteien auf Straßen und in Parlamenten. Orell Füssli, Zürich 2013, ISBN 978-3-280-05483-3, S. 194. Die GfP ist laut dem deutschem Verfassungsschutz die „größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland“Herwig G. Höller: Rechte Publizistik: Die Schriftleiter der Steiermark, Die Zeit, 24. November 2011 mit engen Kontakten zur deutschen NPD. Laut Spiegel ist eines der Hauptanliegen der Vereinigung die Streichung des § 130 StGB (Volksverhetzung) sowie die angeblich verzerrte oder falsche Geschichtsdarstellung den Nationalsozialismus betreffend zu korrigieren. Pfeiffer ist zudem Vorsitzender des Vereins „Kultur- und Zeitgeschichte – Archiv der Zeit e. V.“

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes konstatiert über die Arbeit Pfeiffers in der Aula: „Unter seiner Ägide ist seit Jahren eine neuerliche Zunahme von offenem Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Revanchismus und Geschichtsklitterung in der Aula feststellbar.“ Laut Andreas Speit und Martin Langebach ist Pfeiffer einer „der wichtigsten Protagonisten im Spektrum der radikalen Rechten“ in Österreich.

2014 wurde er als Vortragender zum Stiftungsfest der Münchner Burschenschaft Danubia eingeladen. Er sollte zum Thema „Pro Patria – Die Aula: Freiheitliche Publizistik in Zeiten des Kampfes gegen Rechts“ vortragen, wurde jedoch kurz vorher als zu rechts wieder ausgeladen. Danubia-Vorstand Maximilian Reingruber sagte der Süddeutschen Zeitung, ihnen sei Pfeiffers Funktion bei der GfP nicht bewusst gewesen und es handele sich um „ein bedauerliches Versehen“. Die Grünen im Bayerischen Landtag stellten auch daraufhin eine Anfrage an die Staatsregierung zu „Rechtsextremen Tendenzen in Bayerischen Burschenschaften“ (22. Januar 2016, Schriftstück 17/9235).

2017 wurde Pfeiffer an der Universität Wien mit der rechtshistorischen Arbeit „Die Praxis der Wehrmachtsgerichtsbarkeit an der Front und im Hinterland (…)“ zum Dr. iur. promoviert. Betreuer und erster Begutachter war der Historiker und ehemalige FPÖ-Politiker Wilhelm Brauneder.Martin Pfeiffer: Die Praxis der Wehrmachtgerichtsbarkeit an der Front und im Hinterland. Ein Vergleich von Entscheidungen der Wehrmachtgerichte der 3. Gebirgsdivision und der Standortkommandantur Kroatien. Dissertation. Universität Wien, Wien 2017, OBV. Die Arbeit wurde 2020 in dem vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuften Grazer Ares-Verlag publiziert.

Nach Einstellung der Aula im Sommer 2018 war Pfeiffer im Oktober 2019 Herausgeber der Neuen Aula, von der nur eine Ausgabe erschien.

Er war bis September 2019Verantwortliche der „Neuen Aula“ keine FPÖ-Mitglieder mehr. In: derstandard.at. 22. Oktober 2020, abgerufen am 28. Februar 2020. Mitglied der FPÖ. Heute lebt er in Graz.

Gegen Pfeiffer begann am 15. September 2025 am Straflandesgericht Graz ein Prozess wegen NS-Wiederbetätigung.Red(aktion): Prozessauftakt gegen „Aula“-Herausgeber, ORF Steiermark vom 15. September 2025, abgerufen am 15. September 2025. Im Dezember 2025 wurde er wegen Wiederbetätigung schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt.Ex-"Aula"-Chefredakteur wegen NS-Wiederbetätigung für schuldig befunden Der Standard am 3. Dezember 2025 Das Urteil ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt (27. August 2026) nicht rechtskräftig.

Publikationen Die Praxis der Wehrmachtgerichtsbarkeit an der Front und im Hinterland. Ares Verlag, Graz 2020, ISBN 978-3-99081-067-5.

Literatur Martin Langebach, Andreas Speit: Europas radikale Rechte: Bewegungen und Parteien auf Straßen und in Parlamenten. Orell Füssli, Zürich 2013, ISBN 978-3-280-05483-3, S. 194 f.;

Einzelnachweise

Kategorie:Person des Rechtsextremismus Kategorie:Mitglied der Gesellschaft für freie Publizistik Kategorie:Journalist (Österreich) Kategorie:Chefredakteur Kategorie:FPÖ-Mitglied Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Burschenschafter (21. Jahrhundert) Kategorie:Korporierter (Schülerverbindung) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann