Die Dragons de la Garde impériale (dt.: Dragoner der kaiserlichen Garde) waren ein Regiment schwerer Kavallerie der Garde impériale des Ersten Kaiserreichs. Aufgestellt wurde die Truppe per kaiserlichem Dekret vom 15. April 1806. Das Regiment führte auch den Namen Dragons de l’Impératrice (Dragoner der Kaiserin) zu Ehren von Joséphine de Beauharnais, die die Regimentsinhaberin war. Das Regiment bildete zusammen mit den Grenadiers à cheval de la Garde impériale die schwere Kavalleriebrigade der kaiserlichen Garde.

Reputation mini|Reiter und Trompeter der Dragons de la Garde impériale und der Compagnie de gendarmes d’élite. Zeichnung von Henry Ganier-Tanconville, 1914. Das Régiment des dragons de la Garde impériale, gebildet aus den besten Soldaten der Linienkavallerie, wurde von seinem Kommandanten, Général comte Philippe-Antoine d’Ornano, mit Lob bedacht:

Am 13. Februar 1814 schrieb Napoléon an seinen Minister Savary:

In den militärischen Planungen des Jahres 1814 war ihnen eine entscheidende Rolle zugedacht. Sie hatten die in sie gesetzten Erwartungen voll und ganz erfüllt – so in der Schlacht bei Montmirail, der Schlacht bei Château-Thierry und im Gefecht bei Saint-Dizier.

Auch während der ersten Restauration war der napoléonische Korpsgeist unter den Soldaten und Offizieren sehr ausgeprägt. Louis-Michel Letort de Lorville wurde zwar vom König zum Lieutenant-général ernannt, behielt jedoch weiterhin seinen Posten als Major im nunmehrigen „Régiment des dragons de France“, was eigentlich einem Maréchal de camp zugestanden hätte. Die Soldaten hielten weiterhin das Andenken an den Kaiser in hohen Ehren. Sie gingen sogar so weit, den König öffentlich als „fettes Schwein“ zu bezeichnen, was ihnen die Feindschaft der königlichen Familie eintrug.

Nach der Rückkehr Napoléons von der Insel Elba wurde er von den Dragonern enthusiastisch begrüßt.

Aufbau und Organisation mini|Major Pierre Alexis de Pinteville. Im November 1813 kommandierte er die beiden Escadrons der Jungen Garde in der Division Ornano.

Die Organisation der Truppe blieb bis 1811 unverändert, als Napoléon entschied, keine Veliten für die Grenadiers à pied de la Garde impériale, Dragoner und Chasseurs à cheval de la Garde impériale mehr aufzurufen. Die Escadron der Vélites-dragons wurde zum 1. Januar 1812 aufgelöst und das Personal auf die Escadrons der Alten Garde oder die Regimenter der Linienkavallerie verteilt.

Das stark dezimierte Regiment wurde im Januar 1813 bevorzugt wieder aufgefüllt. Es wurden sechs Escadrons mit einer Gesamtstärke von 91 Offizieren und 1537 Reitern gebildet. Vier davon wurden der Alten Garde und zwei der Jungen Garde zugeteilt. Dabei wurde die 6. Escadron als Seconds dragons bezeichnet.

Im November 1813 hatte die Gardekavallerie, einschließlich der Gardes d’honneur, eine Gesamtstärke von 7958 Reitern und wurde von Général Étienne Marie Antoine Champion de Nansouty kommandiert.

Letort und seine 473 Dragoner der Alten Garde waren der 3. Garde-Kavalleriedivision von Général Frédéric Henri Walther, die beiden Escadrons in der Jungen Garde unter Major Pinteville der 1. Division von Comte d’Ornano zugewiesen.Mané, 2014, S. 2.

Zu Beginn des Feldzuges in Frankreich Ende Januar 1814 gehörten die sechs Escadrons zur 2. Garde-Kavalleriedivision unter dem Kommando von Maréchal d’Empire Édouard Mortier.Mané, 2014, S. 3. Gleichzeitig war ein 460 Reiter starkes Détachement nach Paris abgestellt. Es gehörte zur Garde-Kavallerieabteilung, die von Général Charles Lefebvre-Desnouettes kommandiert wurde und zum Korps von Maréchal Michel Ney abgestellt warMané, 2014, S. 5..

Während der Schlacht bei Montmirail am 11. Februar 1814 bestand die Gardekavallerie aus drei Divisionen unter Général Nansouty. Zur 2. Division von Levesque de Laferrière waren die beiden Escadrons der Jungen Garde mit insgesamt 260 Reitern unter Général Letort abgestellt. Zur 3. Division gehörten die vier Escadrons der Alten Garde mit insgesamt 406 Reitern in der Brigade Dautancourt. Einige Tage später wurde das Regiment in der 2. Division wieder zusammengeführt. Am 15. März 1814 bildeten die 500 Gardedragoner zusammen mit dem 2e régiment des éclaireurs de la Garde impériale eine Brigade in der Division Exelmans. Am Abend des ersten Tages der Schlacht bei Arcis-sur-Aube vereinigten sich die restlichen 260 Gardedragoner mit der Marschkolonne von Général Lefebvre-Desnouettes.

Herrschaft der Hundert Tage bis zur Auflösung mini|Helm eines Offiziers des königlich französischen Dragonerkorps

Während der Ersten Restauration wurde das Regiment im Dienst gehalten und in Corps royal des dragons de France umbenannt. Es bestand aus vier Escadrons und war in Tours stationiert. Nach der Rückkehr von Napoléon während der Herrschaft der Hundert Tage wurde das Regiment wieder in die kaiserliche Garde der Armee der Hundert Tage eingegliedert. Die Stärke wurde auf 50 Offiziere, 779 Reiter und 969 Pferde (davon 227 Reservepferde für die Offiziere) festgesetzt.

Die Dragons de la Garde impériale wurden nach der endgültigen Abdankung Napoléons am 16. Dezember 1815 aufgelöst. Die Regimentsinhaberin Joséphine de Beauharnais starb am 29. Mai 1814 im Schloss Malmaison. Bis zum Tod des letzten der Gardedragoner wurde alljährlich der 29. Mai als Gedenktag begangen.

Einsätze Feldzug in Preußen und in Polen mini|Napoléon in der Schlacht bei Friedland. Gemälde von James Alexander Walker.

Trotz einiger noch nicht überwundener Schwierigkeiten in der Organisation verließen 1806 zwei Escadrons unter dem Chef d’escadron Jolivet Paris und stießen zur Grande Armée, um am Feldzug gegen Preußen und Polen teilzunehmen. Beim Einzug von Napoléon in Berlin am 27. Oktober paradierten sie an der Spitze der Gardekavallerie. Einige Monate später waren die Gardedragoner durch ein Kontingent von 200 Reitern verstärkt worden und wurden mit der Aufrechterhaltung der Sicherheit rund um Berlin beauftragt. Hierbei kam es mehrmals zu Schusswechseln mit preußischen Partisanen. Geführt wurden sie von dem Colonel-major und späteren Général Louis-Michel Letort de Lorville.

Die Preußen waren geschlagen, nicht aber die Russen. Nach dem blutigen Sieg in der Schlacht bei Eylau mit 30.000 französischen Verlusten konnte Napoléon auch diese in der Schlacht bei Friedland entscheidend besiegen. Die Gardedragoner hatten während dieser Schlacht den linken Flügel der Gardekavallerie gebildet, ohne jedoch an den Kämpfen teilzunehmen.

Auf der Iberischen Halbinsel mini|Offizier der Dragons de la Garde impériale, von Carle Vernet Im Jahre 1808 erklärte Frankreich Spanien den Krieg. Nach den Niederlagen in der Schlacht bei Bailén und der Schlacht bei Vimeiro sah sich Napoléon gezwungen, persönlich einzugreifen, um die Lage zu bereinigen. Er bot daher seine besten Truppen auf, zu denen auch Teile der kaiserlichen Garde mit den Gardedragonern gehörten. Der Feldzug entwickelte sich schnell, am 14. Juli 1808 wurden die Dragoner mit dem Armeekorps von Maréchal Jean-Baptiste Bessières in der Schlacht bei Medina de Rioseco eingesetzt. Als die Tirailleurs der Division Mouton von spanischen Carabiniers zurückgeworfen wurden, setzte sich der Général Lasalle an die Spitze der Gardekavallerie und bereinigte die Situation.

Im weiteren Verlauf der Operationen verfolgten die Gardedragoner die Engländer, die sich auf A Coruña zurückzogen. Bei Mayorga und bei León fanden Gefechte statt. Ende Dezember 1808 kamen die Dragoner an den Fluss Esla, den die Engländer zu überqueren trachteten.

Die Dragoner setzten daraufhin ebenfalls über den Fluss, aber trotz aller französischen Anstrengungen konnten die Engländer auf ihre Schiffe entkommen. Im Januar 1809 kehrte der größte Teil des Regiments nach Frankreich zurück. Lediglich ein Détachement verblieb in der Kaserne von Valladolid, um von hier aus Guerillas zu bekämpfen.

Währenddessen hatte Napoléon mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die der Feldzug in Deutschland und Österreich mit sich brachte. Er sah sich gezwungen, die Armée d’Espagne (Spanienarmee) umzustrukturieren, was auch dazu führte, dass schließlich alle Gardedragoner Spanien verlassen hatten. Im November wurden zwei Escadrons wieder nach Spanien verlegt, wo sie von den Spaniern den Namen cabezas de oro (Goldköpfe), später caballeros de oro (Goldene Reiter) erhielten.

Im Jahre 1810 waren die Gardedragoner während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel der „Armée du Nord“ in der Garde-Kavalleriedivision unter Général Louis Lepic zugeteilt. Der Personalbestand betrug 16 Offiziere und 305 Reiter, von denen 110 als Vélites noch völlig ohne Kampferfahrung waren. Bis zum Jahresende war der Bestand auf 298 und bis zum Juli 1811 auf 287 Reiter geschrumpft. Zwischenzeitlich hatte die Schlacht bei Fuentes de Oñoro stattgefunden. Am 5. Mai hatte der Maréchal Masséna die Armée du Nord um Unterstützung gebeten. Bessières schickte daraufhin die 800 Grenadiers à cheval und Dragons de la Garde impériale unter dem Befehl von Lepic zu Hilfe. Als die französische Infanterie in Bedrängnis kam, befahl Masséna Lepic anzugreifen, um die Situation zu bereinigen. Die Ordonnanz meldete jedoch an Maréchal Masséna, dass der Général Lepic sich weigere, da er nur Befehle von seinem direkten Vorgesetzten, Maréchal Bessières, entgegennehme.

Dadurch konnte Wellington mit seiner Truppe letztendlich das Dorf und den Sieg für sich behaupten.Sokolov, 2003, S. 455.

Schlacht bei Wagram mini|Höherer Offizier der Dragons de la Garde impériale, von Louis Vallet Bei Beginn des Feldzuges in Deutschland war lediglich ein Teil des Regiments zur Grande Armée abgestellt. Der österreichische Widerstand in der Schlacht bei Aspern und die damit verbundenen hohen französischen Verluste in dieser Niederlage zwangen Napoléon dazu, seine Truppen zu verstärken. Das Détachement der Gardedragoner in Spanien wurde mit der Truppe bei der Grande Armée vereinigt. Dann kämpften die Dragons de l’Impératrice am 5. und 6. Juli 1809 in der Schlacht bei Wagram, wo sie der Garde-Kavalleriedivision unter Général Walther zugeteilt waren.

Am zweiten Kampftag entschied Napoléon, das österreichische Zentrum verstärkt anzugreifen. Er gab Général Macdonald den Befehl, mit seinem starken Infanteriekorps in die rechte Flanke des Feindes zu marschieren. Die Gardekavallerie stand zur Unterstützung bereit. Im Laufe des Gefechts ersuchte Macdonald Walther um den Einsatz der Kavallerie. Dieser jedoch, ohne Befehle von Napoléon oder Bessières, weigerte sich, und so blieb die Kavallerie an Ort und Stelle.Sokolov, 2003, S. 455.

Russlandfeldzug mini|Retour du palais de Petrovsky, von Vassili Verechtchaguine. Ein Piquet der Dragons de la Garde impériale eskortiert den Kaiser durch die Ruinen von Moskau. In den Juni 1812 fiel der Beginn des Russlandfeldzuges. Die kaiserliche Garde bildete das Gerüst der Grande Armée. Am 14. September erreichten die französischen Kräfte Moskau. Die Gardedragoner hatten bis dahin keinen Kampfeinsatz gehabt, die Verluste waren dennoch beträchtlich. Vom 1. Juni bis zum 5. September verlor das Regiment 417 Reiter, was 34 % des Gesamtbestandes ausmachte.Dawson, 2011, S. 112.

Am 25. September 1812 führte der Major Louis-Ignace Marthod mit einer Escadron einen Erkundungsritt im Umkreis von Moskau durch. Bei der Ortschaft Bourzowo trafen sie auf eine Gruppe Kosaken, die sie in die Flucht schlagen konnten. Es traf dann jedoch russische Verstärkung ein, und bald waren die Gardedragoner eingekreist. Sie konnten sich eine Gasse freikämpfen, der Kommandant und etwa 20 Dragoner gerieten jedoch verwundet in Gefangenschaft.Prévost/Bourgeot, 2009, S. 32.

Am 23. Oktober 1812 verließen die Franzosen Moskau wieder. Am 25. Oktober, nach der Schlacht bei Malojaroslawez, schlug Napoléon, begleitet von einigen Offizieren, den Rückweg nach Kaluga ein, wobei sich die Gruppe von der Garde entfernt hatte. Als plötzlich Kosaken angriffen, konnten diese jedoch von den herbeieilenden Gardedragonern unter Letort vertrieben werden.