mini|Hauptwache mini|Erste Feuerwache der Berufsfeuerwehr in der damaligen Margarethenstraße, bezogen im Juli 1892 mini|Gedenkstein an der Südwache Die Feuerwehr Halle (Saale) ist dem Amt 37.6 (Abteilung Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) der Stadt Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, zugeordnet. Sie wurde im Jahr 1868 gegründet und umfasst die Fachbereiche der Feuerwehr, des Zivil- und Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes.
Geschichte Das aufkommende Zunftwesen verpflichtete zunächst Handwerker zum Löschdienst. Die Halloren erwarben sich dabei durch ihr Engagement, aber auch durch die Nutzung von Neuerungen wie salzhaltige Sole als Löschmittel, hohe Verdienste. Zur damaligen Zeit wurden im Stadtgebiet präventiv zahlreiche mit Sole gefüllte Löschfässer aufgestellt.
Die erste Feuerordnung der Stadt Halle wurde im Jahr 1658 niedergelegt und veröffentlicht. In den folgenden Jahrhunderten wurde diese immer wieder aktualisiert und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst. Anfang des 18. Jahrhunderts wird dort beispielsweise beschrieben, wie Rauchfänge und Feuermauern beschaffen sein müssen und „Hauswirte bei denen ein Feuer auskommt werden hart bestraft, wenn sie nicht gleich Lärm machen und öffentlich um Hilfe rufen.“ Ebenfalls regelte die Feuerordnung, dass Maurer- und Zimmermeister sich mit ihren Gesellen und Werkzeugen im Brandfall schleunigst an die Brandstelle zur Brandbekämpfung zu begeben hatten. Sie schrieb zudem vor, dass acht Tage vor Weihnachten, Ostern, Johannie und Michaelis durch zwei Stadtverordnete sowie den Stadtsecretarius mit Maurer, Zimmermann und Schornsteinfeger eine Begutachtung aller Feuerstätten der Stadt Halle zu erfolgen hatte, um Mängel zu erkennen und diese abstellen zu lassen.
Die Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Halle an der Saale war am 28. September 1868. Aufgrund seiner Bemühungen zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Turner, Politiker und Wissenschaftler Otto Ule zum ersten Feuerwehrchef der Stadt Halle. Bei der gegründeten Feuerwehr handelte es sich um eine Turnerfeuerwehr.
Anders als in vielen anderen Orten konnte die Freiwillige Feuerwehr in Halle von Anbeginn an auf eine schnelle Löschwasserversorgung aus Hydranten bauen, da im Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr auch das städtische Wasserwerk in Betrieb genommen wurde. Bedingt durch die schnelle Industrialisierung breitete sich die Stadt Halle schnell aus, was die Freiwillige Feuerwehr gegen Ende der 1880er Jahre an ihre Leistungsgrenze brachte. So wurde vom Magistrat der Stadt der Beschluss gefasst, eine ständige kasernierte Berufsfeuerwehr zu gründen. Die Gründung dieser Berufsfeuerwehr erfolgte am 1. April 1889 mit einer Mannschaft aus sieben Oberfeuerwehrmännern und sechs Feuerwehrmännern. Trotz der Berufsfeuerwehr blieb eine Freiwillige Feuerwehr weiterhin bestehen. Die erste Unterkunft der Berufsfeuerwehr befand sich im ehemaligen Marstall des alten Rathauses. In der Anfangsphase besaß die Berufsfeuerwehr noch keine eigenen Zugpferde für die Feuerspritzen. Tagsüber lieh man sich Pferde bei den auf dem Markt stehenden Droschken aus und auch nachts mussten die Droschkenkutscher ihre Pferde zur Verfügung stellen. Dies änderte sich erst, als mit der Pferdestraßenbahn ein Vertrag geschlossen wurde. Die Pferdestraßenbahn verpflichtet sich, für die Feuerwehr Zugpferde anzuschaffen.
Zu den Neuerungen, die eine zeitige Brandbekämpfung ermöglichten, gehörte die Feuertelegraphenanlage. Dadurch war es nun möglich, präzise den Ort des Brandes zu ermitteln und viele Feuer noch in deren Entstehung zu bekämpfen. Dadurch wurden große Brände von mehreren Häusern immer seltener. Durch die Feuertelegraphenanlage wurde in der Stadt auch die sogenannte laute Alarmierung abgeschafft. Die letzte Benutzung der Feuerglocke war am 27. Januar 1899 beim Großbrand in der Fabrik Lindner in der Großen Steinstraße.
Schon in den frühen 1890er Jahren zeigte sich, dass das Feuerwehrhaus am Markt für die Erfordernisse der Berufsfeuerwehr nicht mehr ausreichte. So wurde mit einem Kostenaufwand von ca. 170.000 Mark eine neue Feuerwache in der Margarethenstraße, heute Ludwig-Stur-Straße, errichtet. Neben den Räumen für die Berufsfeuerwehr umfasste die Feuerwache auch Räume für ein Polizeirevier und Wohnungen für Feuerwehroffiziere. Die neue Wache wurde von der Berufsfeuerwehr am 16. Juli 1892 bezogen. Neben dieser Wache gab es noch die beiden Feuerwehrhäuser der Freiwilligen Feuerwehr, zum einen in der Blücherstraße, heute Kurt-Eisner-Straße, und zum anderen in der Glauchaer Straße beim Wasserwerk.
Ab dem Jahr 1901 erweiterte sich das Aufgabengebiet der Berufsfeuerwehr um das Krankentransportwesen, da von der Stadt ein pferdebespannter Krankentransportwagen beschafft wurde. Da die Stadt Halle immer weiter expandierte, reichte die Feuerwache in der Margarethenstraße bald nicht mehr aus, um schnell an jeden Punkt der Stadt zu gelangen. So begann man mit der Planung von zwei weiteren Feuerwachen, eine im Norden der Stadt und eine im Süden. Durch mehrere Großfeuer wurde die Notwendigkeit der neuen Feuerwachen immer offensichtlicher und man beschleunigte die Planung, um schnell mit dem Bau der Feuerwachen beginnen zu können. Es konnte am 28. Oktober 1908 die Feuerwache Süd in der Liebenauer Straße 123 bezogen werden. Die Feuerwache Süd zählte damals zu den modernsten ihrer Art in Europa und ist heute ein denkmalgeschütztes Gebäude.
Berufsfeuerwehr Die Berufsfeuerwehr von Halle (Saale) verfügt über drei Feuerwachen: die Hauptwache, die Südwache sowie die Feuerwache Büschdorf. Der symbolische Spatenstich für die Feuerwache Büschdorf an der Kreuzung Delitzscher Straße und Europachaussee erfolgte am 17. Mai 2021, die offizielle Übergabe der Wache, in die auch der Rettungsdienst und die Freiwillige Feuerwehr Büschdorf einzogen, erfolgte am 19. Juli 2023. Die Wache hat eine Nutzfläche von etwa 1800 Quadratmetern und Stellplätze für 9 Einsatzfahrzeuge. Die Kosten für den Neubau lagen bei etwa 11,8 Mio. Euro. Insgesamt verfügt die Stadt Halle über 157 Berufsfeuerwehrleute an allen drei Standorten, mit jeweils 3 Wachabteilungen.
Fahrzeuge:
Hauptwache: drei Kommandowagen, zwei Einsatzleitwagen Typ 1 und 2, drei Kräder (Motorrad), sechs Personenkraftwagen, ein Werkstattfahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug, eine Drehleiter, drei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (eins nur für Ausbildungen), ein Gerätewagen-Logistik, ein Gerätewagen-Öl/Tierrettung, ein Teleskoplader, ein Gerätewagen-Eis-Wasser-Höhenrettung, zwei Wechselladerfahrzeuge mit Kran, ein Wechselladerfahrzeug als Reserve, ein Rettungsboot und ein Mehrzweckboot, ein Leitendes Notarzteinsatzfahrzeug, drei Rettungswagen (zwei Reserve), einen Bahn-Notfall-Krankentransportwagen und zwei Sondertransportwagen (einer Reserve).
Südwache:
Ein Kommandowagen, zwei Personenkraftwagen, ein Mannschaftstransportfahrzeug, eine Drehleiter, zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (eins Reserve), ein Gerätewagen-Logistik, ein Wechselladerfahrzeug, ein Gerätewagen-Messtechnik, ein Rettungsboot, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (eins Reserve), ein Reserve-Rettungswagen, ein Bahn-Notfall-Krankentransportwagen, ein Intensivtransportwagen.
Ostwache (Büschdorf):
Ein Personenkraftwagen, eine Drehleiter, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, ein Rettungswagen.
Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr (FF) der Stadt Halle (Saale) besteht aus den 11 Freiwilligen Feuerwehren Ammendorf, Büschdorf, Diemitz, Dölau, Kanena, Lettin, Neustadt, Nietleben, Passendorf, Reideburg und Trotha.Freiwillige Feuerwehren der Stadt Halle (Saale), abgerufen am 27. Juli 2017. Im Jahr 2012 wurde der Zustand der Gebäude stark kritisiert, Mängel aufgelistet und der Neubau etlicher Feuerwehrhäuser vorgeschlagen. Erfolgt ist dieser bis Februar 2021 in Trotha und Dölau, angekündigt für Büschdorf und Lettin, angedeutet für Nietleben. Die Freiwillige Feuerwehr Tornau wurde im Jahr 2014 außer Dienst gestellt. In der Folge gab es Kritik an den Anfahrtswegen. Auch die Zusammenlegung von Feuerwehren im Westen der Stadt wurde diskutiert.
Ammendorf mini|Feuerwehrhaus der FF Ammendorf Die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf wurde am 20. September 1899 gegründet.Geschichte Freiwillige Feuerwehr Ammendorf, abgerufen am 26. Juli 2017. Seit der Eingemeindung des Ortes im Jahr 1950 gehört die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf mit zur Freiwilligen Feuerwehr Halle (Saale). Der Fuhrpark umfasst ein Tanklöschfahrzeug 3000, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug und eine Drehleiter mit Korb 23/12, sowie ein Rettungsboot.Fuhrpark Freiwillige Feuerwehr Ammendorf, abgerufen am 26. Juli 2015. Im Dezember 2022 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20). Den Freiwilligen Feuerwehren Ammendorf, Büschdorf, Lettin und Nietleben wurde die Sonderaufgabe Massenanfall von Verletzten (MANV) übertragen.
Büschdorf Am 6. November 1912 wurde die Freiwillige Feuerwehr Büschdorf gegründet.Geschichte Freiwillige Feuerwehr Büschdorf, abgerufen am 26. Juli 2017. Genauso wie die Freiwillige Feuerwehr Ammendorf ist die Freiwillige Feuerwehr Büschdorf seit 1950 Teil der Freiwilligen Feuerwehr Halle (Saale). Ihr Standort befand sich bis Juli 2023 in der Delitzscher Str. 143, bis sie am 19. Juli 2023 in die neue Feuerwache Büschdorf an der Kreuzung Delitzscher Straße und Europachaussee umzog. Den Freiwilligen Feuerwehren Ammendorf, Büschdorf, Lettin und Nietleben wurde die Sonderaufgabe Massenanfall von Verletzten (MANV) übertragen. Dafür ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Lettin ein Abrollbehälter MANV mit einem Behandlungsplatz 50 stationiert. Im Dezember 2022 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Büschdorf, zusätzlich zum bereits vorhandenen Einsatzleitwagen 1, dem Löschgruppenfahrzeug 8/6 und dem Rettungsboot.Fuhrpark Freiwillige Feuerwehr Büschdorf, abgerufen am 26. Juli 2017. ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) sowie ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Der FF Büschdorf ist seit April 2015 die Motorradstaffel Sachsen-Anhalt angegliedert.Wache: Motorradstaffel Sachsen-Anhalt
Diemitz mini|Feuerwehrhaus der FF Diemitz Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Diemitz war am 7. Oktober 1906., abgerufen am 26. Juli 2017. Anfangs war man auf Handdruckspritzen und Pferde angewiesen, die erste Drehleiter erhielt die Feuerwehr im Jahr 1924. Auch die Gemeinde Diemitz wurde 1950 von der Stadt Halle (Saale) eingemeindet wurden, damit ist auch die Freiwillige Feuerwehr Diemitz seit dem Jahr 1950 Teil der Freiwilligen Feuerwehr Halle (Saale). Zu den Einsatzmitteln gehören unter anderem ein Schlauchtransportanhänger und ein Feldküchenanhänger., abgerufen am 26. Juli 2017. Im März 2017 kam ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge 10 (Iveco Magirus) dazu. 2020 erhielt die Feuerwehr außerdem ein Mannschaftstransportfahrzeug. Im Dezember 2024 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Diemitz einen neuen CBRN-Erkundungswagen (CBRN ErkW) ein weiterer steht in Reserve. 2024 erhielt die Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz. Für das Jahr 2023 wurde eine Machbarkeitsstudie zugesagt, die die Bereitstellung der auf 5,9 Millionen Euro geschätzten Kosten für Teilabriss und Neubau des Feuerwehrhauses ab dem Jahr 2024 ermöglichen soll.
Dölau Die Freiwillige Feuerwehr Dölau erhielt im Jahr 2020 ein neues Feuerwehrhaus für 2,6 Millionen Euro, nachdem das bisherige bereits seit 2010 als marode galt und im Juli 2018 für den Neubau abgerissen wurde. Die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Dölau umfassen ein TLF 4000 und ein MTF. Zudem erhielt sie 2020 ein acht Jahre altes Gimaex-Schmitz-Feuerwehr-Fahrzeug, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 (HLF20/16) der Berufsfeuerwehr Halle.
Kanena