mini|Kaserne – Blick über die Sihl zum Hauptgebäude Das Kasernenareal Zürich ist eine ehemalige militärisch genutzte Kaserne an der Sihl in der Stadt Zürich in der Schweiz. Heute ist das Areal weitgehend öffentlich zugänglich.

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] }Das Kasernenareal liegt westlich angrenzend an die Altstadt und südlich des Hauptbahnhofs in Aussersihl. In der ost-westlichen Ausdehnung ist es rund 540 Meter lang. Die Kasernenwiese ist fast 200 Meter breit.

Im Osten wird das Kasernenareal begrenzt durch den Schanzengraben, im Norden von der Militärstrasse, im Süden von der Zeughausstrasse und im Westen von der Kanonengasse. Die Gessnerallee, die Sihl und an ihrem westlichen Ufer die Kasernenstrasse mit Tramgleisen queren das Gelände. Die Militärbrücke verbindet die beiden durch die Sihl getrennten Teile.

Geschichte In den 1860er Jahren mussten die alten Militärbauten in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofs dem Bau der Bahnhofstrasse weichen. Als Ersatz wurden die Kasernenbauten in Aussersihl, auf dem ehemaligen Schanzengebiet erstellt. Zwischen 1864 und 1869 wurden die Stallungen zwischen Sihl und Schanzengraben sowie die Zeughäuser nach den Plänen des damaligen Staatsbauinspektors Johann Caspar Wolff erbaut. Erst 1873 bis 1876 folgte die Kaserne mit Exerzierwiese, die von Wolffs Nachfolger Johann Jakob Müller entworfen worden war. Der lang gestreckte Zeughausflügel ist mit dem aus der gleichen Zeit stammenden Arsenal in Wien vergleichbar. Die Exerzierwiese war bis zum Ersten Weltkrieg ein wichtiger städtischer Freiraum als Sport-, Fest- und Versammlungsplatz. Ab dem Ersten Weltkrieg wurde die Anlage ausschliesslich militärisch genutzt und blieb für die Zivilbevölkerung geschlossen. Die Stallungen befanden sich jenseits der Sihl auf einem schmalen Streifen zwischen Fluss und Schanzengraben.

Im Jahre 1987, nach dem Umzug des Militärs ins Reppischtal, wurden Studien über eine anderweitige öffentliche Nutzung des Kasernenareals erarbeitet.

Das Areal wurde in der Folge lange von der Kantonspolizei genutzt. Nur der Zeughaushof und die Hälfte der Exerzierwiese auf dem Areal waren frei zugänglich. Auf der anderen, eingezäunten Hälfte der Wiese wurde 1994 das provisorische Polizeigefängnis «Propog» errichtet. Nach dem Umzug der Kantonspolizei und des Gefängnisbetriebs in das neue Polizei- und Justizzentrum (PJZ) wurde der Stacheldraht in der Mitte der Kasernenwiese entfernt; das Gefängnis wurde im April und Mai 2023 abgebrochen.

Heutige Nutzung mini|Gastronomie im Zeughaushof mini|Hochschule Musik und Kunst in den Gebäuden südlich der Sihl In den ehemaligen Stallungen und Anlagen jenseits der Sihl sind seit Ende der 1980er Jahre (teilweise später) ein Restaurant, Bars, das Theaterhaus Gessnerallee sowie das Departement Darstellende Künste und Film der Zürcher Hochschule der Künste untergebracht.

Das Zeughausareal wird seit Jahrzehnten provisorisch genutzt, insbesondere auch kulturell. Die zukünftige Nutzung ist offen.

Der Auszug der Kantonspolizei im Frühjahr 2021 ermöglichte, die ganze Kasernenwiese als Park zu nutzen. In den Räumen der Kantonspolizei soll ein Bildungszentrum für Erwachsene entstehen. Zudem ist die Nutzung des freigewordenen Areals durch soziale Einrichtungen, Gewerbe und Kultur vorgesehen.

Die Bauten des Kasernenareals gelten als Schutzobjekte kantonaler Bedeutung. Die Anlage ist Eigentum des Kantons Zürich und wird von der Stadt Zürich unterhalten.

Zukunft mini|Kasernenwiese nach Entfernung des Zauns mit Gefängnis rechts Der bauliche Zustand der Kasernengebäude ist teilweise sehr schlecht. Nachdem Stadt und Kanton Zürich seit Jahrzehnten umfangreiche Renovationsarbeiten planten und frühere Vorlagen wiederholt gescheitert waren, wird der markante Bau nun gemäss dem aktuellen kantonalen Masterplan umfassend saniert und umgenutzt. Spätestens bis zum Frühjahrssemester 2029 soll hier das neue Bildungszentrum für Erwachsene (BiZE) einziehen. Dieses wird künftig die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene (KME) sowie die Berufsfachschule EB Zürich unter einem gemeinsamen Dach vereinen und Platz für rund 850 Studentinnen und Studenten schaffen.Beginn der Bauarbeiten: Militärkaserne Zürich wird zu einem Bildungszentrum, Medienmitteilung der Baudirektion Kanton Zürich vom 3. Juli 2025, abgerufen am 18. Juni 2026.

Nach Jahrzehnten der Abriegelung wird das Gebäude nun für die Stadtbevölkerung geöffnet, dies war ein zentrales Anliegen des Umbaus. Das Erdgeschoss, in welchem sich früher die Soldaten- und Offizierskantinen befanden, wird künftig frei zugänglich sein. Geplant sind hier unter anderem ein Restaurantbetrieb sowie ein grosser Mehrzwecksaal für verschiedenste Veranstaltungen.Umwandlung der Militärkaserne Zürich zum Schulgebäude nimmt konkrete Formen an, Medienmitteilung des Regierungsrats vom 24. Februar 2023, abgerufen am 18. Juni 2026.

Die architektonische Neugestaltung basiert auf einem Projektwettbewerb im selektiven Verfahren aus dem Jahr 2019, welchen die Arbeitsgemeinschaft spillmann echsle / Takt für sich entscheiden konnte. Ihr Entwurf verbindet den Erhalt der historischen Substanz mit den Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb. Während die alte Grundstruktur weitgehend bestehen bleibt, wird im Inneren aber durch eine offene Lernlandschaft aufgelockert. Besonders prägend ist ein neues, zentrales Atrium mit Glasdach, dieses soll viel Tageslicht bis in die unteren Stockwerke leiten. Parallel zum Innenausbau wird die alte Natursteinfassade aus Berner Sandstein aufwendig restauriert.

Insgesamt kostet das Grossprojekt rund 180 Millionen Franken. Davon entfallen 122 Millionen Franken auf die reine Gebäudeinstandsetzung, die der Regierungsrat als gebundene Ausgaben bewilligte. Für den spezifischen Ausbau zum Schulgebäude sprach der Kantonsrat im Januar 2024 weitere 57,8 Millionen Franken. Die eigentlichen Bauarbeiten auf dem Areal haben im Juli 2025 begonnen.

Weblinks

Kasernenareal (Zürich) auf kasernenarealzuerich.ch Ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung bröckelt weiter vor sich hin In: Neue Zürcher Zeitung vom 15. Januar 2019

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturzentrum (Schweiz) Kasernenareal Kasernenareal Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Zürich Kategorie:Veranstaltungsstätte in Zürich