Die Liste von Eisenbahnunfällen im Vereinigten Königreich führt in chronologischer Reihenfolge Unfälle im britischen Schienenverkehr auf, bei denen der Verlust von Menschenleben zu beklagen war oder großer Schaden verursacht wurde.
19. Jahrhundert Bis 1839 Die Dampflokomotive Brunton’s Mechanical Traveller wurde am 31. Juli 1815 durch eine Kesselexplosion in Philadelphia, County Durham, England, vernichtet. Bei der Explosion starben je nach Quelle 13 oder 16 Menschen – meist Zuschauer –, die dicht um das kuriose Fahrzeug standen.Railways Archive – Accident Archive Beim Eisenbahnunfall von Parkside wurde während der Eröffnung der Liverpool and Manchester Railway am 15. September 1830 der Parlamentsabgeordnete von Liverpool und frühere Kolonial-, Kriegs- und Handelsminister von Großbritannien, William Huskisson, überfahren. Er starb an den Unfallfolgen. Dies war der erste Eisenbahnunfall, bei dem ein Reisender tödlich verunglückte.Unfallbericht bei Railways Archive
1840–1859 Beim Eisenbahnunfall von Howden am 7. August 1840 in Yorkshire löste sich in einem gemischten Zug Ladegut und brachte den Zug zum Entgleisen. Vier Menschen starben. Der Unfall war weltweit der erste, der von einer Eisenbahnaufsichtsbehörde untersucht wurde.Auszug aus dem Unfallbericht in: Railways Archive Beim Eisenbahnunfall von Sonning entgleiste am Morgen des 24. Dezember 1841 ein gemischter Zug der Great Western Railway (GWR), der auf der Great Western Main Line von London-Paddington zum Bahnhof Bristol Temple Meads unterwegs war, als er in einen Erdrutsch fuhr. Neun Reisende starben.Bericht im Railways Archive Beim Tunneleinsturz von Wallers Ash stürzte am 2. April 1842 ein Abschnitt des Eisenbahntunnels bei Wallers Ash, Hampshire, ein. Vier Menschen starben. Dies war einer der frühesten Tunnelunfälle in der Geschichte der Eisenbahn.Railways Archive – Accident Archive Beim Eisenbahnunfall im Clay Cross Tunnel starb am 29. März 1844 der Lokomotivführer eines Zuges in Folge eines Auffahrunfalls. Der Unfall war typisch für den damaligen Eisenbahnbetrieb, der mit einer Sicherung durch Zeitabstand arbeitete.Generalmajor C. W. Pasley: Accident at Clay Cross Tunnel on 29th March 1844 [Unfallbericht]. Hrsg. Am 2. April 1844 v Board of Trade Der Eisenbahnunfall von West Harton war ein Mehrfach-Zusammenstoß zweier Züge und einer abgestellten Wagengruppe am 8. Oktober 1844 in West Harton, South Shields, England, der auf den damals noch sehr unvollkommenen Zugsicherungssystemen beruhte. Zwei Menschen starben.Railways Archive – Accidents Archive: Auszug aus dem Unfallbericht von Generalmajor C. W. Pasley v. 10. Oktober 1844 Beim Eisenbahnunfall von Penshurst brach am 20. Januar 1846 eine Eisenbahnbrücke zwischen Penshurst und Tonbridge, Kent, unter einem darüber fahrenden Zug zusammen. Der Lokomotivführer starb. Dies ist der älteste bekannte Eisenbahnunfall, der durch einen Brückeneinsturz verursacht wurde.Accident at Tonbridge im Railways Archive mini|Eisenbahnunfall auf der Dee-Brücke Der Eisenbahnunfall auf der Dee-Brücke war ein schwerer Eisenbahnunfall, der sich am 24. Mai 1847 bei Chester, Cheshire, auf der North Wales Coast Line durch einen Brückeneinsturz ereignete und mindestens fünf Todesopfer forderte.NN: Frightful Accident on the Shrewsbury and Chester Railway. In: Illustrated London News v. 29. Mai 1847 Der Eisenbahnunfall von Sutton war der Auffahrunfall eines Sonderzuges auf zwei andere im Sutton-Tunnel liegen gebliebene Züge am 30. April 1851. Neun Menschen starben.NN: Disaster on the Chester Cup Excursion, 1851. In: Cheshire Magazine Beim Eisenbahnunfall von South Croydon 1854 fuhr am 21. August ein Ausflugszug in eine Wasser fassende Lokomotive. Die Lokomotive des Ausflugszugs und der ihr folgende Gepäckwagen entgleisten und wurden aus der Kurve getragen. Die nachfolgenden Wagen schoben sich ineinander. Drei Menschen starben, 11 weitere wurden darüber hinaus – zum Teil schwer – verletzt.H. W. Tyler: Report on the collision of an excursion train with a light engine at Croydon in 1854 v. 14. September 1854, Hrsg.: Board of Trade. Der Eisenbahnunfall von Lewisham war ein Auffahrunfall am 28. Juni 1857 im Bahnhof Lewisham im gleichnamigen Londoner Stadtteil. Dabei starben 12 Menschen.Railways Archive – Accidents Archive mini|Entgleister Zugteil bei Round Oak Beim Eisenbahnunfall von Round Oak kollidierte am 23. August 1858 ein entlaufener Zugteil, der sich aus einem Zugverband gelöst und dann ein Gefälle hinab gerollt war, zwischen den Bahnhöfen Round Oak und Brettel Lane, heute: Metropolitan Borough of Dudley, mit einem zweiten Zug, der gerade diese Steigung herauffuhr. 14 Menschen starben. Dies war der folgenreichste Eisenbahnunfall in Großbritannien zu diesem Zeitpunkt.Hauptmann H. W. Tyler: Oxford, Worcester, and Wolverhampton Railway (Unfallbericht vom 16. Oktober 1858), S. 110
1860–1879 Beim Eisenbahnunfall von Helmshore kollidierte am 4. September 1860 beim Bahnhof Helmshore ein in einem Gefälle entlaufener Zugteil mit einem folgenden Zug. 11 Menschen starben.W. Yolland: Accident at Helmshore on 4th September 1860. [Offizieller Bericht zur Unfalluntersuchung] v. 3. Oktober 1860 Beim Eisenbahnunfall von Epsom Branch Junction (Raynes Park, Surrey, heute London Borough of Merton) entgleiste am 28. Januar 1861 ein Zug der London and South Western Railway in der Abzweigstelle der Eisenbahnstrecke nach Epsom beim heutigen Bahnhof Raynes Park. Ein Mensch starb: Der Leibarzt Königin Victorias, Dr. Baly.Patrick Kingston: Royal Trains. London 1985. ISBN 0-7153-8594-1, S. 21 Der Eisenbahnunfall im Clayton-Tunnel war der Zusammenstoß zweier Reisezüge in dem Eisenbahntunnel am 25. August 1861. Dabei starben 23 Menschen, zirka 176 wurden meist schwer verletzt. Dies war der schwerste Eisenbahnunfall in der britischen Geschichte zu diesem Zeitpunkt.NN: Death In The Tunnel. The Times, 25. August 1861, S. 10 Der Eisenbahnunfall von Kentish Town am 2. September 1861 war die Flankenfahrt eines Personenzugs in einen rangierenden Güterzug beim Bahnhof Kentish Town. Mindestens 16 Menschen starben. mini|Frontalkollision bei Winchburgh Beim Eisenbahnunfall von Winchburgh stießen am 13. Oktober 1862 zwei Personenzüge 2 km nordwestlich von Winchburgh, Linlithgowshire, in Schottland auf der Eisenbahnstrecke der Edinburgh and Glasgow Railway frontal zusammen. 17 Menschen starben.NN: Winchburgh Railway Disaster. S. 9 Beim Eisenbahnunfall von Rednal entgleiste am 7. Juni 1865 ein Zug bei zu geringer Bremskraft in einer ungenügend gesicherten Baustelle vor dem Bahnhof Rednal. 13 Menschen starben.Unfallbericht mini|Eisenbahnunfall von Staplehurst Der Eisenbahnunfall von Staplehurst, Kent, war ein Brückeneinsturz unter einem fahrenden Zug bei Bauarbeiten auf der South Eastern Main Line an der Brücke über den Fluss Beult am 9. Juni 1865. Bei diesem Unfall starben zehn Reisende, 40 wurden verletzt. Ein Mitreisender im Zug war der Schriftsteller Charles Dickens.Offizieller Untersuchungsbericht des Hauptmanns der Pioniere Rich. (PDF; 480 kB) Beim Eisenbahnunfall im Welwyn-Tunnel kollidierten am 9. Juni 1866 drei Güterzüge im Welwyn-Nord-Tunnel. Zwei Menschen starben. Nach den Sach- und Materialschäden soll es einer der umfangreichsten Eisenbahnunfälle in Großbritannien gewesen sein.Lionel Thomas Caswell Rolt: Red for Danger. Auflage: London 1978, S. 51 Der Eisenbahnunfall bei Warrington war ein Auffahrunfall, der sich am 29. Juni 1867 an der Walton Junction südlich von Warrington, Cheshire, ereignete, weil die dort verwendete Sicherung gegen solche Eisenbahnunfälle nicht mehr dem Stand der Technik entsprach. Acht Menschen starben.W. Yolland: Unfallbericht an den Board of Trade Beim Eisenbahnunfall von Abergele kollidierte am 20. August 1868 in der Nähe der Ortschaft Abergele in der Grafschaft Denbighshire in Wales ein Schnellzug mit entlaufenen Güterwagen. In den Trümmern starben beim anschließenden Brand durch auslaufendes Paraffinöl 33 Menschen. Dies war der bis dahin schwerste Eisenbahnunfall in Großbritannien.L. T. C. Rolt: Red for Danger. 4. Aufl. Newton Abbot 1982. ISBN 0-7153-8362-0, S. 181–184 Der Eisenbahnunfall in Newark bestand aus der Entgleisung eines Zuges am 21. Juni 1870 in Newark-on-Trent, Nottinghamshire, nach einem Achsbruch, wobei in dessen Trümmer ein zweiter Zug hineinfuhr. 18 Menschen starben.Unfallbericht im Railways Archive Der Eisenbahnunfall von Thorpe war der Frontalzusammenstoß zweier Züge auf einer eingleisigen Strecke der Great Eastern Railway am 10. September 1874 zwischen den Bahnhöfen Norwich-Thorpe in der Grafschaft Norfolk in England und Brundall. 25 Menschen starben. in der Illustrated London News vom 19. September 1874 Beim Eisenbahnunfall von Shipton-on-Cherwell entgleiste am 24. Dezember 1874 ein Schnellzug nach dem Bruch eines Radreifens auf der Cherwell Valley Line der Great Western Railway bei Shipton-on-Cherwell, Oxfordshire, England. 34 Tote und 65 Schwerverletzte waren die Folge.Railways Archive, einschließlich Untersuchungsbericht mini|Einsturz der Firth-of-Tay-Brücke Der Eisenbahnunfall auf der Firth-of-Tay-Brücke wurde durch den Einsturz unter einem Zug von Edinburgh nach Dundee am 28. Dezember 1879 verursacht. 75 Menschen kamen ums Leben.Lionel Thomas Caswell Rolt: Red for Danger. Auflage: London 1978. ISBN 0-330-25555-X, S. 95–104
1880–1899 Beim Eisenbahnunfall von Penistone entgleiste am 16. Juli 1884 nach einem Achsbruch ein Schnellzug vor dem Bahnhof Penistone, South Yorkshire. 24 Menschen starben.Unfallbericht im Railways Archive Der Eisenbahnunfall von Hexthorpe war ein Auffahrunfall, der sich im Haltepunkt von Hexthorpe auf einer Strecke der South Yorkshire Railway 2,5 km westlich von Doncaster am 16. September 1887 ereignete. 25 Menschen starben.Oswald Stevens Nock: Historic Railway Disasters. 3. Aufl. London 1983, S. 15–19. ISBN 0-7110-0109-X Der Eisenbahnunfall von Armagh am 12. Juni 1889 in Nordirland wurde durch eine Reihe technischer Unzulänglichkeiten verursacht und war der schwerste Eisenbahnunfall, der sich auf Irland je ereignet hat. 81 Tote und 260 Verletzte waren die Folge.J. R. L. Currie: The Runaway Train – Armagh 1889. David & Charles 1971. ISBN 0-7153-5198-2
20. Jahrhundert 1900–1919 mini|In Salisbury entgleister Boat train Der Eisenbahnunfall im Bahnhof Liverpool-Dingle am 22. Dezember 1901 war der erste schwere Unfall auf einer elektrisch betriebenen Eisenbahn, bei dem auch mehrere Reisende ums Leben kamen.Paul Bolger: Liverpool Overhead Railway & Dingle Station. Auf: Subterranea Britannica. Der Eisenbahnunfall von Hall Road war ein Auffahrunfall im Bahnhof Hall Road in den nördlichen Außenbezirken von Liverpool am 27. Juli 1905, bei dem 20 Menschen starben.NN: Hall Road Desaster – Lessons of an Electric Train Smash. In: Evening Express and Evening Mail v. 16. Oktober 1905, S. 4 Der Eisenbahnunfall von Salisbury am 1. Juli 1906 wurde durch überhöhte Geschwindigkeit eines Boat train verursacht, der vom Bahnhof Plymouth-Friary in Plymouth zum Bahnhof London Waterloo unterwegs war und kurz nach dem Passieren des Bahnhofs von Salisbury in einer engen Kurve entgleiste. 28 Menschen starben bei dem Unfall, weitere wurden verletzt.Norman Pattenden: Salisbury 1906 – An answer to the enigma? . Swindon 2001. ISBN 0-9503741-6-4 Der Eisenbahnunfall von Elliot Junction am 28. Dezember 1906 war der Auffahrunfall einer leeren Schnellzuggarnitur bei widrigen winterlichen Wetter- und Schneeverhältnissen mit knapp 50 km/h im Bahnhof Elliot Junction auf einen dort wartenden Personenzug. 22 Menschen starben.Ludwig Ritter von Stockert: Eisenbahnunfälle. Ein Beitrag zur Eisenbahnbetriebslehre., Bd. 1. Leipzig 1913, S. 176, Nr. 39 mini|Der Unfalls in Quintinshill forderte 230 Menschenleben.