mini|„Waggonbau LOWA“ auf einem Sgraffito von 1954 im Bahnhof Bautzen Mit dem Kürzel LOWA wurde die 1948 gegründete Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) des Lokomotiv- und Waggonbaus der DDR bezeichnet. Sie hatte ihren Sitz in Wildau.
Die VVB LOWA (Z) Wildau bestand bis 1952. Sie wurde in ihrer Funktion abgelöst durch die Hauptverwaltung Lokomotiv- und Waggonbau (bis 1958), die VVB Schienenfahrzeuge Berlin (bis 1978) und den VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin (bis 1990).Arbeiten für das Gedächtnis des Landes, Festgabe zum 70-jährigen Jubiläum des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, abrufbar auf blha.brandenburg.deVEB Maschinenbau „Karl Marx“ Babelsberg, Übersicht über die Bestände des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, abrufbar auf biblioscout.net
Geschichte Neun Jahre nach ihrer Gründung als VVB LOWA wurde sie 1954 in „VVB Schienenfahrzeugbau“ umbenannt. Später wurde sie in das volkseigene Kombinat Schienenfahrzeugbau der DDR umgewandelt. In ihr wurden alle Lokomotiv- und Waggonbaufirmen der DDR vereinigt. Diese umfasste unter anderem die Werke: VEB Waggonbau Ammendorf, vormals Gottfried Lindner AG VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg, vormals Orenstein & Koppel (1970 aus der VVB Schienenfahrzeuge ausgeschieden) VEB Waggonbau Bautzen, vormals Linke-Hofmann-Busch VEB Waggonbau Dessau, vormals Dessauer Waggonfabrik VEB Waggonbau Gotha, ehemals Fritz Bothmann VEB Waggonbau Görlitz, vormals Waggon- und Maschinenbau Görlitz AG (WUMAG) VEB Waggonbau Niesky, vormals Christoph & Unmack VEB Waggonbau Werdau, vormals Fahrzeugbau Schumann GmbH (bis 1952) VEB Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ Wildau VEB Waggonausrüstungen Vetschau, nach der Wende zahlreiche Eigentümerwechsel, zuletzt TransTec Vetschau GmbH (Betrieb wegen Insolvenz am 30. Juni 2023 eingestellt) VEB LOWA Waggonbau Weimar (bis 1953) VEB Federnwerk Zittau, jetzt Federnwerk Zittau GmbH
Produkte mini|Ansicht des Eingangs zur Ausstellungsfläche des Messestands der VVB LOWA (Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) des Lokomotiv- und Waggonbaus) auf dem Ausstellungsgelände der Technischen Messe (1951) mini|LOWA-Bus aus Bautzen
Eine Auswahl der von VEB LOWA hergestellten Produkte:
Straßenbahnwagen LOWA ET50 (1950–1956) – Einheitsstraßenbahnwagen
Omnibusse und O-Busse Erster LOWA-O-Bus im Sommer 1950 in Erfurt in Dienst gestelltDie konstruktive Entwicklung im Omnibus- und Obusbau. In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1951, S. 82–86. O-Busse Normgröße I und Normgröße IIDie Obus-Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik seit 1945 in: Kraftfahrzeugtechnik 3/1954, S. 71–73 LOWA-Omnibus Typ W 50 aus der Waggonfabrik Werdau (ab 1951)Neufertigung von Kraftomnibussen in der Deutschen Demokratischen Republik. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1952, S. 75–79. LOWA-Omnibusse W 500, 501, H3B, H6BDie Entwicklung der Straßenfahrzeuge der DDR. In: Kraftfahrzeugtechnik 9/1952, S. 266.Was gibt es Neues? In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1952, S. 331.Der IFA-Reiseomnibus W 501 in: Kraftfahrzeugtechnik 7/1953, S. 211/212 Sattelschlepper-OmnibusDer Doppelstock-Sattelschlepper-Omnibus der IFA. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1953, S. 146–148.Betrachtungen zur Technik der Kraftomnibusse. In: Kraftfahrzeugtechnik 1/1956, S. 16–18.
Die Omnibusfertigung wurde ab 1955 gestoppt.Kritische Betrachtungen zum Erfahrungsaustausch der Kraftfahrzeugtechnik in Karl-Marx-Stadt. In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1955, S. 378–380.
(Quellen unterNeue Obusse in der Deutschen Demokratischen Republik. In: Kraftfahrzeugtechnik 9/1951, S. 210.)
Dampfkraftwagen LOWA-Straßenzugmaschine DW 65Die LOWA-Straßen-Dampfzugmaschine DW 65. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1951, S. 108–110.Das Dampf- und Gasturbinenfahrzeug im Vergleich zum Dieselfahrzeug. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1955, S. 74–78. Der Dampfkraftwagen wurde im LOWA-Werk Vetschau gebaut. Da es Probleme mit dem Funkenflug gab, wurde diese Entwicklung nicht weiterverfolgt.
Dampflokomotiven DR-Baureihe 23.10 DR-Baureihe 50.40 DR-Baureihe 65.10 DR-Baureihe 83.10
Diesellokomotiven DR-Baureihe V 15 DR-Baureihe V 60 DR-Baureihe V 100 DR-Baureihe V 180 (1960–1970) – größte Diesellok der DDR
Triebwagen DR-Baureihe VT 18.16 (1963, 1965–1968) dieselhydraulischer Schnelltriebzug DR-Baureihe ORT 137.7 (1968) Oberleitungsrevisionstriebwagen
Eisenbahnwagen E 5 Mitteleinstiegswagen Doppelstockwagen
Nachfolger mini|Logo des Kombinats Schienenfahrzeugbau der DDR mini|Fabrikschild des Kombinats Schienenfahrzeugbau der DDR
Die Werke der VEB Waggonbau Bautzen, VEB Waggonbau Dessau, VEB Waggonbau Görlitz, VEB Waggonbau Ammendorf, VEB Waggonbau Niesky und Vetschau gingen nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 in der Deutschen Waggonbau AG auf. Diese wurde 1998 von Bombardier Transportation aufgekauft. VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf wurde von AEG wieder übernommen. Im Jahr 2005 wurde das Werk Niesky durch die DB Fahrzeuginstandhaltung übernommen. Auch das Werk Dessau wurde verkauft. Auf dessen Gelände hat sich die mittelständische FTD Fahrzeugtechnik Bahnen Dessau angesiedelt.
Die Gothaer Waggonfabrik wurde zerschlagen. Ein Firmenteil wurde an die Schmitz-Gruppe verkauft und stellt Straßenanhänger her, ein anderer Firmenteil bildet die Gothaer Fahrzeugtechnik als Hersteller von Gittermasten und Auslegerverlängerungen. Schienenfahrzeugbau findet in Gotha nicht mehr statt, ebenso in Babelsberg. Der VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg wurde 1992 abgewickelt. Auf seinem Gelände befindet sich heute ein Industriepark. Am Standort Wildau wurde 1994 die Wildauer Kurbelwellen GmbH gegründet, die 1997 vom Unternehmen Georgsmarienhütte übernommen wurde. Auf den verbliebenen Teilflächen dieses Standortes wurde ein neuer Campus der Technischen Fachhochschule Wildau errichtet.
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Einzelnachweise
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