mini|Blick von Süden über das Donauried zur Ostalb Der Landkreis Dillingen an der Donau, amtlich Landkreis Dillingen a.d.Donau, ist ein Landkreis im Norden des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben.

Geographie Lage mini|Winterliches Donauried mini|Höchster Punkt des Landkreises im Zöschinger Forst

Das Kreisgebiet wird geprägt durch die Donau, die es von Südwesten nach Nordosten auf einer Länge von 27 km durchfließt. Der Fluss schuf eine heute unter Naturschutz stehende Auenlandschaft mit Wäldern. Der Mensch schuf zahlreiche Baggerseen. Südlich des Flusses breitet sich das Donauried aus, das bis zur Flussbegradigung im 19. Jahrhundert oftmals überflutet war. Heute wird es als Wiesen- und Weideland genutzt, an dessen Rändern sich ein fruchtbares Ackerland ausbreitet. Weiter südlich schließt sich das Hügelland des Zusamtales an, das zum Naturpark Augsburg-Westliche Wälder gehört. Die Zusam ist ein kleiner rechter Nebenfluss der Donau, der südlich von Donauwörth mündet.

Am linken Ufer der Donau hat das nördliche Kreisgebiet Dillingen noch Anteil an den Ausläufern der Schwäbischen Alb und dessen Vorland.

Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von im Donauried bei Schwenningen bis im Zöschinger Forst.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Donau-Ries, Augsburg und Günzburg (alle in Bayern) sowie an den Landkreis Heidenheim (in Baden-Württemberg).

Geschichte Bis 1800 Aus Wittislingen kommend, ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im 10. Jahrhundert im Donautal nieder, wobei deren Burg zum Zentrum der heutigen Kreisstadt Dillingen an der Donau wurde.

Das Herzogtum Bayern erhielt die Grafschaft Dillingen nach dem Aussterben der Grafen von Dillingen. 1268 erwarb das Herzogtum durch das konradinische Erbe auch die Städte Gundelfingen an der Donau, Lauingen und Höchstädt an der Donau. Aus diesen beiden Erwerbungen setzte sich das Landvogtamt und spätere Landgericht Höchstädt zusammen. Dies kann auch als Keimzelle des heutigen Landkreises Dillingen an der Donau aufgefasst werden.

Die Stadt Dillingen an der Donau selbst war 1258 als Schenkung an das Hochstift gefallen und wurde durch die Bischöfe von Augsburg spätestens ab dem 15. Jahrhundert zur Residenzstadt. Seit 1505 war der bayerische Teil des heutigen Landkreises Teil des Fürstentums Pfalz-Neuburg („Junge Pfalz“), dabei galt Lauingen als dessen zweite Residenz. Wertingen gelangte 1700 an das Kurfürstentum Bayern, das schließlich 1768 in Wertingen ein Landgericht errichtete.

Die Region der beiden Altlandkreise Wertingen und Dillingen an der Donau, die sich aus größeren und vielen kleineren geistlichen und weltlichen Gebieten zusammensetzten, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu geordnet. Dabei wurden die einzelnen Herrschaften aufgehoben und dem Königreich Bayern zugeschlagen.

Landgerichte Das Landgericht Dillingen wurde 1804 eingerichtet. Zusammen mit dem 1803 errichteten Landgericht Höchstädt an der Donau kam es 1808 zum Oberdonaukreis. 1809 entstand das Landgericht Lauingen. Diese drei Landgerichte wurden 1838 dem neu gebildeten Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt.

Bezirksämter Im Jahr 1862 wurden in Bayern Justiz und Verwaltung getrennt. Das neu geschaffene Bezirksamt Dillingen war für die Verwaltung sämtlicher Gemeinden der drei Landgerichte zuständig. Hinzu kamen die meisten Gemeinden des 1862 aufgelösten Landgerichtes Bissingen.

Am 1. Oktober 1865 wechselten die Gemeinden Baiershofen und Hennhofen aus dem Bezirksamt Dillingen in das Bezirksamt Zusmarshausen.

Am 1. Januar 1878 schied die Stadt Dillingen aus dem Bezirksamt Dillingen aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Dillingen am 1. Januar 1880 die Gemeinden Brachstadt und Oppertshofen an das Bezirksamt Donauwörth, die Gemeinden Rechbergreuthen und Winterbach an das Bezirksamt Günzburg sowie die Gemeinde Riedsend an das Bezirksamt Wertingen ab.

Das Bezirksamt Dillingen trat am 1. Juni 1927 die Gemeinde Gundremmingen an das Bezirksamt Günzburg ab.

1929 wurde das Bezirksamt Wertingen um einige Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Zusmarshausen vergrößert.

Landkreise Dillingen an der Donau und Wertingen Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Dillingen an der Donau und Wertingen.

Die Stadt Dillingen an der Donau musste am 1. April 1940 ihre Kreisfreiheit aufgeben und wurde in den Landkreis Dillingen an der Donau eingegliedert, doch wurde dies zum 1. April 1949 wieder rückgängig gemacht.Verordnung über die Wiederverleihung der Kreisunmittelbarkeit. Vom 12. August 1949 (Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 20/1949, S. 204) mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Dillingen an der Donau (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Dillingen an der Donau, Alter und Geschlecht) Landkreis Dillingen an der Donau Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 der Landkreis Dillingen an der Donau in seiner heutigen Form gebildet. Damals wurde aus dem bisherigen Landkreis Dillingen an der Donau, der kreisfreien Stadt Dillingen an der Donau und der westlichen Hälfte des Landkreises Wertingen der neue Landkreis Dillingen an der Donau gebildet (der östliche Teil des Landkreises Wertingen kam damals zum Landkreis Augsburg). Die Gemeinde Tapfheim wurde an den Landkreis Donau-Ries abgegeben. Die Stadt Dillingen an der Donau erhielt aufgrund des Verlustes der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Seit der Gemeindegebietsreform von 1978 besteht der Landkreis Dillingen an der Donau aus 27 Städten, Märkten und Gemeinden (vorher 78). Davon sind vier Einheitsgemeinden, die übrigen sind Mitgliedsgemeinden von sechs Verwaltungsgemeinschaften.

Am 19. Oktober 1973 wurden dem neuen Landkreis Dillingen an der Donau ein neues Wappen verliehen.

Einwohnerentwicklung Der Landkreis Dillingen an der Donau gewann von 1988 bis 2008 knapp 14.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um 17 %. Ab 2005 war die Entwicklung vorübergehend rückläufig.

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 80.621 auf 96.021 um 15.400 Einwohner bzw. um 19,1 %. Quelle: BayLfStat

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 20152020 Einwohner 51.275 53.042 56.289 82.047 76.180 78.787 80.209 84.888 90.821 93.773 95.512 93.539 94.57597.172

Bevölkerungspyramide Kreis Dillingen an der Donau 2011.pngAusländeranteil: 8,0 % (Stichtag 31. Dezember 2015).

Zur ausländischen Bevölkerung zählen alle Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen (z. B. Staatenlose, Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit). Deutsche mit einer weiteren Staatsangehörigkeit gehören nicht dazu.

Politik Kreistag Die Kreistagswahl am 8. März 2026 führte zu folgender Sitzverteilung (gesamt 60 Sitze)Bayerisches Landesamt für Statistik, Kommunalwahlen 2026 – 773 Dillingen a.d.Donau, Lkr., abgerufen am 10. März 2020:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996%Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern29,51732,01936,42137,324––––FWFreie Wähler Bayern16,61017,91119,31220,412––––AfDAfD Bayern14,895,53––––––––SPDSPD Bayern9,159,8615,91017,11021,11321,313GrüneGrüne Bayern8,0511,077,245,933,524,32ZukunftZukunft6,147,447,956,945,736,34JUJunge Union4,935,03––––––––BLBürgerliste4,234,534,43––––––JAWJunge Aktive Wähler3,42––––––––––FDPFDP Bayern1,813,725,537,644,735,63REPDie Republikaner1,112,213,424,833,224,02LinkeDie Linke Bayern0,5–1,01––––––––CSU/ZBChristlich-Soziale Union in Bayern/Zusamtaler Block––––––––44,02740,726FUWFreie Unabhängige Wählervereinigung––––––––11,6710,86HLUWähler für Heimat, Landwirtschaft und Umwelt ––––––––6,237,04gesamt100,060100,06099,960100,060100,060100,060Wahlbeteiligung65,058,5 %57,5 %62,8 %66,3 %68,3 %

Landrat mini|Das Landratsamt in Dillingen Der langjährige Landrat Dr. Anton Dietrich verstarb überraschend während seiner fünften Amtsperiode im Frühjahr 2004. Bei den Neuwahlen setzte sich der Bürgermeister von Buttenwiesen, Leo Schrell von den Freien Wählern im ersten Wahlgang gegen den Landtagsabgeordneten Georg Winter von der CSU und Bernd Steiner von der SPD durch.

Leo Schrell trat nach drei Amtszeiten nicht mehr an. Bei der Landratswahl Ende Mai 2022 gewann Markus Müller von den Freien Wählern bei einer Stichwahl gegen Christoph Mettel von der CSU mit 55,9 % der Stimmen.

Liste der Bezirksamtmänner (bis 1939) bzw. LandräteDer Landkreis Dillingen a.d. Donau in Geschichte und Gegenwart, Dillingen 2005

Name Amtszeit Georg Girisch 1862–1883 Philipp Eschenbach 1883–1896 Friedrich von Pechmann 1896–1906 Hans Anselm 1906–1913 Hermann Wegele 1913–1933 Friedrich Spengler 1933–1938 Georg Schmid 1938–1943 Rudolf Bickel 1943–1945 Karl Racke 1945–1948 Kurt Rieth 1948–1952 Martin Schweiger 1952–1978 Anton Dietrich 1978–2004 Leo Schrell 2004–2022 Markus Müller seit 2022

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Bedeutende im Landkreis ansässige Unternehmen sind unter anderem: BSH Hausgeräte (Geschirrspüler-Produktion), Creaton, Deutz-Fahr, Fahrzeugbau Demmler, Josef Gartner (Teil der Permasteelisa Group im Lixil-Konzern), Grünbeck Wasseraufbereitung, Molkerei Gropper, Surteco, Verlag und Druckerei G. J. Manz, Donau-Zeitung, Sparkasse Dillingen-Nördlingen und VR-Bank Donau-Mindel eG.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Dillingen an der Donau Platz 190 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Im Oktober 2018 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis bei 1,6 %.

Verkehr Straße Die „Hauptverkehrsader“ des Landkreises Dillingen an der Donau ist die Bundesstraße 16, die den Landkreis von Südwest nach Nordost durchzieht und ihn an die Kreisstädte Günzburg und Donauwörth der beiden Nachbarlandkreise anschließt. Die B 16 verbindet die Städte Gundelfingen, Lauingen, Dillingen und Höchstädt. Durch den Landkreis Dillingen führt keine Autobahn, aber die A 8 und A 7 sind verkehrsgünstig gelegen.

Bahn Den Kreis durchzieht in Ost-West-Richtung die Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen, die 1876/77 von den Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet worden ist und an der fast alle wichtigen Städte des Kreises im Donauried liegen. An den Bahnhöfen von Günzburg und Donauwörth (beide nicht im Landkreis Dillingen) besteht Anschluss zum Fernverkehr der Deutschen Bahn.

In Gundelfingen zweigte seit 1911 eine Querverbindung nach Sontheim zur württembergischen Brenzbahn Aalen–Ulm ab.

Die Stadt Wertingen wurde 1905 durch die Lokalbahn nach Mertingen Bahnhof mit der Hauptstrecke Donauwörth–Augsburg verbunden.

1906 erbaute die Badische Lokal-Eisenbahnen-Gesellschaft die schmalspurige Härtsfeldbahn von Aalen über Neresheim nach Dillingen.

Das stets kleine Eisenbahnnetz von 68 km Länge wurde 1956 bis 1981 halbiert, als folgende Linien ihren Betrieb einstellten: 1956: Gundelfingen – Bächingen – Sontheim-Brenz 7 km 1972: Neresheim – Reistingen – Dillingen 16 km 1981: Mertingen Bahnhof – Lauterbach – Wertingen 12 km

Öffentlicher Personennahverkehr Die Regionalbus Augsburg GmbH unterhält ein Liniennetz im Landkreis Dillingen an der Donau. Der ehemalige Landkreis Wertingen ist auch an den Augsburger Verkehrsverbund angebunden.

Gemeinden

mini|200x200px|Landkreis Dillingen a. d. Donau(Einwohner am ) Städte Dillingen an der Donau, Große Kreisstadt () Gundelfingen an der Donau () Höchstädt an der Donau () Lauingen (Donau) () Wertingen ()

Märkte Aislingen () Bissingen () Wittislingen ()

Weitere Gemeinden Bachhagel () Bächingen an der Brenz () Binswangen () Blindheim () Buttenwiesen () Finningen () Glött () Haunsheim () Holzheim () Laugna () Lutzingen () Medlingen () Mödingen ()