Döllnitz (oberfränkisch: DöldsE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Kasendorf im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Die Gemarkung Döllnitz hat eine Fläche von 4,245 km² und ist in 626 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Krumme Fohre (zum Teil) und Pulvermühle.

Geographie Das Dorf liegt am Friesenbach. Die Staatsstraße 2189 führt nach Krumme Fohre zur Staatsstraße 2190 (1,3 km nordwestlich) bzw. an Todtenhaus vorbei nach Thurnau (2,2 km südlich). Die Kreisstraße KU 5 verbindet mit Hutschdorf (1,6 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an der Papiermühle vorbei nach Heubsch (1,7 km westlich).

Geschichte 1250 wurde ein „von Dolnce“, ein Eigenritter der Förtsch von Thurnau, urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. 1286 wurde der Ort „Tolenz“ genannt, 1398 erstmals „Dolniz“. Dem Ortsnamen liegt das slawische Wort dolъ (=Tal) mit den Suffixen -ьn- und -ica zugrunde und bedeutet demnach Ort im Tal.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 22f.Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2, Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth, Heidelberg 2006, S. 87–89, "Döhlau".Ernst Schwarz: Die slawischen Ortsnamen in Nordbayern und ihr Verhältnis zum deutschen Landesausbau (Dargelegt am Landkreis Kulmbach) 1956, S. 354, (Auszug in der Google-Suche)

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Döllnitz aus 32 Anwesen. Das Hochgericht übte das Giech’sche Herrschaftsgericht Thurnau aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Herrschaftsgericht Thurnau (22 Anwesen: 1 Mühle, 1 Halbhof, 2 Viertelhöfe, 2 Güter, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiederecht, 6 Söldengüter, 1 Tropfgütlein, 5 Häuser, 1 Häuslein, 1 Tropfhäuslein), das Rittergut Thurnau (6 Anwesen: 4 Halbhöfe, 1 Söldengut, 1 Haus mit Hofrait), die Hospitalverwaltung Thurnau (1 Söldengut), die Pfarrei Thurnau (1 Hof, 1 Gut) und der Bischöfliche Lehenhof Bamberg (1 Hofstatt).Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 582. Hier werden fälschlicherweise 31 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. 1810 kam Döllnitz an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Döllnitz dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Peesten zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Döllnitz, zu der Hammerhaus, Hammermühle und Pulvermühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Thurnau (ab 1852 Landgericht Thurnau) zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten sechs Anwesen bis 1848 zum Patrimonialgericht Thurnau. 1856 wurde Döllnitz an das Rentamt Thurnau überwiesen (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Ab 1862 gehörte Döllnitz zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau (1879 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt), seit 1929 ist das Amtsgericht Kulmbach zuständig. Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kulmbach übernommen.Rüdiger Barth, S. 751 f. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,258 km².

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Döllnitz nach Kasendorf eingegliedert.

Baudenkmäler Haus Nr. 17: Wohnstallhaus Haus Nr. 37: Ehemalige Pulvermühle Haus Nr. 41: Ehemaliges Schulhaus Brunnen Kriegerdenkmal Grenzstein

Einwohnerentwicklung Gemeinde Döllnitz Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 241 259 270 293 332 290 281 264 276 263 246 274 238 242 244 236 249 255 258 377 384 323 299 272HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 39 48 50 49 48 46 53 62 Quelle

Ort Döllnitz Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 198 241 305 258 243 217 238 370 287 259 152Häuser 39 47 45 44 51 60 47 Quelle Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 727.

Religion Döllnitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes (Kasendorf) gepfarrt.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 588.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Kasendorf) Kategorie:Ersterwähnung 1250 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach