mini|Blick von der Ruine Ortenburg auf Lendorf und das Gmeineck mini|Maria Bichl nahe der Ortschaft Feicht mini|Litzlhof mini|hochkant|Kirche St. Peter in Holz mini|St Peter in Holz: Innenansicht Lendorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.
Geographie Lendorf liegt auf dem Lurnfeld und grenzt im Osten an Spittal an der Drau und im Westen an die Gemeinde Lurnfeld. Das Gemeindegebiet reicht von den Hohen Tauern (Hohe Leier) im Norden über die Hangterrassen des Hühnersbergs bis in den Talgrund der Drau.
Gemeindegliederung Die Gemeinde ist in die zwei Katastralgemeinden Lendorf und Hühnersberg gegliedert, das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Feicht () Feichtendorf () Freßnitz () Hühnersberg () Lendorf () Litzlhof () Rojach () St. Peter in Holz () Windschnurn ()
Nachbargemeinden
Geschichte Funde am Holzer Berg im Ortsteil Sankt Peter in Holz haben ergeben, dass es hier schon zur Bronzezeit Ansiedlungen gab.
Zu Zeiten der Römer wuchs hier ab etwa 50 v. Chr. die Stadt Teurnia heran, die ab dem 5. Jahrhundert Hauptstadt der römischen Provinz Noricum war und bis etwa ins Jahr 600 bestand. Umfangreiche Ausgrabungen haben hier zahlreiche Anlagen und Funde aus dieser Zeit freigelegt, die im 1913 eröffneten „Museum Teurnia“ zu sehen sind.
Teurnia wurde 591 letztmals als Bischofssitz genannt, danach ging es im Zuge der Slaweneinwanderung unter. Im Hochmittelalter entstand bei den antiken Ruinen die wichtige Mutterpfarre St. Peter in Holz. Diese Kirche war im Mittelalter neben Molzbichl, St. Athanas bei Berg im Drautal und Kühweg im Gailtal ein Ort der Verehrung des Heiligen Nonnosus.
Eine Ortsgemeinde Lendorf konstituierte sich erstmals 1850, wurde aber schon 1864 nach Spittal eingemeindet. Am 12. Februar 1887 verselbständigte sich Lendorf wieder und ist seither eigenständige Gemeinde.
Bevölkerung
Laut Volkszählung 2001 hat Lendorf 1.776 Einwohner, davon sind 96,1 % österreichische und 1,5 % türkische Staatsbürger. 88,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 7,3 % zur evangelischen Kirche und 1,9 % zum Islam, 4,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museum Teurnia in St. Peter in Holz (römische Ausgrabungen) Litzlhof Pfarrkirche St. Peter in Holz Filialkirche Maria am Bichl
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde ist traditionell landwirtschaftlich geprägt und besitzt im Litzlhof eine landwirtschaftliche Fachschule. Im Jahr 2011 beschäftigte die Landwirtschaft 85 Erwerbstätige, der Produktionssektor 111 und der Dienstleistungssektor 303.
Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)5191 10110785 64Produktion3021 2176111 187Dienstleistung8271 46378303 227 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Durch das Gemeindegebiet verläuft die Drautal Straße (B 100) sowie ein Zubringer zum Knoten Spittal/Millstätter See der Tauern Autobahn (A 10). Von der Drautalbahn, die in Lendorf eine Bahnstation hat, zweigt bei Pusarnitz die Tauernbahn in Richtung Tauerntunnel ab.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Lendorf hat 15 Mitglieder.
Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte er folgende Zusammensetzung: 7 SPÖ, 5 ÖVP und 3 FPÖ Mit der Gemeinderatswahl 2021 hat er folgende Zusammensetzung: 8 SPÖ, 3 Lendorfer Volkspartei (ÖVP) und 4 FPÖ
Bürgermeisterin Direkt gewählte Bürgermeisterin war von 2015 bis 2026 ist Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ). Nach ihrem Wechsel als Landesrätin in die Landesregierung Fellner im April 2026 wurde Simon Pleschberger zu ihrem Nachfolger gewählt.
Wappen Das Gemeindewappen von Lendorf zeigt die Motive zweier Fundstücke aus der Spätantike und spielt damit auf die Bedeutung Teurnias zu dieser Zeit an. Das Flechtband stammt von einer Schrankenplatte aus der Friedhofskirche, die den Priester- von dem Gemeindebereich trennte. Der auffliegende Adler ist ein Motiv aus der östlichen Reihe im Mosaik der Kirche und ein Symbol Christi, der seine Kinder wie ein Adler im Nest schützt. Das T in den Fängen des Adlers steht für das untergegangene Teurnia.
Das Wappen wurde der Gemeinde am 22. Mai 1987 mit folgender Blasonierung verliehen: „Im schwarzen Schildhaupt ein silbernes, zweistrangiges, kreisförmig verschlungenes und mit silbernen Rosetten gefülltes Flechtband, durch einen silbernen Faden abgesetzt unten in Rot ein silberner, dem Mosaik von Teurnia nachgebildeter auffliegender Vogel mit linksgewendetem Haupt, in seinen Fängen ein silbernes T haltend.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 168
Die Flagge ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Paul Oberlercher (1859–1915), Geoplast Josef Gritschacher (1883–1963), Politiker (CSP, ÖVP) John Lindsay-Theimer (1884–1952), Komponist von Unterhaltungsmusik Josef Ritscher (1891–1964), österreichischer Landwirt und Politiker, Ehrenbürger von Lendorf Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Karl Kapeller (1863–1948) war ein österreichischer Grundbesitzer und Politiker, 1902 bis 1920 Bürgermeister von Lendorf
Weblinks
Gemeinde Lendorf
Einzelnachweise